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Thrombozytenkonzentrat (TK)

Das Thrombozytenkonzentrat (TK) ist ein zellulĂ€res Blutprodukt aus BlutplĂ€ttchen, hergestellt als Pool-TK (aus mehreren Vollblutspenden) oder Apherese-TK (von einem Einzelspender). ❗ Indiziert ist es bei Thrombozytopenie oder Thrombozytopathie mit relevanter Blutung sowie zur Prophylaxe unterhalb situationsabhĂ€ngiger Schwellenwerte.

Kernindikationen und Schwellenwerte

  • ❗ Prophylaktisch bei stabiler Aplasie (z. B. nach Chemotherapie) typischerweise unter 10.000/”l; bei Fieber/Sepsis, Blutungszeichen oder vor kleineren Eingriffen unter 20.000/”l.
  • Vor invasiven Eingriffen/OP je nach Risiko meist Anhebung auf 50.000/”l, bei neurochirurgischen/Augen-Eingriffen auf 100.000/”l.
  • Therapeutisch bei jeder klinisch relevanten Blutung bzw. Thrombozytopathie mit Blutung unabhĂ€ngig von der Zahl.
  • Ein Standard-TK (Pool oder Apherese) hebt die Thrombozytenzahl beim Erwachsenen typischerweise um 20.000–30.000/”l an.

KompatibilitÀt und Handhabung

  • AB0-möglichst identisch geben; klinisch relevanter ist hier oft der Plasmaanteil (minor-InkompatibilitĂ€t), nicht die Erythrozyten-Antigene.
  • ❗ RhD-Beachtung: bei RhD-negativen MĂ€dchen/Frauen im gebĂ€rfĂ€higen Alter möglichst RhD-negatives TK, sonst Anti-D-Prophylaxe.
  • Kurze Haltbarkeit (wenige Tage) bei Raumtemperatur unter stĂ€ndiger Bewegung (Agitation).
  • Nicht kĂŒhlen — KĂ€lte fĂŒhrt zu raschem Funktionsverlust und beschleunigtem Abbau (Lagerung bei Raumtemperatur unter Agitation).

Kontraindikationen und RefraktÀritÀt

  • ❌ Bei ITP, TTP und HIT keine prophylaktische Gabe — bei TTP/HIT droht eine ThromboseverstĂ€rkung; nur bei lebensbedrohlicher Blutung erwĂ€gen.
  • RefraktĂ€ritĂ€t: ausbleibender Anstieg, hĂ€ufig durch HLA-Immunisierung — dann HLA-kompatible Apherese-TK; immunologisches Versagen ĂŒber das korrigierte Inkrement (CCI) abgrenzen von nicht-immunologischen Ursachen (Fieber, Sepsis, Splenomegalie, DIC).
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Thrombozytenkonzentrat (TK)

Das Thrombozytenkonzentrat (TK) ist ein zellulĂ€res Blutprodukt aus BlutplĂ€ttchen, als Pool-TK (Buffy-coat mehrerer Spender) oder Apherese-TK (Einzelspender). ❗ Leitindikationen sind Thrombozytopenie/Thrombozytopathie mit Blutung und die prophylaktische Gabe unterhalb situationsabhĂ€ngiger Schwellenwerte — wobei bei ITP/TTP/HIT ZurĂŒckhaltung geboten ist.

Definition und Herstellung

  • Pool-TK: aus den Buffy-coats mehrerer Vollblutspenden zusammengefĂŒhrt, kostengĂŒnstig, Mehrspenderexposition.
  • Apherese-TK: maschinelle Einzelspenderentnahme, geringere Spenderexposition, Vorteil bei geplanter HLA-Auswahl.
  • Beide werden leukozytendepletiert; bei besonderem Risiko zusĂ€tzlich bestrahlt (Prophylaxe der transfusionsassoziierten Graft-versus-Host-Reaktion, z. B. bei schwerer Immunsuppression).

Indikationen und Schwellenwerte

Die Entscheidung richtet sich nach Thrombozytenzahl, Blutungszeichen und geplanten Eingriffen. Maßgeblich ist die klinische Situation, nicht allein der Laborwert.

  • ❗ Prophylaktisch bei stabiler hypoproliferativer Thrombozytopenie (z. B. Knochenmarkaplasie nach Chemotherapie) unter 10.000/”l.
  • Anhebung des Triggers auf 20.000/”l bei zusĂ€tzlichen Risiken: Fieber, Sepsis, plasmatische Gerinnungsstörung, rascher Abfall, Blutungszeichen.
  • Vor invasiven Eingriffen meist 50.000/”l, vor neurochirurgischen/intraokularen Eingriffen 100.000/”l.
  • Therapeutisch bei jeder relevanten Blutung; bei Thrombozytopathie (z. B. medikamentös, urĂ€misch, angeboren) blutungsabhĂ€ngig unabhĂ€ngig von der Zahl.
  • Erwartetes Inkrement: ein Standard-TK erhöht die Zahl beim Erwachsenen typischerweise um 20.000–30.000/”l.

