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Lern-zur gastroduodenalen Ulkuskrankheit (GUD): Ursachen, Pathophysiologie, Diagnostik, Management. Für Medizinstudium & Ärzte.

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Gastroduodenale Ulkuskrankheit

❗ Die gastroduodenale Ulkuskrankheit bezeichnet ein Ulkus (tiefer Wanddefekt, der die Muscularis mucosae durchbricht) des Magens (Ulcus ventriculi) oder des Duodenums (Ulcus duodeni). Die beiden mit Abstand wichtigsten Ursachen sind die Helicobacter-pylori-Infektion und NSAR; diagnostischer Goldstandard ist die ÖGD, therapeutisch entscheidend sind H.-pylori-Eradikation und PPI.

Diagramm der Ulkusentstehung durch Helicobacter pylori in der Magenschleimhaut.
Y_tambe · H pylori ulcer diagram · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons

Definition und Einteilung

Ein Ulkus ist ein tiefer Schleimhautdefekt, der die Muscularis mucosae (und tiefere Wandschichten) erreicht und makroskopisch meist einen weißlichen Fibrinbelag zeigt. Abzugrenzen ist die Erosion: eine oberflächliche Läsion, die auf die Mukosa beschränkt bleibt und bei der die Muscularis mucosae intakt ist. Erosionen treten meist multipel auf; flächige (hämorrhagische) Erosionen können diffus bluten und so zur Anämie führen.

  • Ulcus duodeni ist häufiger als das Ulcus ventriculi (ca. 80 % der Fälle).
  • Erosion ≠ Ulkus: Die Tiefe entscheidet — die Erosion lässt die Muscularis mucosae intakt, das Ulkus durchbricht sie.
Schematische Darstellung von Magen und Zwölffingerdarm mit Ulkuslokalisationen und den Wandschichten (Mukosa, Submukosa, Muskelschicht).
Rachaelgraves · Peptic ulcer · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons
Makroskopisches Präparat eines Ulkus im Magenantrum.
డా. గన్నవరపు నరసింహమూర్తి · Peptic ulcer · CC0 · via Wikimedia Commons

Risikofaktoren

❗ Die zwei dominierenden Ursachen sind die Helicobacter-pylori-Infektion (häufigste Ursache, v. a. beim Ulcus duodeni) und NSAR (inkl. ASS). Weitere Faktoren sind systemische Glukokortikoide (besonders in Kombination mit NSAR), Rauchen und Stress (Stressulkus bei Schwerkranken).

Symptomatik

Viele Ulzera sind oft asymptomatisch oder verursachen nur unspezifische Oberbauchbeschwerden; nicht selten ist eine Blutung die Erstmanifestation. Der Schmerzcharakter kann auf die Lokalisation hinweisen, ist aber nicht beweisend.

  • Ulcus ventriculi: eher postprandialer Schmerz (Schmerz kurz nach dem Essen).
  • Ulcus duodeni: eher Nüchternschmerz mit Verstärkung 2–3 Stunden nach dem Essen und Besserung durch Nahrungsaufnahme.
  • Meläna (Teerstuhl) als Zeichen einer oberen GI-Blutung; ein akutes Abdomen spricht für eine Perforation.

Diagnostik

❗ Methode der Wahl ist die ÖGD mit makroskopischer Beurteilung, Biopsie und H.-pylori-Testung (Urease-Schnelltest und/oder Histologie). Jedes Ulcus ventriculi wird zum Karzinomausschluss ausgiebig aus Rand und Grund biopsiert und nach Abheilung endoskopisch kontrolliert (Re-Biopsie). Bei Verdacht auf Perforation zeigt die Abdomenübersichtsaufnahme im Stehen (bzw. CT) freie subdiaphragmale Luft.

