Herz im Röntgenthorax
Im Röntgenthorax beurteilen Sie am Herzen vor allem GröĂe und Form. â Quantitativ dient das kardiothorakale VerhĂ€ltnis (CTR): Es ist gleich (MRD + MLD)/ID und gilt nur in der p.a.-Aufnahme im Stehen als verwertbar.
Kardiothorakales VerhÀltnis (CTR)
Das CTR setzt die Querausdehnung des Herzens ins VerhĂ€ltnis zum Thorax-Innendurchmesser. MRD = gröĂter senkrechter Abstand von der Mittellinie bis zum rechten Herzrand, MLD = gröĂter senkrechter Abstand von der Mittellinie bis zum linken Herzrand, ID = Thorax-Innendurchmesser in Höhe des rechten Hemidiaphragmas. Daraus berechnet sich das VerhĂ€ltnis (MRD + MLD)/ID.
â Als Faustregel gilt ein CTR †0,5 im p.a.-Stehen als normal, ein CTR > 0,5 spricht fĂŒr eine Kardiomegalie. Praktisch gleichwertig: Die Summe der maximalen rechten und linken Herzausladung soll die HĂ€lfte des gröĂten Thorax-Querdurchmessers nicht ĂŒberschreiten.
Normalbefund: Kontur, Taille, Bucht
Physiologisch ist das Herz scharf abgrenzbar und normal groĂ (nicht vergröĂert). Die Herztaille ist die Einsenkung an der linken Herzkontur zwischen Truncus pulmonalis und linkem Ventrikel; die Herzbucht entspricht dem Bereich des linken Vorhofs/Herzohrs. Eine standardisierte Formulierung lautet: "Normentsprechender Herz-Lungen-Befund."
Pathologische Konfigurationen
Eine Verbreiterung des Herzschattens nach links mit abgerundeter Herzspitze spricht eher fĂŒr eine Linksherzhypertrophie ("aortale Herzkonfiguration"); eine Verbreiterung nach rechts eher fĂŒr eine Rechtsherzhypertrophie. Eine verstrichene Herztaille (nicht mehr als Einsenkung sichtbar) findet sich bei LinksherzvergröĂerung und bei Mitralklappenvitien (Mitralkonfiguration).
- â Holzschuhform (boot-shaped/sabot heart): angehobene Herzspitze + stark eingezogene Herztaille â eher Rechtsherzhypertrophie, klassisch bei Fallot-Tetralogie.
- ⥠Beim SilhouettenphĂ€nomen ist die Herzkontur durch eine angrenzende Lungenverschattung unscharf â dann ist die HerzgröĂe nicht bestimmbar (nicht vorschnell als normal oder pathologisch werten).
- â CTR †0,5 normal, > 0,5 = Kardiomegalie â nur in der p.a.-Aufnahme im Stehen verwertbar.
- ⥠In der Liegend-/a.p.-Aufnahme wird das Herz projektionsbedingt gröĂer abgebildet â HerzgröĂe dort nur im Verlauf beurteilbar, keine vorschnelle Kardiomegalie.
Herz im Röntgenthorax
Die Beurteilung des Herzens im Röntgenthorax umfasst HerzgröĂe und Herzform. â LeitgröĂe ist das kardiothorakale VerhĂ€ltnis (CTR) = (MRD + MLD)/ID, das ausschlieĂlich in der p.a.-Aufnahme im Stehen valide ist; ergĂ€nzend werden charakteristische KonturverĂ€nderungen (Herztaille, Herzbucht, Herzspitze) gedeutet.
Kardiothorakales VerhÀltnis und Messung
Das CTR quantifiziert die Querausdehnung des Herzens. MRD ist der gröĂte senkrechte Durchmesser von der Mittellinie bis zum rechten Herzrand, MLD der gröĂte senkrechte Durchmesser von der Mittellinie bis zum linken Herzrand, ID der Innendurchmesser des Brustkorbs in Höhe des rechten Hemidiaphragmas. Das VerhĂ€ltnis ist (MRD + MLD)/ID.
