Soor (orale Candidose)
â Soor ist eine Mykose der Mundschleimhaut, meist durch Candida albicans; Leitbefund der hĂ€ufigsten Form sind abwischbare weiĂe BelĂ€ge mit gerötetem, leicht blutendem Grund (pseudomembranöse Candidose).
- â Risikofaktoren als roter Faden: Immunsuppression/HIV, Antibiotika, inhalative Kortikosteroide ohne MundspĂŒlung, Diabetes mellitus, SĂ€uglinge und sehr alte Menschen, Zahnprothese/schlechte Mundhygiene.
- Klinik: abwischbare weiĂe BelĂ€ge (pseudomembranös) oder erythematös-atrophe Form mit Brennen und Geschmacksstörung.
- ⥠Im Gegensatz zur Leukoplakie lÀsst sich der Soor-Belag abwischen und hinterlÀsst einen geröteten, blutenden Grund.
- Diagnostik meist klinisch; bei Unklarheit Abstrich/NativprÀparat (Pseudohyphen).
- Therapie: topisch Nystatin oder Miconazol; bei Ausdehnung/ImmunschwÀche systemisch Fluconazol.
- â ïž Soor bei einem sonst scheinbar Gesunden muss an eine zugrunde liegende ImmunschwĂ€che (v. a. HIV) oder einen unerkannten Diabetes denken lassen.
Soor (orale Candidose)
â Die orale Candidose (Soor) ist eine opportunistische Mykose der Mundschleimhaut, meist durch Candida albicans als fakultativ pathogenen Kommensalen. Klinisch im Vordergrund steht die pseudomembranöse Form mit abwischbaren weiĂen BelĂ€gen auf gerötetem, leicht blutendem Grund.
Pathogenese und Risikofaktoren
Candida gehört bei vielen Menschen zur normalen Mundflora. Erst eine gestörte lokale oder systemische Abwehr lĂ€sst den Pilz pathogen werden â Soor ist daher meist Ausdruck eines begĂŒnstigenden Faktors und nicht einer reinen Exposition.
- â Immunsuppression: HIV/AIDS, Chemotherapie, Glukokortikoide systemisch, Transplantation.
- Antibiotika (Störung der konkurrierenden Bakterienflora) und inhalative Kortikosteroide ohne nachfolgende MundspĂŒlung.
- Diabetes mellitus (besonders schlecht eingestellt), Lebensalter (SĂ€uglinge, Hochbetagte).
- Lokale Faktoren: Zahnprothese, Mundtrockenheit (Xerostomie), schlechte Mundhygiene.
Klinik und Formen
- Pseudomembranöse Candidose: abwischbare weiĂe BelĂ€ge, darunter geröteter, leicht blutender Grund.
- Erythematös-atrophe Form: gerötete, glatte Schleimhaut, oft am ZungenrĂŒcken/Gaumen, mit Brennen und Geschmacksstörung; hĂ€ufig unter Prothese oder Inhalativa.
- Cheilitis angularis (Mundwinkelrhagaden) als assoziierte Manifestation.
- Leitsymptome: Brennen, gestörter Geschmack, gelegentlich Schluckbeschwerden bei Ausdehnung Richtung Ăsophagus.
Diagnostik und Differenzialdiagnosen
- Diagnose meist klinisch anhand des typischen Aspekts und der Risikokonstellation.
- Bei Unklarheit Abstrich mit NativprÀparat (KOH) bzw. Kultur: Nachweis von Pseudohyphen/Sprosszellen.
- ⥠Wichtigste DD Leukoplakie: nicht abwischbar, fakultative PrĂ€kanzerose â im Zweifel histologische AbklĂ€rung.
- Weitere DD: Lichen planus (Wickham-Streifung), Belag durch Milch/Speisereste beim SĂ€ugling.
- â ïž Ein Soor ohne erkennbaren Auslöser ist Anlass zur Suche nach HIV-Infektion oder Diabetes mellitus.
Therapie
- â Erste Wahl topisch: Nystatin (Suspension/Lutschtabletten) oder Miconazol-Gel, nach den Mahlzeiten, ausreichend lange.
- Bei ausgedehntem Befall, ImmunschwĂ€che oder Verdacht auf Ăsophagusbeteiligung systemisch Fluconazol.
- Begleitend: auslösende Faktoren beseitigen â MundspĂŒlung nach Inhalativa, Prothesenhygiene, Diabeteseinstellung.
- â Eine alleinige symptomatische Behandlung ohne antimykotische Therapie und ohne Adressieren der Ursache reicht nicht aus.
Soor (orale Candidose)
Terminologie und Patientensprache
- Orale Candidose / Soor â âein Pilzbefall im Mund".
- Pseudomembranöse BelĂ€ge â âweiĂe, abwischbare BelĂ€ge auf der Schleimhaut".
- Antimykotikum â âein Mittel gegen Pilze".
- ImmunschwĂ€che â âeine geschwĂ€chte Abwehr des Körpers".
