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zur Thoraxdrainage (Monaldi/BĂźlau): Indikationen, Anlage, Management & Komplikationen bei Pneumothorax, Pleuraerguss, Empyem fĂźr Mediziner.

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Thoraxdrainage

❗ Die Thoraxdrainage entfernt Luft und/oder Flüssigkeit aus dem Pleuraspalt. Merken Sie sich die zwei Verfahren und ihre Position: die Monaldi-Drainage (Punktion/Nadel) zur sofortigen Entlastung beim Spannungspneumothorax, die Bülau-Drainage (Einlage eines Thoraxkatheters) zur kontinuierlichen Drainage von Pneumo- oder Hämatothorax.

Indikationen

Die wichtigste Notfallindikation ist der Spannungspneumothorax — er wird unverzüglich entlastet. Sonst gilt: relevante Luft oder (viel) Flüssigkeit im Pleuraraum.

  • ❗ Spannungspneumothorax — sofortige Notfallentlastung (zuerst Nadel/Punktion, dann Thoraxkatheter)
  • ❗ Pneumothorax und ❗ Hämatothorax (sowie Hämatopneumothorax)
  • Spontanpneumothorax mit Atembeeinträchtigung; jeder beatmungspflichtige Pneumothorax
  • Hämatothorax durch stumpfes Thoraxtrauma; Pleuraempyem; ausgeprägter Pleuraerguss; nach Thorakotomie/Thoraxeingriffen

Die zwei Verfahren und ihre Position

Monaldi (Punktion/Nadeldekompression): klassisch im 2. ICR in der Medioklavikularlinie, am Oberrand der 3. Rippe eingestochen. Cave: Beim Erwachsenen erreicht dieser Zugang die Pleura häufig nicht zuverlässig; in der Notfallmedizin wird die Punktion zur Spannungspneumothorax-Entlastung heute überwiegend lateral im 4.–5. ICR in der vorderen bis mittleren Axillarlinie empfohlen. Die Nadeldekompression ist nur eine Überbrückung — zeitnah folgt eine Bülau-Drainage.

Bülau (Thoraxkatheter): Standardzugang über das „Safe Triangle" (sicheres Dreieck) — begrenzt von M. pectoralis major, M. latissimus dorsi und der Linie auf Höhe der Mamille (5. ICR). Beim Pneumothorax weiter oben (Luft steigt nach oben), beim Hämatothorax tiefer (Blut sinkt nach unten).

Technik-Eckpunkte

Inzision am Oberrand der Rippe — die Gefäße und Nerven verlaufen am Rippen-Unterrand. Stumpfe Präparation mit Klemme (Overholt) und Finger bis zum Durchstoßen der Pleura parietalis, Einlage ohne Trokar. Lagekontrolle per Röntgen-Thorax. Anschluss an ein Wasserschloss/Heimlich-Ventil; bei Persistenz Sog −10 bis −20 cm H₂O.

Katheterkaliber: Pneumothorax 18–20 Charr (dünnlumig), Hämatothorax 28–32 Charr (dicklumig).

Kontraindikation

❌ Keine Drainage bei Pneumothorax ohne respiratorische oder hämodynamische Beschwerden — kleiner, asymptomatischer Pneumothorax wird zunächst beobachtet.

  • ⚠️ Spannungspneumothorax = klinische Notfalldiagnose → sofort entlasten, nicht auf das RĂśntgenbild warten
  • Inzision am Oberrand der Rippe; Punktion/Drainage ins Safe Triangle
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Thoraxdrainage

❗ Die Thoraxdrainage dient der Entfernung von Luft und/oder Flüssigkeit aus dem Pleuraspalt. Sie umfasst zwei Grundverfahren: die Pleurapunktion mit Nadel (Monaldi-Drainage) zur sofortigen Notfallentlastung und die Einlage eines Thoraxkatheters (Bülau-Drainage) zur kontinuierlichen Drainage. Prüfungsrelevant sind vor allem Indikationen, die korrekten Punktionsorte und die stumpfe Anlagetechnik.