â Normwert: CTR †0,5 im p.a.-Stehen, > 0,5 = Kardiomegalie. Gleichwertig ausgedrĂŒckt: Die Summe aus maximaler rechter und maximaler linker Ausladung des Herzens darf nicht mehr als die HĂ€lfte des gröĂten Thorax-Querdurchmessers betragen; der rechte Herzrand soll dabei nicht mehr als etwa 5 cm ĂŒber die Mittellinie hinausragen.
Im Seitbild lĂ€sst sich eine LinksherzvergröĂerung zusĂ€tzlich abschĂ€tzen: Der linke Ventrikel bildet die hintere untere Herzkontur und soll einen definierten Bezugspunkt (etwa 2 cm kranial und dorsal des Schnittpunkts der V. cava superior mit der dorsalen Ventrikelkontur â "Cava-Dreieck") nicht ĂŒberschreiten; bei LinksherzvergröĂerung verkleinert sich dieses Dreieck.
Physiologischer Befund
Physiologisch ist die Herzkontur scharf abgrenzbar und das Herz normal groĂ (nicht vergröĂert). Die Herztaille ist die Einsenkung an der linken Herzkontur zwischen Truncus pulmonalis und linkem Ventrikel. Die Herzbucht liegt im Bereich des linken Vorhofs bzw. des Herzohrs. In der Praxis werden Normalbefunde meist nicht im Detail beschrieben; man dokumentiert sie zusammenfassend, z. B. "Normentsprechender Herz-Lungen-Befund".
Pathologische GröĂe und Konturen
Die HerzgröĂe wird als grenzwertig groĂ, zu groĂ bzw. vergröĂert befundet. ⥠Ist die Herzkontur durch eine angrenzende Lungenverschattung unscharf (SilhouettenphĂ€nomen), ist die HerzgröĂe nicht bestimmbar â eine GröĂenaussage ist dann nicht zulĂ€ssig.
Bei der Form unterscheidet man die Hauptrichtung der Verbreiterung des Herzschattens. Eine Verbreiterung nach links mit abgerundeter Herzspitze spricht eher fĂŒr eine Linksherzhypertrophie und ergibt das Bild der aortalen Herzkonfiguration. Eine Verbreiterung nach rechts spricht eher fĂŒr eine Rechtsherzhypertrophie.
Die Herztaille gibt weitere Hinweise: Eine verstrichene Herztaille (nicht mehr als Einsenkung sichtbar) findet sich bei LinksherzvergröĂerung und bei Mitralklappenvitien â dann spricht man von einer Mitralkonfiguration (typisch bei VergröĂerung des linken Vorhofs). Eine stark eingezogene Herztaille kann auf eine Hypoplasie des Pulmonalishauptstamms bzw. eine Pulmonalatresie hinweisen. Eine vorgewölbte/ausgefĂŒllte Herzbucht spricht fĂŒr eine VergröĂerung des linken Vorhofs.
- â Holzschuhform ("boot-shaped"/"sabot-shaped heart"): angehobene Herzspitze + stark eingezogene Herztaille â eher Rechtsherzhypertrophie, klassisch bei Fallot-Tetralogie.
Grenzen der Beurteilung
â Die HerzgröĂe ist nur in der p.a.-Aufnahme im Stehen valide beurteilbar. ⥠In der Liegend- bzw. a.p.-Aufnahme wird das Herz durch den kĂŒrzeren Fokus-Detektor-Abstand und den anterior-posterioren Strahlengang vergröĂert projiziert â hier darf eine Kardiomegalie nicht vorschnell diagnostiziert werden; eine GröĂenaussage ist nur im Verlauf (Vergleich mehrerer Aufnahmen) möglich.
