Osteoporose
â Die Osteoporose ist eine generalisierte Skeletterkrankung mit verminderter Knochenmasse, -dichte und gestörter Mikroarchitektur â Folge ist eine erhöhte KnochenbrĂŒchigkeit mit gesteigertem Frakturrisiko. HĂ€ufigste generalisierte Skeletterkrankung, v. a. Frauen nach der Menopause. Lange asymptomatisch; oft erst die Fraktur bei Bagatelltrauma fĂŒhrt zur Diagnose.
Einteilung und Stadien
â PrimĂ€re Osteoporose macht etwa 95 % der FĂ€lle aus; fĂŒhrend ist die postmenopausale Osteoporose (Typ I) durch Abfall der Sexualhormone, daneben die altersbedingte (senile) Form. Die sekundĂ€re Osteoporose ist Folge einer Grunderkrankung (z. B. Cushing-Syndrom, Hyperthyreose, Hyperparathyreoidismus, Malassimilation) oder von Medikamenten â allen voran Glukokortikoide.
Stadieneinteilung nach dem T-Score der DXA-Messung (Abweichung von der mittleren Knochendichte junger Erwachsener): Osteopenie bei T-Score zwischen â1 und â2,5 SD; Osteoporose bei T-Score †â2,5 SD ohne Fraktur; manifeste Osteoporose bei T-Score †â2,5 SD mit osteoporotischer Fraktur.
- ⥠T-Score (Vergleich mit jungen Erwachsenen, diagnostisch maĂgeblich) nicht verwechseln mit dem Z-Score (alters- und geschlechtsadjustiert).
- MaĂgeblich ist der niedrigste T-Score aus LendenwirbelsĂ€ule und proximalem Femur.
Klinik und Diagnostik
â Leitsymptome sind RĂŒckenschmerzen und Wirbelkörperfrakturen (Sinterungs-/Impressionsfrakturen), die zu GröĂenverlust und einer Kyphose der BWS ("Witwenbuckel", TannenbaumphĂ€nomen) fĂŒhren. Frakturen entstehen oft schon bei Bagatelltrauma.
Diagnostisch zentral ist die DXA (duale Röntgen-Absorptiometrie), bereits im FrĂŒhstadium sensitiv. Ein Basislabor dient dem Ausschluss einer sekundĂ€ren Osteoporose und der Differenzialdiagnosen: Calcium, Phosphat, alkalische Phosphatase, Îł-GT, Kreatinin-Clearance, BSG/CRP, Blutbild, Serum-EiweiĂ-Elektrophorese und TSH, bei MĂ€nnern Testosteron.
- Serum-EiweiĂ-Elektrophorese um ein multiples Myelom auszuschlieĂen; TSH um eine Hyperthyreose auszuschlieĂen.
- Bei primÀrer Osteoporose ist das Basislabor typischerweise unauffÀllig.
Therapie
â Basis jeder Therapie: ausreichende Calciumzufuhr (Gesamtzufuhr ~1.000 mg/d, vorrangig ĂŒber die ErnĂ€hrung) und Vitamin D 800â1.000 IE/d, dazu körperliche AktivitĂ€t, Nikotinkarenz und Sturzprophylaxe. Die Indikation zur spezifischen medikamentösen Therapie richtet sich nach dem geschĂ€tzten 10-Jahres-Frakturrisiko (Alter, Geschlecht, T-Score, klinische Risikofaktoren).
Mittel der ersten Wahl sind Bisphosphonate (Alendronat, Risedronat, Ibandronat, Zoledronat). Alternativen sind Denosumab (RANKL-Antikörper), SERMs (z. B. Raloxifen) sowie osteoanabole Substanzen (Teriparatid/PTH-Analoga) bei schwerer Osteoporose.
- ⥠Seltene, aber schwerwiegende UAW der Bisphosphonate: Kieferosteonekrose und atypische Femurfrakturen â vor Therapie Zahnstatus klĂ€ren.
