Verbrennung
❗ Verbrennung bedeutet ein thermisches Trauma durch Hitzeeinwirkung; die Verbrühung ist die eng verwandte Form durch heiße Flüssigkeiten oder heißen Dampf. Prüfungsrelevant sind vor allem Tiefe, verbrannte Körperoberfläche und Hinweise auf Verbrennungskrankheit oder Inhalationstrauma.
Einteilung und VKOF
Die verbrannte Körperoberfläche wird als VKOF angegeben und in der Akutdiagnostik erst ab Grad IIa gezählt. Für Erwachsene sind die Neuner-Regel nach Wallace und die Handflächenregel wichtig: die Handfläche inklusive Finger entspricht etwa 1 % der Körperoberfläche.
- ❗ Grad I: Epidermis, Erythem, Schmerz, Ödem; heilt in der Regel als Restitutio ad integrum ohne Narbe.
- ❗ Grad IIa: Epidermis bis obere Dermis, Blasen, Erythem, starke Schmerzen, feuchter Wundgrund, erhaltene Sensibilität; meist narbenlose Heilung.
- ❗ Grad IIb: tiefe Dermis, Blasen, blasse und gerötete Areale, weniger Schmerzen, trockener Wundgrund, Sensibilitätsverlust; Heilung typischerweise mit Narben, ggf. Kontrakturen.
- ❗ Grad III: Vollhautverbrennung mit Nekrosen und Schorf; kaum oder kein Schmerz wegen Sensibilitätsverlust.
- ❗ Grad IV: Schädigung tiefer Strukturen wie Muskeln, Sehnen oder Knochen mit Verkohlung; chirurgische Sanierung, ggf. Amputation.
Akuttherapie
Akut zählen Eigenschutz, Rettung aus der Gefahrenzone, Entfernung leicht lösbarer verbrannter Kleidung und von Schmuck sowie sterile bzw. geeignete Wundabdeckung. Haftende Materialien werden belassen und umschnitten.
- Kleinflächige frische Verbrennungen können kurz zur Analgesie mit ca. 20 °C warmem Wasser gekühlt werden; bei großflächigen Verbrennungen steht Hypothermie-Vermeidung im Vordergrund.
- ❌ keine prophylaktische Gabe von Kortison oder Antibiotika.
- Bei ausgedehnten Verbrennungen: mindestens zwei großlumige peripher-venöse Zugänge im nicht verbrannten Gewebe, kristalloide Volumentherapie und Volumenabschätzung, z. B. mit Parkland-Baxter-orientierter Formel.
- Bei Verdacht auf Inhalationstrauma, CO- oder Zyanidexposition: hochdosierte Sauerstoffgabe, frühzeitige Atemwegssicherung bei Stridor, Gesichts-/Mundverbrennung, Ateminsuffizienz, Bewusstseinstrübung oder erwartbarem Ödem.
Komplikationen und Transport
Die Verbrennungskrankheit ist eine systemische Reaktion auf ein größeres Verbrennungstrauma, klassisch ab etwa 20 % VKOF. Durch Kapillarleck entstehen interstitielles Ödem und intravasaler Volumenmangel bis zum hypovolämischen Schock; später drohen Infektion, ⚠️ septischer Schock, DIC, ARDS, akutes Nierenversagen und MODS/MOV.
- ❗ Transport in ein Zentrum für Schwerbrandverletzte bei Grad-II-Verbrennungen ab etwa 10 % KOF, Verbrennungen ab Grad III, relevanten Verbrennungen an Gesicht, Händen, Füßen, Genital-/Perinealregion oder über großen Gelenken, Elektrounfällen, Verätzungen, Inhalationstrauma, schweren Begleitverletzungen oder erschwerenden Begleiterkrankungen.
- Weitere wichtige Komplikationen sind Wundinfektionen, Kompartmentsyndrom, Hypothermie und Inhalationstrauma.