Die Bewertung von Lungenparenchym/pulmonaler Stauung, Mediastinum und einem Mediastinalshift erfolgt in eigenen Befundkategorien und wird hier nicht ausgefĂŒhrt.
- â CTR = (MRD + MLD)/ID; †0,5 normal, > 0,5 Kardiomegalie â nur p.a. im Stehen.
- Form: nach links + abgerundete Spitze â Links-, nach rechts â Rechtsherzhypertrophie; verstrichene Taille â Mitral-/LinksherzvergröĂerung.
- â Holzschuhform = Fallot-Tetralogie/Rechtsherzhypertrophie.
- ⥠Liegend/a.p. ĂŒberschĂ€tzt die HerzgröĂe; SilhouettenphĂ€nomen macht die GröĂe nicht bestimmbar.
Herz im Röntgenthorax
Terminologie und Patientensprache
Fachlich sprechen Sie von HerzgröĂe, Herzkontur, Herztaille (Einsenkung der linken Herzkontur) und Herzbucht; das MaĂ ist das kardiothorakale VerhĂ€ltnis (CTR). Eine VergröĂerung heiĂt Kardiomegalie.
GegenĂŒber Patientinnen und Patienten erklĂ€ren Sie das anschaulich, z. B.: "Auf dem Röntgenbild des Brustkorbs schauen wir uns an, wie groĂ Ihr Herz ist und welche Form es hat." Statt "Kardiomegalie" sagen Sie "Ihr Herz ist etwas vergröĂert". Im Englischen heiĂt die Untersuchung chest x-ray (CXR) bzw. chest radiograph.
Im Röntgenthorax beurteilen Sie am Herzen GröĂe und Form. â Der wichtigste Messwert ist das kardiothorakale VerhĂ€ltnis (CTR) = (MRD + MLD)/ID, das nur in der stehenden p.a.-Aufnahme verwertbar ist.
Worauf Sie achten
Physiologisch ist das Herz scharf abgrenzbar und normal groĂ. Pathologisch wird es als grenzwertig groĂ oder vergröĂert befundet. Eine verstrichene Herztaille spricht fĂŒr eine VergröĂerung des linken Herzens oder ein Mitralklappenvitium, eine Verbreiterung nach links mit abgerundeter Spitze fĂŒr eine Linksherzhypertrophie, nach rechts fĂŒr eine Rechtsherzhypertrophie.
- â Holzschuhform: angehobene Herzspitze + stark eingezogene Herztaille â klassisch bei Fallot-Tetralogie.
- ⥠Bei unscharfer Kontur (SilhouettenphĂ€nomen) ist die HerzgröĂe nicht bestimmbar.
- â CTR †0,5 normal, > 0,5 = Kardiomegalie â nur in der stehenden p.a.-Aufnahme verwertbar.
- ⥠Im Liegen wirkt das Herz gröĂer â hier keine vorschnelle Kardiomegalie.
Herz im Röntgenthorax
Terminologie und Patientensprache
Wichtige Fachbegriffe: HerzgröĂe, Herzkontur (scharf abgrenzbar), Herztaille (die Einsenkung an der linken Herzkontur zwischen Truncus pulmonalis und linkem Ventrikel), Herzbucht (Bereich des linken Vorhofs bzw. Herzohrs) und das kardiothorakale VerhĂ€ltnis (CTR). Eine HerzvergröĂerung heiĂt Kardiomegalie; die typische Form bei Linksherzhypertrophie wird aortale Herzkonfiguration genannt, die bei Mitralvitien Mitralkonfiguration. Die englische Bezeichnung der Untersuchung ist chest x-ray (CXR) bzw. chest radiograph.
