Schenkelhalsfraktur
❗ Die Schenkelhalsfraktur (SHF) ist eine Fraktur des proximalen Femur (Oberschenkelhals) – typisch bei der alten, osteoporotischen Patientin nach Sturz im häuslichen Bereich, oft nach Bagatelltrauma. Leitbefund: verkürztes und außenrotiertes Bein mit schmerzhaft aufgehobener Beweglichkeit; gesichert wird die Diagnose mit dem Röntgen der Hüfte in 2 Ebenen.
Klinik und Diagnostik
Leitsymptom sind Schmerzen in der Hüfte (ggf. mit Ausstrahlung ins Kniegelenk), die auch bei jeder – auch passiven – Bewegung im Hüftgelenk auftreten. Der Patient ist nicht gehfähig.
In der körperlichen Untersuchung zeigt sich klassisch ein verkürztes und außenrotiertes Bein (durch Zug der Glutealmuskulatur am Trochanter major), ein lokaler Druckschmerz und ein axialer Kompressionsschmerz; das gestreckte Bein kann nicht aktiv angehoben werden. Immer auch pDMS der unteren Extremität prüfen.
Bildgebung der Wahl ist das Röntgen: (tiefe) Beckenübersicht plus betroffenes Hüftgelenk axial (proximaler Oberschenkel, bei Trauma ggf. bis einschließlich Knie). Ein CT/MRT ist nur ergänzend nötig – bei unzureichender Beurteilbarkeit im Röntgen oder Verdacht auf eine okkulte Fraktur (dann Kontroll-CT/MRT nach 3–5 Tagen), um die okkulte Fraktur bzw. später eine Femurkopfnekrose zu bestätigen oder auszuschließen.
Einteilung
Drei Achsen prägen Therapie und Prognose – Klausurliebling:
- Nach Lokalisation: mediale (intrakapsuläre) vs. laterale (extrakapsuläre) SHF. ⚡ medial bedeutet hier nicht „in der Mitte des Halses", sondern nah am Hüftkopf – häufige Fehlinterpretation in der Prüfung.
- Nach Frakturwinkel (Pauwels): Winkel zwischen Horizontale und Frakturspalt – Pauwels I < 30° (eher stabil, Abduktionsfraktur), Pauwels II 30–70°, Pauwels III > 70° (eher instabil, Abscherfraktur).
- ❗ Nach Dislokation (Garden I–IV): je höher der Garden-Grad, desto instabiler und desto höher das Risiko der Hüftkopfnekrose; bei Abkippung > 20° rund 50 % Pseudarthroserisiko.
Therapie
Die Indikation richtet sich nach Frakturtyp/Dislokation, biologischem Alter, Aktivität, Knochenqualität und Frakturalter – die Anamnese (Mobilität und Lebensführung vor dem Unfall) ist entscheidend.
❗ Beim jungen Patienten wird möglichst immer gelenkerhaltend versorgt. Generell sollen hüftgelenknahe Frakturen innerhalb von 24 h versorgt werden (G-BA/DGU-Standard); ⚠️ die dislozierte mediale SHF ist ein Notfall mit zusätzlich engerem Zeitfenster: hüftkopferhaltende Osteosynthese (z. B. DHS oder kanülierte Schrauben) möglichst rasch (klassisch ~6 h), um das Hüftkopfnekrose-Risiko zu senken.
Beim alten Patienten mit dislozierter medialer SHF (Garden III/IV) ist die endoprothetische Versorgung Standard: Hüft-TEP (Hüftkopf und Pfanne ersetzt) bei höherer Aktivität und gutem Allgemeinzustand, Duokopfprothese/Hemiendoprothese (HEP) bei niedrigem Aktivitätsgrad, sehr hohem Alter (> 75 J.) oder ausgeprägter Komorbidität. Konservativ nur bei stabilen, eingestauchten Frakturen (Pauwels I / Garden I) mit engmaschiger radiologischer Kontrolle – Cave: sekundäre Dislokation häufig.