Helicobacter-pylori-Urease-Schnelltest zur Nachweisdiagnostik.
Ajay Kumar Chaurasiya · Helicobacter pylori rapid test · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Therapie

❗ Bei H.-pylori-Nachweis steht die Eradikationstherapie im Zentrum: ein PPI plus zwei Antibiotika über 7–14 Tage (in Deutschland wegen der Clarithromycin-Resistenzlage bevorzugt die Bismut-haltige Quadrupeltherapie), gefolgt vom Eradikationsnachweis. Beim H.-pylori-negativen Ulkus erfolgt die Abheilung und Rezidivprophylaxe mit PPI; auslösende NSAR werden — wenn möglich — abgesetzt. Bei akuter Blutung zunächst endoskopische Blutstillung; chirurgisch beim blutenden Ulcus ventriculi ggf. Umstechung (in Einzelfällen Magenresektion), beim blutenden Ulcus duodeni Ligatur/Umstechung der A. gastroduodenalis.

  • Typische Merkmale (Prüfungsfrage): Erosion = oberflächlich, Muscularis mucosae intakt, meist multipel; Ulkus = tiefer Defekt durch die Muscularis mucosae, mit Fibrinbelag.
  • Jedes Magenulkus → Biopsie + Kontroll-ÖGD zum Karzinomausschluss; ein Duodenalulkus muss in der Regel nicht biopsiert werden.
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Gastroduodenale Ulkuskrankheit

❗ Die gastroduodenale Ulkuskrankheit umfasst das Ulcus ventriculi (Magengeschwür) und das Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür) — definiert als tiefer Wanddefekt, der die Muscularis mucosae durchbricht. Leitend für die Prüfung sind die beiden Hauptursachen H. pylori und NSAR, die ÖGD als Goldstandard mit der Pflicht zur Karzinomabklärung beim Magenulkus, die H.-pylori-Eradikation und das Management der Komplikationen (Blutung, Perforation).

Schematische Darstellung von Magen und Zwölffingerdarm mit Ulkuslokalisationen und den Wandschichten (Mukosa, Submukosa, Muskelschicht).
Rachaelgraves · Peptic ulcer · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons
Makroskopisches Präparat eines Ulkus im Magenantrum.
డా. గన్నవరపు నరసింహమూర్తి · Peptic ulcer · CC0 · via Wikimedia Commons

Definition und Einteilung (Schweregrade)

Ein Ulkus ist ein tiefer Defekt, der die Muscularis mucosae und tiefere Wandschichten betrifft; makroskopisch zeigt sich meist ein weißlicher Fibrinbelag im Ulkusgrund. Davon abzugrenzen ist die Erosion als oberflächliche Läsion der Mukosa, bei der die Muscularis mucosae intakt bleibt.

Erosionen sind meist multipel. Flächige, hämorrhagische Erosionen können zu diffusen Blutungen und in der Folge zur Anämie führen — die Unterscheidung Erosion/Ulkus ist also nicht nur morphologisch, sondern auch klinisch relevant.

  • Verwechslungsfalle Erosion vs. Ulkus: Allein die Tiefe (Muscularis mucosae intakt vs. durchbrochen) trennt beide — nicht die Größe oder die Symptomatik.
  • Ulcus duodeni ist deutlich häufiger als das Ulcus ventriculi (ca. 80 % der Fälle).

Risikofaktoren und Pathomechanismus

❗ Die Ulkusentstehung beruht auf einem Ungleichgewicht zwischen aggressiven und protektiven Faktoren der Schleimhaut. Die mit Abstand wichtigsten Auslöser sind die Helicobacter-pylori-Infektion und NSAR (einschließlich ASS).

Beim Ulcus duodeni dominiert die H.-pylori-assoziierte Hypersekretion von Magensäure; beim Ulcus ventriculi steht häufiger die gestörte Mukosaprotektion (NSAR, eingeschränkte Schleim-/Bikarbonatbarriere) im Vordergrund. Weitere Faktoren: systemische Glukokortikoide (v. a. in Kombination mit NSAR), Rauchen, schwere Allgemeinerkrankungen (Stressulkus).

Diagramm der Ulkusentstehung durch Helicobacter pylori in der Magenschleimhaut.
Y_tambe · H pylori ulcer diagram · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons

Symptomatik

Ein erheblicher Teil der Ulzera ist oft asymptomatisch oder zeigt nur unspezifische epigastrische Beschwerden, Völlegefühl oder Übelkeit. Der zeitliche Bezug des Schmerzes zur Nahrungsaufnahme kann auf die Lokalisation hinweisen, ist aber unzuverlässig und kein Diagnosekriterium.

