Dekubitus
â Dekubitus ist eine lokalisierte SchĂ€digung von Haut und/oder darunterliegendem Gewebe durch Druck oder Druck in Kombination mit ScherkrĂ€ften. PrĂŒfungsentscheidend sind RisikoeinschĂ€tzung, Hautinspektion, validierte Kategorisierung, konsequente Druckentlastung und stadiengerechte Wundbehandlung.
Definition und Einteilung
Die Einteilung erfolgt validiert nach EPUAP/NPIAP-Kategorien. Kategorie I ist die nicht wegdrĂŒckbare Rötung: Der Fingerdrucktest bleibt negativ, die Rötung bleibt bestehen. Die Haut kann schmerzhaft, hĂ€rter/weicher oder wĂ€rmer/kĂ€lter als das umliegende Gewebe sein.
Bei Kategorie II liegt eine Teilzerstörung von Epidermis und Dermis vor, etwa als oberflĂ€chliches GeschwĂŒr oder serumgefĂŒllte Blase. Bei Kategorie III besteht vollstĂ€ndiger Gewebeverlust bis ins Subkutangewebe; subkutanes Fett kann sichtbar sein, Knochen, Muskeln und Sehnen liegen aber nicht frei. Kategorie IV bedeutet vollstĂ€ndiger Gewebeverlust mit freiliegenden Knochen, Muskeln oder Sehnen und Risiko fĂŒr Nekrose, Osteitis, Osteomyelitis und Sepsis.
- â Kategorie I: nicht wegdrĂŒckbare Rötung bei negativem Fingerdrucktest.
- â Kategorie III/IV: tiefer Gewebeverlust; bei Kategorie IV können Knochen, Muskeln oder Sehnen freiliegen.
- Wenn der Wundgrund durch BelÀge oder Schorf verdeckt ist, ist keine sichere Einstufung möglich; Debridement wird nach Wundstatus und Bedarf entschieden.
- â Stabiler Fersenschorf kann ein biologischer Verschluss sein und wird nicht automatisch debridiert.
Risiko und PrÀvention
Das Risiko wird strukturiert eingeschĂ€tzt, klassisch mit Braden-Skala, auĂerdem Norton- oder Medley-Skala. Wichtige Braden-DomĂ€nen sind Feuchtigkeit, MobilitĂ€t, AktivitĂ€t, ErnĂ€hrung, sensorische Wahrnehmung sowie Reibung und ScherkrĂ€fte.
Zentrale PrĂ€vention ist die Druckentlastung: regelmĂ€Ăige Repositionierung, 30°-SchrĂ€glagerung, druckverteilende Matratzen/Kissen und tĂ€gliche Hautinspektion, besonders an PrĂ€dilektionsstellen wie Sakrum, Fersen und Trochanteren.
- â Risikokette: Bewusstseinsstörung oder ImmobilitĂ€t â Druckbelastung ĂŒber KnochenvorsprĂŒngen â Dekubitusrisiko.
- Repositionierung erfolgt risikoangepasst: bei gefÀhrdeten Erwachsenen mindestens alle 6 Stunden, bei hohem Risiko mindestens alle 4 Stunden, ggf. hÀufiger nach individueller Situation.
- Hautpflege: Feuchtigkeit und Reibung vermeiden, pH-neutral reinigen, rĂŒckfettend pflegen; gefĂ€hrdete Haut nicht massieren oder reiben.
- ErnĂ€hrung wird korrigiert, wenn MangelernĂ€hrung, EiweiĂmangel, Dehydration oder relevante Defizite vorliegen.
- Risikofaktoren: ImmobilitÀt, Bewusstseinsstörung, MangelernÀhrung, Diabetes mit Polyneuropathie/Mikroangiopathie, AnÀmie, hohes Alter, Fieber, Inkontinenz und harte Unterlagen.
- Therapieprinzip: Druckentlastung, feuchte Wundbehandlung, passende Wundauflagen, Debridement nach Bedarf und ggf. plastische Deckung.
- Systemische Antibiotika nur bei systemischer Sepsis, ausbreitender Zellulitis oder zugrunde liegender Osteomyelitis, nicht allein wegen positiver Wundkulturen oder zur Ulkusheilung.