Ziel ist die sofortige Mobilisation; nach Endoprothese mit Vollbelastung.
- ❗ Alte Patientin + häuslicher Sturz + verkürztes, außenrotiertes Bein = Verdacht SHF bis zum Beweis des Gegenteils.
- Röntgen 2 Ebenen sichert die Diagnose; CT/MRT nur bei okkulter Fraktur.
- Garden (Dislokation) und Pauwels (Winkel) steuern Therapie und Nekroserisiko.
- Jung/dislozierte mediale SHF → gelenkerhaltende Osteosynthese (zeitnah); alt/disloziert → Endoprothese (TEP vs. HEP nach Aktivität).
Schenkelhalsfraktur
❗ Die Schenkelhalsfraktur (SHF) ist eine Fraktur des (Ober-)Schenkelhalses und damit eine Form der proximalen Femurfraktur. Sie tritt typischerweise bei alten, osteoporotischen Menschen nach häuslichem Sturz auf. Prüfungsrelevant sind vor allem die Einteilungen (Lokalisation, Pauwels, Garden) und die daraus abgeleitete Therapieentscheidung zwischen gelenkerhaltender Osteosynthese und Endoprothese.
Definition und Ätiologie
Die SHF ist eine Fraktur des Schenkelhalses und gehört zu den proximalen Femurfrakturen. Abzugrenzen ist sie von der pertrochantären Fraktur (Bruch zwischen Trochanter major und minor) und der Hüftkopffraktur.
- ❗ Auslöser: Trauma/Sturz, oft im häuslichen Bereich, häufig schon als Bagatelltrauma.
- ❗ Risikofaktoren: hohes Alter und Osteoporose (bzw. Osteomalazie); seltener maligne Grunderkrankungen mit Knochenmetastasen (pathologische Fraktur).
Symptomatik und körperliche Untersuchung
Leitsymptom sind Schmerzen in der Hüfte, ggf. mit Ausstrahlung ins Kniegelenk, die auch bei – auch passiver – Bewegung im Hüftgelenk auftreten.
- Inspektion: ❗ klassisch verkürztes und außenrotiertes Bein (durch Zug der Glutealmuskulatur am Trochanter major), ggf. Hämatom über dem Trochanter major.
- Schmerz: lokaler Druckschmerz und axialer Kompressionsschmerz.
- Beweglichkeit: Patient nicht gehfähig; das gestreckte Bein kann nicht aktiv angehoben werden, die Beweglichkeitsprüfung ist oft schmerzbedingt nicht möglich.
- Stets pDMS der unteren Extremität dokumentieren (Durchblutung, Motorik, Sensibilität).
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich auf den klinischen Befund (verkürztes, außenrotiertes Bein; nicht anhebbares gestrecktes Bein) und die Bildgebung.
- ❗ Röntgen als Standard: (tiefe) Beckenübersichtsaufnahme + betroffenes Hüftgelenk axial, dazu Aufnahme des proximalen Oberschenkels; bei Trauma ggf. bis/einschließlich Knie.
- CT nur bei unzureichender Beurteilbarkeit im Röntgen oder Verdacht auf eine okkulte Fraktur – dann Kontroll-CT/MRT nach 3–5 Tagen, um die okkulte Fraktur zu bestätigen oder auszuschließen.
- MRT im Verlauf, um eine Femurkopfnekrose zu bestätigen oder auszuschließen.
- Differenzialdiagnosen: (Hüft-)Prellung, pertrochantäre Fraktur, Becken-(ring-)fraktur, Frakturen der unteren LWS, Hüftkopffraktur.
Einteilung
Die drei Einteilungsachsen bestimmen Stabilität, Nekroserisiko und Therapie – ein häufiger Prüfungsschwerpunkt.