Definition und Begriffe

Die Thoraxdrainage ist ein Verfahren zur Entfernung von Luft und/oder Flüssigkeit aus dem Pleuraspalt. Zwei Wege werden unterschieden: die Einlage eines Thoraxkatheters in den Pleuraspalt — als Methode die Bülau-Drainage — oder die Punktion des Pleuraspalts (Pleurapunktion) — als Verfahren die Monaldi-Drainage.

⚡ Verwechslungsfalle: Unterscheiden Sie streng Bülau-Drainage (das Verfahren/die Methode der Katheter­einlage) von der Bülau-Position (dem anatomischen Punktionsort). Beide tragen denselben Namen, meinen aber Unterschiedliches.

Indikationen

❗ Die zentrale Notfallindikation ist der Spannungspneumothorax, der unverzüglich — klinisch, nicht bildgesteuert — entlastet wird. Darüber hinaus gilt jede relevante Luft- oder (große) Flüssigkeitsansammlung im Pleuraraum als Indikation.

  • ❗ Spannungspneumothorax (Notfall, sofortige Entlastung)
  • ❗ Pneumothorax und ❗ Hämatothorax, ebenso der Hämatopneumothorax
  • Spontanpneumothorax mit Beeinträchtigung der Atmung
  • jeder beatmungspflichtige Pneumothorax (Überdruckbeatmung kann einen Pneumothorax rasch zum Spannungspneumothorax umwandeln)
  • Hämatothorax infolge stumpfen Thoraxtraumas
  • Pleuraempyem; ausgeprägter Pleuraerguss; nach Thorakotomie und Thoraxeingriffen

Kontraindikation

❌ Keine Indikation besteht beim Pneumothorax ohne respiratorische oder hämodynamische Beschwerden: Ein kleiner, asymptomatischer Pneumothorax wird primär beobachtet und kontrolliert, nicht routinemäßig drainiert.

Monaldi-Drainage (Notfallentlastung)

Die Monaldi-Drainage ist die Punktion des Pleuraspalts in Monaldi-Position, in der Notfallmedizin auch als (prähospitale) Nadeldekompression bezeichnet. ❗ Klassische Punktionsstelle: 2. ICR in der Medioklavikularlinie (medioklavikulär), oberhalb bzw. am Oberrand der 3. Rippe. ❗ Indikation: notfallmäßige Entlastung eines Spannungspneumothorax.

Cave/Standardhinweis: Beim Erwachsenen ist der Zugang im 2. ICR MCL wegen der Brustwanddicke häufig zu kurz und erreicht die Pleura nicht zuverlässig. Die aktuell bevorzugte Notfall-Punktionsstelle liegt daher lateral im 4.–5. ICR in der vorderen bis mittleren Axillarlinie. Die Nadeldekompression ist in jedem Fall nur eine Überbrückung — es folgt ❗ zeitnah die Einlage einer Bülau-Drainage.

Ablauf: gründliche (Sprüh-)Desinfektion → mit freier Hand die 3. Rippe palpieren (im Schockraum ultraschallgesteuert) → großlumige Kanüle am Oberrand der Rippe senkrecht zur Körperoberfläche einstechen, komplett einführen, Stahlmandrin entfernen → bei Druck im Pleuraspalt hörbares „Zischen" durch ausströmende Luft → Anlage eines Ventils.

BĂźlau-Drainage (Thoraxkatheter)

Die Bßlau-Drainage ist eine Methode zur Einlage eines Thoraxkatheters in den Pleuraspalt, indiziert zur Entlastung von Pneumothorax und Hämatothorax.

❗ Positionen: Beim Pneumothorax wird weiter oben drainiert, da Luft nach oben steigt — in Bülau-Position: 3.–5. ICR, zwischen vorderer und mittlerer Axillarlinie. ❗ Hier liegt das „Safe Triangle" (sicheres Dreieck), begrenzt von M. pectoralis major, M. latissimus dorsi und dem 5. ICR auf Höhe der Mamille. Beim Hämatothorax wird tiefer drainiert, da Blut nach unten sinkt — 4.–6. (bzw. 5.–7.) ICR in der mittleren Axillarlinie (eher klinisch als präklinisch).