KompatibilitÀt (AB0/Rh)

  • AB0-identische Gabe wird bevorzugt; TK enthĂ€lt relevanten Spenderplasma-Anteil, sodass eine minor-InkompatibilitĂ€t (Spenderplasma gegen EmpfĂ€nger-Erythrozyten) klinisch bedeutsamer sein kann als die Antigene der wenigen Spendererythrozyten.
  • ❗ RhD: trotz minimaler Erythrozytenkontamination bei RhD-negativen Frauen im gebĂ€rfĂ€higen Alter möglichst RhD-negatives TK; ist nur RhD-positives verfĂŒgbar, Anti-D-Prophylaxe erwĂ€gen.
  • Vor Transfusion Bedside-Test beim EmpfĂ€nger; TK selbst erfordert keine Kreuzprobe wie EK, aber IdentitĂ€tssicherung bleibt Pflicht.

Lagerung und Handhabung

  • Raumtemperatur (ca. 20–24 °C) unter stĂ€ndiger Agitation lagern.
  • ⚠ Nicht im KĂŒhlschrank lagern — KĂ€lte fĂŒhrt zu Aktivierung, Formverlust und beschleunigtem Abbau.
  • Kurze Haltbarkeit (wenige Tage) und Raumtemperatur bedingen ein erhöhtes bakterielles Kontaminationsrisiko gegenĂŒber EK.
  • ZĂŒgige Transfusion ĂŒber geeignetes Filter-Besteck; kalziumhaltige Lösungen nicht in derselben Leitung mischen.

Kontraindikationen und besondere Vorsicht

Bei Erkrankungen mit verbrauchs- oder immunbedingtem PlÀttchenabbau ist die TK-Gabe hÀufig wirkungslos oder schÀdlich.

  • ❌ TTP: TK-Gabe kann thrombotische Mikroangiopathie verstĂ€rken — nur bei lebensbedrohlicher Blutung; Therapie ist die Plasmapherese.
  • ❌ HIT (Typ II): prophylaktische TK-Gabe wegen Thrombosegefahr vermeiden.
  • ITP: prophylaktisch meist unwirksam (rascher Abbau), reserviert fĂŒr schwere Blutungen; Basis ist die Immuntherapie.
  • ⚡ Posttransfusionelle Purpura als seltene Verwechslungsfalle: Thrombozytenabfall ca. 1 Woche nach Transfusion.

RefraktÀritÀt und Komplikationen

  • ⚡ RefraktĂ€ritĂ€t = ausbleibender Anstieg; immunologische Ursache (v. a. HLA-Antikörper, seltener HPA) ĂŒber das korrigierte Inkrement (CCI) abgrenzen von nicht-immunologischen Ursachen (Fieber, Sepsis, Splenomegalie, DIC, Medikamente).
  • Bei HLA-Immunisierung HLA-/HPA-kompatible Apherese-TK; Leukozytendepletion reduziert das Immunisierungsrisiko.
  • Weitere Komplikationen: febrile nicht-hĂ€molytische Reaktion, allergische/anaphylaktische Reaktionen, ⚠ TRALI und bakterielle Sepsis (Raumtemperatur), Volumenbelastung TACO, sehr selten ta-GvHD.
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Thrombozytenkonzentrat (TK)

Terminologie und Patientensprache

  • Thrombozyten — „die BlutplĂ€ttchen, sie helfen bei der Blutgerinnung".
  • Thrombozytopenie — „zu wenige BlutplĂ€ttchen im Blut".
  • Transfusion — „eine BlutĂŒbertragung ĂŒber die Vene".
  • Apherese-/Pool-Konzentrat — „die PlĂ€ttchen stammen von einem oder von mehreren Spendern".
  • Redemittel: ❗ „Wir möchten Ihnen heute BlutplĂ€ttchen ĂŒbertragen, weil Ihre Werte sehr niedrig sind und die Gefahr einer Blutung besteht."

Ein Thrombozytenkonzentrat (TK) ist eine Übertragung von BlutplĂ€ttchen. Im PatientengesprĂ€ch erklĂ€ren Sie verstĂ€ndlich, dass diese PlĂ€ttchen helfen, dass Blutungen schneller zum Stillstand kommen, wenn der Körper zu wenige oder nicht richtig funktionierende PlĂ€ttchen hat.

