Plasmaprodukte (Humanalbumin)
❗ Das zentrale Plasmaprodukt ist Humanalbumin — gewonnen aus humanem Plasma, virusinaktiviert und blutgruppenunabhängig infundierbar (kein Blutgruppen-Match nötig). Es ist kein Routine-Volumenersatz, sondern hat klar umgrenzte Indikationen.
Herstellung und Eigenschaften
Plasmaalbumin wird aus humanem Plasma gewonnen und durch Pasteurisierung (Erhitzung auf 60 °C über 10 Stunden) virusinaktiviert. Albumin ist das häufigste Plasmaprotein (etwa 50 % der Plasmaproteine) und trägt den kolloidosmotischen Druck.
- ❗ Blutgruppenunabhängig anwendbar — keine Kreuzprobe, keine Blutgruppenkompatibilität erforderlich.
- Referenzbereich Serumalbumin: 35–50 g/L; biologische Halbwertszeit etwa 20 Tage.
Indikationen
Albumin ist kein Mittel der ersten Wahl zur reinen Volumensubstitution — bei unkomplizierter Hypovolämie sind Kristalloide Standard. Es bleibt spezifischen Indikationen vorbehalten.
- ❗ Hepatologische Indikationen: spontan bakterielle Peritonitis (SBP), hepatorenales Syndrom, therapierefraktärer Aszites.
- ❗ Großvolumige Parazentese > 5 L (Albumingabe zur Kreislaufstabilisierung).
- Schwere Hypalbuminämie (< 2 g/dL) in bestimmten Situationen; therapeutische Plasmapherese als Ersatzlösung.
- Plasmaverluste bei Verbrennung oder schweren Blutungen.
Präparate und Dosierung
Es gibt zwei Konzentrationen mit unterschiedlicher Onkotik.
- 5 %-Lösung = isoonkotische Standardersatzlösung, oft mit Vollelektrolytlösung kombiniert.
- ⚡ 20 %-Lösung ist hyperonkotisch — zieht Flüssigkeit nach intravasal und kann eine Hypervolämie auslösen.
- Typische Dosierung 0,5–1,0 g/kg/Tag; Monitoring von Serumalbumin, Herzfrequenz, Blutdruck und Nierenfunktion.
Kontraindikationen und Cave
Die onkotische Wirkung wird bei eingeschränkter kardialer oder renaler Reserve gefährlich.
- ❌ Dekompensierte Herzinsuffizienz und schweres Nierenversagen — Volumenbelastung droht.
- ⚠️ Red Flag: Mögliche allergische / anaphylaktoide Reaktionen.
- ⚡ Vorsicht bei jeder vorbestehenden Herzinsuffizienz.
Rekombinantes Albumin abgrenzen
Rekombinantes Albumin wird durch rekombinante DNA-Technologie hergestellt und dient als pharmazeutischer Hilfsstoff.
- ❌ Nicht zur Transfusion/Substitution beim Patienten — anders als das aus Plasma gewonnene Plasmaalbumin.
- ❗ Humanalbumin = blutgruppenunabhängiges Plasmaprodukt, kein Routine-Volumenersatz.
- Leitindikationen sind hepatologisch (SBP, HRS, refraktärer Aszites) plus großvolumige Parazentese > 5 L.
- 5 % isoonkotisch (Standard), 20 % hyperonkotisch (Hypervolämie-Gefahr); KI: dekompensierte Herzinsuffizienz, schweres Nierenversagen.
Plasmaprodukte (Humanalbumin)
❗ Humanalbumin ist das wichtigste albuminbasierte Plasmaprodukt: aus humanem Plasma gewonnen, durch Pasteurisierung virusinaktiviert, blutgruppenunabhängig infundierbar. Klinisch zentral sind die abgegrenzten Indikationen, die beiden Konzentrationen (5 % vs. 20 %) und die kardio-renalen Kontraindikationen. Davon scharf zu trennen ist das rekombinante Albumin, das nur als pharmazeutischer Hilfsstoff dient.
Substanz Albumin
Albumin ist das häufigste Protein im Blutplasma (ca. 50 % der Plasmaproteine; davon etwa 40 % intravaskulär, 60 % extravaskulär). Molekulargewicht 66,5 kDa, 585 Aminosäuren, biologische Halbwertszeit etwa 20 Tage, Serumreferenzbereich 35–50 g/L.
