DiffusionskapazitÀt (DLCO)
â Die DiffusionskapazitĂ€t (DLCO) misst den Transfer von Kohlenmonoxid ĂŒber die alveolokapillĂ€re Membran und ist damit das zentrale MaĂ fĂŒr den pulmonalen Gasaustausch. Sie wird in % des Sollwerts angegeben. Merkregel: Eine erniedrigte DLCO zeigt eine Diffusions-/Gasaustauschstörung an.
Was gemessen wird
Die DLCO (Synonym Transferfaktor, auch TLCO) prĂŒft, wie gut ein Gas von den Alveolen ĂŒber Alveolarepithel und Kapillarendothel bis zum HĂ€moglobin der Erythrozyten gelangt. Als Testgas dient Kohlenmonoxid (CO), weil es eine sehr hohe HĂ€moglobinaffinitĂ€t hat und damit diffusionslimitiert aufgenommen wird. Der Wert ist ein direktes MaĂ fĂŒr den Gasaustausch und ergĂ€nzt Spirometrie und Bodyplethysmografie um die Beurteilung der Diffusionsstrecke.
- Angabe in % des Sollwerts; der Sollwert hĂ€ngt u. a. von Alter, GröĂe, Geschlecht und HĂ€moglobin ab.
- ZusĂ€tzlich wird der Transferkoeffizient (DLCO/VA, Krogh-Faktor) bestimmt â die DLCO bezogen auf das ventilierte Alveolarvolumen (VA); er trennt eine echte Diffusionsstörung von einer reinen Volumenminderung.
Befunde â erniedrigt vs. erhöht
â Eine erniedrigte DLCO ist der typische Befund bei gestörtem Gasaustausch: interstitielle Lungenerkrankungen/Lungenfibrose (verlĂ€ngerte Diffusionsstrecke), Emphysem/COPD (Verlust an GasaustauschflĂ€che), Lungenembolie und pulmonale Hypertonie (reduzierter pulmonaler Blutfluss), Herzinsuffizienz/Lungenödem, Pneumonie, Sarkoidose, Zustand nach Lungenresektion sowie eine AnĂ€mie (weniger HĂ€moglobin als CO-Bindungspartner).
- ⥠AnĂ€mie senkt die gemessene DLCO, Polyglobulie hebt sie â der Wert wird deshalb Hb-korrigiert angegeben; ohne Korrektur droht eine Fehlinterpretation.
- Erhöhte DLCO: alveolÀre HÀmorrhagie/HÀmoptysen (intraalveolÀres Hb bindet zusÀtzlich CO), Polyglobulie, Links-rechts-Shunt und erhöhter pulmonaler Blutfluss.
- â DLCO = Transferfaktor (TLCO) = MaĂ fĂŒr den Gasaustausch, gemessen mit CO.
- Fibrose, Emphysem/COPD, Lungenembolie, pulmonale Hypertonie, AnĂ€mie â DLCO â.
- ⥠DLCO/VA (Transferkoeffizient) trennt echte Diffusionsstörung von reiner Volumenminderung.
DiffusionskapazitÀt (DLCO)
â Die DiffusionskapazitĂ€t (DLCO) ist das zentrale LungenfunktionsmaĂ fĂŒr den Gasaustausch ĂŒber die alveolokapillĂ€re Membran. Sie wird per CO-Transfer bestimmt, in % des Sollwerts angegeben und ergĂ€nzt Spirometrie und Bodyplethysmografie, indem sie nicht die Mechanik (Volumina, Fluss), sondern die Diffusionsstrecke beurteilt.
Prinzip und MessgröĂe
Gemessen wird die Aufnahme von Kohlenmonoxid (CO) aus der eingeatmeten Luft. CO eignet sich als Testgas, weil seine Aufnahme nahezu ausschlieĂlich durch die Diffusion und die verfĂŒgbare HĂ€moglobinmenge begrenzt ist, kaum durch die Lungenperfusion. Das Ergebnis ist ein quantitatives MaĂ fĂŒr den Gasaustausch und damit fĂŒr die Funktion der gesamten Strecke Alveole â Alveolarepithel â Interstitium â Kapillarendothel â Erythrozyt.
