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Lernmaterial fĂŒr Medizinstudium: Gastroskopie (ÖGD) – endoskopische Untersuchung von Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm zur Diagnose & Therapie.

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Gastroskopie (Magenspiegelung)

Die Gastroskopie ist die endoskopische Untersuchung von Ösophagus, Magen und ggf. Duodenum zu Diagnostik und Therapie. ❗ Halten Sie fĂŒr die PrĂŒfung die harten Eckpunkte parat: dringende/absolute Indikationen (allen voran die aktive obere GI-Blutung), die absoluten Kontraindikationen, die Sedierung mit Propofol als Standard sowie die endoskopischen Klassifikationen (Forrest, Los-Angeles, Prag, Lauren, Marsh).

Indikationen

Absolute bzw. dringliche Indikationen sind NotfĂ€lle der oberen GI-Region. ❗ Die ⚠ aktive obere GI-Blutung (klinisch oft HĂ€matemesis) ist die wichtigste Notfallindikation und gleichzeitig DomĂ€ne der therapeutischen Endoskopie. Hinzu kommen die schwere Dysphagie mit Aspirationsgefahr, persistierende epigastrische Schmerzen, therapierefraktĂ€re Refluxbeschwerden, progrediente Dysphagie, unkontrollierbares Erbrechen und unklarer Gewichtsverlust.

Diagnostisch ist die Biopsieentnahme bei MalignitĂ€tsverdacht obligat; beim Ulcus ventriculi werden zum Malignomausschluss mindestens 6–8 Partikel aus dem Ulkusrand entnommen. Die Helicobacter-Testung erfolgt per Urease-Schnelltest (HUT) und bei negativem Test mit Infektverdacht zusĂ€tzlich histologisch. Elektiv dient die ÖGD u. a. der Barrett-Kontrolle (Seattle-Protokoll: 4-Quadranten-Biopsien alle 1–2 cm), der Zöliakie-AbklĂ€rung (Biopsien aus dem tiefen Duodenum), der EisenmangelanĂ€mie-AbklĂ€rung und der Fremdkörperentfernung.

  • Therapeutisch: Varizenligatur bei Ösophagusvarizen, Blutstillung (HĂ€moclips mechanisch, Argon-Plasma-Koagulation/APC thermisch, Suprarenin-Injektion 1:10.000), Polypektomie, Stenosendilatation, PEG-Anlage.
  • Fundusvarizen werden nicht ligiert, sondern per Histoacryl-Injektion (Cyanoacrylat) versorgt.
  • In der Schwangerschaft nur bei strenger/vitaler Indikation, bevorzugt im 2. Trimenon, Lagerung in Linksseitenlage.

Kontraindikationen

❗ Absolute Kontraindikationen sind das ⚠ akute Abdomen mit Perforationsverdacht und das Zenker-Divertikel (Gefahr der blinden Perforation bei Intubation), außerdem kardiopulmonale InstabilitĂ€t, der akute Myokardinfarkt und die fehlende Einwilligung. ⚡ Gerinnungsstörung (hĂ€ufig vertauscht): Eine schwere Gerinnungsstörung ist absolute KI fĂŒr elektive Interventionen/Biopsien, aber nur relative KI fĂŒr die rein diagnostische ÖGD. Relative KI sind großes Aortenaneurysma, schwere Zervikalarthrose, akute Infektionskrankheit und mangelnde NĂŒchternheit (Aspirationsgefahr).

DurchfĂŒhrung und Sedierung

❗ Vorbereitung: NĂŒchternheit mit mindestens 6 Stunden Nahrungs- und 2 Stunden FlĂŒssigkeitskarenz, schriftliche Einwilligung nach AufklĂ€rung ĂŒber Perforation, Blutung, Infektion, ZahnschĂ€den und Aspirationspneumonie. Zur Sedierung ist Propofol der Goldstandard (kurze Halbwertszeit); alternativ Midazolam und bei Schmerz Opioide (Pethidin/Fentanyl). Antagonisten: Flumazenil gegen Benzodiazepine, Naloxon gegen Opioide.