Dekubitus
â Dekubitus bezeichnet eine örtlich begrenzte SchĂ€digung von Haut und/oder tieferem Gewebe durch Druck oder Druck plus ScherkrĂ€fte. In PrĂŒfungen geht es nicht nur um Wundstadien, sondern um die Kette aus Risikoerkennung, Hautbeurteilung, Druckentlastung, stadiengerechter Versorgung und Infektionskontrolle.
Definition und Pathomechanismus
Ein Dekubitus entsteht, wenn Gewebe ĂŒber lĂ€ngere Zeit komprimiert wird. Druck, besonders ĂŒber KnochenvorsprĂŒngen, und ScherkrĂ€fte vermindern die lokale Perfusion; bei zusĂ€tzlicher Feuchtigkeit, Mazeration oder eingeschrĂ€nkter Regeneration steigt die Verletzlichkeit der Haut.
PrĂ€dilektionsstellen sind vor allem Sakrum, Fersen und Trochanteren. Ein Schleimhautdekubitus entsteht durch anhaltenden Druck medizinischer GerĂ€te, zum Beispiel Endotrachealtubus, Magensonde oder Harnkatheter; er lĂ€sst sich nicht nach den ĂŒblichen EPUAP/NPIAP-Kategorien einstufen.
- â Kernformel: Druck/ScherkrĂ€fte plus vulnerable Haut oder ImmobilitĂ€t.
- Inkontinenz erhöht ĂŒber Feuchtigkeit das Risiko fĂŒr Mazeration und Infektion.
- Glukokortikoide können ĂŒber Pergamenthaut zur HautvulnerabilitĂ€t beitragen.
Einteilung
Die Einteilung erfolgt mit einer validierten Dekubitusklassifikation nach EPUAP/NPIAP. Kategorie I ist eine intakte Haut mit nicht wegdrĂŒckbarer Rötung: Der Fingerdrucktest bleibt negativ, die Rötung verschwindet nicht. ZusĂ€tzlich kann das Areal schmerzhaft, hĂ€rter oder weicher sowie wĂ€rmer oder kĂ€lter als die Umgebung sein.
Kategorie II beschreibt eine Teilzerstörung der Haut mit Beteiligung von Epidermis und Dermis. Typisch sind ein oberflĂ€chliches GeschwĂŒr mit rot-rosafarbenem Wundbett oder eine intakte beziehungsweise teilrupturierte serumgefĂŒllte Blase.
Bei Kategorie III liegt ein vollstÀndiger Gewebeverlust bis in das Subkutangewebe vor. Subkutanes Fett kann sichtbar sein; Knochen, Muskeln und Sehnen liegen nicht frei. Wundtaschen, starke Schmerzen und erhöhte InfektanfÀlligkeit sind möglich; Schmerzen können bei Nervenzerstörung vermindert sein.
Kategorie IV bedeutet vollstÀndigen Gewebeverlust mit freiliegenden Knochen, Muskeln oder Sehnen. Dadurch drohen Nekrosen, Osteitis, Osteomyelitis und Sepsis.
- â Kategorie I ist prĂŒfungsrelevant, weil sie noch ohne offene Wunde erkannt werden muss.
- Keine Einstufung möglich, wenn BelÀge oder Schorf den Wundgrund verdecken.
- â Bei stabilem Fersenschorf kein automatisches Debridement: Er kann als natĂŒrlicher biologischer Verschluss dienen.
- Vermutete tiefe GewebeschĂ€digung: lila oder rötlich-braune VerfĂ€rbung, intakte Haut oder blutgefĂŒllte Blase nach Druck-/Scherkrafteinwirkung.
Risikofaktoren und Assessment
Ein strukturiertes Risikoassessment nutzt Skalen wie Braden, Norton oder im Intensivbereich auch Medley. Die Braden-Skala erfasst Feuchtigkeit, MobilitÀt, AktivitÀt, ErnÀhrung, sensorische Wahrnehmung sowie Reibung und ScherkrÀfte.
Intrinsische Risiken sind Bewusstseinsstörungen wie Koma oder Sedierung, ImmobilitĂ€t, MangelernĂ€hrung, Diabetes mellitus, AnĂ€mie, hohes Alter und Fieber. Bewusstseinsstörung begĂŒnstigt ImmobilitĂ€t, daraus folgt Druckbelastung, besonders ĂŒber KnochenvorsprĂŒngen.