Synonyme: Transferfaktor, TLCO (transfer factor for carbon monoxide) und DLCO (diffusing capacity of the lung for CO) bezeichnen dieselbe GröĂe. Neben dem Absolutwert wird der Transferkoeffizient (DLCO/VA, Krogh-Faktor) berechnet â die DLCO bezogen auf das gleichzeitig bestimmte Alveolarvolumen (VA). Dieser Quotient ist entscheidend, um eine echte Diffusionsstörung von einer rein volumenbedingten Reduktion (z. B. nach Resektion oder bei Restriktion) zu unterscheiden.
- Einheit in der Praxis: % des Sollwerts; der individuelle Sollwert hĂ€ngt von Alter, GröĂe, Geschlecht und HĂ€moglobin ab.
- ⥠Die DLCO ist Hb-abhĂ€ngig und wird daher auf das aktuelle HĂ€moglobin korrigiert â sonst werden AnĂ€mie (falsch niedrig) und Polyglobulie (falsch hoch) als Lungenbefund fehlgedeutet.
Erniedrigte DLCO â Diffusions-/Gasaustauschstörung
Die erniedrigte DLCO ist der diagnostisch wichtige Befund und entsteht, wenn die GasaustauschflÀche kleiner, die Diffusionsstrecke lÀnger oder die Perfusion bzw. die Hb-Menge reduziert ist.
- Interstitielle Lungenerkrankungen/Lungenfibrose, Sarkoidose, Pneumonie â verdickte/verlĂ€ngerte Diffusionsstrecke.
- Emphysem/COPD â Verlust an alveolĂ€rer GasaustauschflĂ€che (typisch: Emphysem mit erniedrigter DLCO trotz teils erhaltener Spirometrie).
- Lungenembolie, pulmonale Hypertonie, reduzierter pulmonaler Blutfluss â weniger durchblutete Kapillaren.
- Herzinsuffizienz/Lungenödem.
- Zustand nach Lungenresektion, reduziertes Alveolarvolumen â hier hilft der DLCO/VA, das von einer echten Diffusionsstörung abzugrenzen.
- AnĂ€mie â weniger Hb als CO-Bindungspartner (Messeffekt, keine Lungenerkrankung; durch Hb-Korrektur kontrollieren).
Erhöhte DLCO
Eine erhöhte DLCO ist seltener und meist auf eine vermehrte CO-Bindung oder einen erhöhten pulmonalen Blutfluss zurĂŒckzufĂŒhren.
- AlveolĂ€re HĂ€morrhagie/HĂ€moptysen â HĂ€moglobin im Alveolarraum bindet zusĂ€tzlich CO und tĂ€uscht eine hohe DiffusionskapazitĂ€t vor.
- Polyglobulie â mehr Hb als CO-Bindungspartner.
- Links-rechts-Shunt und erhöhter pulmonaler Blutfluss.
- Asthma bronchiale zeigt meist eine normale bis leicht erhöhte DLCO (anders als COPD/Emphysem) â diagnostisch nĂŒtzlich zur Abgrenzung.
Klinische Einordnung
Die DLCO wird gezielt eingesetzt, wenn Spirometrie und Bodyplethysmografie die Beschwerden nicht erklĂ€ren, zur Differenzierung von Emphysem und Asthma, in der Diagnostik und Verlaufskontrolle interstitieller Lungenerkrankungen und bei der AbklĂ€rung einer Belastungsdyspnoe unklarer Genese (z. B. pulmonalvaskulĂ€re Ursachen). Sie ist auĂerdem fester Bestandteil der prĂ€operativen RisikoabschĂ€tzung vor Lungenresektionen.
- â DLCO/TLCO/Transferfaktor = MaĂ des Gasaustausches via CO-Transfer, in % des Solls.
- DLCO â: Fibrose/ILD, Emphysem/COPD, Lungenembolie, pulmonale Hypertonie, Herzinsuffizienz, AnĂ€mie, nach Resektion.
- DLCO â: alveolĂ€re HĂ€morrhagie, Polyglobulie, Links-rechts-Shunt, erhöhter Blutfluss.
