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Alteplase (rt-PA) Fibrinolytikum bei akutem ischämischem Schlaganfall, Herzinfarkt, Lungenembolie. Indikationen, Kontraindikationen, Management.

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Alteplase (rt-PA)

Alteplase ist die klassische intravenöse systemische Thrombolyse beim akuten ischämischen Schlaganfall: früh geben, Blutung ausschließen, Kontraindikationen prüfen.

Indikation und Zeitfenster

Alteplase soll bei akutem ischämischem Schlaganfall innerhalb von 4,5 Stunden nach Symptombeginn beziehungsweise nach dem Zeitpunkt „zuletzt gesund gesehen“ gegeben werden, wenn keine Kontraindikationen vorliegen.

Im unklaren Zeitfenster oder beim Wake-up-Stroke ist Alteplase möglich, wenn die Bildgebung passt: DWI-FLAIR-Mismatch in der MRT oder im 4,5- bis 9-Stunden-Fenster ein Mismatch zwischen Infarktkern und Penumbra in CT oder MRT.

  • ❗ Der Effekt ist zeitabhängig: „möglichst früh“ und kurze Door-to-needle-Zeit.
  • Ein Nativ-CT reicht im 4,5-Stunden-Fenster zur Blutungsausschlussdiagnostik aus; im erweiterten Fenster braucht es eine Mismatch-Selektion.
  • Keine Lyse im verlängerten oder unklaren Zeitfenster ohne passendes Mismatch.

Dosis

0,9 mg/kgKG i.v., maximal 90 mg: 10 % als Bolus über 1 Minute, danach 90 % über 60 Minuten per Perfusor.

  • 0,6 mg/kgKG ist für Alteplase beim akuten ischämischen Schlaganfall nicht die Standarddosis.

Prüfungsfallen

Die Entscheidung richtet sich nicht allein nach dem NIHSS, sondern nach der Behinderung durch das Defizit. Behindernde Symptome können auch bei niedrigem NIHSS lysewürdig sein; auch ein sehr schwerer Schlaganfall ist nicht pauschal ausgeschlossen.

  • Kein oberes Alterslimit: auch Patientinnen und Patienten über 80 Jahre können leitliniengerecht Alteplase erhalten.
  • Wichtige Ausschlüsse sind vor allem intrakranielle Blutung, Verdacht auf Subarachnoidalblutung, relevante Blutungsneigung, wirksame orale Antikoagulation, Thrombozyten unter 100.000/mm³ und nicht ausreichend kontrollierter Blutdruck über 185/110 mmHg.

Nach Alteplase

ASS zur frühen antithrombotischen Sekundärprophylaxe wird grundsätzlich innerhalb von 24–48 Stunden begonnen. Nach Alteplase werden Thrombozytenaggregationshemmer erst nach Kontrollbildgebung ohne intrakranielle Blutung gegeben.

  • Merke: Zeitfenster + Bildgebung + keine Kontraindikationen + Standarddosis.
  • Tenecteplase ist nicht Alteplase: je nach aktueller SOP kann Tenecteplase eine Alternative sein, aber die Alteplase-Dosis bleibt 0,9 mg/kgKG, max. 90 mg.
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Alteplase (rt-PA)

Alteplase ist beim akuten ischämischen Schlaganfall die zentrale systemische Rekanalisationstherapie: Sie wird frühzeitig nach Blutungsausschluss gegeben und ist stark zeitabhängig.

Prinzip und Ziel

Die systemische Lysetherapie wird auch intravenöse Thrombolyse oder IVT genannt. Ziel ist die Rekanalisation beim ischämischen Schlaganfall; je früher die Therapie beginnt, desto besser ist typischerweise das funktionelle Ergebnis.

Die Door-to-needle-Zeit ist deshalb ein Kernparameter: Nach Indikationsstellung darf die Therapie nicht durch unnötige Diagnostik verzögert werden.

  • Alteplase (rt-PA) ist das klassische Medikament der IVT.
  • Die Lyse kann bei geplanter mechanischer Thrombektomie begonnen werden; sie soll eine endovaskuläre Therapie nicht verzögern.

