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Audiovisuelle Hiatushernie (Zwerchfellhernie). Pathophysiologie, Diagnostik, Therapie fĂŒr Medizinstudierende & intern. Ärzte.

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Hiatushernie

❗ Die Hiatushernie (Zwerchfellhernie) ist der krankhafte Durchtritt von Magenanteilen durch den Hiatus oesophageus aus dem Abdomen in den Thorax. Mit Abstand hĂ€ufigster Typ ist die axiale Gleithernie (Typ I, ca. 85 %), die oft asymptomatisch bleibt; klinisch im Vordergrund steht der gastroösophageale Reflux.

Formen

Eingeteilt wird nach der Lage des gastroösophagealen Übergangs und des Magens zum Zwerchfell.

  • ❗ Typ I — axiale Gleithernie (echte Hiatushernie): hĂ€ufigster Typ, ca. 85 %; Kardia gleitet axial nach intrathorakal.
  • Typ II — paraösophageale Hernie: selten (ca. 5 %); Kardia bleibt orthotop, Magenanteil tritt neben dem Ösophagus durch.
  • Typ III — Mischform aus I und II (ca. 5–10 %).
  • Typ IV — große Defekte mit Verlagerung weiterer Organe nach intrathorakal (< 1 %).

Klinik und Komplikationen

Typ-I-Hernien sind hÀufig asymptomatisch. Symptomatisch dominieren retrosternales Brennen, Regurgitation und Dysphagie.

  • ❗ HĂ€ufig assoziiert mit gastroösophagealem Reflux → chronische Refluxösophagitis.
  • Barrett-Ösophagus mit erhöhtem Adenokarzinom-Risiko.
  • ❗ Inkarzeration mit Nekrose — chirurgischer Notfall, v. a. bei paraösophagealen/großen Hernien.
  • Rezidivierende Aspirationspneumonien und Erhöhung des perioperativen Aspirationsrisikos.

Diagnostik

Die Ösophago-Gastro-Duodenoskopie sichert Hernie und beurteilt Mukosa/RefluxschĂ€den; der Ösophagus-Breischluck stellt die Verlagerung dynamisch dar und ist sensitiv fĂŒr kleine axiale Gleithernien.

  • ❗ ÖGD (Endoskopie) als primĂ€re Diagnostik — Nachweis der Hernie, Ausschluss von Komplikationen (Ösophagitis, Barrett).
  • ❗ Ösophagus-Breischluck mit wasserlöslichem Kontrastmittel.
  • Röntgen-Thorax: intrathorakale Luft-/Spiegelbildung, retrokardiale Verschattung — Warnung: ⚠ bei Verdacht auf Inkarzeration als Notfalldiagnostik.
  • ErgĂ€nzend bei Bedarf pH-Metrie, CT-Thorax (Verdacht auf Typ III/IV); prĂ€operativ Manometrie um eine MotilitĂ€tsstörung auszuschließen.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach dem Typ.

  • ❗ Typ I konservativ: LebensstilĂ€nderung (Gewichtsreduktion, keine spĂ€ten Mahlzeiten, Oberkörperhochlagerung) plus PPI.
  • Operativ bei Typ II–IV (absolute Indikation) sowie therapierefraktĂ€rem Typ I (relative Indikation): laparoskopische Fundoplikatio nach Nissen.
  • Merke: Typ I (axial, ~85 %) → Reflux/konservativ; Typ II–IV (paraösophageal) → OP wegen Inkarzerationsgefahr.
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Hiatushernie

❗ Die Hiatushernie ist eine Zwerchfellhernie — der krankhafte Durchtritt bzw. die Verlagerung von Magenanteilen durch den Hiatus oesophageus aus dem Abdomen in den Thorax. Sie zĂ€hlt im engeren Sinn zu den „falschen“ Hernien. HĂ€ufigster Typ ist die axiale Gleithernie (Typ I, ca. 85 %); die klinische Bedeutung ergibt sich vor allem aus dem assoziierten gastroösophagealen Reflux und — bei paraösophagealen Formen — aus der Inkarzerationsgefahr.

Einordnung und Definition

Die Hiatushernie ist die Verlagerung von Magenanteilen aus dem Abdomen in den Thorax durch den Hiatus oesophageus, der physiologisch im muskulĂ€ren Teil des Zwerchfells liegt. Innerhalb der allgemeinen Hernienlehre wird sie im engeren Sinn den „falschen“ Hernien zugerechnet (Durchtritt durch eine prĂ€existente LĂŒcke ohne kompletten peritonealen Bruchsack).

