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Adam-Stokes-Anfall: zu Ätiologie, Diagnostik (EKG) und Therapie bei plötzlichem Bewusstseinsverlust durch Herzblockade.

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Adam-Stokes-Anfall

Adam-Stokes-Anfall bedeutet eine plötzliche Synkope durch kurzzeitige Asystolie oder extreme Bradykardie, typischerweise bei verspätet einsetzendem Ventrikelersatzrhythmus im Rahmen eines höhergradigen AV-Blocks, eines Sinusarrests oder einer SA-Blockierung.

Kernmechanismus

Bei höhergradiger AV-Blockierung oder Sinusarrest fällt die effektive Herzfrequenz abrupt ab. Dadurch sinken Herzzeitvolumen und zerebrale Perfusion, sodass es zur kurzen Bewusstlosigkeit kommen kann.

  • Synkope durch kurzen Herzstillstand ist der prüfungsrelevante Kernbegriff.
  • Beim AV-Block III. Grades schlagen Vorhöfe und Kammern unabhängig; ein zu spät einsetzender Ersatzrhythmus kann hämodynamisch kritisch werden.
  • Beim AV-Block II. Grades Typ Mobitz II besteht ⚠️ die Gefahr der Progression und von Adam-Stokes-Anfällen.

Sofortige Konsequenz

Klinisch ist der Adam-Stokes-Anfall ein Notfallzeichen: Rhythmusdiagnostik, Überwachung und Therapie der instabilen Bradyarrhythmie haben Vorrang.

  • Bei Pulslosigkeit oder Kreislaufstillstand: ⚠️ Reanimation.
  • Bei instabiler Bradykardie: Atropin kann versucht werden, aber eine Schrittmacherstimulation beziehungsweise temporäre Schrittmachertherapie darf nicht verzögert werden.
  • Langfristig ist bei symptomatischer oder irreversibler höhergradiger Bradyarrhythmie meist eine Herzschrittmacher-Indikation gegeben.
  • Merke: Adam-Stokes = bradyarrhythmische Synkope, nicht einfach jede Synkope.
  • Belastungs-EKG ist bei AV-Block III. Grades kontraindiziert.
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Adam-Stokes-Anfall

Der Adam-Stokes-Anfall ist die klinisch gefährliche Synkope bei kurzzeitig fehlender oder zu langsamer Kammeraktion, meist durch höhergradige AV-Blockierung oder Sinusknotenstillstand.

Definition und Pathophysiologie

Adam-Stokes-Anfall bezeichnet eine Synkope aufgrund eines kurzen Herzstillstandes oder einer ausgeprägten Bradykardie. Der zentrale Mechanismus ist ein abruptes Absinken der Herzfrequenz mit verminderter Pumpleistung des Herzens und kurzzeitiger zerebraler Minderperfusion.

Im Kontext des AV-Blocks entsteht dies besonders dann, wenn die AV-Überleitung komplett oder höhergradig ausfällt und ein Ventrikelersatzrhythmus verspätet oder zu langsam einsetzt.

  • Direkt notwendiger AV-Block-Kontext: Mobitz II und AV-Block III. Grades sind prognostisch kritischer als AV-Block I oder Wenckebach.
  • Beim AV-Block III. Grades besteht AV-Dissoziation: P-Wellen und QRS-Komplexe haben keinen festen Zusammenhang.
  • Ein Ersatzrhythmus aus dem AV-Knoten liegt typischerweise etwa bei 40-60/min, ein ventrikulärer Ersatzrhythmus eher bei < 40/min.

Auslöser im Reizleitungssystem

Als bradyarrhythmische Ursachen kommen ein höhergradiger AV-Block, ein Sinusarrest oder eine SA-Blockierung infrage. Beim Sinusarrest liegt ein plötzlicher Stillstand des Sinusknotens mit Pause des Sinusrhythmus vor; im Adam-Stokes-Kontext ist vor allem die symptomatische Pause relevant.

  • Ursachen höhergradiger AV-Blöcke können chronisch-degenerative Veränderungen, Myokardinfarkt, Kardiomyopathie, Myokarditis, Klappenvitien, Eingriffe am Herzen, Borreliose oder Elektrolytstörungen sein.
  • Medikamente wie Digitalis, Antiarrhythmika, Betablocker oder Verapamil können bradykarde Leitungsstörungen begünstigen und müssen als reversible Ursache geprüft werden.

Klinik und Red Flags

Höhergradige AV-Blöcke können mit Palpitationen, Schwindel, verminderter Belastbarkeit und Synkopen auffallen. Der Adam-Stokes-Anfall ist dabei ein Warnsignal für eine potenziell lebensbedrohliche Bradyarrhythmie.

