Herz-Kreislauf-Stillstand
❗ Der Herz-Kreislauf-Stillstand ist das Aufhören der mechanischen Pumpfunktion des Herzens (Pumpversagen) mit konsekutivem Sistieren des Kreislaufs. Die Diagnose ist rein klinisch: nicht ansprechbar + keine normale Atmung → sofortiger Reanimationsbeginn. Jede Minute ohne Thoraxkompression senkt die Überlebenschance, deshalb zählt nur das schnelle Erkennen und das frühe Drücken.
Definition und Begriffe
Herzstillstand = Aufhören der mechanischen Herzaktion ("Pumpversagen"), was zum Kreislaufstillstand führt. Der Begriff Herz-Kreislauf-Stillstand fasst beides zusammen: Stillstand des Herzens und dadurch des Kreislaufs. Der Kreislaufstillstand ist eine Voraussetzung für den klinischen Tod.
Topografisch unterscheidet man OHCA (out-of-hospital cardiac arrest, außerklinisch) und IHCA (in-hospital cardiac arrest, innerklinisch) — relevant für Prävention und Rettungskette.
Ätiologie — die Leitursachen
❗ Häufigste Ursache des plötzlichen Herzstillstands sind kardiale Rhythmusstörungen, allen voran Kammerflimmern und pulslose ventrikuläre Tachykardie — meist auf dem Boden einer kardialen Ischämie / eines Myokardinfarkts.
- Einteilung der Rhythmen für die Therapie: defibrillierbar (Kammerflimmern, pulslose VT) vs. nicht defibrillierbar (Asystolie, PEA = pulslose elektrische Aktivität).
- ⚡ Die PEA ist trotz ablesbarer EKG-Aktivität ein Stillstand ohne Auswurf — nicht mit einem perfundierenden Rhythmus verwechseln; sie wird wie Asystolie behandelt (nicht schockbar).
- Nicht-kardiale Auslöser: obstruktiv (Lungenembolie, Herzbeuteltamponade, Spannungspneumothorax), respiratorisch/Asphyxie (Aspiration, Ertrinken, Atemwegsverlegung), metabolisch/toxisch (Hyperkaliämie v. a. bei Niereninsuffizienz, schwere Azidose, Intoxikation), zirkulatorisch (Volumenmangel).
Symptomatik und Diagnose
❗ Die Diagnose ist klinisch und in Sekunden zu stellen: Bewusstlosigkeit + fehlende oder abnorme Atmung. ⚡ Die Schnappatmung (agonale Atmung) ist kein Zeichen suffizienter Atmung — sie wird wie ein Atemstillstand bewertet und löst den sofortigen Reanimationsbeginn aus.
- ❌ Kein zeitraubendes Pulstasten zur initialen Kreislaufprüfung — unsichere Methode; bei Profis maximal ≤ 10 s parallel zur Atemkontrolle, sonst sofort CPR.
- Begleitend möglich: plötzlicher Kollaps ohne Vorwarnung, kurzes Krampfereignis (< 5 s, durch zerebrale Hypoxie; DD Epilepsie: keine postiktale Phase), fahlgraue Blässe, Zyanose (Lippen, Akren); weite, lichtstarre Pupillen sind ein Spätzeichen.
Reversible Ursachen — 4 H und HITS
❗ Parallel zur Reanimation systematisch nach potenziell reversiblen Ursachen suchen, kodiert als 4 H und HITS (entspricht den ERC-"4 H und 4 T").
- 4 H: Hypoxie, Hypovolämie, Hypo-/Hyperkaliämie (und andere metabolische Störungen, z. B. Hypomagnesiämie), Hypothermie.
- HITS: Herzbeuteltamponade, Intoxikation, Thrombose (koronar = Myokardinfarkt / pulmonal = Lungenembolie), Spannungspneumothorax.
- ❗ Bildgebung der Wahl zum schnellen Nachweis am Patienten: fokussierte Sonografie / Echokardiografie (POCUS) — Perikarderguss, "empty heart" bei Hypovolämie, Rechtsherzbelastung, Pneumothorax; ergänzend Röntgenthorax.