- Nach Lokalisation: mediale (intrakapsuläre), intermediäre und laterale (extrakapsuläre) SHF. ⚡ „medial" meint nicht „in der Mitte des Halses", sondern nah am Hüftkopf – klassische Verwechslung. Die mediale Lage ist prognostisch ungünstiger (Gefäßversorgung des Hüftkopfes).
- Nach Frakturwinkel – Pauwels (Winkel zwischen Horizontale und Frakturspalt): I < 30° (Abduktionsfraktur, eher stabil, ggf. symptomarm), II 30–70° (Adduktionsfraktur mit Verkürzung, Außenrotation, Varusstellung), III > 70° (Abscherfraktur, eher instabil).
- ❗ Nach Dislokation – Garden I–IV: je höher Dislokationsgrad und Garden-Grad, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer Hüftkopfnekrose. Bei Abkippung > 20° rund 50 % Pseudarthroserisiko.
Therapie
Die Indikation ergibt sich aus Dislokation/Stabilität, biologischem Alter, Aktivitätsgrad, Knochenqualität, Komorbidität und Frakturalter – die Anamnese zur Mobilität vor dem Unfall ist entscheidend. Ziel ist eine rasche operative Versorgung mit früher Mobilisation.
❗ Beim jungen Patienten gilt: möglichst immer gelenkerhaltend. Generell sollen hüftgelenknahe Frakturen innerhalb von 24 h nach Aufnahme operativ versorgt werden (G-BA-/DGU-Standard). ⚠️ Die dislozierte mediale SHF ist darüber hinaus ein Notfall mit engerem Fenster – geschlossene Reposition (Extensionstisch) und hüftkopferhaltende Osteosynthese möglichst rasch (klassisch ~6 h), um das Risiko einer Hüftkopfnekrose zu senken; z. B. DHS mit Antirotationsschraube oder 2–3 kanülierte 7,3-mm-Schrauben (traditionell Teilbelastung 20 kg für 12 Wochen).
- Konservativ nur bei stabilen, eingestauchten Frakturen (Pauwels I / Garden I) und meist alten Patienten – mit engmaschiger radiologischer Verlaufskontrolle. Warnung: sekundäre Frakturdislokation ist häufig; ggf. Extensionsbehandlung.
- Operativ immer bei instabilen Frakturen (z. B. Adduktionsfrakturen). Osteosynthese (hüftkopferhaltend) vorzugsweise beim jüngeren Erwachsenen (etwa bis 70 J.) bei nicht dislozierten oder gut reponierbaren Frakturen, junger/aktiver Patient mit guter Knochenqualität; bei Pauwels II ggf. besser DHS (Fixierung am Schaft = extramedullär, anders als der Gamma-Nagel).
- Endoprothese beim alten Patienten mit dislozierter medialer SHF (Garden III/IV): Hüft-TEP (Kopf und Pfanne ersetzt) bei höherem Aktivitätsgrad, gutem Zustand und besseren Langzeitergebnissen – Nachteil höheres Luxationsrisiko; Duokopfprothese/HEP (Pfanne bleibt, kleinerer Kopf in Kunststoffpfanne) bei sehr hohem biologischem Alter (> 75 J.), hochgradiger Osteoporose, starker Bewegungseinschränkung, acetabulumnaher Arthrose oder rheumatischer Erkrankung – kürzere OP-Dauer und geringeres OP-Trauma, aber nach ~3 Jahren schlechteres Outcome als die TEP.
- Knochenzement (z. B. „Palacos", zementiert vs. nicht zementiert) je nach intraoperativ festgestellter Knochenqualität. ❗ Cave Knochenzement: Risiko eines Knochenzement-Implantationssyndroms (BCIS) mit Hypotonie, Hypoxie und Rechtsherzbelastung (Fettembolie).
- Nachbehandlung: Ziel sofortige Mobilisation, nach Endoprothese mit Vollbelastung; bei Kindern Versorgung über Kirschner-Drähte (z. B. bei Epiphysiolyse).