  • Markieren der Position → Desinfektion → Lokalanästhesie
  • ❗ Inzision am Oberrand der Rippe (Schonung der am Unterrand verlaufenden Gefäße und Nerven), ca. 4–5 cm, 1–2 ICR tiefer als die Insertionsstelle des Katheters
  • Präparation mit stumpfer Klemme (Overholt), ggf. erneute Lokalanästhesie; ❗ stumpf mit dem Finger präparieren bis zum Durchstoßen der Pleura parietalis (Cave: Gefäße/Nerven am Rippenunterrand)
  • Einlage des Thoraxkatheters mittels Klemme, ohne Trokar/FĂźhrungsdraht; Kaliber: Pneumothorax 18–20 Charr, Hämatothorax 28–32 Charr
  • Fixierung mit Hautnaht (Tabaksbeutelnaht); Lagekontrolle per RĂśntgen-Thorax (ggf. CT)
  • Anschluss an Wasserschloss/Heimlich-Ventil; bei Persistenz Sog −10 bis −20 cm H₂O

Komplikationen

Typische Komplikation ist das Weichteilemphysem, das sich nach Drainagenanlage ausbreiten kann (bis auf die Gegenseite und nach zervikal). Weitere Risiken ergeben sich aus der Verletzung der am Rippenunterrand verlaufenden Interkostalgefäße und -nerven — daher die strikte Inzision am Oberrand.

  • ⚠️ Spannungspneumothorax sofort klinisch entlasten — Nadel/Punktion als ÜberbrĂźckung, dann BĂźlau-Drainage
  • Inzision immer am Rippen-Oberrand; Anlage stumpf und ohne Trokar
  • Pneumothorax → hĂśher (Safe Triangle); Hämatothorax → tiefer, dicklumiger Katheter
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Thoraxdrainage

Terminologie und Patientensprache

Der Fachbegriff lautet Thoraxdrainage (übliche Abkürzung in der schriftlichen Dokumentation: TD). Patientinnen und Patienten sprechen umgangssprachlich von einer „Thoraxdrainage" oder schlicht von einem „Schlauch in der Brust".

Zwei Verfahren sollten Sie sprachlich sicher trennen: die Bülau-Drainage (Einlage eines Schlauchs/Thoraxkatheters) und die Monaldi-Drainage (Punktion mit einer Nadel, in der Notfallmedizin Nadeldekompression). Für das Gespräch mit Patienten: „Wir legen einen dünnen Schlauch zwischen Lunge und Brustwand, damit die eingeschlossene Luft (oder das Blut) abfließen kann und sich die Lunge wieder entfalten kann."

❗ Die Thoraxdrainage entfernt Luft und/oder Flüssigkeit aus dem Pleuraspalt (dem Spalt zwischen Lunge und Brustwand). Wichtigste Notfallsituation: der Spannungspneumothorax, der sofort entlastet werden muss.

Worum es geht

❗ Indiziert ist die Drainage vor allem beim Spannungspneumothorax (Notfall), beim Pneumothorax (Luft im Pleuraraum) und beim Hämatothorax (Blut im Pleuraraum). Beim Pneumothorax wird weiter oben drainiert, weil Luft nach oben steigt, beim Hämatothorax tiefer, weil Blut nach unten sinkt.

Patientennah erklärt: „Bei Ihnen hat sich Luft (bzw. Blut) zwischen Lunge und Brustwand angesammelt. Dadurch kann sich die Lunge nicht richtig ausdehnen, und Sie bekommen schlechter Luft. Mit dem Schlauch lassen wir das ab, damit sich die Lunge wieder ausdehnt."

  • Thoraxdrainage = Schlauch/Punktion zwischen Lunge und Brustwand, um Luft oder Blut abzulassen
  • ⚠️ Spannungspneumothorax = lebensbedrohlicher Notfall, der sofort entlastet werden muss
FSP tief

Thoraxdrainage

Terminologie und Patientensprache

Fachbegriff: Thoraxdrainage; gebräuchliche schriftliche Abkßrzung: TD (nur in der Dokumentation, nicht im Patientengespräch ausschreiben). Pleuraspalt = der Spalt zwischen Lungen- und Brustwandfell.