- Merken: VKOF ab IIa, Tiefe entscheidet Prognose, Ausmaß entscheidet Schock- und Transportrelevanz.
- Prüfungsfalle: ❌ Verbrennung zweiten Grades ist zu ungenau, weil IIa und IIb therapeutisch und prognostisch verschieden sind.
Verbrennung
Bei der Verbrennung müssen Sie die lokale Wunde, die systemische Reaktion und die präklinische Entscheidung über Atemweg, Volumen und Zielklinik zusammen denken. Die Verbrühung gehört als thermisches Trauma durch heiße Flüssigkeit oder Dampf in dieselbe prüfungsrelevante Logik.
Definition, Ätiologie und Mechanismus
Eine Verbrennung ist ein thermisches Trauma durch direkte Hitzeeinwirkung auf den Körper, etwa durch heiße Gegenstände, Flammen, heiße Gase oder Wärmestrahlung. Eine Verbrühung entsteht durch heiße Flüssigkeiten oder heißen Dampf. Beide sind thermische Notfälle, wenn Tiefe, Ausdehnung, Lokalisation oder Inhalationsrisiko relevant sind.
Häufig sind direkte Hitze- und Flammeneinwirkungen, teils im Rahmen von Explosionen. Weitere Mechanismen sind Kontaktverbrennungen, Elektroverbrennungen durch Strom oder Blitz, chemische Verletzungen durch Säuren oder Laugen, Strahlung und Reibung.
- Flammen- und direkte Hitzeeinwirkung sind häufige Mechanismen.
- Verbrühung: typischer Mechanismus durch heiße Flüssigkeit oder Dampf.
- Elektrounfall, Verätzung und Inhalationstrauma sind wegen Tiefe, Systemwirkung und Transportindikation besonders relevant.
Pathophysiologie der Wunde
Die Verbrennungswunde wird klassisch in drei Zonen gedacht: Im Zentrum liegt die Zone der Koagulationsnekrose mit irreversibler Gewebeschädigung. Darum liegt die Zone der Ischämie, deren Gewebe noch überlebensfähig sein kann, aber durch Austrocknung, Hypovolämie, Ödem, Druck und Infektion gefährdet ist. Außen liegt die Zone der Hyperämie mit vitalem, entzündlich reagierendem Gewebe.
❗ Primäre Schädigung entsteht durch Hitzeeinwirkung auf das Gewebe, je nach Temperatur und Einwirkdauer bereits im Bereich ab etwa 45-50 °C. Danach setzen proinflammatorische und gerinnungsaktivierende Mediatoren eine sekundäre Schädigung in Gang; das klinische Bild des Nachbrennens meint, dass primär geschädigtes Gewebe umgebendes Gewebe weiter schädigen kann.
- Schutz der Ischämiezone erklärt die praktische Bedeutung von Volumen, Wärmeerhalt, Infektionsschutz und druckarmer Wundabdeckung.
- Ausgedehnte Verletzungen können in die Verbrennungskrankheit übergehen.
Schweregrade
Die Tiefe bestimmt Schmerz, Sensibilität, Wundgrund und Prognose. Für Prüfung und Klinik ist die Trennung von IIa und IIb zentral.
- ❗ Grad I: nur Epidermis; Erythem, Schmerzen, Ödem; Restitutio ad integrum ohne Narben.
- ❗ Grad IIa: Epidermis bis obere Dermis; Blasen, Erythem, starke Schmerzen, feuchter Wundgrund, normale Sensibilität; Flüssigkeitsverlust über die Haut ist deutlich gesteigert, besonders bei eröffneten Blasen; meist narbenlose Heilung.
- ❗ Grad IIb: Epidermis bis tiefe Dermis; Blasen, blass-rötliche Areale, weniger Schmerzen, trockener Wundgrund, Sensibilitätsverlust; Risiko für Keiminvasion, Infektion, Narben und Kontrakturen.
