Herzspitzenstoß
❗ Herzspitzenstoß bedeutet den tastbaren und/oder sichtbaren Stoß der Herzspitze gegen die Brustwand. Normal ist er etwa im 5. ICR im Bereich der linken Medioklavikularlinie, eher medial davon, schwach, kurz und höchstens kleinflächig tastbar.
Prüfung und Normalbefund
Geprüft wird der Herzspitzenstoß besonders in Linksseitenlage, weil die Herzspitze dadurch näher an die Thoraxwand kommt. Dabei ist wichtig: In Linksseitenlage kann sich der HSS physiologisch um etwa 2–4 cm nach links verlagern.
- Normal: medial der linken MCL im 5. ICR, schwach und kurz.
- Normal kann der HSS auch nicht palpierbar sein.
- Als Orientierung gilt: kleinflächig, nicht verbreitert und nicht lang anhaltend.
Pathologische Hinweise
Eine pathologische Verlagerung oder veränderte Qualität des HSS ist ein Hinweisbefund, keine Diagnose allein.
- ❗ Laterale Verlagerung spricht für Herzvergrößerung/Kardiomegalie, besonders für eine Linksherzdilatation.
- Verbreiterter HSS kann auf eine Linksherzdilatation hinweisen.
- Pochend, hebend oder hyperkinetisch passt zu linksventrikulärer Belastung, Volumenbelastung oder High-Output, zum Beispiel bei Aortenklappeninsuffizienz, Hyperthyreose, Fieber oder Anämie.
- Bei Kardiomegalie ist der Herzspitzenstoß typischerweise nach lateral verlagert.
- Prüfung: Patient in Linksseitenlage.
- Merke: Lage, Ausdehnung, Dauer und Qualität beschreiben.
Herzspitzenstoß
Der Herzspitzenstoß ist der sichtbare oder tastbare Impuls des Apex cordis gegen die Thoraxwand. Für Prüfung und Klinik zählen vor allem Lokalisation, Ausdehnung, Dauer und Qualität.
Definition und Untersuchung
Der HSS entspricht dem Stoß der Herzspitze gegen die Brustwand. Er wird bei freiem Oberkörper inspiziert und palpiert, insbesondere in Linksseitenlage.
❗ Linksseitenlage bringt die Herzspitze näher an die Thoraxwand. Gleichzeitig darf eine Linksverlagerung in dieser Position nicht automatisch pathologisch gedeutet werden, weil eine Verschiebung um etwa 2–4 cm nach links physiologisch sein kann.
- Normalbefund: HSS im 5. ICR, im Bereich der linken Medioklavikularlinie beziehungsweise eher medial davon.
- Normal: schwach, kurz, kleinflächig oder auch nicht tastbar.
- Pathologisch verdächtig: deutlich lateral/kaudal verlagert, verbreitert, hebend oder hyperkinetisch.
Lokalisation
Eine laterale Verlagerung, besonders nach links, spricht im Kontext der Untersuchung vor allem für Herzvergrößerung/Kardiomegalie, besonders für eine Linksherzdilatation. Druckbelastungen wie Hypertonie oder Aortenstenose machen eher einen kräftig anhaltenden beziehungsweise hebenden Impuls; verlagert ist er vor allem bei zusätzlicher Vergrößerung.
- ❗ Nach lateral verlagert: Verdacht auf Herzvergrößerung/Kardiomegalie, besonders Linksherzdilatation.
- Nach kaudal verlagert: kann zum Beispiel bei Lungenemphysem auftreten.
- Nach lateral und kaudal verlagert: möglich bei Volumenbelastung, zum Beispiel bei Aortenklappeninsuffizienz.
- Bei Kardiomegalie ist der HSS nach lateral verlagert; zur Einordnung ist die Echokardiografie aussagekräftiger als der Röntgen-Thorax.
Ausdehnung, Dauer und Qualität
Ein verbreiterter HSS ist über ein größeres Areal palpierbar oder sichtbar, klassisch größer als etwa 2 cm beziehungsweise über mehr als einen Interkostalraum. Ein hebender HSS ist kräftig und lang anhaltend; praktisch kann ein aufgesetzter Stift durch den Impuls sichtbar bewegt werden.
