Humerus (Oberarmknochen)
â Am Humerus richten Sie die klinische Aufmerksamkeit auf drei Frakturregionen und die jeweils gefĂ€hrdete Nerven-/GefĂ€Ăstruktur: proximaler Humerus (Humeruskopf), Schaft und suprakondylĂ€rer (distaler) Bereich. Merkregel der Lokalisation: Humeruskopffraktur â N. axillaris, Schaftfraktur â N. radialis, suprakondylĂ€re Fraktur â N. ulnaris (und beim Kind die ischĂ€mische Volkmann-Kontraktur). Bei jeder Humerusfraktur gilt die pDMS-Kontrolle (Durchblutung, Motorik, SensibilitĂ€t) als obligat.
Anatomische Abschnitte und Landmarken
Der Humerus gliedert sich klinisch in den proximalen Abschnitt (Humeruskopf mit den Landmarken Collum anatomicum, Collum chirurgicum, Tuberculum majus und Tuberculum minus), den Schaft (Diaphyse) und den distalen/suprakondylÀren Abschnitt nahe dem Ellenbogengelenk. Diese Landmarken sind die Bezugspunkte der Frakturklassifikation.
- Collum anatomicum: Frakturen hier tragen ein hohes Risiko der Humeruskopfnekrose (avaskulÀre Nekrose durch unterbrochene Kopfdurchblutung).
- Collum chirurgicum: hÀufigste proximale Frakturlinie; hier verlÀuft der N. axillaris in unmittelbarer NÀhe.
- Tuberculum majus/minus: Ansatzstellen der Rotatorenmanschette; Abrisse flieĂen in die Klassifikation ein.
Proximale Humerusfraktur (Humeruskopffraktur)
Typische osteoporotische Fraktur, gehĂ€uft bei Frauen ĂŒber 60 Jahren nach Sturz. Einteilung im deutschen Examenskanon nach Neer anhand der Zahl der dislozierten Hauptsegmente; relevante Dislokation = Verschiebung > 1 cm oder Abkippung > 45°.
- â GefĂ€hrdet ist der N. axillaris: SensibilitĂ€tsausfall ĂŒber der lateralen/dorsalen Schulter und Parese des M. deltoideus.
- Warnung: Frakturen am Collum anatomicum gefÀhrden die Kopfdurchblutung und können eine Humeruskopfnekrose auslösen.
Humerusschaftfraktur
â Leitkomplikation ist die LĂ€sion des N. radialis, der im Sulcus nervi radialis direkt dem Schaft anliegt. Folge: Fallhand (Extensionsausfall in Hand/Fingern) und SensibilitĂ€tsstörung am radialen HandrĂŒcken.
SuprakondylÀre Humerusfraktur
Typische Fraktur des Kindes (Sturz auf den Arm bei gebeugtem Ellenbogen). â GefĂ€hrdet ist der N. ulnaris (Verlauf im Sulcus nervi ulnaris am Epicondylus medialis) â Krallenhand und SensibilitĂ€tsstörung der ulnaren Finger.
- ⥠GefĂŒrchtete Komplikation ist die ischĂ€mische Volkmann-Kontraktur als Folge eines Kompartmentsyndroms â nicht mit der reinen NervenlĂ€sion verwechseln, sondern als eigenstĂ€ndige GefĂ€Ăkomplikation erkennen.
Diagnostik und Therapieprinzip
Obligat ist die pDMS-Kontrolle (Durchblutung, Motorik, SensibilitĂ€t / Nervenstatus). Bildgebung: Röntgen in 2 (â3) Ebenen; CT zur OP-Planung bei komplexen Frakturen. Therapie nach Dislokationsgrad: undislozierte Frakturen konservativ (Ruhigstellung, z. B. Gilchristverband), dislozierte/offene/mehrfragmentĂ€re Frakturen operativ (Osteosynthese); beim Kind oft gekreuzte Kirschner-DrĂ€hte.
- Lokalisation â Nerv: Kopf = N. axillaris · Schaft = N. radialis (Fallhand) · suprakondylĂ€r = N. ulnaris (Krallenhand).
- â pDMS-Kontrolle bei jeder Humerusfraktur obligat.
- Collum anatomicum â Humeruskopfnekrose-Risiko; suprakondylĂ€r beim Kind â Volkmann-Kontraktur.