- â Ăstrogene/HRT nicht mehr primĂ€r zur Osteoporosetherapie (Nutzen-Risiko-AbwĂ€gung).
- DXA-T-Score: Osteopenie â1 bis â2,5 SD · Osteoporose †â2,5 SD · manifest = zusĂ€tzlich Fraktur.
- Glukokortikoide sind die wichtigste Medikamentenursache der sekundÀren Osteoporose.
- Bisphosphonate = First-Line; Calcium + Vitamin D als Basis stets dazu.
Osteoporose
â Die Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung mit pathologisch verminderter Knochenmasse und -dichte sowie verschlechterter Mikroarchitektur des Knochengewebes; daraus folgen eine verminderte StabilitĂ€t, gesteigerte KnochenbrĂŒchigkeit und ein erhöhtes Frakturrisiko. Sie ist die hĂ€ufigste generalisierte Skeletterkrankung; bundesweit sind etwa 6 Millionen Menschen betroffen, mit rund einer Million Neuerkrankungen pro Jahr, davon etwa die HĂ€lfte bereits mit osteoporotischer Fraktur. Betroffen sind vor allem Frauen nach der Menopause.
Abgrenzung der Begriffe
Die Osteoporose ist eine Verminderung der Knochenmasse bei normaler Mineralisation und muss von Mineralisationsstörungen abgegrenzt werden: â die Osteomalazie ist eine Mineralisationsstörung des Knochens beim Erwachsenen, die Rachitis dieselbe Störung beim Kind. Klinisch und differenzialdiagnostisch ebenso bedeutsam ist die glukokortikoidinduzierte Osteoporose als wichtigste medikamentös bedingte Form.
Einteilung
â Die primĂ€re Osteoporose umfasst etwa 95 % der FĂ€lle; sie ist erblich veranlagt, durch Umwelt und Lebensweise beeinflussbar und durch altersbedingte StoffwechselverĂ€nderungen geprĂ€gt: verminderte kutane Vitamin-D-Synthese, verminderte Calcium- und Vitamin-D-Aufnahme, Abnahme der Sexualhormonspiegel (fĂŒhrt zur postmenopausalen Osteoporose, Typ I) und Abnahme des Wachstumshormons. Risikofaktoren der LebensfĂŒhrung sind FehlernĂ€hrung, Bewegungsmangel, Untergewicht sowie Nikotin- und ĂŒbermĂ€Ăiger Alkoholkonsum.
Die sekundĂ€re Osteoporose ist Folge einer Grunderkrankung â Stoffwechselstörungen (Cushing-Syndrom, Diabetes mellitus, Hyperthyreose, Sexualhormonmangel, Hypophyseninsuffizienz mit Wachstumshormonmangel), körperliche InaktivitĂ€t (Ruhigstellung, BettlĂ€gerigkeit), neoplastische Erkrankungen (Plasmozytom, Mastozytose), Malassimilationssyndrome (z. B. Morbus Crohn) oder rheumatoide Arthritis. â Auch zahlreiche Medikamente sind ursĂ€chlich, allen voran â Glukokortikoide, daneben antiandrogene Substanzen, Protonenpumpeninhibitoren, Aromatasehemmer, Antiepileptika, bestimmte Chemotherapeutika, antiretrovirale Mittel und Sedativa (durch SturzbegĂŒnstigung).
Stadieneinteilung nach DXA
â Die Stadieneinteilung erfolgt nach dem T-Score der DXA-Messung â der Abweichung der Knochendichte vom Mittelwert gesunder junger Erwachsener in Standardabweichungen (SD).
- Osteopenie: T-Score zwischen â1 und â2,5 SD, keine Fraktur.
- Osteoporose: T-Score †â2,5 SD, keine Fraktur.
- Schwere (manifeste) Osteoporose: T-Score †â2,5 SD mit Fraktur(en).
- Fortgeschrittene Osteoporose: multiple Frakturen.