- Redemittel: âSie haben einen Pilz im Mund. Das kommt hĂ€ufig vor, wenn die Abwehr geschwĂ€cht ist oder nach Antibiotika oder Kortison-Spray."
â Soor ist ein Pilzbefall der Mundschleimhaut (âPilz im Mund"), meist mit abwischbaren weiĂen BelĂ€gen. ErklĂ€ren Sie der Patientin oder dem Patienten Ursache, Behandlung und mögliche begĂŒnstigende Faktoren.
Anamnese und ErklÀrung
- SchlĂŒsselfragen: âNehmen Sie Antibiotika oder ein Kortison-Spray? Haben Sie Diabetes? Tragen Sie eine Zahnprothese?"
- Bei SĂ€uglingen: âStillen Sie? Hat Ihr Kind weiĂe BelĂ€ge im Mund, die sich nicht wie Milch wegwischen lassen?"
- Therapie erklĂ€ren: âWir behandeln mit einem Pilzmittel (z. B. Nystatin), das Sie im Mund einwirken lassen."
- Hinweis: âSpĂŒlen Sie nach dem Kortison-Spray den Mund aus, damit der Pilz nicht wiederkommt."
Soor (orale Candidose)
Terminologie und Patientensprache
- Orale Candidose / Soor â âein Pilzbefall im Mund".
- Candida albicans â âein Hefepilz, der normalerweise harmlos auf der Schleimhaut lebt".
- Pseudomembranöse Form â âweiĂe, abwischbare BelĂ€ge"; erythematös-atrophe Form â âeine gerötete, brennende Schleimhaut".
- Antimykotikum â âein Mittel gegen Pilze"; topisch â âörtlich im Mund"; systemisch â âals Tablette fĂŒr den ganzen Körper".
- Immunsuppression â âeine geschwĂ€chte Abwehr"; Xerostomie â âMundtrockenheit"; Cheilitis angularis â âeingerissene Mundwinkel".
- Redemittel Ăbergabe (SBAR): âPatient mit oraler Candidose, abwischbare weiĂe BelĂ€ge, Risikofaktor inhalatives Kortison ohne MundspĂŒlung; Empfehlung topisches Nystatin und AbklĂ€rung von Diabetes."
â Soor ist ein Pilzbefall der Mundschleimhaut (âPilz im Mund"), typischerweise mit abwischbaren weiĂen BelĂ€gen und Brennen. In der FSP mĂŒssen Sie verstĂ€ndlich erklĂ€ren, was die Ursache ist, wie behandelt wird und welche Faktoren den Pilz begĂŒnstigen.
Wichtige Anamnesefragen
- âSeit wann haben Sie die weiĂen BelĂ€ge oder das Brennen im Mund?"
- âNehmen Sie zurzeit Antibiotika ein oder benutzen Sie ein Kortison-Spray (Asthma/COPD)?"
- âIst bei Ihnen ein Diabetes bekannt? Wie sind Ihre Blutzuckerwerte?"
- âTragen Sie eine Zahnprothese? Wie reinigen Sie sie und nehmen Sie sie nachts heraus?"
- âHaben Sie Schluckbeschwerden oder Schmerzen hinter dem Brustbein?" (Hinweis auf Ausdehnung).
Patientengerechte ErklÀrung und Therapie
ErklĂ€ren Sie ruhig und in Sie-Form: âSie haben einen Pilzbefall der Mundschleimhaut. Dieser Pilz lebt oft schon harmlos im Mund und vermehrt sich erst, wenn die Abwehr geschwĂ€cht ist oder nach Antibiotika, Kortison-Spray, bei Diabetes oder bei einer Zahnprothese."
- â âWir behandeln mit einem Pilzmittel wie Nystatin oder Miconazol, das Sie örtlich im Mund anwenden."
- âBei stĂ€rkerem Befall oder geschwĂ€chter Abwehr nehmen wir ein Pilzmittel als Tablette (Fluconazol)."
- â ïž âBitte spĂŒlen Sie nach dem Kortison-Spray immer den Mund aus."
- âReinigen Sie Ihre Prothese gut und legen Sie sie nachts in ein Reinigungsbad."
- Bei SĂ€uglingen: âBei Ihrem Kind behandeln wir die weiĂen BelĂ€ge mit einem örtlichen Pilzmittel; achten Sie auch auf die Brustwarzen beim Stillen."
Warnzeichen und Hintergrund
- â ïž Tritt Soor ohne erkennbaren Grund auf, mĂŒssen wir an eine geschwĂ€chte Abwehr (z. B. HIV) oder einen unerkannten Diabetes denken.
- ⥠Nicht jeder weiĂe Fleck ist Soor: nicht abwischbare weiĂe Stellen (Leukoplakie) mĂŒssen Ă€rztlich abgeklĂ€rt werden.
- Bei Schluckschmerz an eine Ausbreitung in die Speiseröhre denken â dann systemische Therapie.