Operationsverfahren an der Leber
â Die Leberchirurgie umfasst zwei Verfahrenskategorien: die Leberresektion (Teilentfernung von Parenchym) und die Lebertransplantation; die Hepatektomie (komplette Leberentfernung) ist dabei kein eigenstĂ€ndiges Verfahren, sondern erfolgt ausschlieĂlich als Schritt im Rahmen einer Transplantation. Entscheidend fĂŒr jede Resektion ist das maximal tolerable ResektionsausmaĂ â also wie viel funktionsfĂ€higes Lebergewebe nach dem Eingriff verbleibt (Future Liver Remnant, FLR).
PrÀoperatives Management
Vor jeder Leberoperation stehen drei SĂ€ulen: Labor, Tumorstaging und die Bestimmung des tolerablen ResektionsausmaĂes.
â Im Labor zĂ€hlen die Lebersynthese- und Cholestaseparameter: Îł-GT und AP (Cholestase), Bilirubin, Albumin und Transaminasen (Synthese/SchĂ€digung), INR und PTT sowie Thrombozyten (Gerinnung) und Kreatinin (Niere). Als Tumormarker dienen als Ausgangswert AFP (beim HCC) sowie CEA und CA 19-9 (bei Lebermetastasen bzw. CCC).
- Tumorstaging: MRT der Leber mit leberspezifischem Kontrastmittel zur Beurteilung der ResektabilitÀt; CT von Thorax und Abdomen zum Ausschluss extrahepatischer Metastasen.
- Leberbiopsie nur bei diagnostischer Unklarheit trotz Bildgebung â ⥠Cave Stichkanalmetastase beim HCC (Tumorzellverschleppung entlang des Punktionswegs).
- â FLR-Mindestvolumen: > 25â30 % bei gesunder Leber, > 40 % bei vorgeschĂ€digter Leber (Zirrhose, nach Chemotherapie).
- Funktionstests: Child-Pugh-Score, MELD-Score, LiMAx-Test und ICG-Clearance zur AbschÀtzung der Leberfunktionsreserve.
- Bei grenzwertigem FLR: Pfortaderembolisation (PVE) des zu resezierenden Anteils zur kompensatorischen Hypertrophie des verbleibenden Leberlappens.
Leberresektion â Indikationen und AusmaĂ
â Indikationen: HCC im kurativen Ansatz (typischerweise BCLC-Stadium 0 oder A), Lebermetastasen (v. a. kolorektales Karzinom, neuroendokrine Tumoren, Nierenzellkarzinom, Melanom), symptomatische oder dignitĂ€tsunklare benigne Tumoren (Adenom > 5 cm, symptomatisches HĂ€mangiom), groĂe Leberabszesse, Echinokokkose, groĂe symptomatische Zysten und schwere Leberverletzungen.
- ResektionsausmaĂ hĂ€ngt vom Child-Stadium ab: Child A â groĂe Resektionen (z. B. Hemihepatektomie) nach sorgfĂ€ltiger Evaluation möglich; Child B â meist nur limitierte Resektionen oder alternative Verfahren; â Child C â absolute Kontraindikation fĂŒr eine Resektion.
- Eine klinisch relevante portale Hypertension (Thrombozyten < 100.000/”l, Splenomegalie, Ăsophagusvarizen) ist hĂ€ufig eine Kontraindikation fĂŒr gröĂere Resektionen.
- Die fokale nodulÀre Hyperplasie (FNH) wird in der Regel konservativ beobachtet ("watchful waiting").
Resektionsverfahren
â Anatomische Resektion = Resektion entlang der Segmentgrenzen nach Couinaud (8 Segmente) mit zentraler Ligatur der zugehörigen GefĂ€Ăe und GallengĂ€nge â Standard bei Malignomen in kurativer Absicht.
- Hemihepatektomie rechts: Segmente VâVIII, ca. 60â70 % des Parenchyms; Hemihepatektomie links: Segmente IIâIV, ca. 30â40 %.
- Erweiterte Hemihepatektomie (Trisektorektomie), Segment-/Sektorektomie, zentrale Resektion (Mesohepatektomie, Segmente IV/V/VIII).