WĂ€hrend der Untersuchung kontinuierliches Monitoring (SpO₂, Blutdruck, Puls, EKG bei Risikopatienten), Rachen-LokalanĂ€sthesie mit Lidocain-Spray, Beißring, Linksseitenlage und systematische Inspektion von Ösophagus, Kardia, Magen, Pylorus und Duodenum. Bei Helicobacter-Diagnostik ❗ Sydney-System: je 2 Biopsien aus Antrum und Korpus plus 1 aus der Incisura angularis. Entlassung frĂŒhestens 1 Stunde nach Sedierung, fĂŒr 24 Stunden keine VerkehrstĂŒchtigkeit, Begleitperson erforderlich.

Befunde und Klassifikationen

❗ Diese Scores werden in der PrĂŒfung gern abgefragt:

  • Forrest (Ulkusblutung): I = aktive Blutung (Ia spritzend/arteriell, Ib Sickerblutung); II = Blutungsstigmata (IIa sichtbarer GefĂ€ĂŸstumpf, IIb haftendes Koagel, IIc HĂ€matin); III = sauberer Ulkusgrund.
  • Los-Angeles-Klassifikation der Refluxösophagitis (Grad A–D nach Ausdehnung und Konfluenz der LĂ€sionen).
  • Prag-Klassifikation des Barrett-Ösophagus (C = zirkulĂ€re, M = maximale Ausdehnung in cm) — entscheidend fĂŒr das Follow-up-Intervall.
  • Lauren-Klassifikation des Magenkarzinoms (intestinaler vs. diffuser/Linitis-plastica-Typ) — bestimmt den Sicherheitsabstand bei Gastrektomie.
  • Marsh-Klassifikation der Zöliakie (Typ 0–3: von normaler Schleimhaut ĂŒber IEL-Vermehrung und Kryptenhyperplasie bis zur Zottenatrophie).
  • Hiatushernie: hĂ€ufigster Typ ist die axiale Gleithernie mit kranialer Verlagerung der Z-Linie, oft mit GERD assoziiert.
  • Notfall Nr. 1: aktive obere GI-Blutung → diagnostisch und therapeutisch endoskopieren.
  • ❌ Bei Zenker-Divertikel keine blinde Intubation — Perforationsgefahr.
  • Sedierung: Propofol = Goldstandard; Antagonisten Flumazenil (Benzos) und Naloxon (Opioide).
  • Klassifikationen sicher zuordnen: Forrest/LA/Prag/Lauren/Marsh.
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Gastroskopie (Magenspiegelung)

Die Gastroskopie (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, ÖGD) ist das endoskopische Verfahren zur Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Ösophagus, des Magens und ggf. des Duodenums. ❗ Sie ist zugleich diagnostisches Standardwerkzeug der oberen GI-Region und wichtigste therapeutische Notfallmaßnahme bei der oberen GI-Blutung. Beherrschen Sie fĂŒr die PrĂŒfung Indikationen, Kontraindikationen, den Ablauf inklusive Sedierung sowie die endoskopischen Klassifikationen.

Definition und Abgrenzung

Die ÖGD wird mit dem Gastroskop durchgefĂŒhrt, einem flexiblen endoskopischen Instrument. Davon abzugrenzen ist die virtuelle Gastroskopie, die nichtinvasiv mit bildgebenden Verfahren erfolgt und die direkte Inspektion sowie die Biopsie nicht ersetzt.

Indikationen

Bei den absoluten/dringlichen Indikationen stehen NotfĂ€lle im Vordergrund. ❗ Die ⚠ aktive obere GI-Blutung — klinisch hĂ€ufig als HĂ€matemesis — ist die zentrale Notfallindikation. Hinzu kommen die schwere Dysphagie mit Aspirationsgefahr, persistierende epigastrische Schmerzen, der Verdacht auf eine eosinophile Ösophagitis (EoE) mit der Folge von Stufenbiopsien distal und proximal, therapierefraktĂ€re Refluxbeschwerden, progrediente Dysphagie, unkontrollierbares Erbrechen und unklarer Gewichtsverlust.

Diagnostische Optionen: Bei MalignitĂ€tsverdacht ist die Biopsieentnahme obligat. Die Helicobacter-Testung erfolgt primĂ€r per Urease-Schnelltest (HUT); bei negativem HUT und fortbestehendem Infektverdacht ergĂ€nzt die Histologie. SchleimhautauffĂ€lligkeiten werden histologisch gesichert, relevante Befunde fotodokumentiert. Beim Ulcus ventriculi dient die Biopsie dem Malignomausschluss — mindestens 6–8 Partikel aus dem Ulkusrand.