FĂŒr das PatientengesprĂ€ch eignen sich einfache Formulierungen: "Wir machen ein Röntgenbild des Brustkorbs und schauen, wie groĂ Ihr Herz ist und welche Form es hat." Statt Fachbegriffen sagen Sie "Ihr Herz ist etwas vergröĂert" oder "die Umrisse des Herzens sind nicht ganz klar zu erkennen". Bei der Ăbergabe an Kolleginnen und Kollegen formulieren Sie knapp und strukturiert, z. B.: "Im p.a.-Röntgenthorax im Stehen zeigt sich ein CTR ĂŒber 0,5 als Hinweis auf eine Kardiomegalie; die Herztaille ist verstrichen."
Bei der Befundung des Herzens im Röntgenthorax beschreiben Sie HerzgröĂe und Herzform. â Zentral ist das kardiothorakale VerhĂ€ltnis (CTR) = (MRD + MLD)/ID, das ausschlieĂlich in der stehenden p.a.-Aufnahme aussagekrĂ€ftig ist.
HerzgröĂe messen
Das CTR setzt die Herzbreite ins VerhÀltnis zum Thorax. MRD ist der Abstand von der Mittellinie bis zum rechten Herzrand, MLD der Abstand von der Mittellinie bis zum linken Herzrand, ID der Innendurchmesser des Thorax in Höhe des rechten Hemidiaphragmas; das VerhÀltnis ist (MRD + MLD)/ID.
â Als Orientierung gilt: CTR †0,5 ist normal, > 0,5 spricht fĂŒr eine Kardiomegalie. Anders gesagt soll die Summe der rechten und linken Herzausladung die HĂ€lfte des gröĂten Thorax-Querdurchmessers nicht ĂŒberschreiten.
Form und Konturen
Physiologisch ist die Herzkontur scharf abgrenzbar und das Herz normal groĂ. Pathologisch beschreiben Sie es als grenzwertig groĂ, zu groĂ bzw. vergröĂert. Eine Verbreiterung nach links mit abgerundeter Herzspitze spricht eher fĂŒr eine Linksherzhypertrophie (aortale Herzkonfiguration), eine Verbreiterung nach rechts eher fĂŒr eine Rechtsherzhypertrophie.
Die Herztaille und die Herzbucht helfen weiter: Eine verstrichene Herztaille (nicht mehr sichtbare Einsenkung) findet sich bei LinksherzvergröĂerung und bei Mitralklappenvitien (VergröĂerung des linken Vorhofs, Mitralkonfiguration); eine vorgewölbte Herzbucht weist ebenfalls auf einen vergröĂerten linken Vorhof hin. Eine stark eingezogene Herztaille kann bei einer Hypoplasie des Pulmonalishauptstamms bzw. einer Pulmonalatresie auftreten.
- â Holzschuhform ("boot-shaped"/"sabot-shaped heart"): angehobene Herzspitze + stark eingezogene Herztaille â eher Rechtsherzhypertrophie, klassisch bei Fallot-Tetralogie.
Grenzen der Beurteilung
â Die HerzgröĂe ist nur in der stehenden p.a.-Aufnahme zuverlĂ€ssig zu beurteilen. ⥠In der Liegendaufnahme (a.p.-Strahlengang) wird das Herz gröĂer abgebildet â eine Kardiomegalie darf hier nicht vorschnell angenommen werden; eine Aussage ist nur im Verlauf durch Vergleich mehrerer Aufnahmen möglich.
⥠Ist die Herzkontur durch eine benachbarte Lungenverschattung unscharf (SilhouettenphĂ€nomen), lĂ€sst sich die HerzgröĂe nicht bestimmen. Die Beurteilung von Lunge, pulmonaler Stauung und Mediastinum erfolgt in eigenen Befundabschnitten.
- â CTR = (MRD + MLD)/ID; †0,5 normal, > 0,5 Kardiomegalie â nur stehend p.a.
- Verstrichene Herztaille â Mitralvitium/LinksherzvergröĂerung; Holzschuhform â Fallot-Tetralogie.
- ⥠Liegend wirkt das Herz gröĂer; SilhouettenphĂ€nomen macht die GröĂe nicht bestimmbar.