- ❗ Grad III: Vollhautverbrennung mit Nekrosen/Schorf und fehlendem Schmerz durch Verlust der Oberflächensensibilität; Narben- und Keloidbildung.
- ❗ Grad IV: Ausdehnung auf tiefe Strukturen wie Muskeln, Sehnen oder Knochen; Verkohlung, kein Schmerz, häufig komplexe chirurgische Versorgung bis hin zur Amputation.
- Prüfungsfalle: ❌ Verbrennung zweiten Grades ist ohne Zusatz IIa oder IIb zu ungenau.
Diagnostik und Ausmaß
Die notfallmedizinische Basisdiagnostik beginnt mit vollständiger Inspektion und strukturierter Ersteinschätzung. Das Ausmaß wird als VKOF geschätzt und erst ab Grad IIa gezählt.
- ❗ Neuner-Regel nach Wallace: schnelle Schätzung größerer Areale beim Erwachsenen.
- ❗ Handflächenregel: Handfläche inklusive Finger des Patienten entspricht etwa 1 % KOF.
- Bei Verbrühung durch heißes Wasser wird wie bei anderen thermischen Verletzungen initial Tiefe und Ausmaß beurteilt; die endgültige Tiefenbeurteilung kann sich im Verlauf verändern.
- Bei Inhalationsverdacht: klinisch nach Stridor, Ateminsuffizienz, Gesichts-/Mundverbrennung, Bewusstseinstrübung und Explosionsereignis suchen; CO-/Zyanidintoxikation mitdenken.
Präklinische Therapie
Basismaßnahmen sind Eigenschutz, Rettung aus der Gefahrenzone, Unterbrechung der Hitzeeinwirkung, Entfernung leicht lösbarer Kleidung und Entfernung von Ringen, Uhren und Schmuck als Hitzespeicher. Am Patienten haftende Materialien werden nicht abgerissen, sondern belassen und umschnitten. Chemische Verletzungen werden ausgiebig mit Wasser gespült.
- Kühlung: bei kleinen frischen Verbrennungen kurz zur Schmerzreduktion möglich; bei großflächigen Verbrennungen, Kindern und instabilen Patienten Hypothermie konsequent vermeiden.
- Wunden Grad I/IIa: nicht haftende sterile Abdeckung, z. B. mit Fettgazeverband.
- Wunden ab Grad IIb: sterile Abdeckung, z. B. mit speziellem Verbandtuch.
- Keine Hausmittel, Puder oder Brandsalben in der Akutversorgung.
- ❌ keine prophylaktische Kortison- oder Antibiotikagabe.
- Tetanusschutz prüfen und bei Bedarf auffrischen.
Volumen, Analgesie und Atemweg
Bei ausgedehnten Verbrennungen werden mindestens zwei großlumige peripher-venöse Zugänge im nicht verbrannten Gewebe angelegt. Kristalloide Lösungen sind Mittel der Wahl; der Bedarf wird initial formelbasiert abgeschätzt und anschließend klinisch, insbesondere nach Kreislauf und Diurese, gesteuert.
- ❗ Parkland-Baxter: klassisch 4 ml kristalloide Lösung pro kgKG pro % VKOF in den ersten 24 Stunden, davon die Hälfte in den ersten 8 Stunden ab Unfallzeitpunkt; in der Praxis werden auch niedrigere/modifizierte Ansätze genutzt und titriert.
- Analgesie: z. B. i.v. Esketamin plus Midazolam, bei Bedarf Narkoseeinleitung.
- Bei Narkoseeinleitung kommen Fentanyl, Midazolam und ein Muskelrelaxans infrage; Succinylcholin ist für die frühe Blitzintubation möglich, im weiteren Verlauf wegen Hyperkaliämierisiko nach schweren Verbrennungen zu vermeiden; Rocuronium ist auch später verwendbar.