Humerus (Oberarmknochen)
â Der Humerus ist klinisch ĂŒber seine drei Frakturregionen zu denken â proximaler Humerus (Kopf), Schaft, suprakondylĂ€rer (distaler) Bereich â weil jede Region eine charakteristische neurovaskulĂ€re Begleitverletzung hat. Die Trias "Kopf = N. axillaris, Schaft = N. radialis, suprakondylĂ€r = N. ulnaris" ist Examensstandard, ergĂ€nzt um die Humeruskopfnekrose (Collum anatomicum) und die ischĂ€mische Volkmann-Kontraktur (Kind, suprakondylĂ€r). Verbindendes Prinzip: bei jeder Fraktur pDMS dokumentieren.
Anatomische Abschnitte und Landmarken
Der Humerus gliedert sich klinisch-radiologisch in den proximalen Abschnitt, den Schaft (Diaphyse) und den distalen/suprakondylĂ€ren Abschnitt. Am proximalen Humerus (Humeruskopf) bilden vier Landmarken das GerĂŒst der Klassifikation: Collum anatomicum (Grenze zwischen GelenkflĂ€che und Tubercula, prĂ€gt das Nekroserisiko), Collum chirurgicum (hĂ€ufigste Frakturlinie, enge Lagebeziehung zum N. axillaris), Tuberculum majus und Tuberculum minus (AnsĂ€tze der Rotatorenmanschette, deren Abrisse in die Segmenteinteilung eingehen).
- Die vier proximalen Hauptsegmente (Kalotte/Kopf, Tuberculum majus, Tuberculum minus, Schaft) sind die Grundlage der Segment- bzw. Neer-Logik.
- Am Schaft verlÀuft der N. radialis im Sulcus nervi radialis unmittelbar dem Knochen an.
- Distal/suprakondylÀr liegt der N. ulnaris im Sulcus nervi ulnaris am Epicondylus medialis.
Proximale Humerusfraktur (Humeruskopffraktur)
Synonyme: subkapitale/proximale Humerusfraktur, Oberarmkopffraktur. Meist betroffen sind Frauen ĂŒber 60 Jahren auf osteoporotischer Grundlage. Mechanismus: direktes Trauma (Sturz auf die Schulter) oder indirektes Trauma (Sturz auf den ausgestreckten Arm); bei Bagatelltrauma an eine pathologische Fraktur (Osteoporose, Knochenmetastasen) denken.
Klassifikation im deutschen Kanon nach Neer: Eingeteilt wird nach der Zahl der dislozierten der vier Hauptsegmente; ein Segment gilt als disloziert bei Verschiebung > 1 cm oder Abkippung > 45°. Daraus ergeben sich Zwei-, Drei- und Vier-Segment-Frakturen sowie Luxationsfrakturen â der Schweregrad steigt mit der Fragmentzahl. Historisch geht dies auf die Vier-Fragment-Einteilung nach Codman zurĂŒck; ergĂ€nzend existiert die HCTS-Klassifikation nach Resch, die AO-Klassifikation ist proximal weniger gebrĂ€uchlich.
- â Begleitverletzung: N. axillaris â HypĂ€sthesie ĂŒber lateraler/dorsaler Schulter, Parese des M. deltoideus (und M. teres minor).
- Symptomatik: schmerzhafte BewegungseinschrĂ€nkung, Schonhaltung (innenrotierte Schulter, gebeugter Ellenbogen), Druckschmerz ĂŒber dem Humeruskopf, HĂ€matom.
- Warnung: hohes Risiko der Humeruskopfnekrose bei Frakturen am Collum anatomicum (Unterbrechung der Kopfdurchblutung).
- Differenzialdiagnose: Schultergelenkluxation.
Humerusschaftfraktur
Eher selten. AO-Klassifikation: Typ A einfache Frakturen (Quer-, Spiral-, SchrÀgfrakturen), Typ B Keilfrakturen, Typ C komplexe Frakturen.
â Leitkomplikation ist die LĂ€sion des N. radialis, der im Sulcus nervi radialis direkt am Schaft entlangzieht. Pathologische Befunde: Fallhand (Ausfall der Hand-/Fingerstrecker) und HypĂ€sthesie an der Dorsalseite von Unterarm und Hand.
- Diagnostik: pDMS mit gezielter N.-radialis-PrĂŒfung; Röntgen des Oberarms in 2 Ebenen.