  • Ulcus ventriculi: eher postprandialer Schmerz (kurz nach dem Essen).
  • Ulcus duodeni: eher Nüchternschmerz, 2–3 Stunden nach dem Essen verstärkt, mit Besserung durch Nahrungsaufnahme (postprandiale Besserung).
  • Klinik der Komplikationen: Meläna (Teerstuhl) bzw. Hämatemesis als Blutungszeichen; akutes Abdomen bei Perforation.

Diagnostik

❗ Der diagnostische Goldstandard ist die ÖGD mit makroskopischer Befundung, Biopsie und gleichzeitiger H.-pylori-Testung (Urease-Schnelltest, Histologie; alternativ/zur Eradikationskontrolle 13C-Harnstoff-Atemtest oder Stuhl-Antigen-Test — Letztere unter PPI- bzw. Antibiotika-Pause).

Beim Ulcus ventriculi ist der Karzinomausschluss obligat: ausgiebige Biopsien aus Ulkusrand und -grund und nach Abheilung eine Kontroll-ÖGD mit Re-Biopsie. Ein unkompliziertes Ulcus duodeni muss in der Regel nicht biopsiert werden, da es nahezu immer benigne ist.

Bei Verdacht auf Perforation: Abdomenübersichtsaufnahme im Stehen (bzw. linke Seitenlage) zeigt freie subdiaphragmale Luft; sensitiver ist die CT.

  • Jedes Magenulkus = Karzinomverdacht bis zum Beweis des Gegenteils → reichlich biopsieren und endoskopisch nachkontrollieren.
  • ⚡ Bei therapierefraktärem oder atypisch lokalisiertem Ulkus an ein Magenkarzinom denken.
Helicobacter-pylori-Urease-Schnelltest zur Nachweisdiagnostik.
Ajay Kumar Chaurasiya · Helicobacter pylori rapid test · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Differentialdiagnosen

Wichtige Differentialdiagnosen der epigastrischen Beschwerden sind das Magenkarzinom (insbesondere bei atypischer Lokalisation oder therapierefraktärem Verlauf), die funktionelle Dyspepsie, die Refluxösophagitis und die akute Pankreatitis. Bei multiplen, rezidivierenden oder atypisch gelegenen Ulzera zusätzlich an ein Zollinger-Ellison-Syndrom (Gastrinom) denken.

Therapie

❗ Bei H.-pylori-Nachweis ist die Eradikationstherapie zentral: PPI plus zwei Antibiotika über 7–14 Tage. In Deutschland wird wegen der Clarithromycin-Resistenz die Bismut-haltige Quadrupeltherapie (PPI + Bismut + Tetracyclin + Metronidazol) bevorzugt; alternativ die französische (PPI + Amoxicillin + Clarithromycin) bzw. italienische Tripeltherapie (PPI + Clarithromycin + Metronidazol) bei niedriger Resistenzwahrscheinlichkeit. Anschließend Eradikationskontrolle (Atem- oder Stuhltest, frühestens 4 Wochen nach Therapieende).

Beim H.-pylori-negativen Ulkus erfolgen Abheilung und Rezidivprophylaxe mit PPI; auslösende NSAR werden — wenn möglich — abgesetzt, sonst PPI-Begleitschutz. Bei akuter Blutung: hämodynamische Stabilisierung und endoskopische Blutstillung (Clip/Unterspritzung/Thermokoagulation) plus hochdosierter PPI i.v.

  • Chirurgie bei endoskopisch nicht beherrschbarer Blutung: blutendes Ulcus ventriculiUmstechung (4-Quadranten-Umstechung), in Einzelfällen Magenresektion; blutendes Ulcus duodeniUmstechung/Ligatur der A. gastroduodenalis.
  • Bei Perforation → notfallmäßige operative Versorgung (Übernähung, ggf. mit Omentum-Plombe).

