Ratschow-Lagerungsprobe
â Die Lagerungsprobe nach Ratschow ist ein einfacher klinischer Funktionstest der unteren ExtremitĂ€t, der eine arterielle Durchblutungsstörung (pAVK) am Bein orientierend aufdeckt: Sie provozieren bei hochgelagertem Bein eine IschĂ€mie und beurteilen anschlieĂend im HĂ€ngen die Wiederdurchblutung.
DurchfĂŒhrung
Der Patient liegt in RĂŒckenlage, hebt beide Beine senkrecht an und fĂŒhrt fĂŒr 1â2 Minuten kreisende oder beugend-streckende FuĂbewegungen aus â oder bis Schmerzen auftreten. Direkt danach setzt er sich auf und lĂ€sst die Beine frei herunterhĂ€ngen. Beurteilt werden Schmerz und Hautfarbe wĂ€hrend der Hochlagerung sowie die zeitgerechte Wiederdurchblutung nach dem HerunterhĂ€ngen.
- Hochlagerung mit FuĂbewegungen 1â2 min: provoziert die IschĂ€mie.
- Danach Hinsetzen, Beine hÀngen lassen: Beurteilung der Reperfusion.
Normalbefund
Bei suffizienter arterieller Durchblutung treten keine Schmerzen auf und die Farbe der FuĂsohlen verĂ€ndert sich kaum. Nach dem HerunterhĂ€ngen kommt es innerhalb von etwa 5 Sekunden zu einer reaktiven HyperĂ€mie und nach weiteren etwa 5 Sekunden zu einer gut sichtbaren venösen FĂŒllung, vor allem am FuĂrĂŒcken.
Pathologischer Befund
â FĂŒr eine pAVK sprechen Schmerzen beim Kreisen der FĂŒĂe, BlĂ€sse beim Hochhalten der Beine und â nach dem HerunterhĂ€ngen â eine verzögerte reaktive HyperĂ€mie und venöse FĂŒllung. Ein solcher Befund weist auf eine arterielle Durchblutungsstörung distal der jeweiligen Stenose hin.
Kontraindikation und Stellenwert
â Kontraindiziert bei pAVK Grad III und IV: Bei kritischer IschĂ€mie mit Ruheschmerz oder Nekrosen wĂŒrde das Hochlagern die Durchblutung weiter verschlechtern und die Beschwerden verstĂ€rken. Die Ratschow-Probe ist ein orientierender Bedside-Test mit begrenzter Aussagekraft; objektiviert und gescreent wird die pAVK ĂŒber den Knöchel-Arm-Index (ABI/KAI) und die Dopplersonografie.
- Prinzip: IschÀmie durch Hochlagerung provozieren, dann Reperfusion im HÀngen beurteilen.
- Normal: reaktive HyperĂ€mie ~5 s, venöse FĂŒllung nach weiteren ~5 s.
- Pathologisch: verzögerte HyperĂ€mie/venöse FĂŒllung, BlĂ€sse beim Hochhalten, Schmerz.
- â KI: kritische IschĂ€mie (Stadium III/IV).
Ratschow-Lagerungsprobe
â Die Lagerungsprobe nach Ratschow ist ein klinischer Funktionstest der unteren ExtremitĂ€t zur orientierenden Aufdeckung einer arteriellen Durchblutungsstörung (pAVK). Das Prinzip: Durch Hochlagern und aktive FuĂbewegung wird der Sauerstoffbedarf gesteigert und eine IschĂ€mie provoziert; anschlieĂend wird im herunterhĂ€ngenden Bein beurteilt, wie schnell sich die Durchblutung wieder einstellt.
DurchfĂŒhrung
Der Patient befindet sich in RĂŒckenlage und hebt beide Beine senkrecht an. In dieser Position fĂŒhrt er fĂŒr 1â2 Minuten kontinuierliche FuĂbewegungen aus (Kreisen bzw. Beugen und Strecken im Sprunggelenk) â oder so lange, bis Schmerzen auftreten. Direkt im Anschluss setzt sich der Patient auf und lĂ€sst die Beine frei ĂŒber den Rand der Liege herunterhĂ€ngen.
