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Wachstumshormon, Wachstumsregulation und Physiologie des Alterns

Schematische KĂśrperdarstellung der endokrinen Wachstumsregulation: Wachstumshormon (Growth hormone) aus der Hypophyse wirkt auf die Leber (Liver), die IGF-1 freisetzt, was das Muskelwachstum fĂśrdert.
Mikael HäggstrÜm ¡ Endocrine growth regulation ¡ Public domain (CC0) ¡ via Wikimedia Commons

Wachstumshormon (GH, Somatotropin) wird pulsatil aus der Adenohypophyse sezerniert und wirkt sowohl direkt als auch indirekt ßber hepatisches IGF-1. GH fÜrdert Längenwachstum, Proteinsynthese und Lipolyse, wirkt zudem diabetogen (Insulinantagonist). Der physiologische Alterungsprozess ist durch abnehmende Hormonspiegel (GH, Sexualsteroide), reduzierte Organreserve und verminderte Regenerationsfähigkeit gekennzeichnet.

  • ❗ Regulation: GHRH stimuliert, Somatostatin hemmt die GH-Freisetzung; hĂśchste Sekretion nachts im Tiefschlaf
  • GH-Wirkung direkt: Lipolyse ↑, Blutzucker ↑ (insulinantagonistisch); indirekt Ăźber IGF-1 (Leber): Knochen-/Knorpelwachstum, Proteinsynthese ↑
  • Epiphysenfugenschluss beendet das Längenwachstum – GH wirkt danach nur noch metabolisch, nicht mehr längenwachstumsfĂśrdernd
  • Physiologisches Altern: Abnahme von GH/IGF-1, Sexualsteroiden, Muskelmasse (Sarkopenie) und Organreserve (z. B. GFR, Vitalkapazität)
  • GH-Mangel im Kindesalter → Minderwuchs; GH-Exzess vor Epiphysenschluss → Gigantismus, danach → Akromegalie

Quellen

  1. Schmidt/Lang/Heckmann „Physiologie des Menschen“, 32. Aufl. (Springer)
  2. Pape/Kurtz/Silbernagl „Physiologie“, 9. Aufl. (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)

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Wachstumshormon, Wachstumsregulation und Physiologie des Alterns

Schematische KĂśrperdarstellung der endokrinen Wachstumsregulation: Wachstumshormon (Growth hormone) aus der Hypophyse wirkt auf die Leber (Liver), die IGF-1 freisetzt, was das Muskelwachstum fĂśrdert.
Mikael HäggstrÜm ¡ Endocrine growth regulation ¡ Public domain (CC0) ¡ via Wikimedia Commons

Wachstumshormon wird in somatotropen Zellen der Adenohypophyse pulsatil sezerniert, wobei die Sekretion durch GHRH stimuliert und durch Somatostatin gehemmt wird; Ghrelin aus dem Magen wirkt zusätzlich stimulierend. GH entfaltet seine Wirkung über zwei Wege: direkt am Fett- und Muskelgewebe (lipolytisch, insulinantagonistisch) und indirekt über die hepatische Bildung von IGF-1, das in einem klassischen negativen Rückkopplungskreis sowohl die Hypophyse als auch den Hypothalamus hemmt. IGF-1 vermittelt den Großteil der wachstumsfördernden Effekte an Knochen (Chondrozytenproliferation in der Epiphysenfuge) und Muskulatur. Die Physiologie des Alterns ist multifaktoriell: Abnahme der GH/IGF-1-Achse (somatopause), der Sexualsteroide (Menopause, Andropause), progressiver Verlust an Muskelmasse (Sarkopenie) und funktioneller Organreserve, sowie zelluläre Alterungsprozesse wie Telomerverkürzung und oxidativer Stress.

Wachstumsregulation im Detail

Das Längenwachstum wird zusätzlich durch Schilddrüsenhormone (permissiv notwendig für GH-Wirkung), Insulin sowie Sexualsteroide moduliert – Östrogene sind paradoxerweise entscheidend für den Epiphysenfugenschluss bei beiden Geschlechtern, weshalb ein Östrogenmangel (z. B. Aromatasedefekt) zu prolongiertem Wachstum führen kann.

  • ❗ GH wirkt in zwei Phasen: kurzfristig lipolytisch/hyperglykämisch (direkt), längerfristig wachstumsfĂśrdernd Ăźber IGF-1 (indirekt)
  • Negative RĂźckkopplung: IGF-1 hemmt sowohl Hypophyse (GH-Sekretion) als auch Hypothalamus (GHRH ↓, Somatostatin ↑)
  • Sekretionsmuster: pulsatil mit Hauptpeak während des Tiefschlafs (Non-REM) – daher Bedeutung von Schlaf fĂźr kindliches Wachstum
  • ⚠️ PrĂźfungsfalle: GH-Exzess vor Epiphysenfugenschluss fĂźhrt zu Gigantismus (Längenwachstum mĂśglich), nach Schluss zu Akromegalie (nur noch appositionelles/periostales Knochenwachstum, Weichteilvergrößerung) – Zeitpunkt des Fugenschlusses ist entscheidend
  • ⚠️ Verwechslung: Östrogene (nicht nur Androgene) sind fĂźr den Epiphysenfugenschluss verantwortlich – bei Östrogenrezeptor- oder Aromatasedefekten kommt es trotz normaler Androgene zu offenen Fugen und Ăźbermäßigem Wachstum
  • Physiologisches Altern betrifft praktisch alle Organsysteme: renale GFR-Abnahme (~1 %/Jahr ab dem 4. Lebensjahrzehnt), abnehmende Vitalkapazität, verminderte Baroreflexsensitivität, abnehmende maximale Herzfrequenz (Faustregel 220–Lebensalter)

Quellen

  1. Schmidt/Lang/Heckmann „Physiologie des Menschen“, 32. Aufl. (Springer)
  2. Pape/Kurtz/Silbernagl „Physiologie“, 9. Aufl. (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
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