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Rßckenmarkshäute und Liquorräume

Schematischer Querschnitt durch das Rßckenmark und seine Häute mit Beschriftung von Dura mater, Arachnoidea und Pia mater sowie Subarachnoidal- und Subduralraum, Vorder- und Hinterwurzel, Spinalganglion und Spinalnerv.
Mysid ¡ Gray770-en ¡ Public domain ¡ via Wikimedia Commons

Das Rßckenmark wird von drei Hirn-/Rßckenmarkshäuten umgeben: Dura mater, Arachnoidea mater und Pia mater. Zwischen Dura und Wirbelkanal liegt der fetthaltige Epiduralraum, zwischen Arachnoidea und Pia der liquorgefßllte Subarachnoidalraum. Diese Raumverhältnisse sind Grundlage der Punktionstechniken bei Liquorpunktion und rßckenmarksnaher Anästhesie.

  • ❗ Dura mater spinalis: äußere derbe HĂźlle, endet als Sack (Saccus durae matris) etwa auf HĂśhe S2.
  • ❗ Epiduralraum: liegt zwischen Periost des Wirbelkanals und Dura mater, enthält Fettgewebe und den Plexus venosus vertebralis internus – Ort der Periduralanästhesie.
  • ❗ Subarachnoidalraum: zwischen Arachnoidea und Pia mater, enthält den Liquor cerebrospinalis – Ort der Liquorpunktion.
  • Pia mater: liegt der RĂźckenmarksoberfläche direkt an, bildet die Ligg. denticulata zur seitlichen Fixierung im Duralsack.
  • ❗ Die Lumbalpunktion erfolgt meist bei L3/L4 oder L4/L5, unterhalb des Conus medullaris (L1/L2), um das RĂźckenmark nicht zu verletzen.

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Kopf, Hals und Neuroanatomie“ (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
  3. Anatomy, Back, Spinal Meninges – StatPearls, NCBI Bookshelf
  4. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)

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Rßckenmarkshäute und Liquorräume

Schematischer Querschnitt durch das Rßckenmark und seine Häute mit Beschriftung von Dura mater, Arachnoidea und Pia mater sowie Subarachnoidal- und Subduralraum, Vorder- und Hinterwurzel, Spinalganglion und Spinalnerv.
Mysid ¡ Gray770-en ¡ Public domain ¡ via Wikimedia Commons

Die drei Rückenmarkshäute setzen die entsprechenden Hirnhäute nach kaudal fort, unterscheiden sich aber in wichtigen Details vom kranialen Pendant. Die Dura mater spinalis besitzt – anders als kranial, wo sie mit dem Periost verschmilzt – ein eigenes Blatt getrennt vom Periost des Wirbelkanals, sodass ein echter Epiduralraum mit Fettgewebe und dem Plexus venosus vertebralis internus entsteht; dieser Raum ist die anatomische Grundlage der Periduralanästhesie. Arachnoidea und Pia mater begrenzen gemeinsam den Subarachnoidalraum, der Liquor cerebrospinalis enthält und sich kaudal bis auf Höhe S2 als Cisterna lumbalis erweitert, da das Rückenmark bereits auf Höhe L1/L2 endet – dieser erweiterte, rückenmarksfreie Raum um die Cauda equina ist der sichere Punktionsort der Lumbalpunktion. Der Liquor selbst wird in den Plexus choroidei der Hirnventrikel gebildet, zirkuliert über die Ventrikel und Aperturae in den Subarachnoidalraum und wird über die Granulationes arachnoideae in den venösen Sinus resorbiert.

Punktionstechnik und HĂśhenbezug

  • Lumbalpunktion: Zugang zwischen L3/L4 oder L4/L5 (Verbindungslinie der Beckenkämme = HĂśhe L4), Nadel durchdringt Haut, Ligg. supraspinale/interspinale/flavum, Epiduralraum, Dura und Arachnoidea bis in den Subarachnoidalraum der Cisterna lumbalis.
  • Periduralanästhesie: Injektion in den Epiduralraum ohne Duraperforation, Lokalanästhetikum wirkt auf die austretenden Spinalnervenwurzeln.
  • ❗ Der Liquor cerebrospinalis hat ein Gesamtvolumen von etwa 150 ml beim Erwachsenen und wird kontinuierlich neu gebildet (ca. 500 ml/Tag Produktion, entsprechend mehrfachem Austausch).
  • ❗ Die Ligamenta denticulata (Ausläufer der Pia mater) fixieren das RĂźckenmark seitlich an der Dura und verhindern longitudinale Verschiebung – wichtiger Landmarkenpunkt in der Neurochirurgie.
  • Blutungslokalisation: Epiduralblutung (meist arteriell, spinal seltener als kraniell) liegt zwischen Periost und Dura; Subduralblutung zwischen Dura und Arachnoidea; Subarachnoidalblutung im liquorgefĂźllten Raum selbst.
  • Der Liquorzucker und Liquoreiweiß sind wichtige diagnostische Parameter bei Meningitis (z. B. erniedrigter Liquorzucker bei bakterieller Meningitis).
  • ⚠️ PrĂźfungsfalle: Spinal existiert – anders als kraniell – ein echter, fetthaltiger Epiduralraum, da die Dura mater spinalis nicht mit dem Periost verwachsen ist; kraniell liegt die Dura dem Periost direkt an (Periost = äußeres Durablatt).
  • ⚠️ Verwechslung: Der Duralsack endet erst auf HĂśhe S2, das RĂźckenmark selbst bereits auf HĂśhe L1/L2 – dieser Unterschied erklärt, warum die Lumbalpunktion zwischen L3/L4 sicher im liquorgefĂźllten, aber rĂźckenmarksfreien Raum erfolgt.

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Kopf, Hals und Neuroanatomie“ (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
  3. Anatomy, Back, Spinal Meninges – StatPearls, NCBI Bookshelf
  4. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
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