Therapie — Grundzüge
❗ Sofortige kardiopulmonale Reanimation (CPR): hochwertige Thoraxkompressionen 100–120/min, 5–6 cm tief, Verhältnis 30:2, Unterbrechungen minimieren. Frühe Defibrillation bei schockbarem Rhythmus, parallel Behandlung der reversiblen Ursache.
- Medikamente: Adrenalin 1 mg i.v./i.o. — bei nicht schockbarem Rhythmus sofort, bei schockbarem Rhythmus nach dem 3. Schock, dann alle 3–5 min; Amiodaron 300 mg nach dem 3. erfolglosen Schock.
- Nach Wiederherstellung des Kreislaufs (ROSC): strukturierte Postreanimationsbehandlung (Oxygenierung/Ventilation steuern, Kreislaufstabilisierung, Ursachenbehandlung, Temperaturmanagement).
- Merksatz: nicht ansprechbar + keine normale Atmung = sofort CPR — kein Pulstasten als Verzögerung.
- ❗ Schnappatmung ist ein Reanimationskriterium, kein Lebenszeichen.
- Rhythmus entscheidet die Therapie: schockbar (VF/pVT) → defibrillieren; nicht schockbar (Asystolie/PEA) → CPR + Adrenalin sofort.
- Reversible Ursachen immer mitdenken: 4 H und HITS, Klärung per Sonografie/Echo.
Herz-Kreislauf-Stillstand
❗ Der Herz-Kreislauf-Stillstand ist das Aufhören der mechanischen Herzaktion (Pumpversagen) mit Sistieren des Kreislaufs und damit eine Voraussetzung für den klinischen Tod. Die Diagnose ist klinisch (bewusstlos + keine normale Atmung); entscheidend für die Prognose ist die unverzügliche, hochwertige Reanimation und die parallele Suche nach reversiblen Ursachen.
Definition und Terminologie
Herzstillstand bezeichnet das Aufhören der mechanischen Aktivität des Herzens, also ein "Pumpversagen". Dieses führt unmittelbar zum Kreislaufstillstand (Sistieren des Kreislaufs als Folge des Herzstillstands). Der zusammenfassende Begriff Herz-Kreislauf-Stillstand beschreibt den Stillstand des Herzens und dadurch auch des Kreislaufs.
Der Kreislaufstillstand ist eine Voraussetzung für den klinischen Tod. Topografisch trennt man OHCA (out-of-hospital cardiac arrest, außerklinischer Kreislaufstillstand) und IHCA (in-hospital cardiac arrest, innerklinischer Kreislaufstillstand) — die Unterscheidung prägt Rettungskette und Präventionsstrategien.
Ätiologie
❗ Die Ätiologie wird so geordnet, dass sich daraus die potenziell reversiblen Ursachen ableiten lassen. Am häufigsten sind kardiale Ursachen, insbesondere maligne Rhythmusstörungen.
- ❗ Kardiale Ursachen / Rhythmusstörungen: am häufigsten Kammerflimmern und Kammerflattern, typischerweise infolge kardialer Ischämie bzw. Myokardinfarkt. Daneben Rhythmen mit funktionellem Pumpversagen: Asystolie, PEA (pulslose elektrische Aktivität) und höhergradige Bradykardien wie der AV-Block III°.
- Therapierelevante Einteilung: defibrillierbar = Kammerflimmern und pulslose ventrikuläre Tachykardie; nicht defibrillierbar = Asystolie und PEA. ⚡ Die PEA zeigt elektrische Aktivität ohne mechanischen Auswurf — nicht mit einem perfundierenden Rhythmus verwechseln.
- ❗ Obstruktive Ursachen: Lungenembolie (mechanische Flussbehinderung → Rechtsherzversagen) und Herzbeuteltamponade (behinderte diastolische Füllung → kardiogener Schock).
- ❗ Metabolisch-toxische Ursachen: Hyperkaliämie (v. a. bei Niereninsuffizienz), schwere Azidose, Intoxikationen (z. B. trizyklische Antidepressiva, Betablocker, Digoxin).
- Zirkulatorische Ursachen: absoluter oder relativer Volumenmangel → verminderte Vorlast (das zum Herzen zurückfließende Blut) → insuffiziente Füllung → Pumpversagen.