Formen (Klassifikation)

Die Einteilung erfolgt nach Lage von Kardia und Magen zum Zwerchfell.

  • ❗ Typ I — axiale Gleithernie (echte Hiatushernie): hĂ€ufigster Typ, ca. 85 %; der gastroösophageale Übergang gleitet axial nach intrathorakal.
  • Typ II — paraösophageale Hernie: selten (ca. 5 %); die Kardia bleibt unterhalb des Zwerchfells, ein Magenanteil (typischerweise Fundus) tritt neben dem Ösophagus durch den Hiatus.
  • Typ III — Mischform aus Typ I und II (ca. 5–10 %).
  • Typ IV — große Defekte mit Verlagerung zusĂ€tzlicher Organe nach intrathorakal (< 1 %).
  • Sonderform: schwere posttraumatische Zwerchfellrupturen.

Ätiologie und Pathophysiologie

❗ Pathophysiologisch entsteht die Hiatushernie aufgrund einer Erschlaffung des Ligamentapparats, einer Erweiterung der ZwerchfelllĂŒcke, einer gestörten Sphinkterfunktion und eines erhöhten intraabdominellen Drucks.

Physiologisch wird der ösophagogastrale Übergang durch das Ligamentum phrenicooesophageale, die Membrana phrenicooesophagealis und den unteren Ösophagussphinkter fixiert; Nachlassen dieser Fixierung begĂŒnstigt die Hernierung.

  • PrĂ€disponierende Faktoren: höheres Lebensalter, Adipositas, Schwangerschaft, chronischer Husten, schwere körperliche Arbeit.

Symptomatik

Typ-I-Hernien sind hĂ€ufig asymptomatisch und ein Zufallsbefund. Symptomatisch stehen retrosternales Brennen, Regurgitation und Dysphagie im Vordergrund — ĂŒberwiegend Ausdruck des begleitenden Refluxes.

Diagnostik

Die Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (Endoskopie) ist die zentrale Untersuchung: Sie sichert die Hernie, beurteilt die Mukosa und schließt Komplikationen (Refluxösophagitis, Barrett) aus. Der Ösophagus-Breischluck mit wasserlöslichem Kontrastmittel stellt die Verlagerung dynamisch dar und ist besonders sensitiv fĂŒr kleine axiale Gleithernien.

  • ❗ Endoskopie (ÖGD) — Beurteilung der Mukosa, Ausschluss von Komplikationen.
  • ❗ Ösophagus-Breischluck (wasserlösliches Kontrastmittel).
  • Röntgen-Thorax: Nachweis intrathorakaler LufteinschlĂŒsse/Spiegelbildungen, retrokardiale Verschattung, direkte Darstellung verlagerter Magenanteile bei großen Hernien; seitliche Aufnahme sensitiver. Limitation: kleine Hernien oft nicht sichtbar, keine dynamische Beurteilung.
  • Warnung/Cave: ⚠ bei Verdacht auf Inkarzeration dient der Röntgen-Thorax als rasche Notfalldiagnostik.
  • ErgĂ€nzend pH-Metrie, CT-Thorax bei Verdacht auf Typ III/IV; prĂ€operativ manometrische Funktionsdiagnostik, um eine ÖsophagusmotilitĂ€tsstörung auszuschließen.

Komplikationen

❗ Die Hiatushernie ist hĂ€ufig mit gastroösophagealem Reflux assoziiert.

  • Chronische Refluxösophagitis.
  • Barrett-Ösophagus → erhöhtes Adenokarzinom-Risiko.
  • Ulzerationen mit Blutungsrisiko, Stenosen/Strikturen.
  • ❗ Inkarzeration mit Nekrose — chirurgischer Notfall (v. a. paraösophageale/große Hernien).
  • Rezidivierende Aspirationspneumonien, bei großen Hernien respiratorische Insuffizienz durch eingeschrĂ€nkte Ventilation; erhöhtes perioperatives Aspirationsrisiko.

Therapie

Die Therapie ist typabhÀngig.

Beim symptomatischen Typ I steht die konservative Refluxbehandlung im Vordergrund; paraösophageale und große Hernien (Typ II–IV) werden wegen der Inkarzerationsgefahr operiert.