Elektive Indikationen: Barrett-Kontrolle nach Seattle-Protokoll (4-Quadranten-Biopsien alle 1–2 cm), Malignomausschluss bei Risikopatienten, Zöliakie-Ausschluss bei chronischer Diarrhö (Biopsien aus dem tiefen Duodenum), EisenmangelanĂ€mie-AbklĂ€rung und Fremdkörperentfernung. Dringlich zu bergen sind Batterien, Magnete und scharfe GegenstĂ€nde; stumpfe GegenstĂ€nde werden je nach Lage elektiv entfernt.

  • Therapeutische Optionen: Varizenligatur bei Ösophagusvarizen; Histoacryl-Injektion (Cyanoacrylat) bei Fundusvarizen (Sklerosierung ist hier nicht mehr Mittel der Wahl).
  • Blutstillung mechanisch mit HĂ€moclips (z. B. bei GefĂ€ĂŸstĂŒmpfen), thermisch mit Argon-Plasma-Koagulation (APC) (z. B. beim GAVE-Syndrom), per Injektion von Suprarenin in VerdĂŒnnung 1:10.000.
  • Weiter: Polypektomie, Dilatation von Stenosen, PEG-Anlage.
  • Schwangerschaft: strenge Indikationsstellung, nur bei vitaler Indikation (obere GI-Blutung, Dysphagie, unkontrollierbares Erbrechen), bevorzugt im 2. Trimenon, Linksseitenlage.

Kontraindikationen

❗ Absolute Kontraindikationen sind das ⚠ akute Abdomen mit Perforationsverdacht, das Zenker-Divertikel (Gefahr der blinden Perforation bei der Intubation), kardiopulmonale InstabilitĂ€t, der akute Myokardinfarkt und die fehlende Einwilligung. ⚡ Beachten Sie die gestufte Wertung der Gerinnungsstörung: Eine schwere Gerinnungsstörung ist eine absolute KI fĂŒr elektive Interventionen und Biopsien, aber nur eine relative KI fĂŒr die rein diagnostische ÖGD — hier wird hĂ€ufig vertauscht. Weitere relative KI: großes Aortenaneurysma, schwere Zervikalarthrose, akute Infektionskrankheit und mangelnde NĂŒchternheit mit Aspirationsgefahr.

DurchfĂŒhrung

❗ PrĂ€prozedural: NĂŒchternheit sichern (mindestens 6 Stunden Nahrungs-, 2 Stunden FlĂŒssigkeitskarenz), umfassende AufklĂ€rung ĂŒber die spezifischen Risiken — Perforation (v. a. bei Interventionen), Blutung, Infektion, ZahnschĂ€den (trotz Beißring möglich) und Aspirationspneumonie — und das Einholen der schriftlichen Einwilligung. Außerdem: alternatives Vorgehen besprechen, Sedierung anbieten, Nachbeobachtung und Heimtransport mit Begleitperson organisieren sowie lockere ZĂ€hne/Prothesen und Schmuck/Piercings im Kopf-Hals-Bereich entfernen. Materialseitig FunktionsprĂŒfung von Endoskop und Absaugung, Bereitstellung von NotfallausrĂŒstung und Biopsiezangen, Start des Dokumentationssystems.

Intraprozedural richtet sich die medikamentöse Sedierung nach der S3-Leitlinie: ❗ Propofol ist der Goldstandard (kurze Halbwertszeit), alternativ Midazolam (Benzodiazepin) und bei Schmerz Opioide wie Pethidin oder Fentanyl. Als Notfall-Antagonisten dienen Flumazenil (gegen Benzodiazepine) und Naloxon (gegen Opioide). Monitoring: kontinuierliche SauerstoffsĂ€ttigung, regelmĂ€ĂŸige Blutdruckkontrolle, EKG bei Risikopatienten, Pulskontrolle und Überwachung der Sedierungstiefe. Ablauf: Rachen-LokalanĂ€sthesie mit Lidocain-Spray, Beißring, Linksseitenlage und systematische Inspektion aller Abschnitte.

