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Unterarm- und Handmuskulatur

Die Unterarmmuskulatur gliedert sich in eine ventrale Beugergruppe (Flexoren) und eine dorsale Streckergruppe (Extensoren). Die kurzen Handmuskeln unterteilen sich in Thenar-, Hypothenar- und Mittelhandmuskulatur.
- Beugergruppe entspringt grĂśĂtenteils am Epicondylus medialis humeri, Ăźberwiegend vom N. medianus innerviert; der N. ulnaris versorgt aus der Flexorenloge nur den M. flexor carpi ulnaris und den ulnaren Anteil des M. flexor digitorum profundus
- Streckergruppe entspringt am Epicondylus lateralis humeri, innerviert vom N. radialis
- Thenar (Daumenballen): u. a. M. abductor pollicis brevis, M. flexor pollicis brevis, M. opponens pollicis â meist N. medianus
- Hypothenar (Kleinfingerballen) und Mm. interossei/lumbricales â Ăźberwiegend N. ulnaris (Ausnahme: Lumbricales I/II vom N. medianus)
- â Der Karpaltunnel enthält die Beugesehnen und den N. medianus â Kompression fĂźhrt zum Karpaltunnelsyndrom
Quellen
- SchĂźnke/Schulte/Schumacher âPrometheus â LernAtlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystemâ (Thieme)
- AumĂźller et al. âDuale Reihe Anatomieâ (Thieme)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ărztlichen PrĂźfung)
- Sevy/Varacallo âCarpal Tunnel Syndromeâ (StatPearls, NCBI Bookshelf)
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Unterarm- und Handmuskulatur

Die Unterarmmuskulatur ist in oberflächliche und tiefe Schichten gegliedert, wobei die Beugerloge (Flexoren) vom N. medianus und N. ulnaris versorgt wird, die Streckerloge (Extensoren) ausschlieĂlich vom N. radialis. Am Ăbergang zur Hand verlaufen die langen Beugesehnen zusammen mit dem N. medianus durch den osteofibrĂśsen Karpaltunnel unter dem Retinaculum musculorum flexorum, während die Strecksehnen durch mehrere Sehnenfächer unter dem Retinaculum musculorum extensorum ziehen. Die kurze Handmuskulatur (Thenar, Hypothenar, Mm. interossei und lumbricales) ermĂśglicht die Feinmotorik und die intrinsische Balance der Finger, während der kräftige Faustschluss vor allem von den langen Fingerbeugern geleistet wird.
Karpaltunnel und Kompressionssyndrome
Der Karpaltunnel wird durch die Handwurzelknochen (dorsal/lateral) und das Retinaculum musculorum flexorum (Lig. carpi transversum, palmar) begrenzt. Durch ihn ziehen die 4 Sehnen des M. flexor digitorum superficialis, 4 Sehnen des M. flexor digitorum profundus, die Sehne des M. flexor pollicis longus und der N. medianus.
Beim Karpaltunnelsyndrom kommt es zu nächtlichen Parästhesien und Schmerzen im Versorgungsgebiet des N. medianus (Daumen, Zeige-, Mittelfinger, radiale Hälfte Ringfinger) sowie später zur Atrophie der Thenarmuskulatur.
- Guyon-Loge (Ulnariskanal) liegt auĂerhalb des Karpaltunnels und leitet den N. ulnaris â eigenes Kompressionssyndrom
- Phalen- und Tinel-Zeichen sind klassische klinische Tests fĂźr das Karpaltunnelsyndrom
- Oberflächliche Beugerschicht (Pronator teres, Flexor carpi radialis, Palmaris longus, Flexor carpi ulnaris, Flexor digitorum superficialis) â Ăźberwiegend N. medianus, Flexor carpi ulnaris vom N. ulnaris
- Tiefe Beugerschicht (Flexor digitorum profundus, Flexor pollicis longus, Pronator quadratus): Flexor pollicis longus und Pronator quadratus komplett vom N. medianus (N. interosseus antebrachii anterior); nur der Flexor digitorum profundus ist geteilt â radiale Hälfte N. medianus, ulnare Hälfte N. ulnaris
- â Thenar-Ausnahme: M. adductor pollicis und das tiefe KĂśpfchen des M. flexor pollicis brevis werden vom N. ulnaris versorgt â die Ăźbrigen Thenarmuskeln vom N. medianus
- Mm. interossei palmares adduzieren, Mm. interossei dorsales abduzieren die Finger (Merkregel PAD/DAB)
- Mm. lumbricales beugen im Grundgelenk und strecken gleichzeitig in Mittel-/Endgelenk â wichtig fĂźr koordinierte Fingerstreckung
- â ď¸ PrĂźfungsfalle: Krallenhand (Ulnarislähmung) betrifft Ring- und Kleinfinger stärker, da die radialen Lumbricales I/II vom N. medianus versorgt werden und funktionsfähig bleiben â Verwechslung mit Schwurhand (N. medianus-Läsion) ist klassischer PrĂźfungsfehler
- â ď¸ Verwechslung: Fallhand entsteht bei N.-radialis-Läsion (Streckerausfall), nicht bei Ulnaris- oder Medianusläsion
Quellen
- SchĂźnke/Schulte/Schumacher âPrometheus â LernAtlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystemâ (Thieme)
- AumĂźller et al. âDuale Reihe Anatomieâ (Thieme)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ărztlichen PrĂźfung)
- Sevy/Varacallo âCarpal Tunnel Syndromeâ (StatPearls, NCBI Bookshelf)