Divertikulitis
Die Divertikulitis ist die (bakterielle) Entzündung von Divertikeln, meist eines Kolondivertikels. Mit Symptomen wird sie zur Divertikelkrankheit (Divertikulose + Beschwerden/Komplikationen). ❗ Kern ist die linksseitige Divertikulitis (sog. Linksappendizitis) im Colon sigmoideum mit (sub)akuten Unterbauchschmerzen und Druckschmerz im linken unteren Quadranten. Eingeteilt wird nach der CDD-Klassifikation (Typ 0-4). Bildgebung der Wahl in Deutschland ist die Abdomensonografie, die Therapie richtet sich nach dem Typ.
Klinik
❗ Leitsymptom sind (sub)akute Unterbauchschmerzen, meist linksseitig (Sigma), seltener rechtsseitig. Typisch ist ein Druckschmerz nur im linken unteren Quadranten, ggf. mit Abwehrspannung oder tastbarer "druckschmerzhafter Walze".
- Begleitend: Übelkeit (typischerweise ❌ ohne Erbrechen), eher subfebriles Fieber (ggf. mit Schüttelfrost), Stuhlunregelmäßigkeiten (Diarrhö oder Obstipation)
- Sonderfall Divertikelblutung (CDD Typ 4): meist keine Schmerzen, dafür peranale Blutung
CDD-Klassifikation
- Typ 0: asymptomatische Divertikulose
- Typ 1: akute unkomplizierte Divertikulitis - 1a ohne, 1b mit phlegmonöser Umgebungsreaktion
- ❗ Typ 2: akute komplizierte Divertikulitis mit Abszess/Perforation - 2a Mikroabszess (gedeckte Perforation, Abszess ≤ 3 cm), 2b Makroabszess (> 3 cm), 2c freie Perforation mit Peritonitis
- Typ 3: chronische Divertikelkrankheit (3a SUDD, 3b rezidivierend ohne, 3c rezidivierend mit Komplikationen wie Stenose/Fistel)
- Typ 4: Divertikelblutung - häufigste Quelle einer unteren GI-Blutung aus dem Kolon
Diagnostik
Anamnese und körperliche Untersuchung plus Labor (Entzündungsparameter: Leukozytose mit Linksverschiebung, CRP-Erhöhung, BSG-Erhöhung). ❗ Bildgebung der Wahl ist die Abdomensonografie mit dem Befund einer Kokarde (ödematös verdickte Darmwand); bei unklarem Befund oder Komplikationsverdacht folgt das CT-Abdomen.
Falle: Die ❌ Koloskopie ist in der akuten Phase kontraindiziert (⚡ Perforationsrisiko!); sie erfolgt erst im entzündungsfreien Intervall (ca. 4-6 Wochen nach Abheilung) zum Ausschluss eines Kolonkarzinoms.
Therapie
Die Therapie richtet sich nach dem Typ. Bei fehlender Notfallindikation gilt primär ein konservativer Therapieversuch: Schonung, ggf. Nahrungskarenz und Analgesie (Metamizol, bei Koliken zusätzlich Spasmolytika wie Butylscopolamin). ❗ Eine Antibiotikatherapie ist nicht routinemäßig nötig - sie ist Komplikationen und Risikofaktoren vorbehalten; dann breit gegen Anaerobier und gramnegative Keime (z. B. Ciprofloxacin + Metronidazol oder Piperacillin/Tazobactam).
- Stationär ab Typ 1b
- Notfall-OP bei freier Perforation (Typ 2c) oder Ileus: Hartmann-Operation
- Elektive OP (nach Abheilung, laparoskopische Sigmaresektion mit primärer Anastomose) bei rezidivierender/komplizierter Verlaufsform
- Auch nach OP Rezidivrisiko durch erneute Divertikelbildung im Restdarm
- ❗ Wichtigste Komplikation: Darmperforation; weiter: Stenose, Abszess, Fistel (z. B. kolovesikale Fistel → Luft in der Harnblase)
Divertikulitis
Die Divertikulitis ist die (bakterielle) Entzündung eines oder mehrerer Divertikel, meist eines Kolondivertikels. Sie ist Teil der Divertikelkrankheit (= Divertikulose + Symptome/Entzündung/Komplikationen). ❗ Klinisch im Vordergrund steht die linksseitige Divertikulitis im Colon sigmoideum/descendens (sog. Linksappendizitis). Strukturierend ist die CDD-Klassifikation (Typ 0-4), an der sich Diagnostik und Therapie ausrichten. Beachten Sie die Sonografie-first-Strategie, die Koloskopie-Kontraindikation in der Akutphase und die operativen Indikationen.