- ⥠Immer Hb-korrigiert lesen und mit DLCO/VA die Volumenkomponente herausrechnen.
DiffusionskapazitÀt (DLCO)
Terminologie und Patientensprache
Fachsprachlich heiĂt die GröĂe DiffusionskapazitĂ€t mit der AbkĂŒrzung DLCO (auch TLCO oder Transferfaktor); der auf das Alveolarvolumen bezogene Wert ist der Transferkoeffizient (DLCO/VA). Im Befund taucht auĂerdem der Begriff Verteilungsstörung auf, wenn DLCO und DLCO/VA auseinanderfallen.
GegenĂŒber Patientinnen und Patienten erklĂ€ren Sie das ohne Fachbegriffe, zum Beispiel: »Mit dieser Untersuchung messen wir, wie gut der Sauerstoff aus Ihrer Atemluft ins Blut ĂŒbergeht.« FĂŒr das GerĂ€t reicht: »Sie atmen ein spezielles Testgas ein und halten kurz die Luft an.« Vermeiden Sie das Wort »Kohlenmonoxid« im Erstkontakt, weil es Angst auslösen kann; es ist hier völlig ungefĂ€hrlich, da nur eine winzige, unschĂ€dliche Menge verwendet wird.
â Die DiffusionskapazitĂ€t (DLCO) misst den Gasaustausch der Lunge â also wie gut Sauerstoff aus der Atemluft ins Blut ĂŒbertritt. Sie ergĂ€nzt die ĂŒbrige LungenfunktionsprĂŒfung und ist besonders bei Verdacht auf eine Diffusionsstörung wichtig.
Worum es geht
Die DLCO prĂŒft die Strecke von der LungenblĂ€schen-Wand bis zum roten Blutfarbstoff. Ein erniedrigter Wert spricht fĂŒr eine gestörte Sauerstoffaufnahme, etwa bei einer Lungenfibrose (LungengerĂŒsterkrankung), bei einem Emphysem/COPD oder bei Durchblutungsproblemen der Lunge.
- â ErklĂ€rung fĂŒr den Patienten: »Wir prĂŒfen, wie gut Ihre Lunge Sauerstoff ins Blut aufnimmt.«
- Wichtige Anamnesefrage: »Bekommen Sie bei Belastung schlechter Luft als frĂŒher?« (Belastungsluftnot ist ein typischer Anlass).
- â DLCO/Transferfaktor = MaĂ fĂŒr die Sauerstoffaufnahme/den Gasaustausch.
- Niedrige DLCO bei Lungenfibrose, Emphysem/COPD, Durchblutungsstörungen der Lunge.
DiffusionskapazitÀt (DLCO)
Terminologie und Patientensprache
Die korrekten Fachbegriffe lauten DiffusionskapazitĂ€t, AbkĂŒrzung DLCO, gleichbedeutend mit TLCO und Transferfaktor. Der auf das belĂŒftete Lungenvolumen bezogene Wert ist der Transferkoeffizient, abgekĂŒrzt DLCO/VA (Krogh-Faktor); das Alveolarvolumen trĂ€gt die AbkĂŒrzung VA. Weichen DLCO und DLCO/VA deutlich voneinander ab, spricht man im Befund von einer Verteilungsstörung. Die Messung selbst ist die Diffusionsmessung oder Transferfaktorbestimmung.
FĂŒr die Patientenkommunikation ĂŒbersetzen Sie diese Begriffe in Alltagssprache. Die DLCO ist die »Messung der Sauerstoffaufnahme der Lunge«; eine erniedrigte DLCO ist eine »verminderte Sauerstoffaufnahme«. Beispiele fĂŒr verstĂ€ndliche SĂ€tze: »Mit dieser Untersuchung messen wir, wie gut der Sauerstoff von Ihrer Lunge ins Blut ĂŒbergeht.« â »Bei Ihnen ist dieser Ăbergang etwas vermindert, das passt zu Ihrer Lungenerkrankung.« FĂŒr den Ablauf: »Sie atmen ein harmloses Testgas ein, halten kurz die Luft an und atmen dann wieder aus. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.« Den Fachbegriff »Kohlenmonoxid« sollten Sie im PatientengesprĂ€ch vermeiden oder ausdrĂŒcklich entwarnen, da die verwendete Menge unschĂ€dlich ist.