- Therapie: nicht/gering dislozierte Frakturen konservativ; komplexe Frakturen operativ (Osteosynthese), bei offenen/TrĂŒmmerfrakturen/Polytrauma ggf. Fixateur externe.
SuprakondylÀre (distale) Humerusfraktur
Synonyme: distale Humerus-/Oberarmfraktur. HÀufig beim Kind (ca. 10 % aller kindlichen Frakturen); Mechanismus typischerweise direkter Sturz auf den Arm bei gebeugtem Ellenbogen. Einteilung nach AO (Typ A extraartikulÀr, Typ B partiell intraartikulÀr, Typ C vollstÀndige Gelenkfraktur) sowie in einfache und Mehrfragmentfrakturen.
â GefĂ€hrdet ist der N. ulnaris (Sulcus nervi ulnaris am Epicondylus medialis): pathologisch Krallenhand und SensibilitĂ€tsstörung an der Beugeseite der ulnaren 2œ Finger sowie der Dorsalseite der ulnaren 1œ Finger.
- ⥠GefĂŒrchtete Komplikation: ischĂ€misch bedingte Volkmann-Kontraktur (Folge eines Kompartmentsyndroms) â als eigenstĂ€ndige GefĂ€Ăkomplikation erkennen, nicht mit der isolierten NervenlĂ€sion gleichsetzen.
- Diagnostik: pDMS, Röntgen des Oberarms/Ellenbogens in 2 Ebenen.
- Differenzialdiagnosen: Ellenbogenluxation, Ellenbogenfrakturen.
- Therapie Kind: undisloziert â Ruhigstellung im Oberarmcast oder Blount-Schlinge (3â5 Wochen); disloziert â geschlossene Reposition und Osteosynthese mit gekreuzten Kirschner-DrĂ€hten. Erwachsene: Osteosynthese mit Zugschrauben oder Plattenosteosynthese.
Diagnostik und Therapie â ĂŒbergreifend
â Die pDMS-Kontrolle (Durchblutung, Motorik, SensibilitĂ€t / Nervenstatus) ist bei jeder Humerusfraktur obligat und vor wie nach Reposition zu dokumentieren. Bildgebung: Röntgen in 2 (â3) Ebenen; CT zur OP-Planung komplexer (v. a. proximaler) Frakturen, MRT zur Beurteilung der Weichteile in EinzelfĂ€llen.
Therapieentscheidung nach Lage der Frakturlinien, Dislokationsgrad und VitalitĂ€t der Fragmente: undislozierte Frakturen konservativ mit kurzzeitiger Retention (z. B. Gilchristverband); offene, dislozierte, luxierte oder mehrfragmentĂ€re Frakturen operativ (Osteosynthese), proximal anschlieĂend Ruhigstellung im Gilchristverband fĂŒr etwa zwei Wochen.
- Region â Nerv: Kopf = N. axillaris · Schaft = N. radialis (Fallhand) · suprakondylĂ€r = N. ulnaris (Krallenhand).
- â pDMS bei jeder Humerusfraktur â wichtigste Begleitverletzungen sind NervenlĂ€sionen.
- Collum anatomicum â Humeruskopfnekrose; suprakondylĂ€r beim Kind â Volkmann-Kontraktur (ischĂ€misch).
- Neer-Einteilung der proximalen Fraktur nach Zahl der dislozierten Segmente (Schwelle > 1 cm / > 45°).
Humerus (Oberarmknochen)
Terminologie und Patientensprache
Fachbegriff und Laiensprache nebeneinander fĂŒhren: Humerus = Oberarmknochen; Humerusfraktur = Oberarmbruch / gebrochener Oberarm. Dem Patienten gegenĂŒber sprechen Sie von einem "Bruch des Oberarmknochens" und benennen die Stelle einfach: "oben an der Schulter", "in der Mitte des Oberarms" oder "unten am Ellenbogen".
- Humeruskopffraktur â "Bruch des Oberarmknochens nahe der Schulter".
- Humerusschaftfraktur â "Bruch in der Mitte des Oberarms".
- suprakondylĂ€re Humerusfraktur â "Bruch des Oberarmknochens oberhalb des Ellenbogens" (hĂ€ufig bei Kindern).
- pDMS = Kontrolle von Durchblutung, Beweglichkeit und GefĂŒhl; Fallhand = die Hand kann nicht aktiv angehoben/gestreckt werden; Krallenhand = krallenartige Fehlstellung der Finger.