- â Pringle-Manöver: temporĂ€res Abklemmen des Lig. hepatoduodenale (A. hepatica + V. portae) zur Minderung des Blutverlustes.
- Nichtanatomische (atypische) Resektion bei kleinen, peripheren Befunden: Enukleation (â ohne Sicherheitsabstand, nur bei gut abgekapselten benignen Befunden) und Keil-/Wedge-Resektion (mit Sicherheitsabstand).
Lokale ablative Verfahren
Thermische In-situ-Zerstörung (Koagulationsnekrose) nicht resezierbarer Tumoren â bei KomorbiditĂ€ten, fortgeschrittener Zirrhose oder ungĂŒnstiger Lage; ideal bei begrenzter Herdzahl und GröĂe < 3 cm (max. 5 cm).
- RFA (Radiofrequenzablation): ⥠Heat-Sink-Effekt â durchblutete GefĂ€Ăe > 3 mm kĂŒhlen das Gewebe und leiten Hitze ab, Gefahr unvollstĂ€ndiger Tumorzerstörung am GefĂ€Ărand.
- MWA (Mikrowellenablation): schnellere, höhere Erhitzung, gröĂere/vorhersagbarere Nekrosezone und deutlich geringerer Heat-Sink-Effekt â daher besser fĂŒr gefĂ€Ănahe Tumoren.
Postoperative Komplikationen
â HĂ€ufigste chirurgische Komplikation nach Leberresektion ist die Gallenleckage (Bilirubin im Drainagesekret > 3-fach gegenĂŒber Serum am/ab dem 3. postoperativen Tag); Therapie meist ERCP mit Papillotomie/Stent.
- Blutung (Gerinnungsstörung oder chirurgisch) â Gerinnungssubstitution, Angiographie mit Coiling bei arterieller Blutung, ggf. Re-Laparotomie.
- Posthepatektomisches Leberversagen (PHLF) bei hohem Resektionsausmaà und eingeschrÀnkter Leberfunktion/Regeneration.
- Rechtsseitiger Pleuraerguss (Zwerchfellreizung) und Aszites (HypoalbuminÀmie, portale Hypertension).
- FLR-Faustregel: gesunde Leber > 25â30 %, vorgeschĂ€digte Leber > 40 %.
- â Child C = absolute Kontraindikation zur Resektion.
- Pringle-Manöver = Abklemmen des Lig. hepatoduodenale zur Blutungsminderung.
Operationsverfahren an der Leber
â Die Leberchirurgie gliedert sich in zwei Verfahrenskategorien: die Leberresektion (Parenchymresektion/Teilentfernung) und die Lebertransplantation (LTX); die Hepatektomie (totale Leberentfernung) ist kein eigenstĂ€ndiges Verfahren, sondern ein Schritt der Transplantation. Schwerpunkt der Resektionschirurgie ist die AbwĂ€gung zwischen onkologischer RadikalitĂ€t und Erhalt eines ausreichenden, funktionsfĂ€higen Future Liver Remnant (FLR). Die LTX ist hier nur eine der Verfahrenskategorien; ihre Indikationen, Allokation und der operative Ablauf werden gesondert behandelt.
PrÀoperatives Management
Das prĂ€operative Management ruht auf drei SĂ€ulen: Laborchemie, bildgebendes Tumorstaging und die Bestimmung des maximal tolerablen ResektionsausmaĂes.
â Labor: Cholestaseparameter (Îł-GT, AP), Nierenretentionsparameter (Kreatinin), Gerinnungsstatus (INR, PTT), Thrombozyten, Bilirubin, Albumin und Transaminasen bilden Synthese-, Cholestase- und Gerinnungsfunktion ab. Als Tumormarker wird ein Ausgangswert bestimmt: AFP spricht fĂŒr ein HCC, CEA und CA 19-9 fĂŒr Metastasen bzw. ein cholangiozellulĂ€res Karzinom (CCC).
- Tumorstaging: Beurteilung der ResektabilitÀt per MRT der Leber mit leberspezifischem Kontrastmittel; Ausschluss extrahepatischer Metastasen per CT von Thorax und Abdomen.