Komplikationen
Die SHF ist nicht nur ein lokales, sondern ein systemisches Risiko des alten Menschen – Komplikationen prägen Prognose und Prüfungsfragen.
- ❗ ⚠️ Hüftkopfnekrose (Femurkopfnekrose): Risiko steigt mit Dislokationsgrad und Alter der Fraktur → Warnung: rasche, angemessene Therapie mindert das Risiko.
- Pseudarthrose (s. o. ~50 % bei Abkippung > 20°), Beinlängendifferenz.
- Therapiekomplikationen: periprothetische/periimplantäre Frakturen, Implantatbrüche/-lockerung.
- Allgemein (Immobilität): Thrombose und Embolie, Infektion, Pneumonie, Dekubitus; in 10–20 % resultiert eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit.
- Drei Einteilungen merken: Lokalisation (medial nah am Kopf!), Pauwels (Winkel), Garden (Dislokation).
- Garden + Pauwels + biologisches Alter/Aktivität → Osteosynthese (jung/wenig disloziert) vs. Endoprothese (alt/disloziert).
- Dislozierte mediale SHF beim Jungen = Notfall (Hüftkopfnekrose), zeitnahe gelenkerhaltende Osteosynthese.
- Häufigste prüfungsrelevante Komplikationen: Hüftkopfnekrose und Pseudarthrose.
Schenkelhalsfraktur
Terminologie und Patientensprache
Für die FSP ist der saubere Wechsel zwischen Fachsprache (Arztbrief, Übergabe) und einfacher Patientensprache zentral.
- Fachbegriff: die Schenkelhalsfraktur / die Oberschenkelhalsfraktur; Abkürzung (schriftlich) SHF.
- Für Patienten: der Oberschenkelhalsbruch, der Bruch des (Ober-)Schenkelhalses bzw. ganz einfach der Bruch des Oberschenkels (oben am Hüftgelenk).
- Hüft-TEP = Totalendoprothese des Hüftgelenks (Jargon: „TEP"); patientennah: „ein künstliches Hüftgelenk, bei dem Hüftkopf und Gelenkpfanne ersetzt werden".
- Duokopfprothese / Hemiendoprothese (HEP); patientennah: „eine Teilprothese, bei der nur der Hüftkopf ersetzt wird und die eigene Gelenkpfanne erhalten bleibt".
❗ Die Schenkelhalsfraktur (SHF) – für Patienten der Oberschenkelhalsbruch – ist ein Bruch des Oberschenkelhalses, typisch bei älteren Menschen mit Osteoporose nach einem Sturz zu Hause. Leitbefund ist ein verkürztes, nach außen gedrehtes Bein mit starken Hüftschmerzen; gesichert wird sie durch ein Röntgen der Hüfte in zwei Ebenen.
Anamnese und Untersuchung
Erfragen Sie freundlich und in einfacher Sprache den Hergang sowie Risikofaktoren: „Was ist passiert? Sind Sie gestürzt?", „Können Sie noch auftreten oder stehen?", „Haben Sie eine Knochenerkrankung, zum Beispiel Osteoporose (Knochenschwund)?" und besonders wichtig „Nehmen Sie blutverdünnende Medikamente, etwa Marcumar oder ein neueres Mittel?" (relevant für eine baldige Operation).
In der Untersuchung zeigt sich klassisch das verkürzte und außenrotierte (nach außen gedrehte) Bein; der Patient kann nicht mehr auftreten, jede Bewegung der Hüfte schmerzt. Prüfen Sie Durchblutung, Motorik und Sensibilität des Beins.
Diagnose und Behandlung – einfach erklärt
Die Diagnose sichert das Röntgenbild der Hüfte in zwei Ebenen. Erklären Sie dem Patienten, dass meist eine Operation nötig ist und diese möglichst rasch erfolgt, um Komplikationen zu vermeiden.