- ⥠Den diagnostischen T-Score (Bezug: junge Erwachsene) nicht mit dem Z-Score (alters- und geschlechtsadjustiert) verwechseln; maĂgeblich ist der niedrigste T-Score aus LWS und proximalem Femur.
Pathophysiologie
Zugrunde liegt eine Störung des Knochenstoffwechsels mit MissverhĂ€ltnis zwischen Osteoklasten- und OsteoblastentĂ€tigkeit. Die High-turnover-Osteoporose ("fast loser") zeigt einen gesteigerten Knochenumbau mit einem Trabekelverlust von ĂŒber 3 % jĂ€hrlich und entspricht typischerweise der postmenopausalen Form. Die Low-turnover-Osteoporose ("slow loser") beruht auf vermindertem Knochenstoffwechsel mit langsamem Substanzverlust und tritt typischerweise mehr als 10 Jahre nach der Menopause auf.
Symptomatik
HĂ€ufig verlĂ€uft die Osteoporose asymptomatisch, solange keine Frakturen bestehen, und wird als Zufallsbefund oder erst durch eine Fraktur nach Bagatelltrauma entdeckt. â Typisch sind Knochenschmerzen, vor allem im RĂŒcken, und â Wirbelkörperfrakturen in Form von Impressions-/Kompressionsfrakturen oder langsam progredienten Sinterungsfrakturen. FrĂŒh imponieren diffuse Schmerzen, spĂ€t eine Kyphosierung bis zum Gibbus.
Diagnostik
â Die Basisdiagnostik folgt der DVO-Leitlinie und umfasst Anamnese, körperliche Untersuchung, DXA und ein gezieltes Basislabor. Anamnestisch werden Symptomatik (u. a. GröĂenverlust), Risikofaktoren (Menopause, Glukokortikoid-Einnahme) und das Sturzrisiko erfasst.
â Die körperliche Untersuchung sucht nach Kyphosierung der BWS ("Witwenbuckel") mit Vorwölbung des Bauches, vorverlagertem Körperschwerpunkt und kleinschrittigem Gang sowie nach dem TannenbaumphĂ€nomen (schrĂ€ge Hautfalten am Rumpf durch Höhenverlust). Funktionstests wie Timed-up-and-go und Chair-rising-Test beurteilen das Sturzrisiko; die KörpergröĂe wird gemessen und mit Vorwerten verglichen.
â Das Basislabor dient der Differenzialdiagnose und dem Ausschluss einer sekundĂ€ren Osteoporose: Serum-Calcium und -Phosphat, alkalische Phosphatase (im Serum, ggf. erhöht), Îł-GT (zur DD einer AP-Erhöhung), Kreatinin-Clearance (Frage renale Osteopathie), EntzĂŒndungsparameter (BSG, CRP), Blutbild (EntzĂŒndung, Malignom), Serum-EiweiĂ-Elektrophorese (Frage multiples Myelom), TSH (Frage Hyperthyreose), bei MĂ€nnern Testosteron (Hypogonadismus) und ggf. 25-Hydroxy-Vitamin D bei Verdacht auf Mangel. Bei primĂ€rer Osteoporose ist dieses Labor typischerweise unauffĂ€llig.
â Die Knochendichtemessung (DXA) ist bereits im FrĂŒhstadium sensitiv und liefert die Stadieneinteilung. ErgĂ€nzend kann ein Röntgen der WirbelsĂ€ule Frakturzeichen zeigen: diffuse Transparenzerhöhung sowie Keilwirbel (v. a. thorakolumbal, durch Kompressionsfrakturen), Fischwirbel (bikonkav, durch Einbruch der Grund- und Deckplatten) und Plattwirbel (durch Impressionsfrakturen). In EinzelfĂ€llen kommen hochauflösendes HR-CT oder invasive Diagnostik (Knochenbiopsie) zum Einsatz.
- Serum-EiweiĂ-Elektrophorese um ein multiples Myelom zu bestĂ€tigen oder auszuschlieĂen.