- Leberbiopsie nur bei diagnostischer Unklarheit trotz Bildgebung, bei benigner Raumforderung oder Verdacht auf diffuse Lebererkrankung. ⥠Cave Stichkanalmetastase beim HCC â Tumorzellverschleppung entlang des Stichkanals, daher zurĂŒckhaltende Indikation bei vermutetem HCC.
- â Volumetrie / FLR: erforderliches Restlebervolumen > 25â30 % bei gesunder Leber und > 40 % bei vorgeschĂ€digter Leber (Zirrhose, nach Chemotherapie); CT/MRT-gestĂŒtzte Bestimmung von Gesamtvolumen und FLR.
- Funktionstests: Child-Pugh-Score, MELD-Score, LiMAx-Test (Lidocain-MetabolisierungskapazitĂ€t) und ICG-Clearance (IndocyaningrĂŒn) schĂ€tzen die Funktionsreserve ab.
- Bei grenzwertigem FLR: Pfortaderembolisation (PVE) des Pfortaderastes des zu resezierenden Anteils â kompensatorische Hypertrophie des verbleibenden Leberlappens.
Leberresektion â Indikationen
â Maligne Indikationen dominieren: das hepatozellulĂ€re Karzinom (HCC) im kurativen Ansatz â typischerweise BCLC-Stadium 0 oder A â sowie Lebermetastasen, vor allem des kolorektalen Karzinoms (CRC), neuroendokriner Tumoren (NET), des Nierenzellkarzinoms und des Melanoms.
- Benigne Tumoren: Adenom â Resektion v. a. bei > 5 cm, bei MĂ€nnern, bei Blutung/Schmerz oder MalignitĂ€tsverdacht (z. B. GröĂenzunahme). HĂ€mangiom â nur bei Symptomen (z. B. Kapselspannungsschmerz) oder unklarer DignitĂ€t. FNH â in der Regel konservatives "watchful waiting".
- GroĂe Leberabszesse, wenn eine interventionelle Drainage nicht erfolgreich oder nicht möglich ist.
- Zystische Echinokokkose v. a. bei komplizierten Zysten (Ruptur, biliĂ€re Fistel) oder wenn medikamentöse/interventionelle Therapie (PAIR) kontraindiziert ist; groĂe symptomatische Leberzysten; schwere Leberverletzungen.
Bestimmung des ResektionsausmaĂes
â Das mögliche ResektionsausmaĂ hĂ€ngt maĂgeblich vom Child-Stadium und der funktionellen Reserve ab.
Bei Child A sind nach sorgfĂ€ltiger Evaluation groĂe Resektionen (z. B. Hemihepatektomie) möglich. Bei Child B sind meist nur sehr limitierte Resektionen oder alternative Verfahren (z. B. Ablation, Segmentektomie) vertretbar. â Child C stellt eine absolute Kontraindikation fĂŒr eine Resektion dar.
- FLR: bei Zirrhose nötiges Restlebervolumen > 40 %.
- Klinisch relevante portale Hypertension â definiert ĂŒber Thrombozyten < 100.000/”l, Splenomegalie und Ăsophagusvarizen â ist hĂ€ufig eine Kontraindikation fĂŒr gröĂere Resektionen.
- Der MELD-Score flieĂt in die RisikoabschĂ€tzung ein.
Anatomische Resektion
â Anatomische Leberresektion = Resektion entlang der Segmentgrenzen mit zentraler Ligatur der zugehörigen GefĂ€Ăe und GallengĂ€nge; die Grenzen entsprechen den 8 Lebersegmenten nach Couinaud. Indiziert bei Lebermalignomen in kurativer Absicht und bei Infektion mit Echinococcus multilocularis (mit > 1 cm Sicherheitsabstand).
Die alte Bezeichnung "Lobektomie" ist gebrĂ€uchlich, der Begriff "Lobektomie rechts" fĂŒr die erweiterte Hemihepatektomie rechts gilt jedoch als veraltet.
- Hemihepatektomie rechts: Segmente VâVIII (rechte arterioportale Strombahn), Resektion von 60â70 % des Parenchyms.
- Erweiterte Hemihepatektomie rechts (= Trisektorektomie rechts): zusĂ€tzlich (Teil-)Resektion von Segment IV, ca. 70â85 %.