  • Warnzeichen: Synkope, hämodynamische Instabilität, sehr langsamer Ersatzrhythmus, wiederholte Episoden oder Verdacht auf AV-Block III. Grades.
  • Nicht jeder Patient mit AV-Block I oder Wenckebach ist symptomatisch; diese Formen sind häufig Zufallsbefunde und oft nicht krankheitswertig.
  • Belastungs-EKG bei AV-Block III. Grades: kontraindiziert; bei hochgradiger Leitungsstörung darf keine Belastungsdiagnostik erzwungen werden.

Diagnostik

Die entscheidende Diagnostik ist das EKG, bei intermittierenden Ereignissen auch das Langzeit-EKG. Ziel ist, die Synkope einer Bradyarrhythmie zuzuordnen und den AV-Block-Typ sicher zu erkennen.

  • Bei AV-Block III. Grades: P-Wellen und QRS-Komplexe laufen unabhängig voneinander, die PQ-Intervalle sind variabel.
  • Die Unterscheidung von Wenckebach und Mobitz II ist therapeutisch relevant, weil Mobitz II eine höhere Progressionsgefahr hat.
  • Eine Echokardiografie ist sinnvoll, wenn eine strukturelle Herzerkrankung als Ursache gesucht wird.

Akuttherapie und definitive Therapie

❗ Beim Adam-Stokes-Anfall zählt zuerst die Stabilisierung: Monitoring, venöser Zugang, EKG-Dokumentation und Behandlung der instabilen Bradykardie. Bei Pulslosigkeit oder Kreislaufstillstand erfolgt ⚠️ Reanimation; bei instabiler Bradykardie wird eine Schrittmacherstimulation vorbereitet.

  • Atropin kann als Therapieversuch bei akuter Bradykardie eingesetzt werden, besonders wenn eine vagale oder nodale Komponente möglich ist.
  • Bei fehlender Wirkung, hochgradigem AV-Block oder hämodynamischer Instabilität: transkutane oder transvenöse temporäre Schrittmachertherapie nicht verzögern.
  • Katecholamine wie Adrenalin oder Isoprenalin/Orciprenalin können nach lokaler SOP als Überbrückung dienen, ersetzen aber die Schrittmachertherapie bei relevanter Blockierung nicht.
  • Dauerhafte Schrittmacher-Implantation ist bei symptomatischer Bradykardie, Synkopen und höhergradigen irreversiblen AV-Blockierungen zentral; bei nicht reversibler AV-Blockierung werden häufig Zwei-Kammer-Systeme verwendet.
  • Prüfungsfalle: Adam-Stokes ist eine bradyarrhythmische Synkope, kein primär neurologisches Ereignis.
  • Therapiefalle: Atropin nennen ist nicht genug; bei instabiler höhergradiger Blockierung muss die Schrittmacher-Eskalation mitgedacht werden.
FSP EXPRESS

Adam-Stokes-Anfall

Terminologie und Patientensprache

Adam-Stokes-Anfall: kurze Synkope durch bradykarde Rhythmusstörung oder kurzen Herzstillstand. Patientennah: „Sie waren kurz bewusstlos, weil Ihr Herzschlag kurz ausgesetzt oder stark verlangsamt war.“

  • AV-Block: atrioventrikulärer Block, Atrioventrikular-Block oder atrioventrikuläre Leitungsstörung.
  • Sinusarrest: Sinusknotenstillstand, also eine plötzliche Pause des normalen Herzrhythmus.
  • Patientenformulierung: „Wir müssen jetzt Ihren Herzrhythmus überwachen und klären, ob Sie vorübergehend oder dauerhaft einen Schrittmacher brauchen.“

Ein Adam-Stokes-Anfall ist eine kurze Bewusstlosigkeit, weil das Herz für einen Moment zu langsam schlägt oder kurz aussetzt. Für die FSP sind sichere Patientenerklärung, Notfallpriorität und klare Übergabe entscheidend.

Was sofort wichtig ist

Kurzzeitiger Herzstillstand mit Synkope ist die zentrale Erklärung. Auslöser können ein höhergradiger AV-Block, ein Sinusarrest oder eine SA-Blockierung sein.

  • Bei Kreislaufstillstand: ⚠️ Reanimation.
  • Bei instabiler Bradykardie: Überwachung, EKG, venöser Zugang, ärztliche Hilfe, Intensivüberwachung und gegebenenfalls temporäre Schrittmachertherapie.
  • Dauerhaft kann eine Herzschrittmacher-Implantation notwendig sein, vor allem bei symptomatischer oder irreversibler höhergradiger Bradyarrhythmie.
  • FSP-Kernsatz: „Der Anfall passt zu einer kurzfristigen Durchblutungsstörung des Gehirns durch einen zu langsamen oder aussetzenden Herzschlag.“
FSP tief

Adam-Stokes-Anfall

Terminologie und Patientensprache

Adam-Stokes-Anfall bedeutet: kurze Bewusstlosigkeit durch einen vorübergehend fehlenden oder sehr langsamen Herzschlag. Fachsprachlich geht es um eine bradyarrhythmische Synkope, oft bei höhergradiger AV-Blockierung, Sinusarrest oder SA-Blockierung.