  • ❗ Konservativ bei Typ I: LebensstilĂ€nderung (Gewichtsreduktion, Verzicht auf spĂ€te Mahlzeiten, Oberkörperhochlagerung, Vermeidung refluxfördernder Speisen) plus PPI; ggf. Antazida. ⚡ H2-Blocker nur in AusnahmefĂ€llen (z. B. als Add-on bei nĂ€chtlichem Reflux), nicht als Standardtherapie.
  • Operativ: relative Indikation bei therapierefraktĂ€rem Typ I, absolute Indikation bei Typ II–IV. Standardverfahren: laparoskopische Fundoplikatio nach Nissen.
  • Bei komplexen FĂ€llen mediane Laparotomie; bei großen Defekten plastische Rekonstruktion des Zwerchfells (ggf. mit Netz).
  • Typ I = axiale Gleithernie, ~85 %, Reflux-getrieben → konservativ (Lebensstil + PPI).
  • Typ II–IV = paraösophageal/groß → operativ (Nissen-Fundoplikatio) wegen Inkarzerationsgefahr.
  • ❗ Akute Inkarzeration mit Nekrose ist der Notfall — daran bei plötzlicher Symptomatik und großen Hernien denken.
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Hiatushernie

Terminologie und Patientensprache

Fachbegriff und Laienbegriff sollten Sie sicher ĂŒbersetzen können.

  • Hiatushernie / Zwerchfellhernie — patientennah: Zwerchfellbruch.
  • Hernie (lateinisch *hernia*), Mehrzahl Hernien — allgemein der „Bruch“; Beispiele: Leistenbruch, Nabelbruch.
  • Hiatus oesophageus — die natĂŒrliche Durchtrittsstelle der Speiseröhre durch das Zwerchfell.
  • Regurgitation — patientennah: „das Essen oder saure FlĂŒssigkeit kommt wieder hoch“; Dysphagie — „Schwierigkeiten beim Schlucken“; retrosternales Brennen — „Brennen hinter dem Brustbein / Sodbrennen“.

❗ Die Hiatushernie (Zwerchfellbruch) bezeichnet den Durchtritt von Magenanteilen durch den Hiatus oesophageus aus dem Bauchraum in den Brustkorb. HĂ€ufigste Form ist die axiale Gleithernie; viele Betroffene haben keine Beschwerden, im Vordergrund steht hĂ€ufig der Sodbrennen-Reflux.

Beschwerden und Anamnese

Oft ist der Befund zufÀllig. Fragen Sie gezielt nach Refluxbeschwerden.

  • Typische Beschwerden: Sodbrennen / Brennen hinter dem Brustbein, saures Aufstoßen, Schluckbeschwerden.
  • Anamnesefragen: „Haben Sie Sodbrennen, besonders im Liegen oder nach dem Essen?“, „Kommt Ihnen Nahrung oder saure FlĂŒssigkeit wieder hoch?“, „Haben Sie Schwierigkeiten beim Schlucken?“

Diagnostik und Therapie

ErklÀren Sie der Patientin bzw. dem Patienten die Untersuchungen verstÀndlich.

  • ❗ Magenspiegelung (Endoskopie) als wichtigste Untersuchung — „eine Spiegelung von Speiseröhre und Magen“; ergĂ€nzend Röntgen mit Kontrastmittel zum Schlucken („Breischluck“).
  • ❗ Bei der hĂ€ufigen Gleithernie meist konservativ: LebensstilĂ€nderung (Gewicht abnehmen, keine spĂ€ten Mahlzeiten, mit erhöhtem Oberkörper schlafen) und Magenschutzmittel (PPI).
  • Eine Operation ist bei grĂ¶ĂŸeren BrĂŒchen oder anhaltenden Beschwerden nötig — patientennah: „der Bruch wird minimal-invasiv ĂŒber die Bauchspiegelung repariert“.
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Hiatushernie

Terminologie und Patientensprache

Übersetzen Sie zwischen Fachsprache und Alltagssprache sicher; das ist im PatientengesprĂ€ch und in der Übergabe entscheidend.

  • Hiatushernie / Zwerchfellhernie — patientennah: Zwerchfellbruch.
  • Hernie (lateinisch *hernia*; Mehrzahl Hernien) — allgemein der „Bruch“; weitere Beispiele: Leistenbruch, Nabelbruch.
  • Hiatus oesophageus — natĂŒrliche Durchtrittsstelle der Speiseröhre durch das Zwerchfell (lateinisch *Diaphragma*).
  • Regurgitation — „Nahrung oder saure FlĂŒssigkeit kommt ohne Erbrechen wieder hoch“; Dysphagie — „Schluckstörung / Schwierigkeiten beim Schlucken“.
  • retrosternales Brennen — „Brennen hinter dem Brustbein“, alltagssprachlich Sodbrennen; Reflux — „ZurĂŒckfließen von MagensĂ€ure in die Speiseröhre“.
  • NĂŒtzliche Adjektive fĂŒr die Beschwerdebeschreibung: brennend, saures Aufstoßen, postprandial („nach dem Essen“).