- Hemihepatektomie links: Segmente IIâIV (ggf. auch Segment I), ca. 30â40 %; erweiterte Hemihepatektomie links (= Trisektorektomie links): zusĂ€tzlich Segment V und/oder VIII, ca. 65â75 %.
- Segmentektomie (Mono-/Bi-/Mehrsegment), Sektorektomie (z. B. lateraler Sektor links, Segmente II/III), zentrale Resektion (= Mesohepatektomie, Segmente IV/V/VIII).
- â Intraoperative Technik â Pringle-Manöver: temporĂ€res Abklemmen des Lig. hepatoduodenale zur Unterbrechung der Blutzufuhr ĂŒber A. hepatica und V. portae, Ziel ist die Minderung des Blutverlustes.
Nichtanatomische Resektion und ablative Verfahren
â Nichtanatomische (atypische) Leberresektion: Die Resektionsgrenzen orientieren sich nicht an der Couinaud-Gliederung. Indiziert bei kleinen, peripher gelegenen Tumoren (benigne oder maligne), peripheren Einzelmetastasen oder im Rahmen mehrstufiger Resektionen sowie bei der Zystenleber (Teilresektion und Fensterung) und schweren Leberverletzungen.
- Enukleation: lokales AusschĂ€len gut abgekapselter benigner Befunde (z. B. HĂ€mangiom, Zyste) â â kein Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe, daher nicht onkologisch.
- Tangentiale Resektion (Wedge-/Keilresektion): bei randstÀndigen Befunden oder zur Biopsieentnahme, Sicherheitsabstand wird soweit möglich beachtet.
- Lokale Ablation (RFA/MWA) nicht resezierbarer primĂ€rer und sekundĂ€rer Tumoren (v. a. HCC, kolorektale Metastasen), wenn Resektion wegen KomorbiditĂ€ten, fortgeschrittener Zirrhose oder ungĂŒnstiger Lage ausscheidet; oligometastatisch, Herde ideal < 3 cm (max. 5 cm).
- RFA: Hochfrequenzstrom â Ionenbewegung â Reibungshitze; ⥠Heat-Sink-Effekt â GefĂ€Ăe > 3 mm kĂŒhlen und leiten Hitze ab â Gefahr unvollstĂ€ndiger Zerstörung am GefĂ€Ărand.
- MWA: elektromagnetische Wellen versetzen WassermolekĂŒle in Schwingung; schnellere/höhere Erhitzung, gröĂere vorhersagbare Nekrosezone und deutlich geringerer Heat-Sink-Effekt â bevorzugt bei gefĂ€Ănahen Tumoren.
BiliÀre Rekonstruktion
Ziel ist ein neuer, dauerhafter Galleabflussweg unter Umgehung des unteren Gallengangs und der Papille â meist als Anastomose zwischen Ductus hepaticus und Jejunum.
- â Hepatikojejunostomie als Roux-en-Y-Anastomose: Eine ausgeschaltete, hochgezogene DĂŒnndarmschlinge (ca. 40â60 cm) verhindert Reflux von Nahrung und Bakterien und beugt einer Cholangitis vor. Indikationen: maligne Gallengangsobstruktion (oft Teil einer Whipple-Operation), irreparable (oft iatrogene) Gallengangsverletzungen, chronische Pankreatitis mit Stenose, PSC, sowie als Rekonstruktion bei Transplantation.
- Choledocho-Choledochostomie: direkte End-zu-End-Naht des Ductus choledochus â Methode der Wahl bei Lebertransplantation, wenn anatomisch möglich.
- Choledocho-Duodenostomie: Seit-zu-End-Anastomose bei distalen Stenosen Ă€lterer Risikopatienten â seltener wegen Gefahr des "Sumpf-Syndroms" (Reflux von Nahrungsresten).
Postoperative Komplikationen
â Die Gallenleckage ist die hĂ€ufigste chirurgische Komplikation nach Leberresektion.
- Gallenleckage: definiert als Bilirubin im Drainagesekret > 3-fach erhöht gegenĂŒber Serum am oder nach dem 3. postoperativen Tag; Therapie meist ERCP mit Papillotomie/Stent zur Drucksenkung, ggf. CT-gesteuerte Drainage eines abgekapselten Biloms, selten Re-Operation.