Indikation: Standardfenster

Im 4,5-Stunden-Fenster nach Symptombeginn oder nach dem Zeitpunkt, an dem die Patientin oder der Patient zuletzt gesund gesehen wurde, soll Alteplase gegeben werden, wenn ein ischämischer Schlaganfall mit behinderndem Defizit vorliegt und keine Kontraindikationen bestehen.

Vor der Lyse muss eine intrakranielle Blutung mit zerebraler Schnittbildgebung ausgeschlossen werden. Im Standardfenster ist dafür ein Nativ-CT als Parenchymdiagnostik ausreichend.

  • Unabhängig vom Alter: ein Alter über 80 Jahre ist nach aktueller Leitlinie kein Ausschlussgrund.
  • Entscheidend ist nicht „NIHSS hoch oder niedrig“ allein, sondern ob das neurologische Defizit behindernd ist.

Erweitertes und unklares Zeitfenster

Bei unklarem Symptombeginn oder Wake-up-Stroke kann Alteplase leitliniengerecht eingesetzt werden, wenn die Patientin oder der Patient innerhalb von 4,5 Stunden nach Erkennen der Symptome in der Klinik ist und ein DWI-FLAIR-Mismatch in der MRT vorliegt.

Im 4,5- bis 9-Stunden-Fenster nach bekanntem Beginn oder ab Mitte des Schlafs bei unbekannter Symptomdauer kann Alteplase bei Mismatch zwischen Infarktkern und Penumbra in CT oder MRT eingesetzt werden.

  • Kein Mismatch im verlängerten oder unklaren Zeitfenster bedeutet: keine systemische Lyse.
  • Die Übertragung des DWI-FLAIR-Mismatch-Konzepts auf CT-Kriterien ist nicht dasselbe wie eine perfusionsbasierte Kern-Penumbra-Selektion.

Dosierung und Gabe

Die Standarddosis beträgt 0,9 mg/kgKG i.v., maximal 90 mg. Davon werden 10 % initial als Bolus innerhalb von 1 Minute gegeben, die übrigen 90 % laufen über 60 Minuten per Perfusor.

  • Reduzierte Alteplase-Dosis 0,6 mg/kgKG ist nicht die Standardtherapie.
  • Die Dosierung muss körpergewichtsbezogen berechnet und gegen die Maximaldosis geprüft werden.

Kontraindikationen und Sicherheitsprüfung

Kontraindikationen drehen sich vor allem um das Blutungsrisiko. Beispiele sind nachgewiesene intrakranielle Blutung, Verdacht auf Subarachnoidalblutung, relevante Gerinnungsstörung, hämorrhagische Diathese, schwere aktuelle oder kürzliche Blutung und wirksame Therapie mit oralen Antikoagulanzien.

Bei DOAK-Einnahme in den letzten 24 bis 48 Stunden muss die Klinik-SOP beachtet werden. Für Dabigatran ist eine Antagonisierung mit Idarucizumab möglich.

  • Blutdruck vor Lyse: bei >185/110 mmHg muss die Lyseentscheidung sehr sorgfältig und SOP-gebunden erfolgen; ohne ausreichende Kontrolle keine Lyse.
  • Weitere Prüfsteine aus dem Quellast: Thrombozytenzahl unter 100.000/mm³, Heparingabe in den letzten 48 Stunden mit erhöhter aPTT, akute Pankreatitis, Überempfindlichkeit gegen Alteplase, Gentamicin oder sonstige Bestandteile.

Alternativen, Komplikationen und Nachbehandlung

Tenecteplase ist vom Alteplase-Schema zu trennen: Aktuell ist Tenecteplase für den akuten ischämischen Schlaganfall zugelassen und kann je nach SOP als Alternative zur IVT in Betracht kommen, besonders wenn zusätzlich eine endovaskuläre Therapie geplant ist. Streptokinase und Sonothrombolyse gehören nicht zur Standardbehandlung außerhalb entsprechender Studien- oder Sonderkontexte.

Wichtige Komplikationen der Alteplase-Therapie sind Blutungen und ein angioneurotisches Ödem.