❗ Patientennah: „Bei jüngeren Menschen versuchen wir, das eigene Gelenk zu erhalten und den Knochen mit Schrauben oder einer Schraubenplatte (DHS) zu stabilisieren." „Bei älteren Menschen setzen wir oft ein künstliches Gelenk ein – entweder ein vollständiges (Hüft-TEP) oder eine Teilprothese (Duokopfprothese)." Wichtig: „Nach der Operation stehen Sie meist schon bald wieder auf und dürfen das Bein voll belasten."
- Leitbild: ältere Person, Sturz zu Hause, verkürztes und nach außen gedrehtes Bein, kann nicht mehr auftreten.
- Immer nach Osteoporose und Blutverdünnern (z. B. Marcumar) fragen – wichtig für die rasche OP.
- Patientensprache: Oberschenkelhalsbruch; Hüft-TEP = vollständiges, Duokopfprothese = Teil-Kunstgelenk.
Schenkelhalsfraktur
Terminologie und Patientensprache
Wechseln Sie sicher zwischen Fachbegriff und Laiensprache – das ist in der FSP entscheidend.
- Fachbegriffe: die Schenkelhalsfraktur, die Oberschenkelhalsfraktur; Abkürzung (nur schriftlich) SHF.
- Patientensprache: der Oberschenkelhalsbruch, der Bruch des (Ober-)Schenkelhalses, vereinfacht der Bruch des Oberschenkels (oben, nahe der Hüfte).
- Hüft-TEP = Totalendoprothese des Hüftgelenks (totalendoprothetische Versorgung; Jargon „TEP") – für Patienten: „ein künstliches Hüftgelenk, bei dem sowohl der Hüftkopf als auch die Gelenkpfanne ersetzt werden".
- Duokopfprothese / bipolare Hemiendoprothese (HEP) (auch Hemiprothese, Duo-Cup-Prothese) – für Patienten: „eine Teilprothese: Ihre eigene Gelenkpfanne bleibt erhalten, eingesetzt wird ein neuer Kopf mit einer Kunststoffpfanne".
- Hüftkopfnekrose (Femurkopfnekrose) – für Patienten: „das Absterben des Hüftkopfes, weil seine Durchblutung gestört ist".
- Osteoporose – für Patienten: „Knochenschwund, also brüchige, weniger feste Knochen".
❗ Die Schenkelhalsfraktur (SHF) – für Patienten der Oberschenkelhalsbruch – ist ein Bruch des Oberschenkelhalses und eine Form der hüftgelenknahen (proximalen) Oberschenkelfraktur. Sie betrifft typischerweise ältere Menschen mit Osteoporose nach einem Sturz im häuslichen Umfeld. Dieser Beitrag verbindet die Fachsprache für Arztbrief und Übergabe mit klarer, respektvoller Patientensprache.
Anamnese – Fragen und typische Antworten
Beginnen Sie offen und in einfacher Sprache. Bewährte Redemittel für das Arzt-Patienten-Gespräch:
- Hergang: „Was ist passiert?" – typische Antwort: „Ich bin nachts aus dem Bett gefallen und konnte vor Schmerzen nicht mehr auftreten." Fragen Sie nach: „Können Sie noch stehen oder auftreten?"
- Vorerkrankungen: „Haben Sie Erkrankungen der Knochen?" – z. B. „Ich habe eine Osteoporose."
- Medikamente: „Welche Medikamente nehmen Sie?" – wichtig sind Gerinnungshemmer: „Ich nehme Marcumar wegen des Herzens, ich habe so ein Flimmern" (Vorhofflimmern) und „eine Wassertablette" (Diuretikum). Klären Sie auch neuere Blutverdünner (DOAK) ab – das beeinflusst den Zeitpunkt der Operation.
- Schmerzcharakter: Schmerzen in der Hüfte/Leiste, die bei jeder Bewegung zunehmen und ggf. ins Knie ausstrahlen.