  • Standardabfolge der Inspektion: 1. Ösophagus, 2. Kardia, 3. Magen, 4. Pylorus, 5. Duodenum.
  • Helicobacter-Biopsien nach Sydney-System: je 2 aus Antrum und Korpus plus 1 aus der Incisura angularis, zusĂ€tzlich aus auffĂ€lliger Schleimhaut; Proben korrekt beschriften.
  • Nachsorge: Aufwachraum-Monitoring; Entlassung frĂŒhestens 1 Stunde nach Sedierung; fĂŒr 24 Stunden keine VerkehrstĂŒchtigkeit und keine wichtigen VertrĂ€ge; Begleitperson erforderlich.
  • Dokumentation: Indikation, Sedierung/Medikamente, Untersuchungsverlauf, schriftlicher Befundbericht mit Fotodokumentation, Komplikationen, Biopsiestellen, Therapiemaßnahmen.

Befunde und Klassifikationen

❗ Die endoskopischen Befunde werden ĂŒber etablierte Klassifikationen graduiert:

  • Forrest (Ulkusblutung): FIa spritzende (arterielle) Blutung, FIb Sickerblutung; FIIa sichtbarer, nicht blutender GefĂ€ĂŸstumpf, FIIb fest haftendes Koagel, FIIc hĂ€matinbelegter Grund; FIII sauberer Ulkusgrund ohne Blutungszeichen.
  • Los-Angeles-Klassifikation (GERD): Grad A ≀ 1 LĂ€sion < 5 mm; Grad B ≄ 1 LĂ€sion > 5 mm, nicht konfluierend; Grad C konfluierende LĂ€sionen < 75 % der Zirkumferenz; Grad D > 75 %.
  • Prag-Klassifikation (Barrett-Ösophagus): C-Wert = zirkulĂ€re, M-Wert = maximale Ausdehnung in cm — ❗ wichtig fĂŒr das Follow-up-Intervall.
  • Soor-Ösophagitis: weißliche, schwer abstreifbare BelĂ€ge (Bild des „Schneegestöbers"), Grading nach Kodsi I–IV.
  • Lauren-Klassifikation (Magenkarzinom): intestinaler Typ (polypös, umschrieben, Sicherheitsabstand ~5 cm) vs. diffuser Typ (infiltrativ, Linitis plastica, ~8 cm) — ❗ entscheidet ĂŒber den Sicherheitsabstand bei der Gastrektomie.
  • Marsh-Klassifikation (Zöliakie, Duodenum): Typ 0 normal; Typ 1 vermehrte intraepitheliale Lymphozyten (IEL); Typ 2 zusĂ€tzlich Kryptenhyperplasie; Typ 3 zusĂ€tzlich Zottenatrophie (A–C).
  • Hiatushernie: hĂ€ufigster Typ axiale Gleithernie mit kranialer Verlagerung der Z-Linie, oft mit GERD assoziiert.
  • Ösophagusvarizen-Grading: Grad I verschwinden bei Insufflation, Grad II bleiben bestehen, Grad III fĂŒllen > 50 % des Lumens; Red Color Signs = Zeichen drohender Blutung.
  • ❗ Aktive obere GI-Blutung = wichtigste Notfallindikation und therapeutische DomĂ€ne.
  • ❌ Zenker-Divertikel und akutes Abdomen mit Perforationsverdacht sind absolute KI.
  • ⚡ Gerinnungsstörung: absolute KI fĂŒr Intervention/Biopsie, nur relative KI fĂŒr die diagnostische ÖGD.
  • Propofol = Sedierungsstandard; Antagonisten Flumazenil und Naloxon kennen.
  • Klassifikationen den Organen zuordnen: Forrest/LA/Prag/Lauren/Marsh.
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Gastroskopie (Magenspiegelung)

Terminologie und Patientensprache

Fachsprachlich heißt die Untersuchung Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, abgekĂŒrzt ÖGD, kurz auch Gastroskopie oder Gastro-Duodenoskopie (englisch: gastroscopy). Im PatientengesprĂ€ch sprechen Sie von der sogenannten Magenspiegelung. Das GerĂ€t ist das Gastroskop, ein flexibler Schlauch mit Kamera.

  • Ösophagus = Speiseröhre; Magen; Duodenum = Zwölffingerdarm.
  • Biopsie = kleine Gewebeprobe; erklĂ€ren Sie: „Wir entnehmen eine winzige Gewebeprobe, das tut nicht weh."
  • Sedierung = Beruhigungs-/Schlafspritze; NĂŒchternheit = nĂŒchtern bleiben, also nichts essen und trinken.
  • Patientennah: „Bei der Magenspiegelung schauen wir mit einem dĂŒnnen, flexiblen Schlauch ĂŒber den Mund in Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm."