â Der Humerus ist der Oberarmknochen. Klinisch wichtig sind drei Bruchregionen â der körpernahe Anteil am Schultergelenk (Humeruskopf), der Schaft (mittlerer Oberarm) und der körperferne Anteil am Ellenbogen (suprakondylĂ€r). Jede Region kann einen anderen Nerv schĂ€digen; deshalb prĂŒfen und dokumentieren Sie bei jeder Oberarmfraktur Durchblutung, Motorik und SensibilitĂ€t der betroffenen Hand (pDMS).
Die drei Bruchregionen und ihre Warnzeichen
â Merken Sie sich die Zuordnung Bruchstelle â gefĂ€hrdeter Nerv, weil sie die gezielte Untersuchung steuert: oben (Kopf) der N. axillaris, in der Mitte (Schaft) der N. radialis, unten (suprakondylĂ€r) der N. ulnaris.
- Humeruskopf: N. axillaris â GefĂŒhlsstörung an der Ă€uĂeren Schulter, SchwĂ€che beim seitlichen Anheben des Arms.
- Schaft: N. radialis â typisch die Fallhand und ein taubes GefĂŒhl am HandrĂŒcken.
- SuprakondylĂ€r (Kind): N. ulnaris â Krallenhand und Taubheit an Klein- und Ringfinger.
Erste Schritte und Behandlung
Obligat ist die pDMS-Kontrolle. Zur Diagnose dient das Röntgen in zwei Ebenen. Bei einem nicht verschobenen Bruch behandelt man konservativ mit Ruhigstellung, hĂ€ufig im Gilchristverband; bei verschobenen, offenen oder mehrteiligen BrĂŒchen wird operiert (Osteosynthese).
- â Bei jeder Oberarmfraktur Durchblutung, Motorik und SensibilitĂ€t der Hand prĂŒfen.
- Bruchstelle â Nerv: Schulter = N. axillaris · Mitte = N. radialis (Fallhand) · Ellenbogen = N. ulnaris (Krallenhand).
- Frage an den Patienten: "Können Sie die Hand und die Finger normal bewegen? Haben Sie irgendwo ein taubes oder kribbelndes GefĂŒhl?"
Humerus (Oberarmknochen)
Terminologie und Patientensprache
FĂŒhren Sie Fachbegriff und Laiensprache parallel. Humerus = Oberarmknochen; Humerusfraktur = Oberarmbruch. Die Lokalisationen erklĂ€ren Sie ortsbezogen: "nahe der Schulter", "in der Mitte des Oberarms", "unten am Ellenbogen". Patienten beschreiben ihre Beschwerden oft selbst: "Ich kann den Arm nicht mehr heben", "die Hand hĂ€ngt schlaff herunter", "die Finger fĂŒhlen sich taub an".
- Humeruskopffraktur (Synonyme: proximale/subkapitale Humerusfraktur, Oberarmkopffraktur) â "Bruch des Oberarmknochens nahe der Schulter".
- Humerusschaftfraktur â "Bruch in der Mitte des Oberarms".
- suprakondylĂ€re Humerusfraktur (distale Humerus-/Oberarmfraktur) â "Bruch knapp oberhalb des Ellenbogens".
- pDMS = Durchblutung, Motorik, SensibilitÀt; Fallhand = die Hand lÀsst sich nicht aktiv strecken/anheben; Krallenhand = krallenartige Fehlstellung der Finger; Osteosynthese = operative Stabilisierung des Bruchs mit Schrauben, Platten oder DrÀhten.
- Adjektive fĂŒr den Befund: "verschoben" (disloziert), "offen" (offene Fraktur), "mehrteilig" (mehrfragmentĂ€r), "ruhiggestellt".
â Der Humerus (Oberarmknochen) wird klinisch in drei Bruchregionen gedacht: den körpernahen Anteil am Schultergelenk (Humeruskopf), den Schaft und den körperfernen Anteil am Ellenbogen (suprakondylĂ€r). Jede Region gefĂ€hrdet typischerweise einen anderen Nerv, weshalb die Kontrolle von Durchblutung, Motorik und SensibilitĂ€t (pDMS) bei jeder Oberarmfraktur Pflicht ist. FĂŒr das PatientengesprĂ€ch ĂŒbersetzen Sie die Fachbegriffe konsequent in eine verstĂ€ndliche Alltagssprache.