Körperliche Untersuchung und Diagnostik
Schildern Sie dem Patienten ruhig jeden Schritt („Ich sehe mir jetzt Ihr Bein an und taste vorsichtig die Hüfte ab").
- ❗ Inspektion: klassisch das verkürzte und außenrotierte (nach außen gedrehte) Bein, häufig ein Hämatom (Bluterguss) über dem großen Rollhügel (Trochanter major).
- Schmerz: lokaler Druckschmerz über der Hüfte und axialer Kompressionsschmerz (Stauchungsschmerz); der Patient ist nicht gehfähig, das gestreckte Bein kann nicht angehoben werden.
- Stets Durchblutung, Motorik und Sensibilität des Beins prüfen und dokumentieren.
- Bildgebung: Röntgen der Hüfte in zwei Ebenen (Beckenübersicht und Hüftgelenk axial) sichert die Diagnose; selten ist ergänzend ein CT oder MRT nötig, um einen feinen oder zunächst nicht sichtbaren (okkulten) Bruch zu bestätigen oder auszuschließen.
Therapie – Aufklärung des Patienten
Erklären Sie verständlich, dass meist eine zeitnahe Operation nötig ist, und richten Sie das Verfahren nach Alter, Aktivität und Knochenqualität.
❗ Patientennah: „Bei jüngeren Menschen versuchen wir, das eigene Gelenk zu erhalten und den Knochen mit Schrauben oder einer Schraubenplatte (dynamische Hüftschraube, DHS) zu stabilisieren – bei einem bestimmten verschobenen Bruch sollte das möglichst rasch geschehen, damit der Hüftkopf gut durchblutet bleibt."
- Künstliches Gelenk bei älteren Menschen: „Bei einem verschobenen Bruch setzen wir meist ein künstliches Hüftgelenk ein – ein vollständiges (Hüft-TEP) bei noch aktiven Patienten, oder eine Teilprothese (Duokopfprothese) bei sehr hohem Alter oder starker Einschränkung."
- Mobilisation: „Das Ziel ist, dass Sie nach der Operation bald wieder aufstehen und das Bein in der Regel voll belasten dürfen – das schützt vor Folgeerkrankungen wie Lungenentzündung oder Thrombose."
- Konservativ (selten): „Nur bei einem stabilen, eingestauchten Bruch behandeln wir manchmal ohne Operation, dann aber mit engmaschigen Röntgenkontrollen, weil der Bruch sich nachträglich verschieben kann."
- Knochengesundheit: Sprechen Sie die Osteoporose-Behandlung und Sturzvermeidung an, damit kein weiterer Bruch entsteht.
Verlauf und Komplikationen – für das Aufklärungsgespräch
Benennen Sie mögliche Komplikationen ehrlich und beruhigend.
- ❗ ⚠️ Hüftkopfnekrose: „Der Hüftkopf kann absterben, wenn seine Durchblutung gestört ist – deshalb behandeln wir rasch."
- Pseudarthrose: „Manchmal heilt der Bruch nicht richtig zusammen."
- Allgemeine Risiken durch das Liegen: Thrombose und Embolie, Lungenentzündung, Wundinfektion, Druckgeschwür (Dekubitus); bei einem Teil der Patienten bleibt eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit.
- Bei künstlichem Gelenk: Erklären Sie das Luxationsrisiko („das künstliche Gelenk kann auskugeln") und Verhaltensregeln nach der OP.
- Anamnese-Trias erfragen: Sturzhergang, Osteoporose, Blutverdünner (Marcumar/DOAK).
- Patientensprache sicher beherrschen: Oberschenkelhalsbruch, künstliches Hüftgelenk (TEP) vs. Teilprothese (Duokopfprothese).
- Aufklärung: rasche OP, frühe Mobilisation, Risiken Hüftkopfnekrose/Thrombose/Pneumonie ehrlich ansprechen.