Definition und Einteilung
Divertikulitis = Entzündung von Divertikeln. Divertikelkrankheit des Kolons = Divertikulose + Symptome, Entzündung bzw. Komplikationen. Epidemiologie und Ätiologie entsprechen weitgehend denen der Divertikulose: vermutlich eine Kombination aus prädisponierenden Faktoren, erhöhtem intraluminalem Druck (z. B. bei Obstipation, ggf. opioidbedingt) und Lebensstilfaktoren wie ballaststoffarmer Kost.
- ❗ Nach Lokalisation: linksseitige Divertikulitis ist die häufigste Form (ca. 90 % d. F., Colon sigmoideum/descendens); die rechtsseitige Divertikulitis ist vergleichsweise selten
- CDD-Klassifikation (anhand von Bildgebung und Laborbefunden): Typ 0 asymptomatische Divertikulose; Typ 1 akute unkomplizierte Divertikulitis (1a ohne / 1b mit phlegmonöser Umgebungsreaktion, bei 1b obligat Entzündungszeichen im Labor); Typ 2 akute komplizierte Divertikulitis (2a Mikroabszess/gedeckte Perforation ≤ 3 cm, 2b Makroabszess > 3 cm, 2c freie Perforation mit generalisierter Peritonitis - 2c1 eitrig, 2c2 fäkal); Typ 3 chronische Divertikelkrankheit (3a SUDD/symptomatische unkomplizierte Divertikelkrankheit, 3b rezidivierend ohne, 3c rezidivierend mit Komplikationen wie Stenose/Fistel); Typ 4 Divertikelblutung
- ⚡ Falle/Verwechslung: Die CDD-Klassifikation ist nicht die Hinchey-Klassifikation - Hinchey gilt nur für die akute Divertikulitis, ist im englischsprachigen Raum verbreitet und unterscheidet sich von der CDD. Die ältere Einteilung nach Hansen und Stock (3 Stadien, anhand Klinik und CT) ist überholt
Pathogenese
Ausgangspunkt ist ein Entzündungsprozess der Kolondivertikel (Peridivertikulitis), häufig durch Kotretention im Divertikel und Reizung/Schädigung der Divertikelwand durch Kotsteine. Begünstigend wirken Wandverdickung der Tunica muscularis, Bindegewebsveränderungen (Alter, genetische Faktoren) und eine enterische Neuropathie. Die Entzündung kann sich auf die Darmwand ausdehnen (fokale Perikolitis) und in Komplikationen münden.
Symptomatik
❗ Leitsymptom sind (sub)akute Unterbauchschmerzen, meist linksseitig; selten rechtsseitig - dann klinisch nicht von einer Appendizitis zu unterscheiden. Charakteristisch ist der Druckschmerz nur im linken unteren Quadranten (Odds-Ratio 13,3), ggf. mit Abwehrspannung und tastbarer Resistenz ("druckschmerzhafte Walze").
- Begleitend: Übelkeit, typischerweise ❌ kein Erbrechen (Odds-Ratio 9,2), Fieber (eher subfebril, ggf. mit Schüttelfrost), Stuhlunregelmäßigkeiten (Diarrhö oder Obstipation)
- Ggf. Besserung bei Nahrungskarenz
- Bei Divertikelblutung meist keine Schmerzen
Diagnostik
Der Verdacht ergibt sich aus Anamnese und Symptomatik. Routine: körperliche Untersuchung (akuter Druckschmerz links, ggf. Abwehrspannung/Resistenz) und Labordiagnostik mit Entzündungsparametern - Leukozytose mit Linksverschiebung, BSG-Erhöhung, CRP-Erhöhung (CRP > 50 mg/l: Odds-Ratio 4,7) - sowie ein Urinstatus zur Abgrenzung urologischer Ursachen.
❗ Zur Diagnosesicherung ist in Deutschland die (Abdomen-)Sonografie die bevorzugte Erstbildgebung: typisch sind die Kokarde (ödematös verdickte Darmsegmente) und der Nachweis lokaler Abszesse (Hinweis auf gedeckte Perforation). Bei unklarem Sonografiebefund, Komplikationsverdacht oder zur OP-Planung folgt das CT-Abdomen (verdickte Kolonwand, entzündliches Fettgewebe/Phlegmone, Nachweis von Komplikationen, Typzuordnung 1 vs. 2, Perforationszeichen). Eine Abdomenübersichtsaufnahme (im Stehen oder in Linksseitenlage) dient nur dem Nachweis freier Luft.