Komplikationen

Die wichtigsten Komplikationen sind Blutung, Perforation und Magenausgangsstenose (narbig). Das Ulcus duodeni neigt häufiger zu Blutungen; beim Ulcus ventriculi besteht das höhere Risiko für ein Magenkarzinom — Grundlage für die Biopsie- und Kontrollpflicht.

  • ❗ Hauptursachen H. pylori + NSAR; Goldstandard ÖGD; Magenulkus immer biopsieren + nachkontrollieren.
  • Prüfungsmerksatz: Erosion = oberflächlich (Muscularis mucosae intakt, meist multipel) vs. Ulkus = tief (durch die Muscularis mucosae, Fibrinbelag).
  • Eradikation = PPI + 2 Antibiotika, in Deutschland bevorzugt Bismut-Quadrupeltherapie, danach Eradikationskontrolle.
FSP EXPRESS

Gastroduodenale Ulkuskrankheit

Terminologie und Patientensprache

Übersetzen Sie die Fachbegriffe konsequent in die Patientensprache und benutzen Sie umgekehrt im Fachgespräch die korrekten Termini.

  • Gastroduodenale Ulkuskrankheit / Ulkus → "ein Geschwür im Verdauungstrakt, meist im Magen oder im Zwölffingerdarm".
  • Ulcus ventriculi (das Ulcus ventriculi) → "Magengeschwür" (Klinik-Jargon: Magengeschwür).
  • Ulcus duodeni (das Ulcus duodeni) / Duodenalulkus → "Zwölffingerdarmgeschwür".
  • Meläna → "schwarzer, klebriger Stuhl (Teerstuhl)"; Hämatemesis → "Bluterbrechen".
  • ÖGD / Gastroskopie → "eine Magenspiegelung"; Eradikation → "das Abtöten des Magenkeims mit Antibiotika und einem Magensäureblocker".
  • Redemittel zur Aufklärung: "Bei Ihnen besteht ein Geschwür in der Magen-/Darmschleimhaut. Um das genau zu sehen, ist eine Magenspiegelung nötig."

❗ Die gastroduodenale Ulkuskrankheit ist ein Geschwür (Ulkus) in Magen oder Zwölffingerdarm (Duodenum). Für die FSP zählt: die Erkrankung patientenverständlich erklären, gezielt nach Schmerzcharakter, Medikamenten (Schmerzmittel) und Blutungszeichen fragen und Befund sowie Plan im ärztlichen Gespräch sauber benennen.

Schematische Darstellung von Magen und Zwölffingerdarm mit Ulkuslokalisationen und den Wandschichten (Mukosa, Submukosa, Muskelschicht).
Rachaelgraves · Peptic ulcer · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons
Diagramm der Ulkusentstehung durch Helicobacter pylori in der Magenschleimhaut.
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Makroskopisches Präparat eines Ulkus im Magenantrum.
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Helicobacter-pylori-Urease-Schnelltest zur Nachweisdiagnostik.
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Worum es geht

Ein Ulkus ist ein tiefer Defekt der Schleimhautwand (er reicht durch die Muscularis mucosae); die oberflächliche, harmlosere Form heißt Erosion. Die häufigsten Ursachen sind eine Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori und die Einnahme von Schmerzmitteln (NSAR) wie Ibuprofen oder ASS.

Anamnese — gezielte Fragen

Im Patientengespräch klären Sie freundlich und in der Sie-Form die Leitsymptome und Risikofaktoren ab:

  • Schmerz: "Haben Sie eher Schmerzen kurz nach dem Essen oder nüchtern bzw. nachts?" — Magengeschwür eher nach dem Essen, Zwölffingerdarmgeschwür eher nüchtern, mit Besserung durch Essen.
  • Medikamente: "Nehmen Sie regelmäßig Schmerzmittel wie Ibuprofen oder ASS?"
  • ❗ Warnzeichen: "Hatten Sie schwarzen Stuhl oder Blut erbrochen?" — beides spricht für eine Blutung und ist dringlich.