Bei MangelernĂ€hrung reduzieren EiweiĂmangel beziehungsweise HypalbuminĂ€mie, Dehydration, Vitamin-C- und Zinkmangel die Geweberegeneration. Diabetes mellitus erhöht das Risiko durch Polyneuropathie, Mikroangiopathie und Durchblutungsstörungen; AnĂ€mie vermindert die SauerstofftransportkapazitĂ€t.
- â Diabetes mellitus: Polyneuropathie plus Mikroangiopathie sind eine typische Risikokombination.
- Fieber erhöht den Sauerstoffverbrauch des Gewebes.
- Extrinsische Faktoren: ScherkrÀfte, harte Unterlagen, Inkontinenz, Feuchtigkeit, Reibung und Medikamente wie Glukokortikoide.
PrÀvention
PrĂ€vention beginnt mit Risiko- und Hautbeurteilung. Die Haut wird regelmĂ€Ăig inspiziert, besonders an PrĂ€dilektionsstellen; wichtig ist die Suche nach nicht wegdrĂŒckbarer Rötung, VerfĂ€rbungen, Temperatur-, Konsistenz- und Schmerzunterschieden.
â Die wichtigste MaĂnahme ist Druckentlastung. Dazu gehören regelmĂ€Ăige Repositionierung, 30°-SchrĂ€glagerung, druckverteilende Hilfsmittel wie spezielle Matratzen oder Kissen und die Vermeidung unnötiger ScherkrĂ€fte.
Die Repositionierung ist individuell zu planen: Bei gefĂ€hrdeten Erwachsenen mindestens alle 6 Stunden, bei hohem Risiko mindestens alle 4 Stunden, bei klinischer Notwendigkeit hĂ€ufiger. Starre Zwei-Stunden-Schemata sind kein Ersatz fĂŒr individuelle RisikoeinschĂ€tzung, Hautbefund, Komfort und Versorgungsziel.
Hautpflege bedeutet: Feuchtigkeit und Reibung vermeiden, pH-neutrale Reinigungsmittel nutzen und rĂŒckfettende, feuchtigkeitsspendende Lotionen verwenden. GefĂ€hrdete Haut wird nicht massiert oder krĂ€ftig gerieben, weil das Gewebe zusĂ€tzlich geschĂ€digt werden kann.
- Druckentlastende Hilfsmittel: Wechseldruckmatratzen, Schaumstoffmatratzen, Gelkissen.
- ErnĂ€hrung: Defizite behandeln, besonders MangelernĂ€hrung, EiweiĂmangel, Dehydration und relevante MikronĂ€hrstoffmĂ€ngel; keine pauschale Supplementierung ohne Defizit.
- Inkontinenzmanagement schĂŒtzt vor Mazeration und senkt das Infektionsrisiko.
Therapie
Die Therapie ist stadien- und wundgerecht. Konservativ stehen Druckentlastung, feuchte Wundbehandlung und hydroaktive Wundauflagen im Vordergrund, zum Beispiel Alginate, Hydrokolloide oder Schaumstoffe.
Nekrotisches Gewebe wird debridiert, wenn es klinisch erforderlich ist und der Wundstatus dafĂŒr spricht. Operativ kommen stadiengerecht plastische Deckungsverfahren infrage, etwa Lappenplastiken oder Hauttransplantationen. Enzymatisches Debridement und Madentherapie sind keine Routineverfahren; Larventherapie kommt nur als Ausnahme infrage, wenn Debridement nötig ist und scharfes Debridement kontraindiziert ist oder eine relevante vaskulĂ€re Insuffizienz vorliegt.
Systemische Antibiotika sind nicht Teil der Routine-Ulkusheilung. Sie sind angezeigt bei systemischer Sepsis, ausbreitender Zellulitis oder zugrunde liegender Osteomyelitis; eine positive Wundkultur allein rechtfertigt keine systemische Antibiotikatherapie.
- â Therapie nie ohne Druckentlastung denken.
- Bei Kategorie IV aktiv an Osteomyelitis und Sepsisrisiko denken.
- Lokale Wundversorgung und systemische Infektionstherapie sauber trennen.