- Respiratorische Ursachen / Asphyxie: Bolusaspiration, Ertrinken, Atemwegsverlegung (Epiglottitis, Ödem) sowie Spannungspneumothorax (Kompression von Herz und großen Venen) → maligne Rhythmusstörungen und Pumpversagen.
Pathophysiologie
Der Stillstand führt zu generalisierter Ischämie mit direkter Zellschädigung: Abfall der ATP-Produktion → Verlust der Membranintegrität → Kalium-Ausstrom sowie Natrium- und Kalzium-Einstrom, Mitochondrienschädigung und Bildung schädlicher freier Radikale (Anreicherung von Stickoxiden). Aktivierte Proteasen verstärken die Zellschädigung.
Besonders das ZNS reagiert mit zellulärem Ödem → Anstieg des intrakraniellen Drucks → Minderung der zerebralen Perfusion. Dies erklärt die zerebralen Dysfunktionen auch in der Postreanimationsphase (veränderte Aufmerksamkeit, Verwirrung bis Koma, Krampfanfälle). Entzündliche Mediatoren (z. B. IL-1β, TNF-α) verstärken Ödembildung und Apoptose. Atemstillstand und Herzstillstand bedingen sich gegenseitig: Ein Atemstillstand führt über Hypoxie zum Herzstillstand, ein Herzstillstand unbehandelt zum Atemstillstand.
Symptomatik
❗ Beim plötzlichen Herzstillstand kommt es zum Kollaps ohne Vorwarnung. ⚡ Die Schnappatmung (agonale Atmung — einzelne, stoßweise, oft schnarchend-röchelnde Atemzüge) ist kein Zeichen suffizienter Atmung; sie wird wie ein Atemstillstand bewertet und erzwingt den sofortigen Reanimationsbeginn.
- Begleitend möglich: kurzes Krampfereignis < 5 s durch zerebrale Hypoxie — DD Epilepsie über die fehlende postiktale Phase.
- Bei kritisch Kranken oft Phase der Verschlechterung mit Hypotonie und fortschreitender Eintrübung vor dem Stillstand (Begründung für Früherkennung).
- Hautkolorit: fahlgraue Blässe, Zyanose (insb. Lippen, Akren). Weite, lichtstarre Pupillen sind ein Spätsymptom.
Diagnostik
❗ Die klinische Abklärung prüft rasch Bewusstsein und Atmung; bei fehlender oder abnormer Atmung folgt der sofortige Beginn der CPR. Strukturiert wird nach dem ABCDE-Schema vorgegangen.
- ❌ Kein Verlass auf das initiale Pulstasten zur Kreislaufüberprüfung — unsichere Methode mit Zeitverlust; geübte Helfer prüfen den Puls allenfalls ≤ 10 s parallel zur Atemkontrolle.
- Diagnosesicherung klinisch: fehlende/abnorme Atmung (Apnoe oder ⚡ Schnappatmung — wird wie Atemstillstand gewertet) + Pulslosigkeit + Bewusstseinsverlust + nicht messbarer arterieller Blutdruck + erweiterte, nach Minuten nicht mehr lichtreagible Pupillen.
- EKG-Monitor: Kammerflimmern, ventrikuläre Tachykardie, Asystolie; ggf. extreme Bradykardie oder PEA mit extremer Hypotonie.
- ❗ Reversible Ursachen systematisch suchen: 4 H (Hypoxie, Hypovolämie — "empty heart", Hypo-/Hyperkaliämie und andere metabolische Störungen wie Hypomagnesiämie, Hypothermie) und HITS (Herzbeuteltamponade, Intoxikation, Thrombose koronar/pulmonal, Spannungspneumothorax). Klärung durch Echokardiografie / fokussierte Sonografie des Thorax (POCUS) und Röntgenthorax.
Therapie
❗ Sofortige kardiopulmonale Reanimation: hochwertige Thoraxkompressionen mit 100–120/min und 5–6 cm Tiefe, vollständige Entlastung, Verhältnis 30:2, Unterbrechungen minimieren. Der Rhythmus steuert den Algorithmus.
- Schockbar (VF/pVT): frühe Defibrillation (biphasisch ~150–200 J), sofort weiter mit CPR; Adrenalin 1 mg i.v./i.o. nach dem 3. Schock, dann alle 3–5 min; Amiodaron 300 mg nach dem 3. erfolglosen Schock (ggf. 150 mg nachfolgend).