- ❗ Atemwegssicherung früh erwägen bei progredientem inspiratorischem Stridor, schweren Verbrennungen im Gesicht/Mundbereich, schwerer Ateminsuffizienz, ausgeprägter Bronchospastik, schwerem Lungenödem, Bewusstseinstrübung, großflächiger VKOF, zirkulären Rumpfverbrennungen, schweren Begleitverletzungen, hämodynamischer Instabilität oder langen Transportwegen.
- Bei Verdacht auf Inhalationstrauma oder CO-/Zyanidexposition: initial möglichst hohe inspiratorische Sauerstofffraktion über Maske oder Tubus.
Verbrennungskrankheit und Komplikationen
Die Verbrennungskrankheit ist die systemische Reaktion auf ein größeres Verbrennungstrauma, klassisch ab etwa 20 % VKOF. Pathophysiologisch führt erhöhte Kapillarpermeabilität zum Kapillarleck, daraus entstehen interstitielles Ödem und intravasaler Flüssigkeitsmangel.
- Phasen: Schockphase, Rückresorptionsphase, Inflammation und Infektion.
- Schockrisiko: hypovolämischer Schock typischerweise bei relevanter VKOF, orientierend >15 % beim Erwachsenen, >10 % beim Schulkind und >5 % beim Kleinkind.
- Folgen: DIC, ⚠️ septischer Schock, MODS/MOV, akutes Nierenversagen, ARDS, Stressulzera und Delir.
- Weitere Komplikationen: Wundinfektion, Kompartmentsyndrom, Hypothermie und Inhalationstrauma.
Zielklinik
Schwere Verbrennungen gehen nach Primärversorgung in eine Klinik mit Intensivstation und bei entsprechender Indikation in ein Zentrum für Schwerbrandverletzte, koordiniert über die zuständige zentrale Koordinierungsstelle.
- ❗ Indikationen: Grad-II-Verbrennungen ab etwa 10 % KOF, Verbrennungen ab Grad III, Verbrennungen an Händen, Gesicht, Füßen, Genital-/Perinealregion oder über großen Gelenken, Elektrounfälle inklusive Blitzschlag, chemische Verletzungen, Inhalationstrauma, relevante Begleiterkrankungen oder Verletzungen sowie besonderer psychologischer, psychiatrischer oder physischer Betreuungsbedarf.
- Kernlogik: Tiefe bestimmt lokale Prognose, VKOF bestimmt Schock- und Volumenrisiko, Lokalisation/Inhalation bestimmen Transportziel.
- Nicht bei Grad I zählen, sondern VKOF ab Grad IIa.
Verbrennung
Terminologie und Patientensprache
Verbrennung: die Verbrennung; Verbrennungstrauma: das Verbrennungstrauma. Patientennah können Sie sagen: „Sie haben sich an Hitze verletzt“ oder „die Haut ist durch heißes Wasser oder heißen Dampf geschädigt worden“.
- VKOF bedeutet „verbrannte Körperoberfläche“.
- Bei Verbrühung sagen Patienten oft: „Ich habe mich mit kochendem Wasser verbrüht“.
- ❌ Sagen Sie bei der Befundübergabe nicht nur Verbrennung zweiten Grades, sondern genauer Grad IIa oder Grad IIb.
Eine Verbrennung ist eine Verletzung durch Hitze; eine Verbrühung entsteht durch heiße Flüssigkeit oder heißen Dampf. In der FSP müssen Sie ruhig erklären, wie tief und wie groß die Verletzung ist, ob der Atemweg gefährdet ist und warum ggf. ein Verbrennungszentrum nötig ist.
Was sofort wichtig ist
❗ Ausmaß und Tiefe entscheiden über Dringlichkeit, Infusion, Transport und Prognose. Die VKOF wird ab Grad IIa gezählt; zur groben Schätzung helfen Neuner-Regel und Handflächenregel.
- Grad I: Rötung, Schmerz, Schwellung, meist ohne Narbe.
- Grad IIa: Blasen, feuchter Wundgrund, starke Schmerzen, Sensibilität erhalten.
