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Physikalische Grundlagen bildgebender Verfahren (CT, MRT, PET, Sonographie)
Die Computertomographie (CT) nutzt RĂśntgenstrahlung, deren gewebeabhängige Schwächung aus vielen Projektionswinkeln zu Schnittbildern rekonstruiert wird. Die Magnetresonanztomographie (MRT) nutzt ein starkes statisches Magnetfeld, das Wasserstoffkerne (Protonen) ausrichtet, sowie Hochfrequenzimpulse, die eine messbare Relaxation (T1/T2) auslĂśsen â ohne ionisierende Strahlung. Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) misst die Verteilung eines Positronenstrahlers Ăźber die bei Annihilation entstehenden Gammaquanten. Die Sonographie nutzt Ultraschallwellen, die an Gewebegrenzflächen unterschiedlicher akustischer Impedanz reflektiert werden.
- â CT: ionisierende RĂśntgenstrahlung, Bildkontrast durch unterschiedliche Schwächungskoeffizienten der Gewebe
- â MRT: keine ionisierende Strahlung, nutzt Magnetfeld + Radiowellen und die Relaxationszeiten T1/T2 der Protonen
- PET: Positronenstrahler (z. B. F-18) emittiert Positronen, Annihilation erzeugt zwei 511-keV-Gammaquanten in entgegengesetzter Richtung (Koinzidenzmessung)
- Sonographie: Ultraschall wird an ImpedanzsprĂźngen (z. B. Gewebe/Luft, Gewebe/Knochen) reflektiert, keine ionisierende Strahlung
- Nur CT und PET nutzen ionisierende Strahlung; MRT und Sonographie sind nichtionisierende Verfahren
Quellen
- Harten âPhysik fĂźr Medizinerâ (Springer)
- Trautwein/Kreibig/Oberhausen âPhysik fĂźr Medizinerâ (De Gruyter)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ărztlichen PrĂźfung)
- NIST â X-Ray Mass Attenuation Coefficients (Schwächungskoeffizienten fĂźr die CT-Physik)
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Physikalische Grundlagen bildgebender Verfahren (CT, MRT, PET, Sonographie)
Die vier zentralen bildgebenden Verfahren beruhen auf grundlegend unterschiedlichen physikalischen Prinzipien. Die CT rotiert eine RĂśntgenrĂśhre mit gegenĂźberliegendem Detektor um den Patienten; aus den in vielen Winkeln gemessenen Schwächungsprofilen wird per RĂźckprojektion ein Schnittbild rekonstruiert, dessen Grauwerte (Hounsfield-Einheiten) den lokalen Schwächungskoeffizienten relativ zu Wasser abbilden. Die MRT nutzt, dass Wasserstoffkerne im starken statischen Magnetfeld (B0) präzedieren; ein resonanter Hochfrequenzimpuls kippt die Magnetisierung aus der Gleichgewichtslage, und die anschlieĂende Relaxation zurĂźck in Feldrichtung (longitudinale T1-Relaxation) bzw. der Zerfall der Quermagnetisierung (transversale T2-Relaxation) erzeugt ein messbares Signal, dessen Gewebekontraste durch die Wahl von Sequenzparametern gezielt betont werden kĂśnnen. Die PET beruht auf dem Beta-Plus-Zerfall eines injizierten Radiotracers: das emittierte Positron zerstrahlt nach kurzer Reichweite mit einem Elektron (Annihilation) zu zwei 511-keV-Photonen, die in exakt entgegengesetzter Richtung emittiert werden; ein Detektorring registriert diese Koinzidenzereignisse und rekonstruiert daraus die räumliche Tracerverteilung. Die Sonographie sendet Ultraschallimpulse aus einem piezoelektrischen Schallkopf; an Grenzflächen mit unterschiedlicher akustischer Impedanz (Produkt aus Dichte und Schallgeschwindigkeit) wird ein Teil der Welle reflektiert und von demselben Schallkopf als Echo empfangen (Laufzeitmessung liefert die Tiefeninformation).
Kontrastmechanismen im Vergleich
Der CT-Kontrast beruht auf dem Schwächungskoeffizienten, der stark von der Elektronendichte des Gewebes abhängt (Knochen stark schwächend, Luft kaum schwächend). Der MRT-Kontrast beruht auf Protonendichte und Relaxationseigenschaften (T1, T2), die je nach Gewebe und Wassergehalt stark variieren und durch Sequenzwahl (T1- vs. T2-gewichtet) unterschiedlich betont werden â dies erklärt die vielfältigen KontrastmĂśglichkeiten der MRT gegenĂźber der CT. Bei der Sonographie hängt die Bildinformation von Impedanzunterschieden ab; groĂe ImpedanzsprĂźnge (z. B. Weichteil/Luft, Weichteil/Knochen) erzeugen Totalreflexion und damit Schallschatten, was Luft- und knochenĂźberlagerte Strukturen der Sonographie unzugänglich macht.
- â CT und PET nutzen ionisierende Strahlung; MRT und Sonographie sind nichtionisierend
- PET-Signal entsteht durch Koinzidenzdetektion zweier 511-keV-Annihilationsphotonen nach Beta-Plus-Zerfall des Tracers
- MRT-Kontrast basiert auf T1-/T2-Relaxationszeiten der Protonen, nicht auf Elektronendichte wie bei der CT
- â ď¸ PrĂźfungsfalle: MRT wird fälschlich als strahlenbelastend eingeschätzt â sie nutzt Magnetfelder und Radiowellen, keine ionisierende Strahlung
- â ď¸ PrĂźfungsfalle: PET benĂśtigt zwingend die Koinzidenz zweier Photonen aus einer Annihilation â ein einzelnes Gammaquant (wie bei der Szintigraphie mit Tc-99m) reicht nicht fĂźr das PET-Prinzip
- Sonographie versagt bei stark impedanzunterschiedlichen Grenzflächen (Luft, Knochen) durch Totalreflexion â klinisch relevant fĂźr Schallfenster-Wahl
Quellen
- Harten âPhysik fĂźr Medizinerâ (Springer)
- Trautwein/Kreibig/Oberhausen âPhysik fĂźr Medizinerâ (De Gruyter)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ărztlichen PrĂźfung)
- NIST â X-Ray Mass Attenuation Coefficients (Schwächungskoeffizienten fĂźr die CT-Physik)