Beurteilt werden zwei Phasen: wĂ€hrend der Hochlagerung das Auftreten von Schmerz und das Abblassen der FuĂsohlen, nach dem HerunterhĂ€ngen die zeitliche Abfolge von reaktiver HyperĂ€mie und venöser FĂŒllung als MaĂ der Reperfusion.
Normalbefund
Bei suffizienter arterieller Durchblutung treten keine Schmerzen auf und die Farbe der FuĂsohlen verĂ€ndert sich kaum. Nach dem HerunterhĂ€ngen stellt sich innerhalb von etwa 5 Sekunden eine reaktive HyperĂ€mie ein, und nach weiteren etwa 5 Sekunden wird eine gut sichtbare venöse FĂŒllung, vor allem am FuĂrĂŒcken, erkennbar.
Pathologischer Befund und Interpretation
â Auf eine pAVK weisen hin: Schmerzen beim Kreisen der FĂŒĂe, eine deutliche BlĂ€sse beim Hochhalten der Beine sowie â nach dem HerunterhĂ€ngen â eine verzögerte reaktive HyperĂ€mie und venöse FĂŒllung. Der Befund spiegelt die unzureichende arterielle Reserve distal der Stenose wider: Die unter Belastung verbrauchte Durchblutung kann nicht rasch genug ausgeglichen werden.
Ein einseitig auffĂ€lliger Befund kann zudem auf die Seite und â grob â die Höhe der Strombahnstörung hinweisen, ersetzt aber keine seitengetrennte apparative Lokalisationsdiagnostik.
Kontraindikation
â Kontraindiziert ist die Probe bei pAVK Grad III und IV (kritische ExtremitĂ€tenischĂ€mie mit Ruheschmerz, Ulzera oder GangrĂ€n). Das zusĂ€tzliche Hochlagern senkt den ohnehin grenzwertigen Perfusionsdruck weiter ab, verstĂ€rkt den IschĂ€mieschmerz und ist klinisch nicht zu rechtfertigen, da die Diagnose in diesen Stadien bereits anderweitig gesichert ist.
Einordnung in die Diagnostik
Die Ratschow-Probe gehört zur körperlichen Untersuchung und ergĂ€nzt Inspektion, Pulsstatus und Auskultation. Als reiner Bedside-Funktionstest besitzt sie nur begrenzte SensitivitĂ€t und SpezifitĂ€t und dient der Orientierung. Den objektiven Standard zur Diagnosesicherung, zum Screening und zur Verlaufskontrolle der pAVK bilden der Knöchel-Arm-Index (ABI/KAI) und die Dopplersonografie (Verschlussdruckmessung); bei Diskrepanz oder vor einer Intervention folgt die schnittbildgebende GefĂ€Ădarstellung.
Abgrenzung: Faustschlussprobe
Das entsprechende Pendant fĂŒr die obere ExtremitĂ€t ist die Faustschlussprobe: Der Patient hĂ€lt im Sitzen die Arme ĂŒber den Kopf und öffnet und schlieĂt fĂŒr 1â2 min die HĂ€nde; danach werden die Arme gesenkt und Reperfusion und Schmerz analog zur Ratschow-Probe beurteilt. Der pathologische Befund (verzögerte HyperĂ€mie/venöse FĂŒllung, Schmerzen) ist dem der Lagerungsprobe vergleichbar.
- Funktionstest der unteren ExtremitÀt: IschÀmie provozieren, dann Reperfusion beurteilen.
- Normal: reaktive HyperĂ€mie ~5 s, venöse FĂŒllung am FuĂrĂŒcken nach weiteren ~5 s.
- Pathologisch: Belastungsschmerz, BlÀsse beim Hochhalten, verzögerte Wiederdurchblutung.
- â KI: pAVK Grad III/IV (kritische IschĂ€mie).
- Orientierender Test â objektiver Standard ist der ABI/KAI plus Dopplersonografie.
- Pendant der oberen ExtremitÀt: Faustschlussprobe.
Ratschow-Lagerungsprobe
Terminologie und Patientensprache
Fachbegriff: Lagerungsprobe nach Ratschow (auch Ratschow-Lagerungsprobe, Ratschow-Probe). Patientensprache: "eine Untersuchung der Durchblutung Ihrer Beine". Die zugrunde liegende Erkrankung pAVK heiĂt umgangssprachlich Schaufensterkrankheit.