Funktionell sorgt es für Transport von Hormonen, Fettsäuren und weiteren Substanzen, hält den kolloidosmotischen (onkotischen) Druck aufrecht und wirkt als Puffer im Säure-Basen-Haushalt. Diese Onkotik erklärt zugleich Nutzen und Gefahren der Albuminpräparate.
Plasmaalbumin: Herstellung und Transfusionseigenschaften
Plasmaalbumin (Plasmaprodukt) wird aus humanem Plasma gewonnen und durch Pasteurisierung (60 °C, 10 Stunden) virusinaktiviert. Da es weder Blutgruppenantigene noch -antikörper enthält, kann es ❗ blutgruppenunabhängig ohne Kreuzprobe angewendet werden.
Indikationen
Wichtig für die Prüfung: Albumin ist kein Standard-Volumenexpander. Bei einfacher Hypovolämie sind Kristalloide erste Wahl; Albumin wird gezielt bei spezifischen Konstellationen eingesetzt. Pathophysiologisch geht es um Plasmaverluste mit Bedarf an Volumensubstitution und Stützung des onkotischen Drucks.
- ❗ Hypovolämie durch Plasmaverluste — z. B. Verbrennung, schwere Blutungen, großvolumige Parazentese > 5 L.
- Spontan bakterielle Peritonitis (SBP) — Albumingabe zusätzlich zum Antibiotikum zur Senkung des Nierenversagensrisikos.
- Hepatorenales Syndrom (klassisch HRS Typ 1, heute HRS-AKI) — kombiniert mit Vasokonstriktoren.
- Therapierefraktärer Aszites.
- Schwere Hypalbuminämie < 2 g/dL in bestimmten Situationen.
- Therapeutische Plasmapherese als Teil der Ersatzlösung.
Verfügbare Präparate
Die Wahl der Konzentration richtet sich nach gewünschtem Volumen- vs. Onkotikeffekt.
Bei niedrigem Fibrinogenspiegel (< 1,25 g/L) kann in bestimmten Situationen eine Kombination 50:50 aus FFP und Albumin erfolgen, um die Gerinnung nicht weiter zu verdünnen.
- 5 %-Albuminlösung = Standardersatzlösung, leicht hypoonkotisch bis isoonkotisch zum Plasma; oft mit Vollelektrolytlösung kombiniert.
- Effekt auf die Gerinnung (Verdünnung): Abfall des Fibrinogens, Verlängerung der aPTT, Anstieg der INR — relevant bei großen Volumina.
- ⚡ 20 %-Albuminlösung ist hyperonkotisch — Hauptrisiko ist die Hypervolämie durch Flüssigkeitsverschiebung nach intravasal.
Anwendung und Monitoring
Typische Dosierung 0,5–1,0 g/kg/Tag, angepasst an Indikation und Konzentration.
- Serumalbumin regelmäßig kontrollieren.
- Herzfrequenz und Blutdruck monitoren.
- Nierenfunktion engmaschig kontrollieren.
Kontraindikationen, Cave und UAW
Die Risiken folgen direkt aus dem Volumen- und Onkotikeffekt.
- ❌ Als (in der Quelle) absolute Kontraindikationen geführt: dekompensierte Herzinsuffizienz und schweres Nierenversagen.
- ⚡ Cave bei jeder vorbestehenden Herzinsuffizienz — drohende Überladung, besonders unter der 20 %-Lösung.
- ⚠️ Red Flag: UAW: allergische / anaphylaktoide Reaktionen sind möglich.
Rekombinantes Albumin
Rekombinantes Albumin entsteht durch rekombinante DNA-Technologie und wird nicht aus Plasma gewonnen. Sein Einsatzgebiet ist ein anderes.
- Dient als pharmazeutischer Hilfsstoff (z. B. Stabilisator in Arzneimitteln).
- ❌ Keine Transfusion / kein Volumen- oder Substitutionsersatz beim Patienten — klarer Unterschied zum Plasmaalbumin.
- Humanalbumin: aus Plasma, pasteurisiert, blutgruppenunabhängig.
- Indikationen v. a. hepatologisch (SBP, HRS, refraktärer Aszites) und bei Parazentese > 5 L — nicht als Routine-Volumenersatz.