Wichtig - Koloskopie: Sie ist bei ❌ Verdacht auf akute Divertikulitis kontraindiziert (⚡ Perforationsrisiko!) und erfolgt erst im entzündungsfreien Intervall (ca. 4-6 Wochen nach Abheilung, v. a. nach rein konservativer Therapie) - vorrangig zum Ausschluss eines Kolonkarzinoms. Auch ein Kolonkontrasteinlauf (mit wasserlöslichem Kontrastmittel, z. B. Gastrografin) ist in der Akutphase und bei Perforationszeichen kontraindiziert.
- Größere Abszesse: Punktion (sonografie- oder CT-gesteuert) mit mikrobiologischem Erregernachweis des Punktats
Differenzialdiagnosen
- Appendizitis (Schmerzmaximum meist rechts; sonografische Differenzierung, im Zweifel Laparoskopie)
- Morbus Crohn / Colitis ulcerosa (ähnliches Bild v. a. bei Fistel/Perforation; koloskopisch-histologische Unterscheidung; meist jüngere Patienten)
- Mechanischer Ileus; ischämische Kolitis
- Urozystitis/Pyelonephritis (Pollakisurie, Dysurie, klopfschmerzhaftes Nierenlager, pathologischer Urinstatus)
- Gynäkologische Ursachen: Extrauteringravidität (junge Frauen, β-HCG positiv), Stieldrehung/Ruptur einer Ovarialzyste
- Reizdarmsyndrom (lange Anamnese, keine Entzündungszeichen, Ausschlussdiagnose)
Therapie
Die Therapie richtet sich nach Typ/Stadium. Stationär ab Typ 1b. Bei fehlender Notfallindikation gilt primär immer ein konservativer Therapieversuch: körperliche Schonung, lokale Kühlung und ggf. vorübergehende Nahrungskarenz (sinnvoll zur Darmschonung, aber nicht zwingend, ggf. bis zu vorübergehender parenteraler Ernährung).
Analgesie: bei kolikartigen Schmerzen Analgetika (z. B. Metamizol) und/oder Spasmolytika (Butylscopolamin); bei starken Schmerzen ein Opioid. ❗ Antibiose: nicht routinemäßig - bei unkomplizierter Divertikulitis ohne Risikofaktoren kann auf Antibiotika verzichtet werden (sorgfältige Überwachung); bei Hinweisen auf einen komplizierten Verlauf oder bei Risikofaktoren breite Antibiotikatherapie gegen Anaerobier und gramnegative Bakterien, z. B. Ciprofloxacin + Metronidazol (in leichten Fällen p.o., sonst i.v.) oder Piperacillin + Tazobactam.
- Invasiv bei Abszess: CT-gesteuerte Punktion mit perkutaner Ableitung. Bei Divertikelblutung: endoskopische Blutstillung (Clipping, Unterspritzen mit Adrenalin) oder Angiografie mit Coiling des betroffenen Mesenterialarterienastes
- ❗ Operativ - Notfall: bei freier Perforation (Typ 2c) oder Ileus → sofortige Laparotomie, Hartmann-Operation; bei stark blutender, konservativ/koloskopisch nicht stillbarer Divertikelblutung (Typ 4) → Resektion des betroffenen Kolonabschnitts
- Operativ - dringlich: bei konservativ/drainagetechnisch nicht beherrschbarer komplizierter Divertikulitis (Typ 2a/2b), Fisteln, Stenosen
- Operativ - elektiv: bei rezidivierenden Divertikulitiden (Typ 3b/3c) bzw. erfolgreich konservativ behandelter komplizierter Divertikulitis (Typ 2b), nach vollständiger Ausheilung (4-6 Wochen) → laparoskopische einzeitige Sigmaresektion mit primärer Anastomose
- Auch nach OP besteht ein Rezidivrisiko durch erneute Divertikelbildung im verbleibenden Darm
Komplikationen
- ❗ Darmperforation (wichtigste Komplikation)
- Stenose (CT: dilatiertes Kolon vor der Stenose)
- Abszess (CT: Flüssigkeits-/Gasansammlung)
- Fistel - z. B. kolovesikale Fistel (Luft/Gas in der Harnblase); Therapie operativ
- Divertikelblutung - kann spontan sistieren, ⚡ ggf. aber lebensbedrohlich (dann interventionelle oder operative Blutstillung)
Divertikulitis
Terminologie und Patientensprache
Fachbegriff ↔ Patientensprache: Divertikulitis (Plural: Divertikulitiden) = Divertikelentzündung. Oberbegriff (nahezu synonym): Divertikelkrankheit (engl. diverticular disease). Divertikel = kleine Aussackungen/Ausstülpungen der Darmwand.
