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Sehorgan – Bulbus oculi

Schematisches Schnittbild des Augapfels (links) sowie eine vergrößerte Darstellung der Netzhautschichten (rechts) mit Photorezeptoren – Stäbchen (Rods) und Zapfen (Cones) – sowie Bipolar-, Amakrin-, Horizontal-, Ganglien- und Müller-Gliazellen und den Netzhautschichten ILM bis RPE.
Bfazek ¡ Schematic diagram of the eye and retina ¡ CC BY-SA 4.0 ¡ via Wikimedia Commons

Der Bulbus oculi besteht aus drei konzentrischen Schichten: der äußeren Tunica fibrosa (Sklera, Kornea), der mittleren gefäßreichen Tunica vasculosa (Uvea: Choroidea, Corpus ciliare, Iris) und der inneren Tunica interna (Retina). Kammerwasser wird im Corpus ciliare gebildet, fließt durch die Hinterkammer zur Vorderkammer und wird im Kammerwinkel über den Schlemm-Kanal resorbiert. Die Netzhaut enthält die lichtempfindlichen Photorezeptoren Stäbchen und Zapfen.

  • ❗ Tunica fibrosa: Sklera (mechanischer Schutz, undurchsichtig) und Kornea (transparent, Hauptbrechkraft des Auges).
  • ❗ Tunica vasculosa (Uvea): Choroidea (Gefäßversorgung), Corpus ciliare (Akkommodation, Kammerwasserproduktion), Iris (Pupillenweite).
  • ❗ Tunica interna: Retina mit Pigmentepithel und neurosensorischer Netzhaut (Photorezeptoren, Bipolarzellen, Ganglienzellen).
  • Stäbchen: hell-dunkel-Sehen (skotopisch, Rhodopsin), viel in der Peripherie. Zapfen: Farbsehen (photopisch, 3 Opsin-Typen), konzentriert in der Fovea centralis.
  • ❗ ErhĂśhter Augeninnendruck (gestĂśrte KammerwasserabflussstĂśrung im Schlemm-Kanal) ist Grundlage des Glaukoms.

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Kopf, Hals und Neuroanatomie“ (Thieme)
  2. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
  3. StatPearls: „Anatomy, Head and Neck, Eye Fovea“ (NCBI Bookshelf)

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Sehorgan – Bulbus oculi

Schematisches Schnittbild des Augapfels (links) sowie eine vergrößerte Darstellung der Netzhautschichten (rechts) mit Photorezeptoren – Stäbchen (Rods) und Zapfen (Cones) – sowie Bipolar-, Amakrin-, Horizontal-, Ganglien- und Müller-Gliazellen und den Netzhautschichten ILM bis RPE.
Bfazek ¡ Schematic diagram of the eye and retina ¡ CC BY-SA 4.0 ¡ via Wikimedia Commons

Der Bulbus oculi gliedert sich in drei Schichten (Tunica fibrosa, vasculosa, interna) sowie einen optischen Apparat (Kornea, Kammerwasser, Linse, Glaskörper), der den Lichtstrahl bis zur Netzhaut bündelt. Die Linse wird über die Zonulafasern am Corpus ciliare aufgehängt; Kontraktion des M. ciliaris entspannt die Zonulafasern und lässt die elastische Linse durch Eigenelastizität kugeliger werden (Nahakkommodation nach Helmholtz). Das Kammerwasser wird vom Ziliarepithel sezerniert, fließt von der Hinterkammer durch die Pupille in die Vorderkammer und wird im Kammerwinkel über das Trabekelwerk in den Schlemm-Kanal (Sinus venosus sclerae) resorbiert – ein Ungleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss erhöht den Augeninnendruck. Die Netzhaut selbst ist invertiert aufgebaut: Licht durchdringt zunächst die Ganglienzell- und Bipolarzellschicht, bevor es die Photorezeptoren in der äußersten Schicht erreicht, die dem retinalen Pigmentepithel anliegen.

Schichtaufbau der Netzhaut

  • Pigmentepithel: absorbiert Streulicht, recycelt Sehpigment, versorgt Photorezeptoren metabolisch.
  • Photorezeptorschicht: Stäbchen (Rhodopsin, sehr lichtempfindlich, kein Farbsehen) und Zapfen (drei Opsine fĂźr Rot/GrĂźn/Blau, hohe Sehschärfe).
  • Äußere/innere KĂśrnerschicht und plexiforme Schichten: Verschaltung Ăźber Bipolar-, Horizontal- und Amakrinzellen.
  • Ganglienzellschicht: Axone bilden den N. opticus, verlassen das Auge in der Papille (blinder Fleck, photorezeptorfrei).
  • ❗ Die Fovea centralis enthält ausschließlich Zapfen und keine Blutgefäße/Ganglienzellen darĂźber – Ort des schärfsten Sehens.
  • ❗ Der Discus nervi optici (Papille) ist der blinde Fleck, da hier keine Photorezeptoren liegen (Austrittsstelle der Ganglienzellaxone und der Vasa centralia retinae).
  • Offenwinkelglaukom (chronisch, schleichend): Abflussbehinderung im Trabekelwerk selbst. Winkelblockglaukom (akut, Notfall): mechanischer Verschluss des Kammerwinkels, z. B. bei Mydriasis.
  • Der GlaskĂśrper (Corpus vitreum) ist ein gefäßfreies Gel, das die Bulbusform stabilisiert und den Augeninnendruck mitträgt.
  • ⚠️ PrĂźfungsfalle: Das Kammerwasser wird im Corpus ciliare gebildet und im Schlemm-Kanal (Kammerwinkel) resorbiert – beide Orte werden leicht verwechselt, sind aber anatomisch und funktionell strikt getrennt (Produktion vs. Abfluss).
  • ⚠️ Verwechslung: Die Netzhaut ist invers aufgebaut – Licht trifft zuerst auf Ganglienzellen, dann erst auf die Photorezeptoren, die dem Pigmentepithel anliegen; diese Reihenfolge wird oft in der falschen Richtung gelernt.

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Kopf, Hals und Neuroanatomie“ (Thieme)
  2. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
  3. StatPearls: „Anatomy, Head and Neck, Eye Fovea“ (NCBI Bookshelf)
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