  • Nach Alteplase wird eine Thrombozytenaggregationshemmung erst nach Kontrollbildgebung ohne intrakranielle Blutung begonnen.
  • ASS wird bei ischämischem Schlaganfall sonst früh, meist innerhalb von 24–48 Stunden, angesetzt.
  • Prüfungskern: 4,5 Stunden, erweiterte Mismatch-Fenster, 0,9 mg/kgKG, Blutungsausschluss, keine pauschale Alters- oder NIHSS-Sperre.
  • Die Fachinformation kann enger formulieren als die Leitlinie; in der Prüfung zählt die leitliniengerechte Nutzen-Risiko-Entscheidung.
FSP EXPRESS

Alteplase (rt-PA)

Terminologie und Patientensprache

Systemische Lysetherapie, intravenöse Thrombolyse und IVT meinen hier: ein Medikament wird über die Vene gegeben, um ein Blutgerinnsel aufzulösen.

Patientennah: „Wir möchten versuchen, das Blutgerinnsel medikamentös aufzulösen, damit das betroffene Hirnareal wieder besser durchblutet wird.“

  • Alteplase = rt-PA; Handelsname im Quellast: Actilyse®.
  • Wichtiges Wortpaar: ischämisch = durch Gefäßverschluss; Blutung muss vorher ausgeschlossen werden.

Alteplase ist ein Medikament zur Lysebehandlung beim akuten ischämischen Schlaganfall. In der FSP sollen Sie knapp erklären können: Warum jetzt, warum Bildgebung, warum Blutungsrisiko?

Kernaussage

Alteplase so früh wie möglich: Die Therapie wirkt zeitabhängig und kommt klassisch innerhalb von 4,5 Stunden nach Symptombeginn oder „zuletzt gesund gesehen“ infrage.

  • Vorher: CT oder MRT, um eine Hirnblutung auszuschließen.
  • Dosis: 0,9 mg/kgKG i.v., maximal 90 mg; 10 % Bolus, 90 % über 60 Minuten.
  • Keine Lyse bei hohem Blutungsrisiko oder intrakranieller Blutung.

Kommunikation im Gespräch

FSP-tauglich formuliert: „Die Behandlung kann helfen, das verschlossene Gefäß wieder zu eröffnen. Gleichzeitig erhöht sie das Blutungsrisiko, deshalb prüfen wir vorher sehr genau die Bildgebung, Medikamente und Blutwerte.“

  • Nach Alteplase: ASS oder andere Plättchenhemmer erst nach Kontrollbildgebung ohne Blutung.
  • Bei Patientinnen und Patienten über 80 Jahre nicht pauschal ausschließen; entscheidend ist die individuelle Nutzen-Risiko-Prüfung.
  • Übergabeformel: „Akuter ischämischer Schlaganfall, Lyseindikation im Zeitfenster, Blutung ausgeschlossen, keine relevanten Kontraindikationen, Alteplase nach Gewicht dosiert.“
FSP tief

Alteplase (rt-PA)

Terminologie und Patientensprache

Systemische Lysetherapie oder intravenöse Thrombolyse (IVT) bedeutet: Ein gerinnselauflösendes Medikament wird über die Vene gegeben und wirkt im ganzen Kreislauf.

Alteplase (rt-PA) ist ein rekombinanter Gewebe-Plasminogenaktivator. Patientennah genügt: „Das Medikament soll das Blutgerinnsel auflösen, das die Durchblutung im Gehirn stört.“

Sagen Sie nicht nur „Lyse“, sondern erklären Sie den Nutzen und das Risiko: „Je früher wir behandeln, desto größer ist die Chance, Hirngewebe zu retten. Gleichzeitig kann die Behandlung Blutungen auslösen, deshalb prüfen wir die Voraussetzungen sehr genau.“

  • Door-to-needle-Zeit: Zeit von Ankunft bis Beginn der Lyse.
  • Zuletzt gesund gesehen: Zeitpunkt, an dem die Patientin oder der Patient sicher noch ohne die jetzigen Symptome war.
  • Mismatch: Bildgebung zeigt noch rettbares Gewebe; das ist besonders bei unklarem oder verlängertem Zeitfenster wichtig.