- TSH um eine Hyperthyreose zu bestĂ€tigen oder auszuschlieĂen; Kreatinin-Clearance zur AbklĂ€rung einer renalen Osteopathie.
Differenzialdiagnosen
Wichtige Differenzialdiagnosen der verminderten Knochendichte bzw. der pathologischen Fraktur sind die Osteomalazie, der primÀre Hyperparathyreoidismus, Knochenmetastasen und das multiple Myelom.
Therapie
Die Frakturprophylaxe umfasst Patientenschulung und LebensstilmaĂnahmen: Vermeidung von Untergewicht (BMI > 20), ausreichende Calcium-Gesamtzufuhr von etwa 1.000 mg/d (vorrangig ĂŒber die ErnĂ€hrung, Supplementierung nur bei Defizit), Vitamin D 800â1.000 IE/d, regelmĂ€Ăige gewichttragende und muskelstĂ€rkende Bewegung, Sonnenlichtexposition und Nikotinkarenz.
â Die spezifische medikamentöse Therapie wird nach dem geschĂ€tzten 10-Jahres-Frakturrisiko indiziert (Alter, Geschlecht, T-Score und klinische Risikofaktoren), nicht allein nach einem festen T-Score-Grenzwert. Auf der Basis von Calcium und Vitamin D sind â Bisphosphonate (Alendronat, Risedronat, Ibandronat, Zoledronat) Mittel der ersten Wahl; sie hemmen die OsteoklastenaktivitĂ€t durch Einlagerung in den Knochen. Denosumab ist ein monoklonaler Antikörper gegen RANKL, der Bildung und AktivitĂ€t der Osteoklasten hemmt; SERMs (z. B. Raloxifen) binden an Ăstrogenrezeptoren und reduzieren die OsteoklastenaktivitĂ€t.
Bei postmenopausaler (High-turnover-)Osteoporose kommen Bisphosphonate, nach Indikationsstellung auch Raloxifen zum Einsatz. â Ăstrogene werden wegen ihrer Risiken nicht mehr primĂ€r zur Osteoporosebehandlung eingesetzt. Bei Low-turnover-Osteoporose und schweren VerlĂ€ufen werden osteoanabole PTH-Analoga (Teriparatid) verwendet. Bei MĂ€nnern ĂŒber 60 Jahre sind Alendronat, Risedronat oder Teriparatid erste Wahl; Denosumab ist insbesondere bei Knochenschwund unter Hormonablationstherapie beim Prostatakarzinom mit erhöhtem Frakturrisiko etabliert.
â Bei glukokortikoidinduzierter Osteoporose beginnt die Knochenschutz-Strategie gleichzeitig mit der Glukokortikoidtherapie. Calcium + Vitamin D sind die Basis fĂŒr alle Patienten; die Indikation zur spezifischen Therapie (Bisphosphonate als 1. Wahl, alternativ Denosumab/Teriparatid) richtet sich nach Glukokortikoid-Dosis/-Dauer und Frakturrisiko â bei hohem Risiko erhalten auch MĂ€nner und prĂ€menopausale Frauen eine spezifische Therapie (nicht nur Calcium/Vitamin D). Operativ kann bei schmerzhaften Wirbelkörperfrakturen eine Kyphoplastie erfolgen, bei der ein per Ballon geschaffener Hohlraum mit Zement aufgefĂŒllt wird.
- ⥠Bisphosphonat-UAW: Kieferosteonekrose (v. a. nach zahnchirurgischen Eingriffen â vorher Zahnstatus klĂ€ren, invasive Eingriffe vermeiden), atypische Femurfrakturen (Therapiepause nach 3â5 Jahren erwĂ€gen) und gastrointestinale Beschwerden (Einnahme mit reichlich Wasser im Sitzen/Stehen, sonst i. v. Gabe).
- â Bei postmenopausaler Osteoporose werden Ăstrogene nicht als primĂ€re Therapie eingesetzt.