- Nicht schockbar (Asystolie/PEA): Adrenalin 1 mg sofort, dann alle 3–5 min; keine Defibrillation.
- Immer parallel: Behandlung der Ursache entsprechend 4 H und HITS (z. B. Entlastung Spannungspneumothorax, Perikardpunktion, Volumen, Kalium-Korrektur, Lyse bei fulminanter Lungenembolie).
- Nach ROSC: Postreanimationsbehandlung — kontrollierte Oxygenierung und Ventilation, hämodynamische Stabilisierung, kausale Therapie (z. B. Koronarangiografie bei kardialer Ursache), Temperaturmanagement und neurologische Überwachung.
Prävention und Red Flags
Prävention setzt am Ort des Geschehens an: innerklinisch (IHCA) über Früherkennung, außerklinisch (OHCA) über Laienreanimation und Defibrillatoren.
- IHCA: Track-and-Trigger-Systeme wie der NEWS (überwacht Atemfrequenz, SpO₂, Temperatur, Blutdruck, Puls, Bewusstsein) und Intervention vor dem Stillstand durch Rapid Response Teams (RRT) / Medical Emergency Teams (MET).
- OHCA: Laienreanimation (Bystander-CPR), flächendeckende AED-Verfügbarkeit (PAD-Programme) und Telefon-Reanimation (T-CPR) durch die Leitstelle.
- Red Flag: ❗ Schnappatmung und der Kollaps ohne Vorwarnung dürfen nie als Lebenszeichen fehlgedeutet werden — sie sind Reanimationskriterien.
- Diagnose klinisch: bewusstlos + keine normale Atmung = sofort CPR.
- Rhythmus-Logik: schockbar (VF/pVT) → defibrillieren, Adrenalin nach 3. Schock; nicht schockbar (Asystolie/PEA) → Adrenalin sofort.
- Reversible Ursachen: 4 H und HITS, abklären per Echo/Sonografie.
- Hochwertige CPR: 30:2, 100–120/min, 5–6 cm — Unterbrechungen minimieren.
Herz-Kreislauf-Stillstand
Terminologie und Patientensprache
Fachsprachlich sprechen Sie von Herz-Kreislauf-Stillstand, Herzstillstand oder Kreislaufstillstand; gegenüber Patienten und Angehörigen verwenden Sie dieselben, gut verständlichen Wörter: "Herzstillstand", "Herz-Kreislauf-Stillstand", "Kreislaufstillstand". Sie können ergänzen: "Das Herz hat aufgehört zu pumpen, dadurch steht der Kreislauf."
- Reanimation / kardiopulmonale Reanimation ↔ "Wiederbelebung" / "Herzdruckmassage und Beatmung".
- Schnappatmung (agonale Atmung) ↔ "einzelne, schnappende Atemzüge" — "Das ist keine richtige Atmung, hier muss sofort wiederbelebt werden."
- Defibrillation ↔ "ein Stromstoß, um das Herz wieder in einen normalen Rhythmus zu bringen"; AED ↔ "ein Gerät, das Laien bei der Wiederbelebung anleitet".
- Redemittel zur Atmung in der Anamnese (z. B. bei Vorerkrankungen): "Atmen Sie normal?", "Bekommen Sie manchmal schlecht Luft?"; zur Aufklärung: "Wir haben Ihren Angehörigen wiederbelebt."
❗ Der Herz-Kreislauf-Stillstand bedeutet, dass das Herz nicht mehr pumpt und der Kreislauf zum Erliegen kommt. Für die Kommunikation gilt: Die Diagnose stellen Sie klinisch am Leitsatz "nicht ansprechbar + keine normale Atmung" — und beginnen sofort mit der Wiederbelebung. Im Gespräch mit Angehörigen erklären Sie ruhig, sachlich und in einfacher Sprache, was geschieht.
Worum es geht
❗ Beim Herz-Kreislauf-Stillstand ist der Betroffene bewusstlos und atmet nicht normal. ⚡ Eine Schnappatmung sieht aus wie Atmung, ist aber keine ausreichende Atmung — sie ist ein Grund, sofort mit der Wiederbelebung zu beginnen, nicht zu warten.