❗ Die Hiatushernie (Zwerchfellhernie, patientennah Zwerchfellbruch) bezeichnet den Durchtritt von Magenanteilen durch den Hiatus oesophageus aus dem Bauchraum in den Brustkorb. HĂ€ufigste Form ist die axiale Gleithernie; viele Betroffene sind beschwerdefrei, klinisch fĂŒhrend ist meist der gastroösophageale Reflux. FĂŒr das GesprĂ€ch zĂ€hlen klare ErklĂ€rungen und gezielte Anamnesefragen.

Krankheitsbild verstÀndlich erklÀren

So lĂ€sst sich der Befund laienverstĂ€ndlich vermitteln: „Zwischen Bauch und Brustkorb liegt das Zwerchfell, ein Muskel. Die Speiseröhre tritt durch eine natĂŒrliche Öffnung. Bei einem Zwerchfellbruch rutscht ein Teil des Magens durch diese Öffnung nach oben in den Brustkorb.“

ErklĂ€ren Sie, dass die hĂ€ufigste Form (die Gleithernie) oft harmlos ist und vor allem Sodbrennen verursachen kann, wĂ€hrend grĂ¶ĂŸere BrĂŒche seltener sind und eher behandelt werden mĂŒssen.

Anamnese und Beschwerden

Erfragen Sie gezielt Refluxbeschwerden und Warnsymptome.

  • Leitbeschwerden: Sodbrennen / Brennen hinter dem Brustbein, saures Aufstoßen / Regurgitation, Schluckbeschwerden (Dysphagie).
  • Anamnesefragen: „Haben Sie Sodbrennen, vor allem im Liegen oder nach dem Essen?“ · „Kommt Ihnen Nahrung oder saure FlĂŒssigkeit wieder hoch?“ · „Haben Sie das GefĂŒhl, dass Essen beim Schlucken stecken bleibt?“ · „Hat sich Ihr Gewicht verĂ€ndert?“
  • Warnzeichen erfragen: plötzliche, starke Schmerzen, Erbrechen oder Schluckstopp können auf eine Einklemmung (Inkarzeration) hinweisen — das ist ein Notfall.

Diagnostik (patientennah erklÀrt)

Beschreiben Sie die Untersuchungen verstÀndlich und benennen Sie zugleich den Fachbegriff.

  • ❗ Magen-Speiseröhren-Spiegelung (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, ÖGD) als wichtigste Untersuchung — „eine Spiegelung mit einer dĂŒnnen, biegsamen Kamera, um Speiseröhre und Magen anzuschauen und SchleimhautschĂ€den auszuschließen“.
  • ❗ Röntgen mit Kontrastmittel zum Schlucken (Ösophagus-Breischluck) — „Sie trinken ein Kontrastmittel, und wir filmen den Schluckvorgang“.
  • Röntgen des Brustkorbs kann den hochgerutschten Magenanteil zeigen; ⚠ bei Verdacht auf eine Einklemmung wird es als schnelle Notfalluntersuchung eingesetzt.
  • Vor einer Operation wird die Beweglichkeit der Speiseröhre gemessen (Manometrie), um eine Schluckmuskelstörung auszuschließen.

Therapie und AufklÀrung

ErklÀren Sie die zwei Behandlungswege je nach Form und Beschwerden.

  • ❗ Bei der hĂ€ufigen Gleithernie meist konservativ: LebensstilĂ€nderung (Gewichtsreduktion, keine spĂ€ten/ĂŒppigen Mahlzeiten, Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, Verzicht auf refluxfördernde Speisen) und SĂ€ureblocker (PPI, „Magenschutz“).
  • Eine Operation ist nötig bei grĂ¶ĂŸeren bzw. paraösophagealen BrĂŒchen oder bei Beschwerden, die trotz Medikamenten anhalten — patientennah: „Der Bruch wird in einer Bauchspiegelung (minimal-invasiv) repariert und der Mageneingang mit einer Magenmanschette verstĂ€rkt (Fundoplikatio nach Nissen).“

Übergabe (SBAR-Beispiel)

FĂŒr eine strukturierte Übergabe lĂ€sst sich der Fall so zusammenfassen: „Patientin mit seit Monaten bestehendem retrosternalem Brennen und Regurgitation; in der ÖGD axiale Gleithernie mit Refluxösophagitis; aktuell konservative Therapie mit PPI und Lebensstilberatung; bei anhaltenden Beschwerden Vorstellung zur Frage einer Fundoplikatio; bei akuten Schmerzen oder Schluckstopp an eine Inkarzeration denken.“

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