- Oberflächlich für Patienten: "eine Entzündung der Wand des Dickdarms"
- Genauer: "eine sogenannte Divertikelentzündung - das ist eine Entzündung von Aussackungen der Wand des Dickdarms"
- Patientensatz: "Divertikel sind kleine Aussackungen der Darmwand. Diese können sich entzünden und Beschwerden verursachen."
Die Divertikulitis ist die Entzündung von Divertikeln (Aussackungen der Darmwand), meist im Sigma. Sie gehört zur Divertikelkrankheit. ❗ Typisch sind (sub)akute Unterbauchschmerzen und ein Druckschmerz im linken Unterbauch. Diagnostisch stehen Anamnese, körperliche Untersuchung, Labor und die Abdomensonografie im Vordergrund; die Behandlung richtet sich nach der Schwere.
Klinik und Anamnese
❗ Leitsymptom sind Unterbauchschmerzen, meist linksseitig, mit Druckschmerz im linken Unterbauch. Begleitend oft Übelkeit (typischerweise ❌ ohne Erbrechen), leichtes Fieber und Stuhlunregelmäßigkeiten (Durchfall oder Verstopfung).
- Fragen Sie nach: Schmerzlokalisation (links unten?), Fieber, Übelkeit/Erbrechen, Stuhlverhalten, Blut im Stuhl, Vorerkrankungen
- Erklärung an die Patientin/den Patienten: "Ihre Beschwerden sind typisch für eine Divertikelkrankheit, die sogenannte Divertikulitis."
Diagnostik und Therapie - Erklärung für Patienten
- "Deshalb möchte ich Sie jetzt gründlich untersuchen, vor allem den Bauch."
- "Wir nehmen etwas Blut ab für einige wichtige Laborwerte."
- ❗ "Außerdem möchte ich eine Ultraschalluntersuchung des Bauches bei Ihnen machen. Manchmal lässt sich die Ursache damit bereits feststellen. Möglicherweise sind danach noch andere Untersuchungen nötig."
- Zur Therapie: "Die Behandlung hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Sie sollten sich schonen und vorerst nichts essen. Wir geben Ihnen etwas gegen die Schmerzen und möglicherweise auch ein Antibiotikum."
- Bei schwerem Verlauf: "Die Behandlung muss in Ihrem Fall im Krankenhaus erfolgen." / ggf. "...eine schwere Form, die operiert werden muss."
Divertikulitis
Terminologie und Patientensprache
Fachbegriff ↔ Patientensprache: Divertikulitis (Plural: Divertikulitiden) = Divertikelentzündung. Der nahezu synonyme Oberbegriff ist die Divertikelkrankheit (engl. diverticular disease) = Divertikulose + Beschwerden, Entzündung bzw. Komplikationen. Divertikel sind kleine Aussackungen/Ausstülpungen der Darmwand.
- Oberflächlich (Laiensprache): "eine Entzündung der Wand des Dickdarms"
- Genauer: "eine sogenannte Divertikelentzündung / Divertikulitis - das ist eine Entzündung von Aussackungen der Wand des Dickdarms"
- Erklärsatz: "Divertikel sind kleine Aussackungen der Darmwand. Diese können sich entzünden und Beschwerden verursachen. Dann nennen wir dies Divertikelkrankheit oder auch Divertikulitis."
- Hilfreiche Adjektive/Begriffe für das Gespräch: entzündet, (links) im Unterbauch, Aussackung, Dickdarm, Stuhlunregelmäßigkeiten (Laiensprache: Durchfall/Verstopfung)
- Ursache patientengerecht: "Die Ursache lässt sich im Einzelfall nicht genau sagen. Verstopfung über einen längeren Zeitraum und eine ballaststoffarme Ernährung sind mögliche Ursachen."
Die Divertikulitis ist die Entzündung von Divertikeln - kleinen Aussackungen der Darmwand - meist im Sigma (S-Darm). Mit Beschwerden spricht man von der Divertikelkrankheit. ❗ Im Zentrum stehen (sub)akute Unterbauchschmerzen mit Druckschmerz im linken Unterbauch, die Stufendiagnostik aus Anamnese, körperlicher Untersuchung, Labor und Abdomensonografie sowie eine schweregradabhängige Therapie. Für die FSP sind die patientengerechte Aufklärung, die wichtigen Anamnesefragen und die strukturierte Übergabe entscheidend.