- Fachbegriff â Patient: "Lagerungsprobe" â "Wir prĂŒfen die Durchblutung Ihrer Beine."
- Adjektive fĂŒr den Befund: blass, verzögert, schmerzhaft (Normalbefund: rosig, prompt, schmerzfrei).
- reaktive HyperĂ€mie â "die Haut wird wieder rot/durchblutet".
â Die Lagerungsprobe nach Ratschow ist eine einfache Untersuchung der Beindurchblutung: Sie lassen das hochgelagerte Bein arbeiten und beurteilen danach, wie schnell die Durchblutung zurĂŒckkehrt. Sie deckt orientierend eine arterielle Durchblutungsstörung (pAVK) auf.
DurchfĂŒhrung am Patienten
ErklĂ€ren Sie ruhig und in Sie-Form, was Sie tun: "Bei dieser Untersuchung prĂŒfen wir die Durchblutung der Beine. Bitte legen Sie sich auf den RĂŒcken. Heben Sie jetzt beide Beine an, ich helfe Ihnen dabei. Machen Sie jetzt bitte Bewegungen mit den FĂŒĂen, also einfach mit den FĂŒĂen wackeln. Ich schaue auf die Uhr, und Sie machen das fĂŒr etwa eine Minute. Wenn etwas anfĂ€ngt weh zu tun, sagen Sie es mir bitte sofort. Ich lasse Ihre Beine jetzt wieder herunter, bitte setzen Sie sich an den Rand der Liege. Jetzt beobachte ich, wie die Durchblutung bei Ihnen ist."
Was Sie beurteilen
â Normal: keine Schmerzen, die FuĂsohlen bleiben rosig; nach dem HerunterhĂ€ngen wird die Haut rasch wieder rot (reaktive HyperĂ€mie nach etwa 5 Sekunden) und die Venen fĂŒllen sich nach weiteren etwa 5 Sekunden, vor allem am FuĂrĂŒcken. AuffĂ€llig (Hinweis auf pAVK): Schmerzen beim Bewegen der FĂŒĂe, BlĂ€sse beim Hochhalten und eine verzögerte Wiederdurchblutung.
- Immer vorher erklĂ€ren und um sofortige RĂŒckmeldung bei Schmerzen bitten.
- â Nicht durchfĂŒhren bei kritischer Durchblutungsstörung mit Ruheschmerzen oder offenen Stellen am FuĂ.
- Ăbergabe (SBAR): "Bei der Lagerungsprobe nach Ratschow zeigte sich rechts eine verzögerte Wiederdurchblutung, passend zu einer pAVK."
Ratschow-Lagerungsprobe
Terminologie und Patientensprache
Fachbegriff: Lagerungsprobe nach Ratschow (Synonyme: Ratschow-Lagerungsprobe, Ratschow-Probe). Der Eponymname Ratschow begegnet auch in der Stadieneinteilung "Fontaine-Ratschow". GegenĂŒber dem Patienten sprechen Sie nicht vom Fachbegriff, sondern von einer "Untersuchung der Durchblutung Ihrer Beine".
Wichtige Begriffe zum VerstĂ€ndlich-Machen: reaktive HyperĂ€mie â "die Haut wird nach kurzer Zeit wieder gut durchblutet und rot"; venöse FĂŒllung â "man sieht, wie sich die Venen am FuĂrĂŒcken wieder fĂŒllen"; IschĂ€mie/Minderdurchblutung â "zu wenig Blut/Sauerstoff im Gewebe".
- Fachsprache â Patientensprache: "Lagerungsprobe nach Ratschow" â "Durchblutungstest der Beine".
- Adjektive Normalbefund: rosig, prompt/zĂŒgig, schmerzfrei.
- Adjektive pathologischer Befund: blass, verzögert, schmerzhaft, kĂŒhl.
- Grunderkrankung pAVK â "Schaufensterkrankheit".
â Die Lagerungsprobe nach Ratschow ist eine einfache klinische Untersuchung der Beindurchblutung. Sie provozieren durch Hochlagern und FuĂbewegung eine kurze Mangeldurchblutung und beobachten danach im hĂ€ngenden Bein, wie rasch sich die Durchblutung wieder einstellt â ein orientierender Hinweis auf eine arterielle Durchblutungsstörung (pAVK).
