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Soor (Candida albicans): zu PrĂ€disponierenden Faktoren, Klinik, Diagnostik & Therapie. Wichtiges Lernmaterial fĂŒr Medizinstudium & Ärzte.

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Soor (orale Candidose)

❗ Soor ist eine Mykose der Mundschleimhaut, meist durch Candida albicans; Leitbefund der hĂ€ufigsten Form sind abwischbare weiße BelĂ€ge mit gerötetem, leicht blutendem Grund (pseudomembranöse Candidose).

  • ❗ Risikofaktoren als roter Faden: Immunsuppression/HIV, Antibiotika, inhalative Kortikosteroide ohne MundspĂŒlung, Diabetes mellitus, SĂ€uglinge und sehr alte Menschen, Zahnprothese/schlechte Mundhygiene.
  • Klinik: abwischbare weiße BelĂ€ge (pseudomembranös) oder erythematös-atrophe Form mit Brennen und Geschmacksstörung.
  • ⚡ Im Gegensatz zur Leukoplakie lĂ€sst sich der Soor-Belag abwischen und hinterlĂ€sst einen geröteten, blutenden Grund.
  • Diagnostik meist klinisch; bei Unklarheit Abstrich/NativprĂ€parat (Pseudohyphen).
  • Therapie: topisch Nystatin oder Miconazol; bei Ausdehnung/ImmunschwĂ€che systemisch Fluconazol.
  • ⚠ Soor bei einem sonst scheinbar Gesunden muss an eine zugrunde liegende ImmunschwĂ€che (v. a. HIV) oder einen unerkannten Diabetes denken lassen.
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Soor (orale Candidose)

❗ Die orale Candidose (Soor) ist eine opportunistische Mykose der Mundschleimhaut, meist durch Candida albicans als fakultativ pathogenen Kommensalen. Klinisch im Vordergrund steht die pseudomembranöse Form mit abwischbaren weißen BelĂ€gen auf gerötetem, leicht blutendem Grund.

Pathogenese und Risikofaktoren

Candida gehört bei vielen Menschen zur normalen Mundflora. Erst eine gestörte lokale oder systemische Abwehr lĂ€sst den Pilz pathogen werden – Soor ist daher meist Ausdruck eines begĂŒnstigenden Faktors und nicht einer reinen Exposition.

  • ❗ Immunsuppression: HIV/AIDS, Chemotherapie, Glukokortikoide systemisch, Transplantation.
  • Antibiotika (Störung der konkurrierenden Bakterienflora) und inhalative Kortikosteroide ohne nachfolgende MundspĂŒlung.
  • Diabetes mellitus (besonders schlecht eingestellt), Lebensalter (SĂ€uglinge, Hochbetagte).
  • Lokale Faktoren: Zahnprothese, Mundtrockenheit (Xerostomie), schlechte Mundhygiene.

Klinik und Formen

  • Pseudomembranöse Candidose: abwischbare weiße BelĂ€ge, darunter geröteter, leicht blutender Grund.
  • Erythematös-atrophe Form: gerötete, glatte Schleimhaut, oft am ZungenrĂŒcken/Gaumen, mit Brennen und Geschmacksstörung; hĂ€ufig unter Prothese oder Inhalativa.
  • Cheilitis angularis (Mundwinkelrhagaden) als assoziierte Manifestation.
  • Leitsymptome: Brennen, gestörter Geschmack, gelegentlich Schluckbeschwerden bei Ausdehnung Richtung Ösophagus.

Diagnostik und Differenzialdiagnosen

  • Diagnose meist klinisch anhand des typischen Aspekts und der Risikokonstellation.
  • Bei Unklarheit Abstrich mit NativprĂ€parat (KOH) bzw. Kultur: Nachweis von Pseudohyphen/Sprosszellen.
  • ⚡ Wichtigste DD Leukoplakie: nicht abwischbar, fakultative PrĂ€kanzerose – im Zweifel histologische AbklĂ€rung.
  • Weitere DD: Lichen planus (Wickham-Streifung), Belag durch Milch/Speisereste beim SĂ€ugling.
  • ⚠ Ein Soor ohne erkennbaren Auslöser ist Anlass zur Suche nach HIV-Infektion oder Diabetes mellitus.

Therapie

  • ❗ Erste Wahl topisch: Nystatin (Suspension/Lutschtabletten) oder Miconazol-Gel, nach den Mahlzeiten, ausreichend lange.
  • Bei ausgedehntem Befall, ImmunschwĂ€che oder Verdacht auf Ösophagusbeteiligung systemisch Fluconazol.
  • Begleitend: auslösende Faktoren beseitigen – MundspĂŒlung nach Inhalativa, Prothesenhygiene, Diabeteseinstellung.
  • ❌ Eine alleinige symptomatische Behandlung ohne antimykotische Therapie und ohne Adressieren der Ursache reicht nicht aus.
FSP EXPRESS

Soor (orale Candidose)

Terminologie und Patientensprache

  • Orale Candidose / Soor – „ein Pilzbefall im Mund".
  • Pseudomembranöse BelĂ€ge – „weiße, abwischbare BelĂ€ge auf der Schleimhaut".
  • Antimykotikum – „ein Mittel gegen Pilze".
  • ImmunschwĂ€che – „eine geschwĂ€chte Abwehr des Körpers".
  • Redemittel: „Sie haben einen Pilz im Mund. Das kommt hĂ€ufig vor, wenn die Abwehr geschwĂ€cht ist oder nach Antibiotika oder Kortison-Spray."