- Blutung: durch Gerinnungsstörung oder chirurgisch (GefĂ€Ăstumpf, Nahtinsuffizienz); Gerinnungssubstitution, Angiographie mit Coiling bei arterieller Blutung, ggf. Re-Laparotomie.
- Posthepatektomisches Leberversagen (PHLF): Risikofaktoren sind hohes ResektionsausmaĂ, vorbestehend verminderte Leberfunktion und eingeschrĂ€nkte Regeneration (Zirrhose, Fibrose, Cholestase, Cholangitis, Steatosis hepatis, prĂ€operative Chemotherapie).
- Infektionen (intraabdomineller Abszess, Leberabszess, Pneumonie), rechtsseitiger Pleuraerguss durch Zwerchfellreizung (meist konservativ oder Punktion) und Aszites (HypoalbuminÀmie, portale Hypertension).
- FLR-Schwellen: gesunde Leber > 25â30 %, vorgeschĂ€digte/zirrhotische Leber > 40 %.
- â Child C = absolute Resektions-Kontraindikation; portale Hypertension limitiert groĂe Resektionen.
- Anatomisch (Couinaud) = onkologisch; Enukleation = â ohne Sicherheitsabstand, nur benigne.
- MWA > RFA bei gefĂ€Ănahen Tumoren (geringerer Heat-Sink-Effekt).
Operationsverfahren an der Leber
Terminologie und Patientensprache
FĂŒr das GesprĂ€ch mit der Patientin oder dem Patienten ĂŒbersetzen Sie die Fachbegriffe in eine verstĂ€ndliche Alltagssprache.
- Leberresektion = die operative Entfernung eines Teils der Leber; patientennah: "Wir entfernen den betroffenen Teil Ihrer Leber."
- Hepatektomie = die Entfernung der gesamten Leber (nur bei einer Transplantation).
- Hemihepatektomie = Entfernung einer LeberhÀlfte; Lebersegment = ein eigenstÀndig versorgter Leberabschnitt.
- Metastase = "Tochtergeschwulst" / Absiedlung eines Tumors; gutartig (benigne) vs. bösartig (maligne).
- Ablation = Verödung / örtliche Zerstörung des Tumors durch Hitze, ohne ihn herauszuschneiden.
- Biopsie = Entnahme einer Gewebeprobe.
â Operationen an der Leber dienen vor allem dazu, Tumoren oder befallenes Gewebe zu entfernen. Die wichtigste Frage vor jeder Operation lautet: Wie viel gesundes Lebergewebe bleibt ĂŒbrig und reicht das aus? Die Leber hat eine bemerkenswerte FĂ€higkeit zur Regeneration, ist aber bei VorschĂ€digung (z. B. Zirrhose) deutlich empfindlicher.
Vor der Operation
â Vor der Operation klĂ€ren wir mit Blutuntersuchungen, wie gut die Leber arbeitet, und mit Bildgebung (vor allem MRT und CT), wie groĂ und wo der Befund liegt und ob er sich bereits ausgebreitet hat.
VerstĂ€ndlich erklĂ€rt: "Wir prĂŒfen zunĂ€chst, wie gut Ihre Leber arbeitet und ob genug gesundes Gewebe ĂŒbrig bleibt, wenn wir den erkrankten Teil entfernen."
- Wichtige Frage an die Patientin/den Patienten: "Trinken Sie regelmĂ€Ăig Alkohol? Ist bei Ihnen eine Leberzirrhose oder eine Lebererkrankung bekannt?"
- Reicht das verbleibende Lebergewebe rechnerisch nicht aus, kann eine Pfortaderembolisation vorgeschaltet werden, damit der gesunde Teil vorher wÀchst.
Die Operationsverfahren
â Man unterscheidet das Herausschneiden von Lebergewebe (Resektion) und das örtliche Veröden des Tumors (Ablation). Bei der Resektion folgt der Chirurg entweder den natĂŒrlichen Segmentgrenzen der Leber (anatomisch) oder schneidet den Befund mit etwas Rand heraus (atypisch).
- WÀhrend der Operation kann der Chirurg die Blutzufuhr zur Leber kurz abklemmen (Pringle-Manöver), um den Blutverlust gering zu halten.