DurchfĂŒhrung und PatientenfĂŒhrung
ErklĂ€ren Sie den Ablauf in respektvoller Sie-Form und holen Sie eine sofortige RĂŒckmeldung bei Schmerzen ein. BewĂ€hrte Formulierungen: "Bei dieser Untersuchung prĂŒfen wir die Durchblutung der Beine. Bitte legen Sie sich auf den RĂŒcken. Heben Sie jetzt beide Beine an, ich helfe Ihnen dabei. Machen Sie jetzt bitte Bewegungen mit den FĂŒĂen, also einfach mit den FĂŒĂen wackeln, sozusagen. Ich schaue auf die Uhr, und Sie machen das fĂŒr etwa eine Minute. Wenn etwas anfĂ€ngt weh zu tun, sagen Sie es mir bitte sofort."
AnschlieĂend: "Ich lasse Ihre Beine jetzt wieder herunter. Bitte setzen Sie sich an den Rand der Liege. Jetzt beobachte ich, wie die Durchblutung bei Ihnen ist." Konkret liegt der Patient also in RĂŒckenlage, hebt beide Beine senkrecht an und bewegt fĂŒr 1â2 Minuten die FĂŒĂe â oder bis Schmerzen auftreten â und lĂ€sst die Beine danach frei herunterhĂ€ngen.
Beurteilung: Normal- und auffÀlliger Befund
â Normalbefund: keine Schmerzen, die FuĂsohlen bleiben weitgehend rosig. Nach dem HerunterhĂ€ngen kommt es innerhalb von etwa 5 Sekunden zur reaktiven HyperĂ€mie (die Haut wird rasch wieder rot) und nach weiteren etwa 5 Sekunden zu einer sichtbaren venösen FĂŒllung, vor allem am FuĂrĂŒcken.
AuffĂ€lliger Befund (Hinweis auf pAVK): Schmerzen beim Kreisen der FĂŒĂe, BlĂ€sse beim Hochhalten der Beine sowie nach dem HerunterhĂ€ngen eine verzögerte reaktive HyperĂ€mie und venöse FĂŒllung. Sie können dem Patienten erklĂ€ren, dass die Beine bei Belastung mehr Sauerstoff brauchen und die Blutversorgung dann nicht ausreicht â daher Schmerz und verzögerte Wiederdurchblutung.
Kontraindikation und Sicherheit
â Nicht durchfĂŒhren bei fortgeschrittener pAVK (Grad III und IV) â also bei Ruheschmerzen oder bereits offenen Stellen, GeschwĂŒren oder abgestorbenem Gewebe am FuĂ. Das Hochlagern wĂŒrde die ohnehin kritische Durchblutung weiter verschlechtern und Schmerzen verstĂ€rken. Brechen Sie die Untersuchung ab, sobald der Patient Schmerzen meldet.
Abgrenzung und Ăbergabe
FĂŒr die Arme gibt es das Pendant Faustschlussprobe: Der Patient hebt im Sitzen die Arme ĂŒber den Kopf und öffnet und schlieĂt fĂŒr 1â2 Minuten die HĂ€nde; danach werden Wiederdurchblutung und Schmerz beurteilt â analog zur Lagerungsprobe.
Beispiel fĂŒr eine strukturierte Ăbergabe (SBAR): "Herr/Frau âŠ, Verdacht auf pAVK des rechten Beins. Bei der Lagerungsprobe nach Ratschow zeigte sich rechts eine verzögerte reaktive HyperĂ€mie und venöse FĂŒllung mit Belastungsschmerz. Ich schlage eine weiterfĂŒhrende GefĂ€Ădiagnostik mit Knöchel-Arm-Index und Dopplersonografie vor."
- Vorher in Sie-Form erklĂ€ren, SchmerzrĂŒckmeldung aktiv erfragen.
- Normal: Haut rasch wieder rot (~5 s), Venen gefĂŒllt nach weiteren ~5 s.
- AuffĂ€llig: BlĂ€sse beim Hochhalten, Schmerz, verzögerte Wiederdurchblutung â V. a. pAVK.
- â KI: fortgeschrittene pAVK mit Ruheschmerz oder offenen Stellen.
- Objektive KlÀrung: Knöchel-Arm-Index und Dopplersonografie.