- PrĂŒfungsfalle: Kategorie I ist kein harmloser Hautbefund, sondern ein frĂŒher Dekubitus mit nicht wegdrĂŒckbarer Rötung.
- PrÀventionsantwort: Risikoassessment + Hautinspektion + Repositionierung + druckverteilende OberflÀche + Feuchtigkeits-/Scherkraftkontrolle.
- Stabiler Fersenschorf und Antibiotikaeinsatz sind typische Punkte, an denen pauschales Handeln falsch wÀre.
Dekubitus
Terminologie und Patientensprache
Dekubitus ist der Fachbegriff. Patientennah sagen Sie DruckgeschwĂŒr oder Wundliegen. Ein möglicher Satz ist: "Durch lĂ€ngeren Druck auf eine Hautstelle ist dort eine Wunde beziehungsweise ein DruckgeschwĂŒr entstanden."
Wenn Patientinnen oder Patienten sagen, sie hÀtten sich wund gelegen, meinen sie hÀufig genau diese DruckschÀdigung.
- DruckgeschwĂŒr = Dekubitus.
- Wundliegen = alltagssprachlich fĂŒr Dekubitus.
- Fingerdrucktest: "Wir drĂŒcken kurz auf die Rötung. Wenn sie nicht heller wird, ist das ein Warnzeichen fĂŒr eine DruckschĂ€digung."
â Ein Dekubitus ist eine DruckschĂ€digung der Haut und manchmal auch tieferer Gewebe. In der FSP mĂŒssen Sie verstĂ€ndlich erklĂ€ren, dass Druck, Reibung und ScherkrĂ€fte die Haut schĂ€digen, besonders bei immobilen, bewusstseinsgestörten oder mangelernĂ€hrten Patientinnen und Patienten.
Erkennen und einordnen
ErklĂ€ren Sie einfach: "Am Anfang kann die Haut noch geschlossen sein, aber gerötet bleiben, auch wenn man darauf drĂŒckt. SpĂ€ter kann eine Blase oder ein offenes GeschwĂŒr entstehen; in schweren FĂ€llen können tiefere Gewebe betroffen sein."
â Wichtig ist die frĂŒhe Erkennung an belasteten Stellen wie Kreuzbein, Fersen und HĂŒften beziehungsweise Trochanteren.
- Fragen: "Können Sie sich selbst umlagern? Haben Sie Schmerzen an Fersen oder am GesÀ� Ist die Haut dort gerötet oder offen?"
- Risikofragen: ImmobilitĂ€t, Bewusstseinsstörung, Inkontinenz, Diabetes, Durchblutungsstörungen, MangelernĂ€hrung und FlĂŒssigkeitsmangel.
Vorbeugen und erklÀren
Patientennah: "Wir entlasten die gefĂ€hrdeten Stellen regelmĂ€Ăig, nutzen eine geeignete Matratze oder Kissen und kontrollieren die Haut tĂ€glich." Repositionierung wird nach Risiko geplant, mindestens alle 6 Stunden bei gefĂ€hrdeten und mindestens alle 4 Stunden bei hochgefĂ€hrdeten Erwachsenen.
Zur Hautpflege: "Wir halten die Haut sauber und trocken, vermeiden Reibung und pflegen sie schonend. GefÀhrdete Haut sollte nicht massiert oder gerieben werden."
- ErnĂ€hrung: "Wenn ein EiweiĂ-, FlĂŒssigkeits- oder NĂ€hrstoffmangel besteht, gleichen wir ihn gezielt aus."
- Ăbergabekern: Dekubitusrisiko, Hautbefund, Kategorie, Lagerungsplan, Hilfsmittel und Wundversorgung.
- FSP-Merksatz: Druck wegnehmen, Haut kontrollieren, Wunde stadiengerecht versorgen.
- Systemische Antibiotika erklĂ€ren Sie nur bei Zeichen einer Ausbreitung oder schweren Infektion, nicht als normale WundheilungsmaĂnahme.
Dekubitus
Terminologie und Patientensprache
Fachbegriff: Dekubitus. Patientensprache: DruckgeschwĂŒr, Wundliegen oder "sich wund gelegen haben". Sie können sagen: "Ein Dekubitus ist eine Wunde, die entsteht, wenn lĂ€ngere Zeit zu viel Druck auf eine Hautstelle einwirkt."