Diagnostik und Therapie — patientenverständlich

❗ Die wichtigste Untersuchung ist die Magenspiegelung (ÖGD): Dabei werden das Geschwür angeschaut, Gewebeproben entnommen und auf den Magenkeim getestet. Erklären Sie: "Wir schauen mit einer Magenspiegelung nach, nehmen kleine Proben und prüfen, ob ein Bakterium dahintersteckt."

Bei Nachweis des Helicobacter pylori behandeln wir mit einer Eradikation (Magensäureblocker plus Antibiotika über etwa eine bis zwei Wochen). Ohne Keimnachweis genügt meist ein Magensäureblocker (PPI), und auslösende Schmerzmittel sollten abgesetzt werden.

  • Arzt-Arzt-Übergabe (knapp): "Patient mit epigastrischen Schmerzen, V. a. gastroduodenales Ulkus; ÖGD mit Biopsie und H.-pylori-Testung geplant; bei Nachweis Eradikation, sonst PPI und NSAR-Stopp."
  • Schwarzer Stuhl / Bluterbrechen immer aktiv erfragen — Hinweis auf eine Blutung.
FSP tief

Gastroduodenale Ulkuskrankheit

Terminologie und Patientensprache

Sicheres Wechseln zwischen Fachsprache (Arzt-Arzt) und Patientensprache (Arzt-Patient) ist das Kernstück der FSP. Nutzen Sie die folgenden Paare aktiv.

  • Gastroduodenale Ulkuskrankheit / Ulkus (das Ulkus) → "ein Geschwür im Verdauungstrakt, meist im Magen oder Zwölffingerdarm".
  • Ulcus ventriculi (das Ulcus ventriculi) → "Magengeschwür"; Klinik-Jargon ebenfalls "Magengeschwür".
  • Ulcus duodeni (das Ulcus duodeni) / Duodenalulkus → "Zwölffingerdarmgeschwür".
  • Erosion → "eine oberflächliche Schädigung der Schleimhaut"; Mukosa → "Schleimhaut".
  • Meläna → "Teerstuhl / schwarzer, klebriger Stuhl"; Hämatemesis → "Bluterbrechen"; Anämie → "Blutarmut".
  • ÖGD / Gastroskopie → "Magenspiegelung"; Biopsie → "Gewebeprobe"; Perforation → "Durchbruch der Magen-/Darmwand".
  • H.-pylori-Eradikation → "Abtöten des Magenkeims mit Antibiotika und einem Magensäureblocker"; PPI → "Magensäureblocker / Magenschutz".
  • Adjektive/Redemittel: "brennende, drückende oder bohrende Schmerzen im Oberbauch"; "die Beschwerden treten nüchtern / nach dem Essen auf".

❗ Die gastroduodenale Ulkuskrankheit ist ein Geschwür (Ulkus) in Magen oder Zwölffingerdarm. Für die FSP brauchen Sie drei Dinge sicher: die Fachbegriffe und ihre Patientensprache, eine strukturierte Anamnese mit den richtigen Fragen, und eine klare, verständliche Aufklärung über Untersuchung (Magenspiegelung) und Behandlung (Keim-Eradikation, Säureblocker).

Schematische Darstellung von Magen und Zwölffingerdarm mit Ulkuslokalisationen und den Wandschichten (Mukosa, Submukosa, Muskelschicht).
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Helicobacter-pylori-Urease-Schnelltest zur Nachweisdiagnostik.
Ajay Kumar Chaurasiya · Helicobacter pylori rapid test · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Krankheitsbild verständlich erklärt

Erklären Sie dem Patienten in der Sie-Form: "Bei Ihnen besteht ein Geschwür — also ein tieferer Defekt in der Schleimhaut von Magen oder Zwölffingerdarm. Eine ganz oberflächliche Form nennt man Erosion, die tiefere und wichtigere Form ist das Geschwür (Ulkus)."

Häufigste Ursachen sind ein Magenkeim (Helicobacter pylori) und Schmerzmittel (NSAR) wie Ibuprofen oder ASS. Das Zwölffingerdarmgeschwür ist deutlich häufiger als das Magengeschwür (etwa 80 % der Fälle). Viele Geschwüre verursachen kaum Beschwerden; manchmal fällt erst eine Blutung auf.