NĂŒtzliche Adjektive fĂŒr den Befund: der Wert ist normwertig, vermindert/erniedrigt oder erhöht; eine Störung ist gering-, mittel- oder schwergradig.
â Die DiffusionskapazitĂ€t (DLCO) ist die Lungenfunktionsuntersuchung, die den Gasaustausch beurteilt â also den Ăbertritt von Sauerstoff aus der Atemluft ins Blut. Sie kommt zum Einsatz, wenn die ĂŒbrige LungenfunktionsprĂŒfung die Beschwerden nicht ausreichend erklĂ€rt, und ist in Anamnese, Befundbesprechung und Ăbergabe gut verstĂ€ndlich zu kommunizieren.
Was die Untersuchung zeigt
Die DLCO misst, wie gut ein Testgas von den LungenblĂ€schen ĂŒber die dĂŒnne Wand bis zum roten Blutfarbstoff (HĂ€moglobin) gelangt. Sie ist damit ein direktes MaĂ fĂŒr den Gasaustausch. Angegeben wird das Ergebnis als Prozentsatz eines individuellen Normwerts, der von Alter, GröĂe, Geschlecht und dem HĂ€moglobinwert abhĂ€ngt. Deshalb wird die DLCO auf das aktuelle HĂ€moglobin umgerechnet, damit eine Blutarmut nicht fĂ€lschlich als Lungenproblem erscheint.
- Der Transferkoeffizient (DLCO/VA) hilft zu unterscheiden, ob wirklich der Gasaustausch gestört ist oder ob einfach weniger Lungenvolumen zur VerfĂŒgung steht (zum Beispiel nach einer Lungenoperation).
Typische Befunde und ihre Bedeutung
Eine erniedrigte DLCO weist auf eine gestörte Sauerstoffaufnahme hin. HĂ€ufige Ursachen sind eine Lungenfibrose beziehungsweise andere LungengerĂŒsterkrankungen, ein Emphysem oder eine COPD, eine Lungenembolie, ein Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie), eine HerzschwĂ€che mit Wasser in der Lunge sowie der Zustand nach einer Lungenteilentfernung. Auch eine Blutarmut (AnĂ€mie) senkt den Messwert, ohne dass die Lunge selbst krank sein muss.
Eine erhöhte DLCO ist seltener. Sie findet sich zum Beispiel bei einer Blutung in die LungenblĂ€schen (alveolĂ€re HĂ€morrhagie) oder bei vermehrtem Blutfarbstoff (Polyglobulie). Ein Asthma bronchiale zeigt typischerweise eine normale oder leicht erhöhte DLCO â das hilft, es von einer COPD mit erniedrigter DLCO zu unterscheiden.
Anamnese und Kommunikation
Im GesprĂ€ch lohnen sich gezielte Fragen, die zu einer Gasaustauschstörung passen: »Bekommen Sie bei Belastung schlechter Luft als frĂŒher?«, »MĂŒssen Sie beim Treppensteigen hĂ€ufiger stehen bleiben?«, »Haben Sie schon einmal Blut abgehustet?« (Hinweis auf eine Lungenblutung) und »Ist bei Ihnen eine Lungen- oder Herzerkrankung bekannt?«.
FĂŒr die strukturierte Ăbergabe eignet sich eine knappe Formulierung, zum Beispiel: »Die Patientin klagt ĂŒber zunehmende Belastungsluftnot. In der Lungenfunktion zeigt sich eine deutlich verminderte DiffusionskapazitĂ€t bei sonst weitgehend normaler Mechanik. Ich bitte um Mitbeurteilung im Hinblick auf eine interstitielle Lungenerkrankung.«
- â DLCO/Transferfaktor = MaĂ fĂŒr den Gasaustausch (Sauerstoffaufnahme ins Blut).
- Niedrige DLCO: Lungenfibrose, Emphysem/COPD, Lungenembolie, Lungenhochdruck, HerzschwÀche, AnÀmie.
- Hohe DLCO: Lungenblutung, Polyglobulie; Asthma eher normal/leicht erhöht.