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Säure-Basen-Haushalt und Pufferung

Schema des Säure-Basen-Haushalts: Säureanfall aus Ernährung und Stoffwechsel, Abpufferung im Extrazellulärraum durch das Bikarbonatpuffersystem (H+ + HCO3- ⇌ H2O + CO2) und Nicht-Bikarbonatpuffer, respiratorische CO2-Abatmung über die Lunge sowie renale Bikarbonatfiltration, -reklamation und Netto-Säureausscheidung.
Ymed16 · Acid-base homeostasis · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Der Bikarbonatpuffer (HCO3⁻/CO2) ist das wichtigste extrazelluläre Puffersystem und wird durch Lunge (CO2-Abatmung) und Niere (HCO3⁻-Regulation) gesteuert. Die Henderson-Hasselbalch-Gleichung beschreibt den pH als Funktion des Verhältnisses von HCO3⁻ zu CO2. Störungen werden nach Ursprung (respiratorisch vs. metabolisch) und Richtung (Azidose vs. Alkalose) eingeteilt, jeweils mit typischer Kompensation.

  • ❗ Henderson-Hasselbalch: pH = 6,1 + log([HCO3⁻]/(0,03 × pCO2))
  • Normwerte: pH 7,36–7,44, pCO2 36–44 mmHg, HCO3⁻ 22–26 mmol/l
  • Respiratorische Störungen: primäre pCO2-Änderung, renale Kompensation (langsam, Tage)
  • Metabolische Störungen: primäre HCO3⁻-Änderung, respiratorische Kompensation (schnell, Minuten)
  • Bikarbonatpuffer ist offenes System: CO2 wird abgeatmet, dadurch besonders effektiv

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Säure-Basen-Haushalt und Pufferung

Schema des Säure-Basen-Haushalts: Säureanfall aus Ernährung und Stoffwechsel, Abpufferung im Extrazellulärraum durch das Bikarbonatpuffersystem (H+ + HCO3- ⇌ H2O + CO2) und Nicht-Bikarbonatpuffer, respiratorische CO2-Abatmung über die Lunge sowie renale Bikarbonatfiltration, -reklamation und Netto-Säureausscheidung.
Ymed16 · Acid-base homeostasis · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Der Körper hält den pH-Wert des Blutes in engen Grenzen (7,36–7,44), da Enzyme und Proteinstrukturen pH-sensitiv sind. Neben dem dominanten Bikarbonatpuffer wirken Hämoglobin-, Phosphat- und Proteinpuffer, wobei der Bikarbonatpuffer durch die Kopplung an die Atmung ein offenes, besonders leistungsfähiges System darstellt. Die Henderson-Hasselbalch-Gleichung erlaubt es, aus pCO2 und HCO3⁻ den pH zu berechnen und damit Störungen zu klassifizieren. Bei jeder Störung kompensiert das jeweils nicht-primär betroffene System gegenläufig: die Lunge reagiert auf metabolische Störungen innerhalb von Minuten, die Niere auf respiratorische Störungen erst nach Tagen durch veränderte HCO3⁻-Rückresorption und H⁺-Sekretion.

Die vier Grundstörungen

Respiratorische Azidose: Hypoventilation → CO2-Anstieg → pH sinkt; renale Kompensation durch vermehrte HCO3⁻-Rückresorption.

Respiratorische Alkalose: Hyperventilation → CO2-Abfall → pH steigt; renale Kompensation durch verminderte HCO3⁻-Rückresorption.

Metabolische Azidose: HCO3⁻-Verlust oder Säureanstieg (z. B. Laktat, Ketonkörper) → pH sinkt; respiratorische Kompensation durch Hyperventilation (Kussmaul-Atmung).

Metabolische Alkalose: HCO3⁻-Anstieg (z. B. Erbrechen, Diuretika) → pH steigt; respiratorische Kompensation durch Hypoventilation.

  • ❗ Kompensation normalisiert den pH nie vollständig, sondern nähert ihn nur an
  • Anionenlücke = Na⁺ − (Cl⁻ + HCO3⁻), normal 8–16 mmol/l; erhöht bei Laktat-/Ketoazidose
  • Bikarbonatpuffer effektiv, weil offenes System: CO2 kann über die Lunge entfernt werden
  • Renale Kompensation dauert Tage, respiratorische Kompensation Minuten bis Stunden
  • ⚠️ Prüfungsfalle: Bei gemischten Störungen kann der pH trotz massiver Verschiebung normal erscheinen – immer pCO2 UND HCO3⁻ gemeinsam beurteilen
  • ⚠️ Verwechslung: Kussmaul-Atmung (tief, regelmäßig) bei metabolischer Azidose nicht mit Cheyne-Stokes-Atmung verwechseln
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