❗ Soor ist ein Pilzbefall der Mundschleimhaut („Pilz im Mund"), meist mit abwischbaren weißen BelĂ€gen. ErklĂ€ren Sie der Patientin oder dem Patienten Ursache, Behandlung und mögliche begĂŒnstigende Faktoren.

Anamnese und ErklÀrung

  • SchlĂŒsselfragen: „Nehmen Sie Antibiotika oder ein Kortison-Spray? Haben Sie Diabetes? Tragen Sie eine Zahnprothese?"
  • Bei SĂ€uglingen: „Stillen Sie? Hat Ihr Kind weiße BelĂ€ge im Mund, die sich nicht wie Milch wegwischen lassen?"
  • Therapie erklĂ€ren: „Wir behandeln mit einem Pilzmittel (z. B. Nystatin), das Sie im Mund einwirken lassen."
  • Hinweis: „SpĂŒlen Sie nach dem Kortison-Spray den Mund aus, damit der Pilz nicht wiederkommt."
FSP tief

Soor (orale Candidose)

Terminologie und Patientensprache

  • Orale Candidose / Soor – „ein Pilzbefall im Mund".
  • Candida albicans – „ein Hefepilz, der normalerweise harmlos auf der Schleimhaut lebt".
  • Pseudomembranöse Form – „weiße, abwischbare BelĂ€ge"; erythematös-atrophe Form – „eine gerötete, brennende Schleimhaut".
  • Antimykotikum – „ein Mittel gegen Pilze"; topisch – „örtlich im Mund"; systemisch – „als Tablette fĂŒr den ganzen Körper".
  • Immunsuppression – „eine geschwĂ€chte Abwehr"; Xerostomie – „Mundtrockenheit"; Cheilitis angularis – „eingerissene Mundwinkel".
  • Redemittel Übergabe (SBAR): „Patient mit oraler Candidose, abwischbare weiße BelĂ€ge, Risikofaktor inhalatives Kortison ohne MundspĂŒlung; Empfehlung topisches Nystatin und AbklĂ€rung von Diabetes."

❗ Soor ist ein Pilzbefall der Mundschleimhaut („Pilz im Mund"), typischerweise mit abwischbaren weißen BelĂ€gen und Brennen. In der FSP mĂŒssen Sie verstĂ€ndlich erklĂ€ren, was die Ursache ist, wie behandelt wird und welche Faktoren den Pilz begĂŒnstigen.

Wichtige Anamnesefragen

  • „Seit wann haben Sie die weißen BelĂ€ge oder das Brennen im Mund?"
  • „Nehmen Sie zurzeit Antibiotika ein oder benutzen Sie ein Kortison-Spray (Asthma/COPD)?"
  • „Ist bei Ihnen ein Diabetes bekannt? Wie sind Ihre Blutzuckerwerte?"
  • „Tragen Sie eine Zahnprothese? Wie reinigen Sie sie und nehmen Sie sie nachts heraus?"
  • „Haben Sie Schluckbeschwerden oder Schmerzen hinter dem Brustbein?" (Hinweis auf Ausdehnung).

Patientengerechte ErklÀrung und Therapie

ErklĂ€ren Sie ruhig und in Sie-Form: „Sie haben einen Pilzbefall der Mundschleimhaut. Dieser Pilz lebt oft schon harmlos im Mund und vermehrt sich erst, wenn die Abwehr geschwĂ€cht ist oder nach Antibiotika, Kortison-Spray, bei Diabetes oder bei einer Zahnprothese."

  • ❗ „Wir behandeln mit einem Pilzmittel wie Nystatin oder Miconazol, das Sie örtlich im Mund anwenden."
  • „Bei stĂ€rkerem Befall oder geschwĂ€chter Abwehr nehmen wir ein Pilzmittel als Tablette (Fluconazol)."
  • ⚠ „Bitte spĂŒlen Sie nach dem Kortison-Spray immer den Mund aus."
  • „Reinigen Sie Ihre Prothese gut und legen Sie sie nachts in ein Reinigungsbad."
  • Bei SĂ€uglingen: „Bei Ihrem Kind behandeln wir die weißen BelĂ€ge mit einem örtlichen Pilzmittel; achten Sie auch auf die Brustwarzen beim Stillen."

Warnzeichen und Hintergrund

  • ⚠ Tritt Soor ohne erkennbaren Grund auf, mĂŒssen wir an eine geschwĂ€chte Abwehr (z. B. HIV) oder einen unerkannten Diabetes denken.
  • ⚡ Nicht jeder weiße Fleck ist Soor: nicht abwischbare weiße Stellen (Leukoplakie) mĂŒssen Ă€rztlich abgeklĂ€rt werden.
  • Bei Schluckschmerz an eine Ausbreitung in die Speiseröhre denken – dann systemische Therapie.
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