Die Gastroskopie ist die endoskopische Untersuchung der oberen Verdauungswege — Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm. ❗ FĂŒr die FachsprachprĂŒfung brauchen Sie die korrekten Fachbegriffe, eine verstĂ€ndliche PatientenerklĂ€rung der „Magenspiegelung" und die SchlĂŒsselfragen zur AufklĂ€rung (NĂŒchternheit, Sedierung, Begleitperson).

Was Sie dem Patienten erklÀren

❗ ErklĂ€ren Sie die wichtigste Vorbereitung: Der Patient muss nĂŒchtern sein — mindestens 6 Stunden nichts essen und 2 Stunden vorher nichts mehr trinken. Sie bieten eine Sedierung an, also eine Beruhigungsspritze, mit der die meisten Patientinnen und Patienten die Untersuchung verschlafen. Die Untersuchung erfolgt in Linksseitenlage, ein Beißring schĂŒtzt die ZĂ€hne, und der Rachen wird mit einem Spray örtlich betĂ€ubt.

KlĂ€ren Sie verstĂ€ndlich ĂŒber mögliche Risiken auf: in seltenen FĂ€llen Verletzung der Wand (Perforation), Blutung, Infektion, ZahnschĂ€den trotz Beißring sowie das Verschlucken in die Lunge (Aspiration). Wir holen vorher Ihre schriftliche Einwilligung ein.

Nach der Untersuchung

❗ Wichtig fĂŒr das PatientengesprĂ€ch: Nach einer Sedierung dĂŒrfen Sie frĂŒhestens eine Stunde spĂ€ter entlassen werden und fĂŒr 24 Stunden nicht selbst Auto fahren und keine wichtigen VertrĂ€ge unterschreiben. Eine Begleitperson fĂŒr den Heimweg ist erforderlich. Den Befund besprechen Sie anschließend; etwaige Gewebeproben werden im Labor untersucht.

  • Fachbegriff ↔ Patientensprache: ÖGD ↔ Magenspiegelung; Biopsie ↔ Gewebeprobe; Sedierung ↔ Beruhigungsspritze.
  • KernaufklĂ€rung: nĂŒchtern (6 h / 2 h), Sedierung, Begleitperson, schriftliche Einwilligung.
  • Risiken laienverstĂ€ndlich: Perforation = Verletzung der Wand; Aspiration = Verschlucken in die Lunge.
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Gastroskopie (Magenspiegelung)

Terminologie und Patientensprache

Die fachsprachliche Bezeichnung ist Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, abgekĂŒrzt ÖGD; gebrĂ€uchlich sind auch Gastroskopie und Gastro-Duodenoskopie (englisch: gastroscopy). GegenĂŒber Patientinnen und Patienten sprechen Sie von der sogenannten Magenspiegelung. Das Instrument ist das Gastroskop (flexibles Endoskop mit Kamera). Abzugrenzen ist die virtuelle Gastroskopie, die nichtinvasiv mit bildgebenden Verfahren arbeitet.

  • Ösophagus = Speiseröhre · Magen · Duodenum = Zwölffingerdarm · Kardia = Mageneingang · Pylorus = Magenpförtner.
  • Biopsie = Gewebeprobe · Sedierung = Beruhigungs-/Schlafspritze · NĂŒchternheit = nĂŒchtern bleiben · Perforation = Durchstoßung/Verletzung der Wand · Aspiration = Verschlucken in die Lunge.
  • Patientengerechte ErklĂ€rung: „Bei der Magenspiegelung fĂŒhren wir einen dĂŒnnen, biegsamen Schlauch mit einer kleinen Kamera ĂŒber den Mund ein und schauen uns Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm von innen an. Wenn nötig, entnehmen wir dabei winzige, schmerzlose Gewebeproben."
  • Adjektive/Redemittel fĂŒr den Befund: akut vs. chronisch, gutartig (benigne) vs. bösartig (maligne), flexibel, nĂŒchtern.

Die Gastroskopie (fachsprachlich Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, ÖGD) ist die endoskopische Untersuchung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm zur AbklĂ€rung und Behandlung. ❗ In der FachsprachprĂŒfung verbinden Sie sichere Terminologie, eine patientengerechte ErklĂ€rung und eine strukturierte AufklĂ€rung mit der Ă€rztlichen Übergabe.

