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Zervikale Spinalnerven und Halsplexus

Schematische Darstellung des Plexus cervicalis mit den Spinalnervenwurzeln C1 bis C5, der Ansa cervicalis mit den motorischen Ästen zu den infrahyalen Muskeln, den sensiblen Hautästen (Nn. transversus colli, supraclaviculares, auricularis magnus, occipitalis minor) sowie dem N. phrenicus zur Innervation des Zwerchfells.
Mikael HäggstrÜm ¡ Cervical plexus ¡ Public domain ¡ via Wikimedia Commons

Der Plexus cervicalis wird von den vorderen Ästen (Rami ventrales) der Spinalnerven C1–C4 gebildet und liegt in der Tiefe des Halses, bedeckt vom M. sternocleidomastoideus. Er versorgt sensibel Haut von Hals, Nacken und Schulterregion sowie motorisch die Halsmuskulatur und – über den N. phrenicus – das Zwerchfell.

  • Bildung aus den Rami ventrales von C1–C4 (der N. phrenicus bezieht zusätzlich Fasern aus C5)
  • Sensible Äste (Punctum nervosum): N. occipitalis minor, N. auricularis magnus, N. transversus colli, Nn. supraclaviculares
  • Motorische Äste versorgen u. a. die infrahyoidale Muskulatur (Ansa cervicalis); zu M. sternocleidomastoideus und M. trapezius steuert der Plexus nur propriozeptive Fasern bei – ihre Motorik Ăźbernimmt der N. accessorius (XI)
  • ❗ N. phrenicus (C3–C5) ist der einzige motorische Nerv des Zwerchfells – Merkspruch „C3, 4, 5 keep the diaphragm alive“
  • N. phrenicus verläuft auf dem M. scalenus anterior nach kaudal in den Thorax

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Kopf, Hals und Neuroanatomie“ (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)

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Zervikale Spinalnerven und Halsplexus

Schematische Darstellung des Plexus cervicalis mit den Spinalnervenwurzeln C1 bis C5, der Ansa cervicalis mit den motorischen Ästen zu den infrahyalen Muskeln, den sensiblen Hautästen (Nn. transversus colli, supraclaviculares, auricularis magnus, occipitalis minor) sowie dem N. phrenicus zur Innervation des Zwerchfells.
Mikael HäggstrÜm ¡ Cervical plexus ¡ Public domain ¡ via Wikimedia Commons

Der Plexus cervicalis liegt in der Tiefe des Halses auf dem M. levator scapulae und den Mm. scaleni, bedeckt vom M. sternocleidomastoideus. Seine sensiblen Hautäste treten am sogenannten Punctum nervosum (Erb-Punkt) am Hinterrand des M. sternocleidomastoideus gebündelt an die Oberfläche und versorgen ein Hautareal von Ohr über Nacken bis zur oberen Thoraxapertur. Motorisch verbindet die Ansa cervicalis (aus C1–C3, teils mit Fasern des N. hypoglossus für C1-Anteile) die infrahyoidale Muskulatur, während der klinisch bedeutsamste Ast, der N. phrenicus, als gemischter Nerv sensible Fasern zum Perikard, zur Pleura mediastinalis und zum Peritoneum diaphragmaticum führt.

Klinische Bedeutung des N. phrenicus

Eine hohe Querschnittläsion oberhalb C3 führt zum Ausfall der Eigenatmung, da der N. phrenicus betroffen ist – lebensbedrohlich ohne Beatmung. Reizung des Zwerchfellperitoneums (z. B. bei Leber-/Milzruptur, Gallenkolik) kann über den N. phrenicus als übertragener Schmerz in die Schulterregion projiziert werden (Head-Zone-Phänomen, „Kehr-Zeichen“).

  • Kehr-Zeichen: linksseitiger Schulterschmerz bei Milzruptur durch Zwerchfellreizung
  • Bei Thoraxchirurgie muss der N. phrenicus auf dem M. scalenus anterior geschont werden
  • Punctum nervosum (Erb-Punkt) am Hinterrand des M. sternocleidomastoideus ist Ort fĂźr Regionalanästhesie des oberflächlichen Plexus cervicalis
  • Ansa cervicalis versorgt die infrahyoidale Muskulatur (Mm. sternohyoideus, sternothyroideus, omohyoideus) – wichtig fĂźr Schluckakt und Kehlkopffixierung
  • N. accessorius (XI) innerviert M. sternocleidomastoideus und M. trapezius zusätzlich mit Fasern aus dem Plexus cervicalis (propriozeptiv)
  • Der Plexus cervicalis ist strikt vom Plexus brachialis (C5–Th1) zu trennen, auch wenn beide zervikal liegen
  • ⚠️ PrĂźfungsfalle: N. phrenicus-Ursprung wird oft nur mit C4 angegeben – korrekt ist der Hauptbeitrag aus C3–C5, PrĂźfungen fragen gezielt nach allen drei Segmenten
  • ⚠️ Verwechslung: N. phrenicus (Zwerchfellmotorik, aus Plexus cervicalis) nicht mit N. vagus (parasympathische/viszerale Innervation von Thorax-/Abdominalorganen) verwechseln – beide verlaufen im Thorax, haben aber unterschiedliche Funktion und Ursprung

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Kopf, Hals und Neuroanatomie“ (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
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