Klinik und Anamnese
❗ Leitsymptom sind (sub)akute Unterbauchschmerzen, meist linksseitig (Sigma). Typisch ist der Druckschmerz im linken Unterbauch, ggf. mit Abwehrspannung oder einer tastbaren Resistenz. Begleitend treten Übelkeit (oft ❌ ohne Erbrechen), eher leichtes/subfebriles Fieber (ggf. mit Schüttelfrost) und Stuhlunregelmäßigkeiten (Durchfall oder Verstopfung) auf. Bei einer Divertikelblutung bestehen meist keine Schmerzen, dafür Blut im/am Stuhl.
- Wichtige Anamnesefragen (Sie-Form): "Wo genau haben Sie die Schmerzen - eher links im Unterbauch?", "Seit wann bestehen die Beschwerden?", "Haben Sie Fieber bemerkt?", "Ist Ihnen übel, mussten Sie erbrechen?", "Hat sich Ihr Stuhlgang verändert - Durchfall oder Verstopfung?", "Haben Sie Blut im Stuhl bemerkt?"
- Aufklärung des Verdachts: "Ihre Beschwerden sind typisch für eine Divertikelkrankheit, die sogenannte Divertikulitis."
Diagnostik - Erklärung für Patienten
❗ Erklären Sie die Stufendiagnostik in einfacher Sprache. In Deutschland ist die Ultraschalluntersuchung des Bauches (Abdomensonografie) die erste bildgebende Untersuchung; bei unklarem Befund oder Verdacht auf Komplikationen folgt eine Computertomografie (CT).
- "Deshalb möchte ich Sie jetzt gründlich untersuchen, vor allem den Bauch."
- "Wir nehmen etwas Blut ab für einige wichtige Laborwerte."
- "Außerdem möchte ich eine Ultraschalluntersuchung des Bauches bei Ihnen machen bzw. veranlassen. Manchmal lässt sich die Ursache damit bereits feststellen."
- "Möglicherweise sind danach noch andere Untersuchungen nötig."
- Wichtig zu wissen: Eine Darmspiegelung (Koloskopie) wird nicht in der akuten Entzündungsphase, sondern erst etwa 4 bis 6 Wochen später durchgeführt - vor allem, um andere Ursachen wie einen Dickdarmtumor auszuschließen
Therapie - Erklärung für Patienten
Die Behandlung richtet sich nach der Schwere/Form der Erkrankung. Leichte Formen werden konservativ behandelt (Schonung, ggf. Nahrungskarenz, Schmerzmittel, bei Bedarf Antibiotika); schwere oder komplizierte Formen erfordern eine stationäre, teils operative Behandlung.
- "Die Behandlung hängt grundsätzlich von der Schwere, also der Form der Divertikelkrankheit ab."
- "Sie sollten sich schonen und dürfen vorerst nichts mehr essen. Außerdem geben wir Ihnen etwas gegen die Schmerzen und möglicherweise auch ein Antibiotikum."
- Bei stationärer Indikation: "Die Behandlung sollte bzw. muss in Ihrem Fall im Krankenhaus erfolgen."
- Bei OP-Indikation: "Aufgrund der Untersuchungsergebnisse vermuten wir bei Ihnen eine schwere Form der Divertikelkrankheit, die operiert werden muss."
- Komplikationen patientengerecht: "Es gibt verschiedene Komplikationen, zum Beispiel einen Darmverschluss oder einen Durchbruch des Darminhaltes durch die Darmwand. Das sind ernsthafte Komplikationen, die dringend behandelt werden müssen."
Strukturierte Übergabe (SBAR)
- ❗ Situation: Patient/in mit akuten Unterbauchschmerzen links und Druckschmerz im linken Unterbauch, Verdacht auf Divertikulitis
- Background: ggf. bekannte Divertikulose, Übelkeit ohne Erbrechen, subfebriles Fieber, veränderter Stuhlgang
- Assessment: Labor mit Leukozytose und CRP-Erhöhung, in der Sonografie Kokarde (verdickte Darmwand)
- Recommendation: stationäre Aufnahme bei kompliziertem Verlauf, Analgesie, je nach Befund Antibiose, ggf. CT und chirurgisches Konsil