Anamnese und typische Beschwerden

Fragen Sie gezielt nach Beschwerden, die zu einer Magenspiegelung fĂŒhren. Patientinnen und Patienten berichten etwa ĂŒber Schluckbeschwerden (Dysphagie), anhaltende Oberbauchschmerzen, Sodbrennen und Reflux, Erbrechen — gegebenenfalls von Blut (Bluterbrechen/HĂ€matemesis) — oder ungewollten Gewichtsverlust.

  • „Haben Sie Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Schlucken?"
  • „Haben Sie Schmerzen im Oberbauch oder Sodbrennen, das immer wiederkommt?"
  • „Mussten Sie erbrechen? War Blut dabei — rot oder wie Kaffeesatz?"
  • „Haben Sie ungewollt an Gewicht verloren?"

Vorbereitung und AufklÀrung

❗ ErklĂ€ren Sie die Vorbereitung verstĂ€ndlich: Der Patient muss nĂŒchtern sein — mindestens 6 Stunden keine feste Nahrung und 2 Stunden vorher keine FlĂŒssigkeit. Lockere ZĂ€hne, Zahnprothesen sowie Schmuck oder Piercings im Kopf-Hals-Bereich werden vorher entfernt. Sie bieten eine Sedierung an, mit der die meisten die Untersuchung verschlafen; alternativ ist sie auch ohne möglich.

Die AufklĂ€rung ĂŒber die spezifischen Risiken gehört in einfache Worte: in seltenen FĂ€llen eine Perforation (Verletzung der Wand, vor allem bei Eingriffen), Blutung, Infektion, ZahnschĂ€den trotz Beißring und eine Aspirationspneumonie (LungenentzĂŒndung durch Verschlucken). Besprechen Sie das alternative Vorgehen, die Nachbeobachtung und den Heimtransport. ❗ Holen Sie die schriftliche Einwilligung ein.

Ablauf und Nachsorge im PatientengesprÀch

ErklĂ€ren Sie den Ablauf beruhigend: Der Rachen wird mit einem Lidocain-Spray örtlich betĂ€ubt, ein Beißring schĂŒtzt die ZĂ€hne, der Patient liegt in Linksseitenlage. WĂ€hrend der Untersuchung werden SauerstoffsĂ€ttigung, Blutdruck und Puls ĂŒberwacht. Der Arzt betrachtet nacheinander Speiseröhre, Mageneingang, Magen, Magenpförtner und Zwölffingerdarm und kann bei Bedarf Gewebeproben entnehmen.

Zur Nachsorge: Nach einer Sedierung erfolgt zunĂ€chst eine Überwachung im Aufwachraum; die Entlassung ist frĂŒhestens eine Stunde danach möglich. ❗ FĂŒr 24 Stunden gilt: nicht selbst Auto fahren und keine wichtigen VertrĂ€ge unterschreiben, und eine Begleitperson fĂŒr den Heimweg ist erforderlich. Den schriftlichen Befund und die Ergebnisse etwaiger Gewebeproben besprechen Sie anschließend.

Ärztliche Übergabe (Beispiel)

Eine knappe Übergabe an die Kollegin/den Kollegen könnte lauten: „Ich ĂŒbergebe Ihnen Herrn MĂŒller, 58 Jahre. Vorstellung wegen seit drei Wochen bestehender Oberbauchschmerzen und einmaligem Bluterbrechen. Der Patient ist seit ĂŒber sechs Stunden nĂŒchtern, die schriftliche Einwilligung liegt vor, eine Begleitperson ist organisiert. Ich bitte um eine Gastroskopie zur AbklĂ€rung einer oberen GI-Blutung, gegebenenfalls mit Probenentnahme."

  • Terminologie sicher: ÖGD ↔ Magenspiegelung, Ösophagus ↔ Speiseröhre, Duodenum ↔ Zwölffingerdarm.
  • AufklĂ€rung strukturiert: NĂŒchternheit (6 h / 2 h), Sedierung, Risiken einfach erklĂ€rt, schriftliche Einwilligung.
  • Nachsorge klar kommunizieren: 1 Stunde Überwachung, 24 Stunden keine FahrtĂŒchtigkeit, Begleitperson.
  • Übergabe in vollstĂ€ndigen, ruhigen SĂ€tzen mit Indikation und Vorbereitungsstatus.
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