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Unterarm- und Handmuskulatur

Anatomische Übersicht der Unterarmmuskulatur mit oberflächlichen und tiefen Beuger- (Flexoren, palmar) und Strecker-Gruppen (Extensoren, dorsal), lateinisch-englisch beschriftet.
OpenStax ¡ 1120 Muscles that Move the Forearm ¡ CC BY 4.0 ¡ via Wikimedia Commons

Die Unterarmmuskulatur gliedert sich in eine ventrale Beugergruppe (Flexoren) und eine dorsale Streckergruppe (Extensoren). Die kurzen Handmuskeln unterteilen sich in Thenar-, Hypothenar- und Mittelhandmuskulatur.

  • Beugergruppe entspringt größtenteils am Epicondylus medialis humeri, Ăźberwiegend vom N. medianus innerviert; der N. ulnaris versorgt aus der Flexorenloge nur den M. flexor carpi ulnaris und den ulnaren Anteil des M. flexor digitorum profundus
  • Streckergruppe entspringt am Epicondylus lateralis humeri, innerviert vom N. radialis
  • Thenar (Daumenballen): u. a. M. abductor pollicis brevis, M. flexor pollicis brevis, M. opponens pollicis – meist N. medianus
  • Hypothenar (Kleinfingerballen) und Mm. interossei/lumbricales – Ăźberwiegend N. ulnaris (Ausnahme: Lumbricales I/II vom N. medianus)
  • ❗ Der Karpaltunnel enthält die Beugesehnen und den N. medianus – Kompression fĂźhrt zum Karpaltunnelsyndrom

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem“ (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
  4. Sevy/Varacallo „Carpal Tunnel Syndrome“ (StatPearls, NCBI Bookshelf)

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Unterarm- und Handmuskulatur

Anatomische Übersicht der Unterarmmuskulatur mit oberflächlichen und tiefen Beuger- (Flexoren, palmar) und Strecker-Gruppen (Extensoren, dorsal), lateinisch-englisch beschriftet.
OpenStax ¡ 1120 Muscles that Move the Forearm ¡ CC BY 4.0 ¡ via Wikimedia Commons

Die Unterarmmuskulatur ist in oberflächliche und tiefe Schichten gegliedert, wobei die Beugerloge (Flexoren) vom N. medianus und N. ulnaris versorgt wird, die Streckerloge (Extensoren) ausschließlich vom N. radialis. Am Übergang zur Hand verlaufen die langen Beugesehnen zusammen mit dem N. medianus durch den osteofibrösen Karpaltunnel unter dem Retinaculum musculorum flexorum, während die Strecksehnen durch mehrere Sehnenfächer unter dem Retinaculum musculorum extensorum ziehen. Die kurze Handmuskulatur (Thenar, Hypothenar, Mm. interossei und lumbricales) ermöglicht die Feinmotorik und die intrinsische Balance der Finger, während der kräftige Faustschluss vor allem von den langen Fingerbeugern geleistet wird.

Karpaltunnel und Kompressionssyndrome

Der Karpaltunnel wird durch die Handwurzelknochen (dorsal/lateral) und das Retinaculum musculorum flexorum (Lig. carpi transversum, palmar) begrenzt. Durch ihn ziehen die 4 Sehnen des M. flexor digitorum superficialis, 4 Sehnen des M. flexor digitorum profundus, die Sehne des M. flexor pollicis longus und der N. medianus.

Beim Karpaltunnelsyndrom kommt es zu nächtlichen Parästhesien und Schmerzen im Versorgungsgebiet des N. medianus (Daumen, Zeige-, Mittelfinger, radiale Hälfte Ringfinger) sowie später zur Atrophie der Thenarmuskulatur.

  • Guyon-Loge (Ulnariskanal) liegt außerhalb des Karpaltunnels und leitet den N. ulnaris – eigenes Kompressionssyndrom
  • Phalen- und Tinel-Zeichen sind klassische klinische Tests fĂźr das Karpaltunnelsyndrom
  • Oberflächliche Beugerschicht (Pronator teres, Flexor carpi radialis, Palmaris longus, Flexor carpi ulnaris, Flexor digitorum superficialis) – Ăźberwiegend N. medianus, Flexor carpi ulnaris vom N. ulnaris
  • Tiefe Beugerschicht (Flexor digitorum profundus, Flexor pollicis longus, Pronator quadratus): Flexor pollicis longus und Pronator quadratus komplett vom N. medianus (N. interosseus antebrachii anterior); nur der Flexor digitorum profundus ist geteilt – radiale Hälfte N. medianus, ulnare Hälfte N. ulnaris
  • ❗ Thenar-Ausnahme: M. adductor pollicis und das tiefe KĂśpfchen des M. flexor pollicis brevis werden vom N. ulnaris versorgt – die Ăźbrigen Thenarmuskeln vom N. medianus
  • Mm. interossei palmares adduzieren, Mm. interossei dorsales abduzieren die Finger (Merkregel PAD/DAB)
  • Mm. lumbricales beugen im Grundgelenk und strecken gleichzeitig in Mittel-/Endgelenk – wichtig fĂźr koordinierte Fingerstreckung
  • ⚠️ PrĂźfungsfalle: Krallenhand (Ulnarislähmung) betrifft Ring- und Kleinfinger stärker, da die radialen Lumbricales I/II vom N. medianus versorgt werden und funktionsfähig bleiben – Verwechslung mit Schwurhand (N. medianus-Läsion) ist klassischer PrĂźfungsfehler
  • ⚠️ Verwechslung: Fallhand entsteht bei N.-radialis-Läsion (Streckerausfall), nicht bei Ulnaris- oder Medianusläsion

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem“ (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
  4. Sevy/Varacallo „Carpal Tunnel Syndrome“ (StatPearls, NCBI Bookshelf)
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