Anamnese — strukturierte Fragen in der Sie-Form

Führen Sie das Gespräch ruhig und in der respektvollen Sie-Form. Erfragen Sie Leitsymptom, zeitlichen Verlauf, Medikamente und Warnzeichen.

  • Schmerzcharakter: "Können Sie den Schmerz beschreiben — eher brennend, drückend oder bohrend? Wo genau sitzt er?" (typisch: Oberbauch / epigastrisch).
  • Zeitlicher Bezug: "Treten die Schmerzen eher kurz nach dem Essen oder eher nüchtern und nachts auf? Werden sie durch Essen besser oder schlechter?" — Magengeschwür eher postprandial, Zwölffingerdarmgeschwür eher Nüchternschmerz mit Besserung durch Essen.
  • Medikamente: "Nehmen Sie regelmäßig Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen, Diclofenac, ASS) oder Kortison ein?"
  • ❗ Warnzeichen aktiv erfragen: "Hatten Sie schwarzen, klebrigen Stuhl (Teerstuhl) oder Blut erbrochen? Sind Sie ungewollt schlapp oder haben Sie Gewicht verloren?" — Blutungs- und Alarmzeichen.
  • Risikofaktoren/Lebensstil: "Rauchen Sie? Wie ist es mit Alkohol und Stress?"

Diagnostik — Aufklärung über die Untersuchung

❗ Erklären Sie die Magenspiegelung (ÖGD) als zentrale Untersuchung: "Wir führen einen dünnen, biegsamen Schlauch mit Kamera über den Mund in den Magen ein. So sehen wir das Geschwür, nehmen kleine Gewebeproben und testen auf den Magenkeim. Die Untersuchung erfolgt auf Wunsch in einem kurzen Schlaf (Sedierung)."

Wichtig für den Patienten: Bei einem Magengeschwür entnehmen wir grundsätzlich mehrere Gewebeproben und führen nach der Behandlung eine Kontrollspiegelung durch, um eine bösartige Veränderung sicher auszuschließen. Bei Verdacht auf einen Durchbruch (Perforation) ergänzen wir ein Röntgen- bzw. CT-Bild.

Therapie — Aufklärung über die Behandlung

❗ Wenn der Magenkeim Helicobacter pylori nachgewiesen wird, behandeln wir mit einer Eradikation: "Sie nehmen für etwa eine bis zwei Wochen einen Magensäureblocker zusammen mit zwei Antibiotika ein; danach prüfen wir mit einem Atem- oder Stuhltest, ob der Keim verschwunden ist."

Ohne Keimnachweis genügt meist ein Magensäureblocker (PPI) zum Abheilen, und auslösende Schmerzmittel sollten — wenn möglich — abgesetzt werden. Bei einer Blutung ist eine rasche Magenspiegelung zur Blutstillung nötig; selten ist eine Operation erforderlich.

  • Patientennahe Sicherheitsbotschaft: "Bitte melden Sie sich sofort, wenn Sie schwarzen Stuhl, Bluterbrechen oder plötzliche, starke Bauchschmerzen bemerken."

Arzt-Arzt-Kommunikation (Übergabe)

Formulieren Sie die Übergabe strukturiert (SBAR): "Situation: Patient/in mit seit … bestehenden epigastrischen Schmerzen. Hintergrund: regelmäßige NSAR-Einnahme, kein bekanntes Ulkus. Befund/Einschätzung: V. a. gastroduodenales Ulkus, klinisch derzeit kreislaufstabil, kein Hinweis auf akute Blutung. Empfehlung: ÖGD mit Biopsie und H.-pylori-Testung, bei Nachweis Eradikation, sonst PPI und NSAR-Stopp, Kontroll-ÖGD beim Magenulkus."

  • ❗ Drei FSP-Anker: Terminologie sicher übersetzen, Warnzeichen (Teerstuhl, Bluterbrechen) aktiv erfragen, Magenspiegelung und Eradikation verständlich erklären.
  • Merksatz für das Patientengespräch: Magengeschwür = Schmerz eher nach dem Essen, Zwölffingerdarmgeschwür = Nüchternschmerz mit Besserung durch Essen.
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