- Bei der Verödung sind kleine Herde (ideal unter 3 cm) gut behandelbar â sinnvoll, wenn eine Operation z. B. wegen der Vorerkrankungen zu riskant wĂ€re.
- Patientennah: "Wir können den Tumor entweder herausschneiden oder, wenn er klein ist, durch Hitze von innen veröden."
Nach der Operation
Nach einer Leberoperation achten wir besonders auf zwei Dinge: ob Galle aus dem Operationsgebiet austritt und ob es nachblutet.
- â HĂ€ufigste Komplikation ist die Gallenleckage (Austritt von GallenflĂŒssigkeit), erkennbar an der Wunddrainage.
- AuĂerdem mögliche Nachblutung, eine vorĂŒbergehende LeberschwĂ€che sowie hĂ€ufig ein Wasser in der Lunge (rechtsseitiger Pleuraerguss) oder Bauchwasser (Aszites).
- Patientennah: "Direkt nach der Operation beobachten wir Sie engmaschig, vor allem auf Blutungen und auf einen Austritt von GallenflĂŒssigkeit."
- Kernfrage vor jeder Resektion: Bleibt genug funktionsfĂ€hige Leber ĂŒbrig?
- Resektion (herausschneiden) vs. Ablation (veröden) â je nach GröĂe, Lage und Leberfunktion.
Operationsverfahren an der Leber
Terminologie und Patientensprache
Im PatientengesprĂ€ch und bei der Ăbergabe ĂŒbersetzen Sie zwischen Fachsprache und Alltagssprache. Die folgende GegenĂŒberstellung hilft Ihnen, sich prĂ€zise und zugleich verstĂ€ndlich auszudrĂŒcken.
- Leberresektion = operative Entfernung eines Leberteils; patientennah: "das Herausschneiden des erkrankten Leberteils".
- Hemihepatektomie = Entfernung einer LeberhÀlfte; Hepatektomie = Entfernung der gesamten Leber (nur bei Transplantation).
- Lebersegment / Segment nach Couinaud = eigenstÀndig mit Blut und Galle versorgter Leberabschnitt; "die Leber ist in acht funktionelle Abschnitte unterteilt".
- anatomische vs. atypische Resektion = entlang der natĂŒrlichen Grenzen vs. nur der Befund mit etwas Sicherheitsrand.
- Ablation (Verödung) = örtliche Zerstörung des Tumors durch Hitze; Enukleation = AusschÀlen eines gut abgrenzbaren, gutartigen Befundes.
- Metastase = "Tochtergeschwulst", Absiedlung; benigne = gutartig, maligne = bösartig; ResektabilitÀt = "ob/wie der Befund operativ entfernbar ist".
- Gallenleckage = Austritt von GallenflĂŒssigkeit aus dem Operationsgebiet; Aszites = "Bauchwasser"; Pleuraerguss = "Wasser in der Lunge / im Rippenfell".
- NĂŒtzliche Adjektive fĂŒr den Befund: gutartig / bösartig, örtlich begrenzt / gestreut, operabel / inoperabel.
â Operationen an der Leber dienen ĂŒberwiegend der Behandlung von Tumoren â sowohl primĂ€rer Lebertumoren als auch Metastasen anderer Krebserkrankungen. Man unterscheidet die Leberresektion (das Entfernen eines Teils der Leber), die Lebertransplantation und die lokale Verödung (Ablation). Entscheidend ist immer, ob nach dem Eingriff genug funktionsfĂ€higes Lebergewebe verbleibt.
Vor der Operation â AufklĂ€rung und Vorbereitung
â Vor jeder Leberoperation klĂ€ren wir zwei Fragen: Wie gut arbeitet die Leber, und reicht das verbleibende Gewebe nach dem Eingriff aus? Dazu dienen Blutuntersuchungen (u. a. Leber- und Gerinnungswerte), eine MRT der Leber und eine CT von Brustkorb und Bauch.
So können Sie es erklĂ€ren: "Bevor wir operieren, prĂŒfen wir mit Blutuntersuchungen und Bildern, wie gut Ihre Leber arbeitet und ob genĂŒgend gesundes Gewebe ĂŒbrig bleibt, wenn wir den erkrankten Teil entfernen."