ErklÀren Sie ScherkrÀfte patientennah: "ScherkrÀfte entstehen, wenn die Haut an einer Stelle hÀngen bleibt, der Körper darunter aber etwas rutscht, zum Beispiel im Bett. Dadurch wird das Gewebe zusÀtzlich belastet."
Wichtige Ăbergabebegriffe: Kategorie I-IV, Fingerdrucktest/Vitropression, Wundtaschen, Nekrose, Debridement, Osteomyelitis, Druckentlastung und druckverteilende Hilfsmittel.
- Patientensatz: "Die Rötung verschwindet beim kurzen DrĂŒcken nicht, deshalb nehmen wir den Befund ernst und entlasten die Stelle."
- Schonende Formulierung: "Wir möchten verhindern, dass aus einer Druckstelle eine tiefere Wunde wird."
- Nicht stigmatisierend sprechen: Fokus auf Risiko, ImmobilitÀt, Hautzustand und Versorgung, nicht auf Schuld.
â Beim Dekubitus verbinden Sie in der FachsprachprĂŒfung medizinische Genauigkeit mit verstĂ€ndlicher Sprache: Druck und ScherkrĂ€fte schĂ€digen Haut und tieferes Gewebe; entscheidend sind Risikoassessment, Hautinspektion, Druckentlastung, Wundbeurteilung und klare PatientenerklĂ€rung.
Anamnese und RisikoeinschÀtzung
Fragen Sie nach MobilitĂ€t und LagerungsfĂ€higkeit: "Können Sie sich selbst im Bett drehen? Sitzen oder liegen Sie lĂ€ngere Zeit in derselben Position?" Bei Bewusstseinsstörung, Sedierung oder Koma ist das Risiko besonders hoch, weil ImmobilitĂ€t zu Druckbelastung fĂŒhrt.
Erfassen Sie ErnĂ€hrung, FlĂŒssigkeit, Inkontinenz, Diabetes, Durchblutungsstörungen, AnĂ€mie, Fieber, Medikamente wie Glukokortikoide und vorhandene Hilfsmittel. Die Braden-Skala strukturiert Feuchtigkeit, MobilitĂ€t, AktivitĂ€t, ErnĂ€hrung, sensorische Wahrnehmung sowie Reibung und ScherkrĂ€fte; Norton- und Medley-Skala sind weitere Assessmentinstrumente.
- â Typische Risikokette: Bewusstseinsstörung â ImmobilitĂ€t â Druck ĂŒber Sakrum/Fersen/Trochanteren.
- Diabetes: nach SensibilitÀtsstörungen, Wunden, pAVK und Durchblutungsproblemen fragen.
- MangelernĂ€hrung: Gewichtsverlust, geringe EiweiĂzufuhr, Trinkmenge und bekannte MangelzustĂ€nde erfragen.
Hautbefund und Kategorien erklÀren
Kategorie I erklĂ€ren Sie so: "Die Haut ist noch geschlossen, aber die Rötung lĂ€sst sich nicht wegdrĂŒcken. Das ist bereits eine DruckschĂ€digung." ZusĂ€tzlich achten Sie auf Schmerz, Temperaturunterschiede und verĂ€nderte Festigkeit der Haut.
Kategorie II ist eine oberflĂ€chliche HautschĂ€digung, zum Beispiel eine Blase oder ein flaches offenes GeschwĂŒr. Kategorie III geht tiefer bis in das Unterhautfettgewebe; Kategorie IV reicht bis zu freiliegenden Strukturen wie Knochen, Muskeln oder Sehnen.
Wenn BelĂ€ge oder Schorf den Wundgrund verdecken, ist die Einstufung zunĂ€chst unsicher. Ein Debridement kann zur Beurteilung nötig sein, wird aber nach Wundstatus entschieden. Ein stabiler trockener Schorf an der Ferse kann als natĂŒrlicher Verschluss erhalten bleiben.
- â Bei freiliegendem Knochen an Osteomyelitis denken.
- Vermutete tiefe GewebeschĂ€digung: lila oder rötlich-braune VerfĂ€rbung, intakte Haut oder blutgefĂŒllte Blase.
- Schleimhautdekubitus durch Tubus, Sonde oder Katheter wird nicht nach Kategorie I-IV eingestuft.