Anatomie fĂŒr das GesprĂ€ch
Der Oberarmknochen reicht von der Schulter bis zum Ellenbogen. Am oberen Ende sitzt der Humeruskopf, der die Schultergelenkpfanne bildet; die Bruchstellen dort tragen klangvolle Namen (anatomischer und chirurgischer Hals, groĂer und kleiner Höcker), die Sie dem Patienten aber nicht im Detail nennen mĂŒssen. Wichtig fĂŒr die AufklĂ€rung: Ein Bruch direkt am anatomischen Hals (Collum anatomicum) kann die Durchblutung des Kopfes stören; deshalb sprechen Sie hier behutsam ĂŒber das Risiko, dass der Knochenkopf spĂ€ter absterben kann (Humeruskopfnekrose).
Die drei Bruchregionen und ihre Nervengefahr
â Die Zuordnung Bruchstelle â gefĂ€hrdeter Nerv steuert Ihre gezielte Untersuchung und AufklĂ€rung: oben der N. axillaris, in der Mitte der N. radialis, unten der N. ulnaris.
- Humeruskopf: N. axillaris â GefĂŒhlsstörung an der Ă€uĂeren Schulter, SchwĂ€che beim seitlichen Anheben des Arms (Patientensprache: "die Schulter fĂŒhlt sich taub an", "ich kann den Arm nicht zur Seite heben"). HĂ€ufig betroffen sind Ă€ltere Menschen, vor allem Frauen ĂŒber 60 Jahre mit Osteoporose.
- Schaft: N. radialis â er liegt direkt am Knochen; typisch ist die Fallhand und ein taubes GefĂŒhl am HandrĂŒcken ("die Hand hĂ€ngt herunter").
- SuprakondylĂ€r (hĂ€ufig beim Kind): N. ulnaris â Krallenhand und Taubheit an Klein- und Ringfinger.
Warnzeichen und Komplikationen
⥠Beim Kind mit suprakondylĂ€rem Bruch ist die ischĂ€misch bedingte Volkmann-Kontraktur gefĂŒrchtet: eine Mangeldurchblutung des Unterarms (Kompartmentsyndrom) fĂŒhrt zu einer dauerhaften Fehlstellung der Hand. Verwechseln Sie diese GefĂ€Ăkomplikation nicht mit einer reinen Nervenstörung â sie verlangt rasches Handeln. Achten Sie deshalb auf zunehmende Schmerzen, blasse oder kĂŒhle Hand und fehlenden Puls.
- Warnung: starke, zunehmende Schmerzen, blasse/kĂŒhle Hand, fehlender Puls oder zunehmende Taubheit sind Alarmzeichen einer Durchblutungsstörung und mĂŒssen sofort abgeklĂ€rt werden.
- Warnung: Bruch am Collum anatomicum â Risiko der Humeruskopfnekrose.
Diagnostik, Therapie und Anamnese
â Obligat ist die pDMS-Kontrolle vor und nach jeder Behandlung. Zur Bildgebung dient das Röntgen in zwei (bis drei) Ebenen; bei komplexen BrĂŒchen ergĂ€nzt ein CT die OP-Planung. Therapeutisch gilt: nicht verschobene BrĂŒche werden konservativ ruhiggestellt (hĂ€ufig im Gilchristverband), verschobene, offene oder mehrteilige BrĂŒche operativ stabilisiert (Osteosynthese); bei Kindern kommen hĂ€ufig gekreuzte Kirschner-DrĂ€hte zum Einsatz.
Im AnamnesegesprÀch klÀren Sie Unfallhergang, Schmerzlokalisation und vor allem neurologische Begleitsymptome ab.
- Anamnesefragen: "Wie ist der Unfall passiert â sind Sie gestĂŒrzt?", "Können Sie Hand und Finger normal bewegen?", "Haben Sie ein taubes oder kribbelndes GefĂŒhl in Hand oder Fingern?", "Ist die Hand kĂŒhl oder blass geworden?".
- Ăbergabe (knapp): Patient mit Verdacht auf Oberarmbruch nach Sturz, pDMS dokumentiert, Röntgen veranlasst, Analgesie eingeleitet.
- â pDMS bei jeder Oberarmfraktur prĂŒfen und dokumentieren.
- Bruchstelle â Nerv: Schulter = N. axillaris · Mitte = N. radialis (Fallhand) · Ellenbogen = N. ulnaris (Krallenhand).
- Beim Kind suprakondylÀr: an die ischÀmische Volkmann-Kontraktur denken.