AV-Block heißt auch atrioventrikulärer Block, Atrioventrikular-Block, AV-Blockierung oder atrioventrikuläre Leitungsstörung. In Patientensprache: „Die elektrischen Signale werden im Herzen verzögert oder teilweise blockiert weitergeleitet.“

  • Sinusarrest: Sinusknotenstillstand; patientennah: „Der normale Taktgeber des Herzens macht eine Pause.“
  • Ventrikelersatzrhythmus: Ersatzrhythmus der Herzkammern; patientennah: „Die Herzkammer springt als Notlösung ein, aber manchmal zu spät oder zu langsam.“
  • Gute FSP-Formulierung: „Ich nehme das ernst, weil eine Ohnmacht durch einen zu langsamen Herzrhythmus gefährlich sein kann und überwacht werden muss.“

Beim Adam-Stokes-Anfall steht die sichere Kommunikation einer bradyarrhythmischen Synkope im Vordergrund: kurz erklären, gezielt nach Warnzeichen fragen, Notfallpriorität setzen und strukturiert übergeben.

Anamnese und Leitsymptome

Fragen Sie knapp und priorisiert: „Sind Sie plötzlich bewusstlos geworden? Gab es Schwindel, Herzstolpern, Brustschmerz oder Luftnot? Wie lange dauerte die Bewusstlosigkeit? Gab es Verletzungen? Nehmen Sie Betablocker, Digitalis, Antiarrhythmika oder Verapamil?“

  • Wichtige Symptome bei höhergradiger AV-Blockierung: Schwindel, Palpitationen, verminderte Belastbarkeit und Synkopen.
  • Risikokontext: höheres Alter, bekannte Herzerkrankung, Myokardinfarkt, Myokarditis, Kardiomyopathie, Klappenvitium, Eingriff am Herzen, Borreliose oder Elektrolytstörung.
  • Medikamente als reversible Ursache aktiv erfragen: Digitalis, Betablocker, Antiarrhythmika und Kalziumantagonisten wie Verapamil.

Erklärung für Patientinnen und Patienten

Sie können sagen: „Bei Ihnen besteht der Verdacht, dass die Ohnmacht durch eine kurzzeitige Störung der elektrischen Leitung im Herzen ausgelöst wurde. Dadurch hat das Herz kurz zu langsam oder gar nicht effektiv geschlagen, und das Gehirn wurde für einen Moment nicht ausreichend durchblutet.“

  • „Wir schreiben jetzt ein EKG und überwachen Ihren Rhythmus.“
  • „Wenn der Rhythmus wieder gefährlich langsam wird, müssen wir sofort behandeln; manchmal braucht man vorübergehend oder dauerhaft einen Schrittmacher.“
  • Bei Kreislaufstillstand oder fehlendem Puls ist ⚠️ Reanimation notwendig; bei erhaltenem Kreislauf steht die Stabilisierung der Bradykardie im Vordergrund.

Übergabe und Vorgehen

❗ In der Übergabe sollte klar werden: Synkope, Verdacht auf bradyarrhythmische Ursache, EKG-Befund oder Monitorbefund, hämodynamischer Zustand, Medikamente und geplante Eskalation.

  • SBAR-Beispiel: „Situation: Patient nach kurzer Synkope, aktuell bradykard. Background: bekannte Leitungsstörung beziehungsweise Verdacht auf höhergradigen AV-Block. Assessment: Adam-Stokes-Anfall möglich. Recommendation: Monitoring, EKG, Labor/Elektrolyte, Intensivüberwachung und Schrittmacherbereitschaft.“
  • Atropin kann bei akuter Bradykardie versucht werden; bei hochgradigem AV-Block oder fehlender Wirkung darf die temporäre Schrittmachertherapie nicht verzögert werden.
  • Belastungsuntersuchung bei komplettem AV-Block: nicht als Routineweg erklären; bei AV-Block III. Grades ist ein Belastungs-EKG kontraindiziert.
  • FSP-Merksatz: ruhig erklären, aber die Dringlichkeit nicht verharmlosen.
  • Übergabe-Merksatz: Synkope plus Bradykardie oder Leitungsblock = Monitoring und Schrittmacher-Eskalation mitdenken.
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