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Nebennierenhormone: Rinde und Mark

Die Nebennierenrinde gliedert sich in drei Zonen mit je eigener Hormonproduktion: Zona glomerulosa (Aldosteron), Zona fasciculata (Cortisol) und Zona reticularis (adrenale Androgene). Das Nebennierenmark ist funktionell ein sympathisches Ganglion und sezerniert Adrenalin und Noradrenalin ins Blut. Alle Steroidhormone der Rinde stammen aus Cholesterin, Cortisol steht unter ACTH-Kontrolle, Aldosteron primär unter RAAS-Kontrolle.
- â Merkregel Zonen: âGFRâ = GlomerulosaâFasciculataâReticularis produziert SalzâZuckerâSex (AldosteronâCortisolâAndrogene)
- Cortisol: Regulation Ăźber CRHâACTH, wirkt katabol, hyperglykämisch, immunsuppressiv, permissiv fĂźr Katecholaminwirkung
- Aldosteron: Regulation vorwiegend Ăźber Renin-Angiotensin-System (Angiotensin II) und Kalium, fĂśrdert Naâş-RĂźckresorption/Kâş-Sekretion im Sammelrohr
- Nebennierenmark: chromaffine Zellen bilden Adrenalin (ca. 80 %) und Noradrenalin (ca. 20 %) unter Kontrolle präganglionärer sympathischer Fasern
- Adrenale Androgene (DHEA, Androstendion) sind bei Erwachsenen von untergeordneter Bedeutung, klinisch relevant z. B. bei adrenogenitalem Syndrom
Quellen
- Schmidt/Lang/Heckmann âPhysiologie des Menschenâ (Springer)
- Pape/Kurtz/Silbernagl âPhysiologieâ (Thieme)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ărztlichen PrĂźfung)
- Endotext (NCBI Bookshelf): Corticotropin Releasing Hormone and the HPA-Achse
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Nebennierenhormone: Rinde und Mark

Die Nebennierenrinde synthetisiert alle Steroidhormone ausgehend von Cholesterin Ăźber die gemeinsame Zwischenstufe Pregnenolon, wobei zonenspezifische Enzymausstattungen die jeweiligen Endprodukte festlegen. Cortisol unterliegt einer zirkadianen Rhythmik (Morgenmaximum) und der klassischen HPA-Achsen-RĂźckkopplung, während Aldosteron primär durch das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System sowie durch Plasmakalium gesteuert wird und nur eine untergeordnete ACTH-Abhängigkeit zeigt. Das Nebennierenmark ist entwicklungsgeschichtlich Neuralleistengewebe und entspricht funktionell einem modifizierten sympathischen Ganglion ohne postganglionäres Axon â die chromaffinen Zellen werden direkt präganglionär cholinerg innerviert und schĂźtten Katecholamine hormonell ins Blut aus. Klassische PrĂźfungsfallen betreffen die Unterscheidung von Cortisol- und Aldosteronwirkung sowie die Enzymdefekte des adrenogenitalen Syndroms.
Steroidsynthese und SchlĂźsselenzyme
Cholesterin â Pregnenolon (Cholesterin-Desmolase, ratenlimitierend, ACTH-reguliert) â je nach Zone unterschiedliche Endprodukte. Zona glomerulosa besitzt Aldosteronsynthase, aber keine 17Îą-Hydroxylase; Zona fasciculata/reticularis besitzen 17Îą-Hydroxylase, wodurch dort Cortisol bzw. Androgene statt Aldosteron entstehen. Der häufigste Enzymdefekt beim adrenogenitalen Syndrom ist der 21-Hydroxylase-Mangel, der zu Cortisol- und Aldosteronmangel bei gleichzeitigem AndrogenĂźberschuss fĂźhrt.
- â Cortisolwirkungen: Glukoneogenese â, Proteinabbau â, Lipolyse â, Insulinantagonismus, EntzĂźndungshemmung, permissive Wirkung auf Katecholamin- und Glukagonrezeptoren
- Aldosteronwirkung: Bindung an mineralokortikoiden Rezeptor im distalen Tubulus/Sammelrohr, Induktion von ENaC und Naâş/Kâş-ATPase â Naâş-Retention, Kâş- und Hâş-Sekretion
- â Katecholamin-Biosynthese im Mark: Tyrosin â DOPA (Tyrosinhydroxylase, geschwindigkeitsbestimmend) â Dopamin â Noradrenalin â Adrenalin; die PNMT (methyliert Noradrenalin zu Adrenalin) wird durch das aus der Rinde per portalem Blutfluss anflutende hohe Cortisol induziert â klassischer Rinde-Mark-Zusammenhang
- Adrenalin: β-Rezeptor-betont (Herzfrequenz â, Bronchodilatation, Glykogenolyse â), Noradrenalin: Îą-Rezeptor-betont (Vasokonstriktion, Blutdruck â)
- â ď¸ PrĂźfungsfalle: Cortisol bindet in hoher Konzentration auch an den mineralokortikoiden Rezeptor â das Enzym 11β-HSD2 in der Niere inaktiviert Cortisol zu Cortison und schĂźtzt so den Aldosteronrezeptor vor Cortisol-Ăbererregung; ein Defekt (z. B. durch Lakritz/Glycyrrhizinsäure) fĂźhrt zum Bild eines Pseudohyperaldosteronismus
- â ď¸ Verwechslung: nicht ACTH, sondern Angiotensin II und Kalium sind die dominanten Aldosteronstimuli â ACTH beeinflusst Aldosteron nur kurzfristig/gering
- Nebennierenmark ist funktionell ein sympathisches Ganglion ohne postganglionäres Neuron; präganglionäre Fasern setzen Acetylcholin an nikotinischen Rezeptoren der chromaffinen Zellen frei
Quellen
- Schmidt/Lang/Heckmann âPhysiologie des Menschenâ (Springer)
- Pape/Kurtz/Silbernagl âPhysiologieâ (Thieme)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ărztlichen PrĂźfung)
- Endotext (NCBI Bookshelf): Corticotropin Releasing Hormone and the HPA-Achse