- Wichtige Anamnesefragen: "Trinken Sie regelmĂ€Ăig Alkohol, und wenn ja, wie viel?", "Ist bei Ihnen eine LeberentzĂŒndung (Hepatitis) oder eine Leberzirrhose bekannt?", "Hatten Sie schon einmal eine Krebserkrankung?"
- Eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen wir nur, wenn die Bildgebung keine sichere Diagnose erlaubt â bei Verdacht auf ein Leberzellkarzinom ist hier ZurĂŒckhaltung geboten, weil Tumorzellen entlang des Stichkanals verschleppt werden können.
- Ist rechnerisch zu wenig gesunde Leber vorhanden, kann eine Pfortaderembolisation vorgeschaltet werden: "Wir verschlieĂen gezielt ein BlutgefĂ€Ă, damit der gesunde Teil Ihrer Leber vor der Operation wĂ€chst."
Operationsverfahren
â GrundsĂ€tzlich gibt es zwei Wege: das Herausschneiden von Lebergewebe (Resektion) und das örtliche Veröden des Tumors (Ablation). Bei der Resektion folgt man entweder den natĂŒrlichen Segmentgrenzen (anatomische Resektion, bevorzugt bei bösartigen Tumoren) oder entfernt nur den Befund mit Sicherheitsrand (atypische Resektion).
- Bei groĂen Resektionen wird eine ganze LeberhĂ€lfte entfernt (Hemihepatektomie); wie viel entfernt werden darf, hĂ€ngt entscheidend vom Zustand der Leber ab. Bei fortgeschrittener Leberzirrhose ist eine Resektion oft nicht mehr möglich.
- WÀhrend der Operation kann der Chirurg die Blutzufuhr zur Leber kurzzeitig abklemmen (Pringle-Manöver), um Blutverlust zu vermeiden.
- Bei der Verödung (Ablation) wird der Tumor durch Hitze zerstört, ohne ihn herauszuschneiden â geeignet vor allem fĂŒr kleine Herde (ideal unter 3 cm), wenn eine Operation zu riskant ist (z. B. bei Vorerkrankungen oder fortgeschrittener Leberzirrhose).
- MĂŒssen die Gallenwege neu angeschlossen werden, verbindet der Chirurg den Gallengang mit einer DĂŒnndarmschlinge (Hepatikojejunostomie); patientennah: "Wir schaffen einen neuen Abflussweg fĂŒr die GallenflĂŒssigkeit in den Darm."
Nach der Operation â Ăberwachung
Nach einer Leberoperation ĂŒberwachen wir engmaschig, vor allem auf Blutungen und auf einen Galleaustritt. So können Sie es ankĂŒndigen: "In den ersten Tagen beobachten wir Sie sehr genau und kontrollieren regelmĂ€Ăig die Wunddrainagen."
- â HĂ€ufigste chirurgische Komplikation ist die Gallenleckage â ein Austritt von GallenflĂŒssigkeit, der sich ĂŒber die Drainage zeigt; behandelt wird sie meist durch eine endoskopische Spiegelung der Gallenwege (ERCP) mit Einlage eines kleinen Röhrchens (Stent).
- Weitere mögliche Komplikationen: Nachblutung, eine vorĂŒbergehende LeberschwĂ€che (Leberinsuffizienz), Infektionen (z. B. Abszess, LungenentzĂŒndung), Wasser in der Lunge (rechtsseitiger Pleuraerguss durch Reizung des Zwerchfells) und Bauchwasser (Aszites).
- FĂŒr die strukturierte Ăbergabe (SituationâHintergrundâBefundâEmpfehlung): "Patient nach rechtsseitiger Hemihepatektomie, Tag 3, jetzt galliges Sekret in der Drainage â Verdacht auf Gallenleckage, bitte chirurgische Mitbeurteilung und ggf. ERCP."
- Kernbotschaft an Patienten: Wir entfernen den erkrankten Teil und achten darauf, dass genug funktionsfĂ€hige Leber ĂŒbrig bleibt.
- Nach der OP besonders im Blick: Gallenleckage und Nachblutung.
- Ăbergabe immer mit konkretem Befund und klarer Empfehlung formulieren.