- Verbreitert: über ein größeres Areal tastbar oder sichtbar; Hinweis auf Linksherzdilatation, zum Beispiel dilatative Kardiomyopathie.
- Hebend: kräftig und lang anhaltend; Hinweis auf linksventrikuläre Hypertrophie bei Druckbelastung, zum Beispiel Hypertonie oder Aortenstenose.
- Kräftig und verbreitert: passt zu linksventrikulärer Vergrößerung oder Belastung.
- Hyperkinetisch: kräftig, eher kurz und oft diffus; passt zu Volumenbelastung oder High-Output, zum Beispiel bei Aortenklappeninsuffizienz, Hyperthyreose, Fieber oder Anämie.
- Schwirren tastet man am besten mit der flachen Hand; es spricht für ein lautes Herzgeräusch ab etwa 4/6. Systolisches Schwirren im 2. ICR rechts passt zur Aortenstenose, diastolisches Schwirren an der Herzspitze zur Mitralstenose.
Prüfungslogik
In der körperlichen Herzuntersuchung ist der HSS kein isolierter Diagnostikblock, sondern ein Palpations- und Inspektionsbefund. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf Kardiomegalie, linksventrikuläre Dilatation, Druck- oder Volumenbelastung und High-Output-Zustände.
- Beschreiben Sie im Examen immer zuerst wo der HSS liegt, dann wie groß, wie lange und wie kräftig er ist.
- Eine laterale Verlagerung bei Kardiomegalie beantwortet die typische Frage: Der klinische Untersuchungsbefund zeigt einen nach lateral verlagerten Herzspitzenstoß.
- Kurzform: 5. ICR links, klein, kurz, schwach = normal.
- Pathologisch: lateral, kaudal, verbreitert, hebend, hyperkinetisch oder mit Schwirren.
Herzspitzenstoß
Terminologie und Patientensprache
Herzspitzenstoß bedeutet den tastbaren oder sichtbaren Impuls der Herzspitze an der Brustwand. Apex cordis ist der Fachbegriff für die Herzspitze. ICR steht für Interkostalraum, also Zwischenrippenraum.
- Patientennah: „Ich taste jetzt, ob und wo man den Herzstoß an der Brustwand spüren kann.“
- Befundsprache: „Der Herzspitzenstoß ist im 5. ICR links tastbar.“
- Bei auffälligem Befund: „Der Herzspitzenstoß wirkt verlagert, verbreitert oder hebend.“
Beim Herzspitzenstoß beschreiben Sie in der FSP knapp und klinisch: tastbar oder nicht, wo, wie groß und welche Qualität der Impuls hat.
Untersuchung
❗ Geprüft wird in Linksseitenlage. Dabei kommt die Herzspitze näher an die Thoraxwand; eine Verschiebung um etwa 2–4 cm nach links kann in dieser Position noch physiologisch sein.
- Normal: HSS etwa im 5. ICR links, im Bereich der linken Medioklavikularlinie beziehungsweise medial davon.
- Normal kann er schwach, kurz oder auch nicht tastbar sein.
- Auffällig: lateral verlagert, verbreitert, hebend oder hyperkinetisch.
Befund einordnen
Ein nach lateral verlagerter HSS kann auf Herzvergrößerung/Kardiomegalie hinweisen, besonders auf Linksherzdilatation. Bei Druckbelastung durch Hypertonie oder Aortenstenose ist eher ein kräftig-hebender HSS typisch; eine Lageverlagerung spricht vor allem für zusätzliche Vergrößerung.
- Mögliche Zusammenhänge: Linksherzdilatation, Kardiomegalie, Volumenbelastung bei Aortenklappeninsuffizienz, Druckbelastung mit hebendem Impuls bei Hypertonie oder Aortenstenose und High-Output bei Fieber, Hyperthyreose oder Anämie.