PrÀvention patientennah erklÀren
Die wichtigste Botschaft lautet: "Wir mĂŒssen den Druck regelmĂ€Ăig von gefĂ€hrdeten Stellen nehmen." Dazu gehören ein individueller Lagerungsplan, 30°-SchrĂ€glagerung, druckverteilende Matratzen oder Kissen und eine tĂ€gliche Hautkontrolle an Sakrum, Fersen und weiteren belasteten Stellen.
Die Repositionierung richtet sich nach Risiko und Hautbefund: mindestens alle 6 Stunden bei gefĂ€hrdeten Erwachsenen, mindestens alle 4 Stunden bei hohem Risiko, bei Bedarf hĂ€ufiger. Formulieren Sie nicht als starre Routine, sondern als individuell geprĂŒften Plan.
Hautpflege: "Wir vermeiden Feuchtigkeit und Reibung, reinigen schonend und pflegen die Haut rĂŒckfettend. Wir massieren die gefĂ€hrdete Stelle nicht, weil das die Haut zusĂ€tzlich verletzen kann."
- Druckverteilende Hilfsmittel: Wechseldruckmatratze, Schaumstoffmatratze oder Gelkissen je nach Situation.
- Inkontinenz: rasches Wechseln, Hautschutz und Feuchtigkeitsmanagement.
- ErnÀhrung: Defizite gezielt ausgleichen, nicht pauschal ZusÀtze geben, wenn kein Mangel besteht.
Wundversorgung und Therapie erklÀren
Konservative Versorgung bedeutet Druckentlastung, feuchte Wundbehandlung und geeignete hydroaktive Wundauflagen, zum Beispiel Alginate, Hydrokolloide oder Schaumstoffe. ErklĂ€ren Sie: "Die Wundauflage wird passend zur Wunde gewĂ€hlt, damit sie feucht heilen kann und geschĂŒtzt ist."
Bei Nekrosen kann ein Debridement nötig sein. Operativ kommen bei fortgeschrittenen Defekten plastische Deckungsverfahren wie Lappenplastik oder Hauttransplantation infrage. Enzymatisches Debridement und Madentherapie sind nicht die Routine; Larventherapie wird nur ausnahmsweise erwogen, wenn Debridement nötig ist und scharfes Debridement nicht möglich ist oder eine relevante vaskulÀre Insuffizienz besteht.
Antibiotika erklÀren Sie differenziert: "Ein Antibiotikum geben wir nicht automatisch wegen einer chronischen Wunde. Es wird wichtig, wenn sich die Infektion im Körper ausbreitet, eine Zellulitis entsteht, eine Blutvergiftung droht oder der Knochen mitbetroffen ist."
- â Behandlung immer mit Druckentlastung kombinieren.
- Warnzeichen fĂŒr Eskalation: Fieber, rasche Rötungsausbreitung, starke Schmerzen, ĂŒbler Geruch, Nekrosen, Kreislaufprobleme oder Verdacht auf Knochenbeteiligung.
- Bei Kategorie IV: Sepsis- und Osteomyelitisrisiko in der Ăbergabe nennen.
Kollegiale Ăbergabe
SBAR-Beispiel: Situation: "Ich stelle einen Patienten mit Dekubitus am Sakrum vor." Background: "ImmobilitĂ€t nach Sedierung, Inkontinenz und reduzierter ErnĂ€hrungszustand." Assessment: "Nicht wegdrĂŒckbare Rötung beziehungsweise offener Defekt, Kategorie nach Hautbefund; Risiko nach Braden erhöht." Recommendation: "Druckentlastung und Lagerungsplan, druckverteilende Matratze, stadiengerechte Wundauflage, ErnĂ€hrung/FlĂŒssigkeit prĂŒfen und bei Infektionszeichen Ă€rztliche Reevaluation."
- Patientenbotschaft: Druck entlasten, Haut schĂŒtzen, Wunde passend versorgen.
- Ăbergabekern: Lokalisation, Kategorie, GröĂe/Tiefe, Wundgrund, Infektionszeichen, Schmerz, Risikoassessment, Lagerungs- und Hilfsmittelplan.
- Nicht automatisch: Debridement, Nahrungssupplemente oder systemische Antibiotika brauchen jeweils eine konkrete Indikation.