- 5 % isoonkotisch (Standard) vs. 20 % hyperonkotisch (Hypervolämie); KI: dekompensierte Herzinsuffizienz, schweres Nierenversagen; UAW: Allergie.
- Rekombinantes Albumin = nur Hilfsstoff, nie zur Transfusion.
Plasmaprodukte (Humanalbumin)
Terminologie und Patientensprache
Humanalbumin ist die spezifische Bezeichnung für das menschliche Albumin und praktisch synonym zu "Albumin" (englisch: albumin). Albumin ist das häufigste Eiweiß im Blutplasma. Das daraus hergestellte Präparat heißt Plasmaalbumin bzw. Plasmaprodukt.
- Patientennah: "Albumin ist ein körpereigenes Eiweiß aus dem Blut. Wir geben es Ihnen über die Vene als Infusion."
- "Dieses Eiweiß hält die Flüssigkeit in den Blutgefäßen und stabilisiert Ihren Kreislauf."
- Wichtige Begriffe für das Aufklärungsgespräch: Eiweißmangel (Hypalbuminämie), Bauchwasser (Aszites), Bauchpunktion (Parazentese).
❗ Humanalbumin ist das wichtigste Plasmaprodukt: ein aus menschlichem Blutplasma gewonnenes Eiweiß, das unabhängig von der Blutgruppe gegeben werden kann. Sie setzen es nicht zum routinemäßigen Volumenausgleich ein, sondern bei klar umschriebenen Krankheitsbildern.
Was ist es und wofür
Plasmaalbumin wird aus menschlichem Plasma gewonnen und durch Erhitzung virussicher gemacht (Pasteurisierung). Weil es keine Blutgruppenmerkmale trägt, ist keine Kreuzprobe nötig.
- ❗ Hauptindikationen sind Lebererkrankungen mit Bauchwasser: spontane bakterielle Bauchfellentzündung (SBP), hepatorenales Syndrom, therapieresistenter Aszites.
- ❗ Nach großvolumiger Bauchpunktion (> 5 Liter) zur Kreislaufstabilisierung.
- Bei ausgeprägtem Eiweißmangel oder großen Plasmaverlusten (z. B. Verbrennungen).
Worauf achten
Die Infusion verschiebt Flüssigkeit in die Gefäße — das belastet Herz und Niere.
- ❌ Nicht bei entgleister Herzschwäche und schwerem Nierenversagen.
- ⚡ Vorsicht bei jeder Herzschwäche — besonders bei der hochkonzentrierten 20 %-Lösung (Gefahr der Überwässerung).
- ⚠️ Red Flag: Achten Sie auf allergische Reaktionen während der Infusion.
- Albumin = körpereigenes Bluteiweiß; Plasmaprodukt ist blutgruppenunabhängig.
- Einsatz vor allem bei Lebererkrankungen und nach großer Bauchpunktion, nicht als Routine-Volumengabe.
- Vorsicht bei Herzschwäche und Nierenversagen; auf allergische Reaktionen achten.
Plasmaprodukte (Humanalbumin)
Terminologie und Patientensprache
Humanalbumin bezeichnet das menschliche Albumin und ist praktisch synonym zu "Albumin" (englisch: albumin). Albumin ist das häufigste Eiweiß im Blutplasma. Das aus Plasma hergestellte Präparat nennt man Plasmaalbumin oder Plasmaprodukt; ein gentechnisch erzeugtes Pendant ist das rekombinante Albumin.
- Fachbegriff ↔ Patientensprache: Hypalbuminämie = "Eiweißmangel im Blut"; Aszites = "Bauchwasser"; Parazentese = "Bauchpunktion, Ablassen des Bauchwassers"; Hypovolämie = "zu wenig Flüssigkeit in den Gefäßen".
- Erklärungssatz: "Albumin ist ein körpereigenes Eiweiß aus dem Blut. Es hält die Flüssigkeit in den Blutgefäßen und stabilisiert den Kreislauf."
- Aufklärung zur Herkunft: "Das Präparat wird aus menschlichem Spenderplasma gewonnen und ist gegen Viren aufbereitet."
- Übergabe (SBAR-Stil): "Ich gebe Humanalbumin wegen therapieresistentem Aszites nach Parazentese von über 5 Litern; bitte Kreislauf und Nierenfunktion überwachen."