- Übergabe: „Bei der Palpation zeigt sich ein nach lateral verlagerter, verbreiterter Herzspitzenstoß; das passt zu einer Herzvergrößerung, besonders linksventrikulär.“
- FSP-Merksatz: Lage, Größe, Dauer, Qualität nennen.
- Keine vorschnelle Diagnose aus dem HSS allein ableiten.
Herzspitzenstoß
Terminologie und Patientensprache
Herzspitzenstoß: tastbarer und/oder sichtbarer Stoß der Herzspitze gegen die Brustwand. Apex cordis ist die anatomische Bezeichnung für die Herzspitze. 5. ICR bedeutet fünfter Interkostalraum, also fünfter Zwischenrippenraum.
- Patientennah: „Ich taste jetzt an der linken Brustseite, wo der Herzstoß zu spüren ist.“
- Patientennah bei Auffälligkeit: „Der Herzstoß ist weiter außen zu tasten als erwartet. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass das linke Herz vergrößert oder stärker belastet ist.“
- Fachlich knapp: „HSS im 5. ICR links, medial der MCL, kurz und schwach tastbar.“
- Auffälliger Befund: „HSS nach lateral verlagert, verbreitert, hebend beziehungsweise hyperkinetisch.“
Der Herzspitzenstoß ist ein körperlicher Untersuchungsbefund bei der Inspektion und Palpation des Herzens. Für die FSP ist wichtig, den Befund fachlich korrekt, aber patientennah erklärbar zu beschreiben.
Untersuchungstechnik
Der Oberkörper ist frei, der Herzspitzenstoß wird inspiziert und palpiert. Besonders relevant ist die Linksseitenlage, weil sie die Herzspitze näher an die Thoraxwand bringt.
- ❗ Linksseitenlage verwenden, aber den Positionswechsel mitdenken: In dieser Lage kann der HSS physiologisch etwa 2–4 cm nach links wandern.
- Normalbefund: HSS im Bereich des 5. ICR links, meist medial der linken Medioklavikularlinie.
- Der HSS ist normal schwach, kurz, kleinflächig oder nicht tastbar.
Pathologische Befundmuster
Eine auffällige Lage oder Qualität ist ein Hinweisbefund. In der FSP sollte die Formulierung vorsichtig sein: „vereinbar mit“, „hinweisend auf“ oder „passt zu“, nicht „beweist“.
- ❗ Nach lateral verlagert: Hinweis auf Herzvergrößerung/Kardiomegalie, besonders Linksherzdilatation.
- Nach kaudal verlagert: kann bei Lungenemphysem vorkommen.
- Verbreitert: über ein größeres Areal tastbar oder sichtbar; passt zu Linksherzdilatation.
- Hebend: kräftig und lang anhaltend; passt zu linksventrikulärer Hypertrophie bei Druckbelastung, zum Beispiel Hypertonie oder Aortenstenose.
- Hyperkinetisch: kräftig, eher kurz und oft diffus; passt zu Volumenbelastung oder High-Output, zum Beispiel bei Aortenklappeninsuffizienz, Hyperthyreose, Fieber oder Anämie.
Kardiomegalie und Weiteres Vorgehen
Bei Kardiomegalie kann die Herzaktion als Brustwandpulsation sichtbar sein, und der Herzspitzenstoß ist nach lateral verlagert. Zur genaueren Definition ist die Echokardiografie besser geeignet als der Röntgen-Thorax.
- Übergabe: „Bei der körperlichen Untersuchung ist der Herzspitzenstoß nach lateral verlagert; echokardiografisch sollte die Herzgröße und Pumpfunktion weiter beurteilt werden.“
- Bei tastbarem Schwirren mit der flachen Hand an ein lautes Herzgeräusch denken; systolisch im 2. ICR rechts passt zur Aortenstenose, diastolisch an der Herzspitze zur Mitralstenose.
- Patientenerklärung kurz halten: Herzstoß weiter außen kann auf ein vergrößertes oder belastetes Herz hinweisen.
- Befund nie isoliert überdeuten; mit Auskultation, Kreislaufbefund und Echokardiografie zusammenführen.