- Grad IIb: trockener Wundgrund, weniger Schmerzen, Sensibilitätsverlust, Narbenrisiko.
- Grad III/IV: tiefe Gewebeschädigung, Nekrose oder Verkohlung, oft kaum Schmerz.
Akut erklären und übergeben
In der Patientenkommunikation können Sie sagen: „Wir entfernen lockere Kleidung und Schmuck, decken die Wunde steril ab, geben Schmerzmittel und achten darauf, dass Sie nicht auskühlen.“
- ❌ Keine Kortison- oder Antibiotikagabe nur zur Vorbeugung.
- Bei Rauchgas, Gesichtsverbrennung, Stridor oder Atemnot: Inhalationstrauma und CO-Vergiftung ansprechen und Sauerstoffgabe nennen.
- Bei schwerer Verbrennung: „Wir bringen Sie in eine Klinik, die auf schwere Brandverletzungen spezialisiert ist.“
- SBAR kurz: S Verbrennung/Verbrühung, B Mechanismus und Zeitpunkt, A Grad und VKOF, Atemweg, Kreislauf, Schmerzen, R Analgesie, Wärmeerhalt, Zentrum/ITS.
Verbrennung
Terminologie und Patientensprache
Verbrennung ist der Fachbegriff für eine thermische Gewebeschädigung durch Hitze, Flammen, heiße Gegenstände, heiße Gase oder Wärmestrahlung. Verbrühung meint die Schädigung durch heiße Flüssigkeit oder heißen Dampf. Verbrennungstrauma beschreibt das gesamte Verletzungsereignis, nicht nur die sichtbare Hautwunde.
Patientennah: „Die Haut ist durch Hitze geschädigt worden.“ Bei Verbrühung: „Die Verletzung ist durch heiße Flüssigkeit oder Dampf entstanden.“ Bei VKOF: „Wir schätzen, wie viel Prozent der Körperoberfläche betroffen sind.“
- VKOF: verbrannte Körperoberfläche.
- Inhalationstrauma: Schädigung der Atemwege durch Rauch, Hitze oder giftige Gase.
- Verbrennungskrankheit: systemische Reaktion des Körpers auf eine größere Verbrennung.
- ❌ Verbrennung zweiten Grades ist als alleinige Angabe zu ungenau; sagen Sie Grad IIa oder Grad IIb.
Für die FSP ist die Verbrennung ein gutes Thema, um medizinisch präzise und gleichzeitig verständlich zu bleiben: Mechanismus, Tiefe, Ausdehnung, Atemweg, Kreislauf, Schmerztherapie und Transportziel müssen in klarer Sprache zusammenkommen.
Anamnese und Erstbeurteilung
Fragen Sie strukturiert nach Mechanismus, Zeitpunkt und Dauer der Hitzeeinwirkung: „Womit haben Sie sich verbrannt oder verbrüht? War es heißes Wasser, Dampf, Feuer, Strom oder eine Chemikalie?“ Wichtig sind außerdem Rauchgasexposition, Explosion, Bewusstlosigkeit, Schmerzen, Vorerkrankungen und Impfstatus.
- ❗ Erstbeurteilung: Atemweg, Atmung, Kreislauf, Bewusstsein und vollständige Inspektion bei Wärmeerhalt.
- Achten Sie auf Gesichtsverbrennung, Stridor, Atemnot und Bewusstseinstrübung als Hinweise auf ein Inhalationstrauma.
- Beschreiben Sie die Wunde mit Grad, Lokalisation und VKOF; ab Grad IIa wird die betroffene Fläche gezählt.
Schweregrade verständlich erklären
Sie können dem Patienten sagen: „Wir unterscheiden, wie tief die Haut geschädigt ist. Das ist wichtig, weil davon abhängt, ob die Haut ohne Narbe heilen kann oder ob eine spezielle Behandlung notwendig wird.“
- Grad I: nur oberste Hautschicht, rot, schmerzhaft, geschwollen, meist ohne Narbe.