Komplikationen
â FĂŒhrende Komplikation ist das erhöhte Frakturrisiko mit osteoporotischen Wirbelkörper- und peripheren Frakturen. â Die Frakturrate steigt im Alter exponenziell an; osteoporotische Frakturen â insbesondere hĂŒftgelenksnahe â erhöhen die MortalitĂ€t, vor allem im ersten Jahr nach der Fraktur.
- PrimÀr (~95 %, postmenopausal/senil) vs. sekundÀr (Grunderkrankung/Medikamente, v. a. Glukokortikoide).
- DXA-T-Score: Osteopenie â1 bis â2,5 · Osteoporose †â2,5 · manifest = mit Fraktur; niedrigster Wert aus LWS/Femur zĂ€hlt.
- Basislabor schlieĂt sekundĂ€re Ursachen aus (u. a. EiweiĂ-Elektrophorese â Myelom, TSH â Hyperthyreose).
- Therapie: Calcium + Vitamin D als Basis, Bisphosphonate First-Line; Indikation nach 10-Jahres-Frakturrisiko.
- Bisphosphonat-Fallen: Kieferosteonekrose, atypische Femurfraktur, GI-Beschwerden.
Osteoporose
Terminologie und Patientensprache
GegenĂŒber Patientinnen und Patienten sprechen Sie von Knochenschwund statt von "Osteoporose". Den Knochenbruch nennen Sie Patienten gegenĂŒber so, fachsprachlich heiĂt er Fraktur. Ein leichter Sturz ohne groĂe Krafteinwirkung ist ein Bagatelltrauma.
- Osteoporose = umgangssprachlich Knochenschwund.
- Den allmĂ€hlichen Höhenverlust mit RundrĂŒcken erlĂ€utern Sie als "krummer werden"; fachsprachlich Kyphose ("Witwenbuckel").
- Patientennahe Anamnesefrage: "Haben Sie bemerkt, dass Sie in den letzten Monaten oder Jahren kleiner geworden sind?"
â Die Osteoporose ist eine Erkrankung des gesamten Skeletts mit verminderter Knochenmasse und -dichte und gestörter Knochenstruktur; dadurch werden die Knochen brĂŒchig und es kommt leicht zu KnochenbrĂŒchen (Frakturen). Betroffen sind vor allem Frauen nach den Wechseljahren. Die Erkrankung bleibt lange unbemerkt und fĂ€llt oft erst durch einen Knochenbruch nach einem leichten Sturz auf.
Worauf es im GesprÀch ankommt
â Erfragen Sie gezielt Risikofaktoren: Wechseljahre, lĂ€ngere Einnahme von Kortison (Glukokortikoide), Bewegungsmangel, Untergewicht, Rauchen und Alkohol. Wichtig ist auch das Sturzrisiko, da StĂŒrze zu BrĂŒchen fĂŒhren. Leitsymptome sind RĂŒckenschmerzen und der GröĂenverlust durch zusammengesinterte Wirbelkörper.
ErklĂ€ren Sie der Patientin verstĂ€ndlich, dass die Knochendichte mit einer speziellen Röntgenmessung, der Knochendichtemessung (DXA), bestimmt wird, und dass eine Blutuntersuchung andere Ursachen ausschlieĂen soll.
- Patientenfrage zum Sturzrisiko: "Sind Sie in letzter Zeit gestĂŒrzt oder fĂŒhlen Sie sich beim Gehen unsicher?"
- ErklÀrung der DXA: "Wir messen mit einem schonenden Röntgenverfahren, wie dicht und stabil Ihre Knochen sind."
Behandlung erklÀren
â Grundlage der Behandlung sind ausreichend Calcium (vorrangig ĂŒber die ErnĂ€hrung) und Vitamin D sowie regelmĂ€Ăige Bewegung und das Meiden von StĂŒrzen. Bei höherem Bruchrisiko verordnen Ărztinnen und Ărzte zusĂ€tzlich knochenstĂ€rkende Medikamente, meist Bisphosphonate.