Wichtige Anamnesefragen

  • „Hatten Sie schon einmal eine Bluttransfusion, und gab es dabei UnvertrĂ€glichkeiten?"
  • „Bemerken Sie blaue Flecken, Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder kleine punktförmige Hautblutungen?"
  • „Nehmen Sie blutverdĂŒnnende Medikamente ein?"

AufklĂ€rung und Übergabe

  • AufklĂ€ren ĂŒber seltene UnvertrĂ€glichkeitsreaktionen (Fieber, SchĂŒttelfrost, Hautausschlag) — „Bitte melden Sie sich sofort, wenn Ihnen wĂ€hrend der Übertragung unwohl wird."
  • SBAR-Übergabe: „S: Patientin mit schwerer Thrombozytopenie. B: Wert unter dem Schwellenwert, Blutungszeichen. A: TK-Indikation gestellt. R: bitte TK bereitstellen und wĂ€hrend der Gabe ĂŒberwachen."
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Thrombozytenkonzentrat (TK)

Terminologie und Patientensprache

  • Thrombozyten — „die BlutplĂ€ttchen"; Thrombozytopenie — „zu wenige BlutplĂ€ttchen".
  • Thrombozytopathie — „die PlĂ€ttchen sind zwar da, funktionieren aber nicht richtig".
  • Transfusion — „BlutĂŒbertragung"; Konzentrat — „eine aufkonzentrierte Portion nur dieser PlĂ€ttchen".
  • prophylaktisch — „vorbeugend, um eine Blutung zu verhindern"; therapeutisch — „weil bereits eine Blutung besteht".
  • RefraktĂ€ritĂ€t — „die PlĂ€ttchen steigen trotz Übertragung nicht an".
  • Redemittel: ❗ „Ihre BlutplĂ€ttchen sind stark erniedrigt. Damit es nicht zu einer gefĂ€hrlichen Blutung kommt, möchten wir Ihnen PlĂ€ttchen ĂŒbertragen. Sind Sie damit einverstanden?"

Ein Thrombozytenkonzentrat (TK) ist die Übertragung von BlutplĂ€ttchen. In der FSP erklĂ€ren Sie der Patientin oder dem Patienten in einfachen Worten, ĂŒbersetzen die Fachbegriffe, erheben eine gezielte Anamnese zu Blutungszeichen und Vortransfusionen und ĂŒbergeben strukturiert an Kolleginnen und Kollegen.

Wichtige Anamnesefragen

  • „Hatten Sie schon einmal eine BlutĂŒbertragung? Gab es dabei Fieber, SchĂŒttelfrost oder einen Hautausschlag?"
  • „Bemerken Sie vermehrt blaue Flecken, Nasen- oder Zahnfleischbluten, punktförmige rote Hautpunkte oder Blut im Urin/Stuhl?"
  • „Nehmen Sie blutverdĂŒnnende Mittel oder Schmerzmittel wie ASS/Ibuprofen ein?"
  • „Sind bei Ihnen Bluterkrankungen oder eine Chemotherapie bekannt?"
  • Bei Frauen: „Besteht die Möglichkeit, dass Sie schwanger sind?" (relevant fĂŒr die Rhesus-Beachtung).

AufklÀrung und Ablauf

ErklĂ€ren Sie ruhig und in kurzen SĂ€tzen, warum die Übertragung nötig ist, wie sie ablĂ€uft und worauf zu achten ist.

  • „Die Übertragung lĂ€uft ĂŒber einen venösen Zugang und dauert in der Regel kurze Zeit."
  • ⚠ „Bitte sagen Sie sofort Bescheid, wenn Ihnen heiß wird, Sie SchĂŒttelfrost, Atemnot, Juckreiz oder Unwohlsein verspĂŒren."
  • AufklĂ€ren ĂŒber seltene Risiken: UnvertrĂ€glichkeit, Fieberreaktion, sehr selten schwere Reaktionen oder InfektionsĂŒbertragung.
  • ❗ „Wir kontrollieren vor der Gabe noch einmal Ihre IdentitĂ€t und Blutgruppe zu Ihrer Sicherheit."

Strukturierte Übergabe (SBAR)

  • S (Situation): „Patientin mit schwerer Thrombozytopenie, Wert deutlich unter Schwellenwert."
  • B (Background): „Bekannte Grunderkrankung/Chemotherapie, aktuell Blutungszeichen bzw. geplanter Eingriff."
  • A (Assessment): „TK-Indikation gestellt, KompatibilitĂ€t (AB0/Rh) beachtet."
  • R (Recommendation): „Bitte TK bereitstellen, Bedside-Test durchfĂŒhren und wĂ€hrend der Gabe Vitalzeichen ĂŒberwachen."
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