- Häufigste Ursache ist eine Herzrhythmusstörung (oft Kammerflimmern), meist bei einer Durchblutungsstörung des Herzens / Herzinfarkt.
- Wichtige behandelbare Ursachen, die Sie mitdenken: Sauerstoffmangel, Flüssigkeitsmangel, Kaliumstörungen, Unterkühlung sowie Herzbeuteltamponade, Vergiftung, Blutgerinnsel (Herz/Lunge) und Spannungspneumothorax.
Erkennen und erste Maßnahmen
❗ Prüfen Sie rasch Bewusstsein und Atmung. Fehlt eine normale Atmung, beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage und rufen Hilfe; bei einem schockbaren Rhythmus wird defibrilliert.
- ❌ Kein zeitraubendes Pulstasten als erste Maßnahme — das kostet wertvolle Zeit; vorgehen nach dem strukturierten ABCDE-Schema.
- Herzdruckmassage: in der Mitte des Brustkorbs, kräftig und schnell (etwa zweimal pro Sekunde, 5–6 cm tief), möglichst ohne Unterbrechung.
- ❗ Leitsatz: nicht ansprechbar + keine normale Atmung = sofort wiederbeleben.
- Schnappatmung ist kein Lebenszeichen — sie spricht für die Wiederbelebung.
- Im Gespräch: kurze, klare Sätze, keine unnötigen Fachwörter; Angehörige ruhig informieren.
Herz-Kreislauf-Stillstand
Terminologie und Patientensprache
Die Fachbegriffe Herz-Kreislauf-Stillstand, Herzstillstand und Kreislaufstillstand verwenden Sie gegenüber Laien in derselben Form, oft mit kurzer Erklärung: "Das Herz pumpt nicht mehr, dadurch steht der Kreislauf." Trennen Sie konsequent Fachsprache (in der Übergabe) von einfacher Sprache (am Krankenbett / mit Angehörigen).
- (kardiopulmonale) Reanimation ↔ "Wiederbelebung", "Herzdruckmassage und Beatmung".
- Thoraxkompression ↔ "Herzdruckmassage"; Defibrillation ↔ "Stromstoß für das Herz"; AED ↔ "automatischer Defibrillator, der anleitet".
- Schnappatmung / agonale Atmung ↔ "einzelne, schnappende Atemzüge" — wichtig: "Das ist keine ausreichende Atmung."
- Asystolie ↔ "das Herz steht völlig still"; Kammerflimmern ↔ "das Herz zittert nur noch, statt zu pumpen"; PEA ↔ "elektrische Aktivität ohne wirksamen Herzschlag".
- OHCA / IHCA ↔ "Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses" / "im Krankenhaus".
- Redemittel Anamnese (bei Risikopatienten/Angehörigen): "Wann haben Sie/Ihr Angehöriger zuletzt normal geatmet?", "Ist er/sie plötzlich zusammengebrochen?", "Gab es vorher Brustschmerzen oder Luftnot?"; Aufklärung: "Wir mussten Ihren Angehörigen wiederbeleben.", "Wir suchen jetzt nach der Ursache und behandeln sie."
❗ Der Herz-Kreislauf-Stillstand ist das Aufhören der Pumpfunktion des Herzens mit Stillstand des Kreislaufs. Für die FSP zählt neben dem klinischen Wissen vor allem die klare, patientengerechte Kommunikation: Diagnose klinisch (bewusstlos + keine normale Atmung), sofortiger Reanimationsbeginn, und eine ruhige, verständliche Erklärung für Patienten und Angehörige. Eine saubere Übergabe gelingt strukturiert nach dem SBAR-Schema.
Definition und Einordnung
Herzstillstand ist das Aufhören der mechanischen Herzaktion ("Pumpversagen") und führt zum Kreislaufstillstand. Der Begriff Herz-Kreislauf-Stillstand fasst Stillstand des Herzens und des dadurch betroffenen Kreislaufs zusammen. Der Kreislaufstillstand ist eine Voraussetzung für den klinischen Tod.
Man unterscheidet den außerklinischen Stillstand (OHCA) vom innerklinischen Stillstand (IHCA) — das prägt Rettungskette und Prävention.