ErklÀren Sie verstÀndlich: "Diese Medikamente bremsen den Abbau der Knochen, damit sie wieder stabiler werden und seltener brechen." Weisen Sie bei Bisphosphonaten darauf hin, vor Behandlungsbeginn die ZÀhne kontrollieren zu lassen.
- Einnahmehinweis Bisphosphonate (patientennah): "Nehmen Sie die Tablette morgens nĂŒchtern mit einem groĂen Glas Wasser ein und bleiben Sie danach aufrecht sitzen oder stehen."
- Cave: Vor Beginn einer Bisphosphonat-Therapie eine zahnÀrztliche Kontrolle veranlassen (Risiko einer KieferknochenschÀdigung).
- Osteoporose = Knochenschwund; Fraktur = Knochenbruch.
- Risikofaktoren aktiv erfragen: Wechseljahre, Kortison, StĂŒrze.
- Basis: Calcium + Vitamin D + Bewegung; bei Bedarf Bisphosphonate.
Osteoporose
Terminologie und Patientensprache
Im PatientengesprĂ€ch ĂŒbersetzen Sie die Fachbegriffe konsequent in die Allgemeinsprache. Die Osteoporose heiĂt patientennah Knochenschwund. Eine Fraktur ist der Knochenbruch; ein Bagatelltrauma ist ein leichter Sturz oder StoĂ ohne groĂe Krafteinwirkung. Den fortschreitenden RundrĂŒcken (Kyphose, "Witwenbuckel") und den damit verbundenen GröĂenverlust beschreiben Sie als "krummer und kleiner werden".
- Osteoporose = Knochenschwund; Osteomalazie = Knochenerweichung (Mineralisationsstörung beim Erwachsenen); Rachitis = dieselbe Störung beim Kind.
- Fraktur = Knochenbruch; Wirbelkörperfraktur = Bruch eines Wirbelkörpers; Kyphose = RundrĂŒcken ("Witwenbuckel").
- Knochendichtemessung / DXA = schonende Röntgenmessung der KnochenstabilitÀt.
- Patientennahe Leitfrage zum GröĂenverlust: "Haben Sie bemerkt, dass Sie in den letzten Monaten oder Jahren kleiner geworden sind?"
- Sturzrisiko: "Sind Sie in letzter Zeit gestĂŒrzt oder fĂŒhlen Sie sich beim Gehen unsicher?"
â Die Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung mit verminderter Knochenmasse und -dichte und verschlechterter Knochenstruktur; dadurch steigt die KnochenbrĂŒchigkeit und damit das Frakturrisiko. Sie ist die hĂ€ufigste generalisierte Skeletterkrankung und betrifft vor allem Frauen nach der Menopause. Da sie lange beschwerdefrei verlĂ€uft, wird sie hĂ€ufig erst durch eine Fraktur nach einem Bagatelltrauma erkannt â entsprechend wichtig sind eine sorgfĂ€ltige Anamnese und eine patientengerechte AufklĂ€rung.
Anamnese und Risikofaktoren
â Erfragen Sie systematisch die Risikofaktoren: die Menopause (Wechseljahre), eine lĂ€ngere Einnahme von Glukokortikoiden (Kortison), Bewegungsmangel, Untergewicht, FehlernĂ€hrung sowie Nikotin- und ĂŒbermĂ€Ăiger Alkoholkonsum. Erfassen Sie auĂerdem das Sturzrisiko und frĂŒhere KnochenbrĂŒche. KlĂ€ren Sie Hinweise auf eine sekundĂ€re Ursache (Knochenschwund infolge einer anderen Erkrankung) wie SchilddrĂŒsenĂŒberfunktion, Cushing-Syndrom oder chronisch-entzĂŒndliche Darmerkrankungen.
Leitend im Beschwerdebild sind RĂŒckenschmerzen und ein GröĂenverlust durch zusammengesunkene Wirbelkörper. ErklĂ€ren Sie der Patientin, dass die Erkrankung anfangs oft keine Beschwerden macht und gerade deshalb gezielt gesucht wird.
