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Schultermuskulatur und Rotatorenmanschette

Schematische Darstellung des Schultergelenks in Ansicht von hinten und vorne mit nummerierter Legende: Klavikula, Skapula mit Spina, Processus coracoideus und Akromion, Humerus, Akromioklavikular- und Glenohumeralgelenk, Bursa sowie die vier Muskeln der Rotatorenmanschette (M. supraspinatus, M. subscapularis, M. infraspinatus, M. teres minor) und die Bizepssehne.
Jmarchn ¡ Shoulder joint bf ¡ CC BY-SA 3.0 ¡ via Wikimedia Commons

Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskeln, die den Humeruskopf in der flachen Cavitas glenoidalis zentrieren und stabilisieren. Sie ist entscheidend fĂźr die aktive FĂźhrung des Glenohumeralgelenks bei jeder Armbewegung.

  • Die vier Muskeln: M. supraspinatus, M. infraspinatus, M. teres minor, M. subscapularis – Merkspruch „SITS“
  • Alle vier setzen am Tuberculum majus (SIT) bzw. Tuberculum minus (Subscapularis) an
  • M. supraspinatus: Abduktion (erste 15°), Innervation N. suprascapularis
  • M. infraspinatus und M. teres minor: Außenrotation, Innervation N. suprascapularis bzw. N. axillaris
  • ❗ M. subscapularis: einziger Innenrotator der Manschette, Innervation N. subscapularis

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem“ (Thieme)
  2. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
  3. StatPearls (NCBI Bookshelf): Anatomy, Shoulder and Upper Limb, Shoulder Muscles

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Schultermuskulatur und Rotatorenmanschette

Schematische Darstellung des Schultergelenks in Ansicht von hinten und vorne mit nummerierter Legende: Klavikula, Skapula mit Spina, Processus coracoideus und Akromion, Humerus, Akromioklavikular- und Glenohumeralgelenk, Bursa sowie die vier Muskeln der Rotatorenmanschette (M. supraspinatus, M. subscapularis, M. infraspinatus, M. teres minor) und die Bizepssehne.
Jmarchn ¡ Shoulder joint bf ¡ CC BY-SA 3.0 ¡ via Wikimedia Commons

Die Rotatorenmanschette bildet eine muskulotendinöse Manschette um den Humeruskopf und wirkt als dynamischer Stabilisator, da die knöcherne Gelenkführung der Schulter gering ist. Der M. deltoideus erzeugt als kräftiger Abduktor eine Aufwärtskraft auf den Humeruskopf, die durch den Zug der Rotatorenmanschette – vor allem M. supraspinatus – nach kaudal-medial neutralisiert wird (Kräftepaar). Fällt diese Zentrierung aus, tritt der Humeruskopf nach kranial und engt den Subacromialraum ein.

Subacromialraum und Impingement

Zwischen Acromion, Lig. coracoacromiale und Humeruskopf liegt der subacromiale Raum mit der Bursa subacromialis und der Supraspinatussehne. Zwischen ca. 60° und 120° Abduktion kann es zur Einklemmung (Impingement) dieser Strukturen kommen (schmerzhafter Bogen), insbesondere bei Vorschädigung der Sehne oder knÜchernen Engstellen.

  • Painful arc (schmerzhafter Bogen) zwischen ca. 60° und 120° Abduktion ist klinisches Leitsymptom
  • Chronisches Impingement begĂźnstigt Supraspinatussehnenrupturen

Thorakoskapuläre Muskeln (Skapula-Fixatoren)

Die eigentliche Schultergßrtelmuskulatur verbindet die Scapula mit Rumpf und Wirbelsäule und fixiert bzw. bewegt das Schulterblatt. Sie ist Grundlage fßr die Kraftßbertragung der Rotatorenmanschette und hoch prßfungsrelevant ßber ihre charakteristischen Innervationen und Läsionsbilder.

  • M. trapezius: Innervation N. accessorius (XI) (plus Rr. des Plexus cervicalis) – hebt/senkt und adduziert die Scapula
  • M. serratus anterior: N. thoracicus longus (C5–C7) – ❗ Läsion fĂźhrt zur Scapula alata (abstehendes Schulterblatt)
  • Mm. rhomboidei und M. levator scapulae: N. dorsalis scapulae – ziehen die Scapula nach medial-kranial
  • M. deltoideus: Ursprung an Clavicula, Acromion und Spina scapulae, N. axillaris – Hauptabduktor von ca. 15° bis 90°
  • UrsprĂźnge der Manschette: M. supraspinatus in der Fossa supraspinata, M. infraspinatus in der Fossa infraspinata, M. teres minor am Margo lateralis scapulae, M. subscapularis in der Fossa subscapularis
  • M. supraspinatus initiiert die Abduktion (0–15°), der M. deltoideus Ăźbernimmt darĂźber hinaus
  • M. infraspinatus und M. teres minor sind die Hauptaußenrotatoren, wichtig fĂźr Wurfbewegungen
  • M. subscapularis ist der stärkste Innenrotator und stabilisiert ventral
  • Die lange Bicepssehne verläuft im Sulcus intertubercularis und wird von der Rotatorenmanschette mitgefĂźhrt
  • ⚠️ PrĂźfungsfalle: Der M. supraspinatus ist die am häufigsten rupturierte Sehne der Rotatorenmanschette – Verwechslung mit Bizepssehnenruptur (Popeye-Zeichen) vermeiden
  • ⚠️ Verwechslung: N. axillaris versorgt nur M. teres minor und M. deltoideus, nicht die Ăźbrige Rotatorenmanschette – typische Läsion bei Schulterluxation oder Fraktur des Collum chirurgicum humeri

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem“ (Thieme)
  2. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
  3. StatPearls (NCBI Bookshelf): Anatomy, Shoulder and Upper Limb, Shoulder Muscles
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