Ursachen, an die Sie denken
❗ Am häufigsten liegt eine kardiale Ursache vor: eine Herzrhythmusstörung (vor allem Kammerflimmern) auf dem Boden einer Durchblutungsstörung des Herzens / eines Herzinfarkts.
- Weitere wichtige, oft behandelbare Ursachen: Sauerstoffmangel (Hypoxie), Flüssigkeitsmangel (Hypovolämie), Kalium-Störungen (v. a. zu hohes Kalium bei Nierenschwäche), Unterkühlung (Hypothermie).
- Sowie: Herzbeuteltamponade, Vergiftung/Intoxikation, Blutgerinnsel (Herzinfarkt oder Lungenembolie) und Spannungspneumothorax.
- Diese behandelbaren Ursachen merkt man sich als 4 H und HITS — wichtig, weil ihre rasche Behandlung Leben rettet.
Erkennen und Symptome
❗ Der Stillstand zeigt sich als plötzlicher Kollaps ohne Vorwarnung mit Bewusstlosigkeit. ⚡ Die Schnappatmung ist keine richtige Atmung — sie darf nicht beruhigen, sondern ist ein Grund, sofort wiederzubeleben.
- Begleitend möglich: ein kurzes Krampfereignis durch Sauerstoffmangel im Gehirn (Unterschied zur Epilepsie: keine typische Nachphase mit Verwirrtheit/Müdigkeit).
- Sichtbar: blasse bis fahlgraue Haut, bläuliche Verfärbung (Lippen, Finger/Zehen); weite, starre Pupillen treten erst spät auf.
- Bei schwerkranken Patienten kündigt sich der Stillstand oft an: zunehmende Verschlechterung mit niedrigem Blutdruck und Eintrübung.
Vorgehen und Therapie
❗ Bei fehlender normaler Atmung sofort mit der Wiederbelebung beginnen: Herzdruckmassage in der Brustkorbmitte, kräftig und schnell (100–120/min, 5–6 cm tief), im Verhältnis 30:2 mit Beatmung, Unterbrechungen so kurz wie möglich. Strukturiert nach ABCDE vorgehen.
- ❌ Kein zeitraubendes Pulstasten zu Beginn — das verzögert die lebensrettende Herzdruckmassage.
- Bei einem schockbaren Rhythmus (Kammerflimmern, pulslose Kammertachykardie) frühzeitig defibrillieren (Stromstoß); Medikament der Wahl ist Adrenalin, ergänzend Amiodaron bei anhaltend schockbarem Rhythmus.
- Immer parallel die Ursache behandeln (4 H und HITS) — zur schnellen Klärung am Patienten dient die Sonografie/Echokardiografie (z. B. Herzbeuteltamponade, Lungenembolie, Pneumothorax), ergänzt durch Röntgenthorax.
- Nach erfolgreicher Wiederbelebung folgt die Behandlung nach der Reanimation (Postreanimationsphase) mit Stabilisierung, Ursachenbehandlung und Überwachung.
Prävention und Übergabe
Prävention bedeutet frühes Erkennen und Handeln: im Krankenhaus durch Überwachung gefährdeter Patienten, außerhalb durch Laienhilfe und Defibrillatoren.
- Innerklinisch (IHCA): Frühwarnsysteme wie der NEWS (überwacht u. a. Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung, Temperatur, Blutdruck, Puls und Bewusstsein) und schnelle Einsatzteams (Rapid Response / Medical Emergency Team).
- Außerklinisch (OHCA): Laienreanimation, gut zugängliche AED-Geräte und Telefon-Reanimation durch die Leitstelle.
- Übergabe nach SBAR: Situation ("beobachteter Kreislaufstillstand, Reanimation läuft seit … Minuten"), Background (Vorerkrankungen, z. B. KHK), Assessment (Rhythmus, vermutete Ursache nach 4 H/HITS, Maßnahmen), Recommendation (z. B. Schockraum, Koronarangiografie).
- ❗ Leitsatz: nicht ansprechbar + keine normale Atmung = sofort wiederbeleben.
- Schnappatmung ist kein Lebenszeichen — sie spricht für die Wiederbelebung.
- Sprache trennen: Fachbegriffe in der Übergabe (SBAR), einfache Sprache bei Patient und Angehörigen.
- Behandelbare Ursachen mitdenken: 4 H und HITS, klären per Sonografie/Echo.