- Patientennahe Frage zu Kortison: "Mussten Sie ĂŒber lĂ€ngere Zeit Kortison einnehmen, etwa als Tabletten?"
- Frage zur Familie/Lebensweise: "Gab es in Ihrer Familie KnochenbrĂŒche im Alter? Bewegen Sie sich regelmĂ€Ăig, rauchen Sie, trinken Sie Alkohol?"
Untersuchung und Diagnostik verstÀndlich vermitteln
Bei der körperlichen Untersuchung achten Sie auf den RundrĂŒcken der BrustwirbelsĂ€ule ("Witwenbuckel"), eine dadurch bedingte Vorwölbung des Bauches, einen nach vorn verlagerten Körperschwerpunkt mit unsicherem, kleinschrittigem Gang sowie auf das TannenbaumphĂ€nomen (schrĂ€ge Hautfalten am Rumpf durch den Höhenverlust). Das Sturzrisiko prĂŒfen Sie mit einfachen Tests wie dem Timed-up-and-go- und dem Chair-rising-Test; auĂerdem messen Sie die KörpergröĂe und vergleichen sie mit Vorwerten.
ErklĂ€ren Sie die zentrale Untersuchung, die Knochendichtemessung (DXA): "Wir messen mit einem schonenden, strahlenarmen Röntgenverfahren, wie dicht und stabil Ihre Knochen sind." ErgĂ€nzend dient eine Blutuntersuchung dazu, andere Ursachen des Knochenschwunds auszuschlieĂen. Bei einem Verdacht auf WirbelbrĂŒche kann zusĂ€tzlich ein Röntgen der WirbelsĂ€ule erfolgen.
- DXA patientennah: "Diese Messung tut nicht weh und dauert nur wenige Minuten."
- Blutuntersuchung erklĂ€ren: "Mit dem Blut prĂŒfen wir, ob eine andere Erkrankung hinter dem Knochenschwund steckt."
Therapie und AufklÀrung
â Grundlage jeder Behandlung sind eine ausreichende Calciumzufuhr (vorrangig ĂŒber die ErnĂ€hrung) und Vitamin D, dazu regelmĂ€Ăige Bewegung mit gewicht- und muskelstĂ€rkenden Ăbungen, Sonnenlicht, Rauchverzicht und konsequente Sturzprophylaxe. ErklĂ€ren Sie, dass diese MaĂnahmen die Knochen krĂ€ftigen und StĂŒrze verhindern sollen.
Bei erhöhtem Bruchrisiko kommt eine medikamentöse Therapie hinzu, meist mit Bisphosphonaten. ErklĂ€ren Sie verstĂ€ndlich: "Diese Medikamente bremsen den Abbau der Knochen, damit sie stabiler werden und seltener brechen." Eine Kyphoplastie (AuffĂŒllen eines eingebrochenen Wirbelkörpers mit Knochenzement) kann bei schmerzhaften WirbelbrĂŒchen helfen.
- Einnahmehinweis Bisphosphonate: "Bitte morgens nĂŒchtern mit einem groĂen Glas Wasser einnehmen und danach mindestens eine halbe Stunde aufrecht bleiben."
- ⥠Cave: Vor Beginn einer Bisphosphonat-Therapie zahnĂ€rztliche Kontrolle veranlassen â selten kann es zu einer KieferknochenschĂ€digung (Kieferosteonekrose) kommen, vor allem nach Zahn-OPs.
- Warnung: Bei neuen, plötzlichen RĂŒckenschmerzen an einen frischen Wirbelkörperbruch denken.
- Konsequent ĂŒbersetzen: Osteoporose = Knochenschwund, Fraktur = Knochenbruch, Kyphose = RundrĂŒcken.
- Risikofaktoren aktiv erfragen: Wechseljahre, Kortison, StĂŒrze, Untergewicht, Rauchen.
- DXA und Blutbild patientengerecht erklÀren; Therapie aus Calcium/Vitamin D, Bewegung und Bisphosphonaten.