❗ Humanalbumin ist das zentrale Plasmaprodukt — ein körpereigenes Bluteiweiß, aus menschlichem Plasma gewonnen, virussicher aufbereitet und unabhängig von der Blutgruppe infundierbar. Sie sollten die Indikationen, die beiden Konzentrationen und die Vorsichtsmaßnahmen erklären und gegenüber dem rekombinanten Albumin abgrenzen können.
Was Albumin ist
Albumin ist das häufigste Eiweiß im Blutplasma (etwa die Hälfte aller Plasmaeiweiße). Es transportiert Hormone und Fettsäuren, hält den kolloidosmotischen Druck aufrecht (es "bindet" Flüssigkeit in den Gefäßen) und wirkt als Puffer im Säure-Basen-Haushalt. Der normale Albuminwert im Blut liegt bei 35–50 g/L.
Herstellung und Gabe
Plasmaalbumin wird aus menschlichem Plasma gewonnen und durch Pasteurisierung (Erhitzen) virusinaktiviert. Da es keine Blutgruppenmerkmale enthält, kann es ❗ blutgruppenunabhängig und ohne Kreuzprobe als Infusion gegeben werden.
Indikationen
Albumin ist kein routinemäßiger Volumenersatz — bei einfachem Flüssigkeitsmangel gibt man zuerst Kristalloide (Elektrolytlösungen). Die gezielten Indikationen betreffen vor allem Plasmaverluste und Lebererkrankungen.
- ❗ Lebererkrankungen: spontane bakterielle Peritonitis (SBP), hepatorenales Syndrom, therapieresistenter Aszites.
- ❗ Nach großvolumiger Parazentese (> 5 L) zur Kreislaufstabilisierung.
- Große Plasmaverluste: Verbrennungen, schwere Blutungen.
- Schwerer Eiweißmangel (Hypalbuminämie, < 2 g/dL) in bestimmten Situationen.
- Als Ersatzlösung bei der therapeutischen Plasmapherese.
Präparate, Dosierung und Überwachung
Es stehen zwei Konzentrationen zur Verfügung; die Wahl hängt davon ab, ob eher Volumen oder eher onkotischer Effekt gewünscht ist. Typische Dosierung 0,5–1,0 g/kg/Tag.
- 5 %-Lösung = Standardersatzlösung, ähnlich "dicht" wie das Plasma (isoonkotisch), oft mit Elektrolytlösung kombiniert.
- ⚡ 20 %-Lösung ist hochkonzentriert (hyperonkotisch) — sie zieht Flüssigkeit in die Gefäße und kann eine Überwässerung (Hypervolämie) auslösen.
- Überwachen Sie Serumalbumin, Herzfrequenz, Blutdruck und die Nierenfunktion.
Vorsicht und Nebenwirkungen
Weil Albumin Flüssigkeit ins Gefäßsystem zieht, ist bei Herz- und Nierenschwäche besondere Vorsicht geboten.
- ❌ Nicht bei entgleister (dekompensierter) Herzschwäche und schwerem Nierenversagen.
- ⚡ Cave Herzschwäche: Gefahr der Kreislaufüberlastung, vor allem unter der 20 %-Lösung.
- ⚠️ Red Flag: Allergische / anaphylaktoide Reaktionen sind möglich — während der Infusion beobachten.
Rekombinantes Albumin abgrenzen
Rekombinantes Albumin wird gentechnisch (rekombinante DNA-Technologie) hergestellt, also nicht aus Spenderplasma.
- Es dient als pharmazeutischer Hilfsstoff (Bestandteil/Stabilisator von Arzneimitteln).
- ❌ Nicht zur Transfusion / nicht als Volumenersatz beim Patienten geeignet — anders als das Plasmaalbumin.
- Humanalbumin = körpereigenes Bluteiweiß; Plasmaprodukt blutgruppenunabhängig.
- Hauptindikationen: Lebererkrankungen (SBP, HRS, refraktärer Aszites) und Parazentese > 5 L; kein Routine-Volumenersatz.
- 5 % isoonkotisch vs. 20 % hyperonkotisch (Überwässerung); Vorsicht bei Herzschwäche/Nierenversagen, auf Allergien achten.
- Rekombinantes Albumin = nur Hilfsstoff, nie als Infusion/Transfusion.