- ❗ Grad IIa: Blasen, feuchte Wundfläche, starke Schmerzen, Gefühl erhalten; meist gute Heilung.
- ❗ Grad IIb: tiefere Hautschädigung, eher trockene Wundfläche, weniger Schmerzen, Sensibilität vermindert; Narben- und Infektionsrisiko.
- Grad III: tiefe Hautschädigung mit Nekrosen oder Schorf, oft kaum Schmerz, weil Nervenenden geschädigt sind.
- Grad IV: tiefe Strukturen wie Muskeln, Sehnen oder Knochen betroffen, oft Verkohlung.
Akutmaßnahmen und Therapieübergabe
Formulieren Sie praktisch: „Wir bringen Sie aus der Gefahrenzone, entfernen lockere verbrannte Kleidung und Schmuck, decken die Wunde steril ab, geben Schmerzmittel, legen Infusionen und verhindern eine Unterkühlung.“ Haftende Materialien werden nicht abgerissen.
- Kühlung: kleine frische Verbrennungen kurz zur Schmerzlinderung; bei großen Verbrennungen steht Wärmeerhalt im Vordergrund.
- Wundversorgung: Grad I/IIa nicht haftend abdecken, ab IIb sterile Spezialabdeckung; keine Hausmittel, Puder oder Brandsalben.
- ❌ Keine prophylaktische Gabe von Kortison oder Antibiotika.
- Bei ausgedehnter Verbrennung: zwei großlumige venöse Zugänge im nicht verbrannten Gebiet, kristalloide Infusion, Kreislaufstabilisierung.
- Analgesie in der Notfallmedizin z. B. mit i.v. Esketamin und Midazolam; bei schwerer Situation ggf. Narkoseeinleitung und Atemwegssicherung.
Atemweg, Inhalationstrauma und Transport
Bei Verdacht auf Inhalationstrauma erklären Sie knapp: „Wir geben Sauerstoff und überwachen die Atmung sehr eng. Wenn die Atemwege anschwellen können, sichern wir den Atemweg lieber frühzeitig.“
- Intubationsgründe: progredienter Stridor, schwere Gesichts- oder Mundverbrennung, schwere Ateminsuffizienz, Bronchospastik, Lungenödem, Bewusstseinstrübung, große VKOF, zirkuläre Rumpfverbrennung oder langer Transportweg.
- Bei Rauchgas: CO- und Zyanidvergiftung mitdenken; initial möglichst hochdosiert Sauerstoff.
- ❗ Zentrum für Schwerbrandverletzte bei relevanter VKOF, Grad III/IV, Verbrennungen an Gesicht, Händen, Füßen, Genital-/Perinealregion oder großen Gelenken, Elektrounfall, Verätzung, Inhalationstrauma, schweren Begleitverletzungen oder relevanten Begleiterkrankungen.
Komplikationen
Die Verbrennungskrankheit ist eine systemische Reaktion nach größerem Verbrennungstrauma. Durch ein Kapillarleck verliert der Kreislauf Flüssigkeit in das Gewebe; dadurch können Ödeme, intravasaler Volumenmangel und Schock entstehen.
- Mögliche Folgen: hypovolämischer Schock, ⚠️ septischer Schock, DIC, ARDS, akutes Nierenversagen, Delir und Multiorgandysfunktionssyndrom.
- Weitere Komplikationen: Wundinfektion, Kompartmentsyndrom und Hypothermie.
- Patientenverständlich: „Bei größeren Verbrennungen reagiert nicht nur die Haut, sondern der ganze Körper. Deshalb überwachen wir Kreislauf, Atmung, Flüssigkeitshaushalt und Infektionszeichen eng.“
- Übergabesatz: „Patient mit thermischem Trauma durch heiße Flüssigkeit, Verbrennung Grad IIa/IIb an ..., geschätzte VKOF ..., Atemweg aktuell ..., Analgesie und sterile Abdeckung erfolgt, Transport in ... empfohlen.“