Zwei Verfahren mit Eigennamen: ⚡ Die Bülau-Drainage bezeichnet die Methode der Katheter­einlage — verwechseln Sie sie nicht mit der Bülau-Position, die den anatomischen Punktionsort meint (gleicher Name, unterschiedliche Bedeutung). Die Monaldi-Drainage ist die Punktion mit einer Nadel, im Rettungsdienst Nadeldekompression genannt.

Patientensprache (Beispiele): Statt „Pleuraspalt" → „der Raum zwischen Lunge und Brustwand"; statt „Pneumothorax" → „Luft, die sich zwischen Lunge und Brustwand angesammelt hat"; statt „Hämatothorax" → „Blut im Brustkorb, außerhalb der Lunge"; statt „Thoraxkatheter/Drainage" → „ein dünner Schlauch". Beispielsatz: „Ich möchte Ihnen einen dünnen Schlauch zwischen Lunge und Brustwand legen. Darüber kann die eingeschlossene Luft abfließen, sodass sich Ihre Lunge wieder entfaltet und Sie besser Luft bekommen."

❗ Die Thoraxdrainage ist ein Verfahren zur Entfernung von Luft und/oder Flüssigkeit aus dem Pleuraspalt. Für die FSP zählt, dass Sie das Vorgehen fachsprachlich korrekt beschreiben und es zugleich patientenverständlich erklären sowie sicher an Kolleginnen und Kollegen übergeben können.

Was die Drainage leistet und wann sie nĂśtig ist

Die Drainage entfernt Luft und/oder Flüssigkeit aus dem Pleuraspalt — entweder über die Einlage eines Thoraxkatheters (Bülau-Drainage) oder über die Punktion (Pleurapunktion, Monaldi-Drainage).

❗ Die dringlichste Situation ist der Spannungspneumothorax: Hier sammelt sich Luft, die nicht mehr entweichen kann, der Druck steigt und Kreislauf wie Atmung werden bedrohlich beeinträchtigt — das muss sofort entlastet werden. Weitere Anlässe sind der Pneumothorax (Luft im Pleuraraum), der Hämatothorax (Blut, häufig nach stumpfem Thoraxtrauma) und der ausgeprägte Pleuraerguss.

  • ❗ Spannungspneumothorax — sofortige Entlastung, zunächst per Nadel, dann per Schlauch
  • ❗ Pneumothorax und ❗ Hämatothorax
  • ausgeprägter Pleuraerguss; Pleuraempyem (Eiteransammlung im Pleuraraum)

Vorgehen verständlich erklärt

Beim Pneumothorax wird weiter oben drainiert (Luft steigt nach oben), beim Hämatothorax tiefer (Blut sinkt nach unten). Der sichere Anlageort der Bülau-Drainage liegt im sogenannten „sicheren Dreieck" (Safe Triangle) seitlich am Brustkorb.

Praktisch erklären Sie der Patientin oder dem Patienten: „Wir betäuben die Stelle örtlich, machen einen kleinen Schnitt und schieben den Schlauch vorsichtig ein. Sie spüren einen Druck, aber keinen starken Schmerz. Anschließend kontrollieren wir die Lage mit einem Röntgenbild." Der Schlauch wird mit einer Naht fixiert und an ein Auffangsystem (Wasserschloss) angeschlossen.

Übergabe und Komplikationen

Für eine strukturierte Übergabe (SBAR): „Situation — Patient mit Atemnot und einseitig abgeschwächtem Atemgeräusch. Background — Z. n. stumpfem Thoraxtrauma. Assessment — Verdacht auf Spannungspneumothorax. Recommendation — sofortige Entlastung, anschließend Bülau-Drainage und Röntgen-Kontrolle."

Eine mögliche Komplikation ist das Weichteilemphysem — Luft, die sich im Gewebe unter der Haut ausbreitet (tastbares „Knistern"). Patientennah: „Es kann sein, dass sich etwas Luft unter der Haut sammelt; das fühlt sich knisternd an, bildet sich aber meist von selbst zurück."

  • BĂźlau-Drainage = Schlauch; Monaldi-Drainage = Nadelpunktion (BĂźlau-Drainage ≠ BĂźlau-Position)
  • Patientennah: „Schlauch zwischen Lunge und Brustwand, um Luft oder Blut abzulassen"
  • ⚠️ Spannungspneumothorax = sofortiger Notfall
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