Für die FSP ist Alteplase weniger ein Pharmakologie-Detail als ein Akutkommunikations-Thema: Sie müssen die Dringlichkeit, die Bildgebung und das Blutungsrisiko verständlich, ruhig und korrekt erklären.

Indikation erklären

Im 4,5-Stunden-Fenster kommt Alteplase infrage, wenn ein akuter ischämischer Schlaganfall mit behindernden Symptomen vorliegt und keine Kontraindikationen bestehen.

Bei Wake-up-Stroke oder unklarem Beginn kann Alteplase eingesetzt werden, wenn die Patientin oder der Patient innerhalb von 4,5 Stunden nach Erkennen der Symptome in der Klinik ist und die MRT ein DWI-FLAIR-Mismatch zeigt. Im 4,5- bis 9-Stunden-Fenster kann ein CT- oder MRT-Mismatch zwischen Infarktkern und Penumbra die Indikation stützen.

  • Ohne passendes Mismatch im verlängerten oder unklaren Zeitfenster keine systemische Lyse.
  • Das Alter allein ist kein Ausschlussgrund; auch über 80-jährige Patientinnen und Patienten können leitliniengerecht behandelt werden.
  • Bei leicht wirkendem, aber behinderndem Defizit nicht vorschnell ausschließen; die Behinderung zählt, nicht nur die NIHSS-Zahl.

Sicherheit und Kontraindikationen

Vor Alteplase muss eine intrakranielle Blutung ausgeschlossen werden. Außerdem werden Blutdruck, Gerinnung, Antikoagulanzien, Thrombozyten und relevante Blutungsereignisse geprüft.

Typische Risikokonstellationen sind Verdacht auf Subarachnoidalblutung, bekannte Blutungsneigung, wirksame orale Antikoagulation, schwere aktuelle oder kurz zurückliegende Blutung, Thrombozyten unter 100.000/mm³ und Blutdruck über 185/110 mmHg, wenn er nicht ausreichend kontrolliert werden kann.

  • Bei DOAK-Einnahme in den letzten 24 bis 48 Stunden: SOP und Gerinnungsstatus beachten.
  • Bei Dabigatran kann Idarucizumab als Antidot relevant sein.
  • Überempfindlichkeit gegen Alteplase, Gentamicin-Rückstände oder sonstige Bestandteile gehört zur Sicherheitsprüfung.

Dosierung und Verlauf

Die Dosis ist 0,9 mg/kgKG i.v., maximal 90 mg. Davon werden 10 % als Bolus innerhalb von 1 Minute gegeben, die restlichen 90 % über 60 Minuten per Perfusor.

0,6 mg/kgKG ist nicht die Standarddosis für Alteplase beim akuten ischämischen Schlaganfall.

  • Nach Alteplase engmaschige Überwachung wegen Blutung und angioneurotischem Ödem.
  • ASS oder andere Thrombozytenaggregationshemmer erst nach Kontrollbildgebung ohne intrakranielle Blutung beginnen.

SBAR-Übergabe

Situation: „Akuter ischämischer Schlaganfall, Lysefenster geprüft.“ Background: „Symptombeginn beziehungsweise zuletzt gesund gesehen vor weniger als 4,5 Stunden; Bildgebung ohne Blutung.“ Assessment: „Behinderndes neurologisches Defizit, keine relevanten Kontraindikationen nach aktueller Prüfung.“ Recommendation: „Alteplase gewichtsadaptiert starten, Monitoring und Kontrollbildgebung planen.“

  • Wenn das Zeitfenster unklar ist: „Mismatch-basierte Indikationsprüfung läuft beziehungsweise liegt vor.“
  • Wenn Antikoagulation im Spiel ist: „Gerinnung/SOP/Antidot-Frage vor Lyse klären.“
  • Patientensatz: „Wir handeln jetzt zügig, weil diese Behandlung am besten wirkt, wenn sie früh beginnt.“
  • Risikensatz: „Die wichtigste Nebenwirkung ist eine Blutung, deshalb schließen wir eine Hirnblutung vorher aus und überwachen Sie danach eng.“
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