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Mundhöhle und Speicheldrüsen

Beschriftetes anatomisches Diagramm des Kopfes im Seitenprofil mit der Lage der großen Speicheldrüsen: Glandula parotidea (Ohrspeicheldrüse) mit Ausführungsgang, Glandula submandibularis und Glandula sublingualis.
Goran tek-en, following request by and knowledge from Tom (LT) · Salivary glands labeled · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Die Mundhöhle (Cavitas oris) gliedert sich in Vorhof (Vestibulum oris) und eigentliche Mundhöhle, begrenzt durch Zunge, Zähne und Gaumen. Die drei großen paarigen Speicheldrüsen – Parotis, Glandula submandibularis und sublingualis – produzieren zusammen mit kleinen Drüsen den Speichel und münden über definierte Ausführungsgänge in die Mundhöhle.

  • Glandula parotis: rein serös, Ausführungsgang = Ductus parotideus (Stenon-Gang), mündet gegenüber dem 2. oberen Molaren
  • Glandula submandibularis: seromukös (überwiegend serös), Ductus submandibularis (Wharton-Gang) mündet an der Caruncula sublingualis
  • Glandula sublingualis: gemischt, mukös betont (seromukös), mehrere kleine Ausführungsgänge (Ductus sublinguales minores) sowie meist ein größerer Ductus sublingualis major (Bartholin-Gang)
  • Zunge: Papillae filiformes (mechanisch), fungiformes, foliatae und vallatae (Geschmack) auf dem Zungenrücken
  • Zähne: Zahnformel Erwachsener 2-1-2-3 pro Quadrant (Milchgebiss ohne Prämolaren)

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Kopf, Hals und Neuroanatomie“ (Thieme)
  2. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
  3. Anatomy, Head and Neck, Salivary Glands (StatPearls, NCBI Bookshelf)

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Mundhöhle und Speicheldrüsen

Beschriftetes anatomisches Diagramm des Kopfes im Seitenprofil mit der Lage der großen Speicheldrüsen: Glandula parotidea (Ohrspeicheldrüse) mit Ausführungsgang, Glandula submandibularis und Glandula sublingualis.
Goran tek-en, following request by and knowledge from Tom (LT) · Salivary glands labeled · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Die Mundhöhle wird durch die Zahnreihen in Vestibulum oris (zwischen Lippen/Wangen und Zähnen) und Cavitas oris propria unterteilt. Der harte Gaumen (Palatum durum, mit Processus palatinus maxillae und Lamina horizontalis ossis palatini) geht dorsal in den weichen Gaumen (Palatum molle) mit Uvula über. Die großen Speicheldrüsen unterscheiden sich histologisch grundlegend im Sekrettyp und damit auch klinisch (z. B. Steinbildung, Tumorprädilektion). Die Zunge ist ein Muskelorgan aus äußeren und inneren Zungenmuskeln, deren Innervation (bis auf den M. palatoglossus) über den N. hypoglossus (XII) erfolgt, während die Sensibilität und Geschmacksqualität regional unterschiedlichen Hirnnerven zugeordnet sind.

Speicheldrüsen im Detail

Die Glandula parotis liegt in der Fossa retromandibularis, ist rein serös (seröse Endstücke, keine Schleimzellen) und wird vom N. facialis (VII) durchzogen, der sich intraglandulär in seine Endäste aufteilt – klinisch relevant bei Parotischirurgie und Parotitis. Die parasympathische Sekretion läuft über den N. glossopharyngeus (IX) via Ganglion oticum.

Die Glandula submandibularis liegt im Trigonum submandibulare, ist seromukös mit serösem Überwiegen; ihr Ausführungsgang, der Ductus submandibularis, verläuft nach vorn zur Caruncula sublingualis – hier entstehen wegen des zähen, aufsteigenden Sekretflusses am häufigsten Speichelsteine (Sialolithiasis).

Die Glandula sublingualis liegt im Mundboden unter der Zunge, ist gemischt mit muköser Betonung (muköse Endstücke mit serösen Halbmonden) und mündet über mehrere kleine Ductus sublinguales minores sowie häufig einen Ductus sublingualis major (Bartholin-Gang) in den Mundboden bzw. an der Caruncula sublingualis. Parasympathische Versorgung von Submandibularis und Sublingualis erfolgt über den N. facialis (VII) via Chorda tympani und Ganglion submandibulare.

Zunge und Zähne

Die Zungenmuskulatur gliedert sich in äußere Zungenmuskeln (M. genioglossus, M. hyoglossus, M. styloglossus, M. palatoglossus), die die Zunge bewegen und positionieren, und innere Zungenmuskeln, die die Form verändern. Die Geschmacksknospen der vorderen zwei Drittel werden sensorisch über die Chorda tympani (N. facialis), die des hinteren Drittels über den N. glossopharyngeus versorgt; die allgemeine Sensibilität der vorderen zwei Drittel übernimmt der N. lingualis (N. trigeminus V3).

  • ❗ Merkregel Innervation Zunge: vordere 2/3 Geschmack = Chorda tympani (VII), hintere 1/3 Geschmack = IX, Motorik (fast) alles = XII
  • ❗ Sekrettyp: Parotis rein serös, Submandibularis gemischt (serös betont), Sublingualis gemischt (mukös betont)
  • ⚠️ Prüfungsfalle: Sialolithiasis betrifft am häufigsten die Glandula submandibularis (zäher, aufsteigend fließender Speichel), NICHT die Parotis
  • ⚠️ Verwechslung: N. facialis durchzieht die Parotis rein topografisch (Speichelbildung selbst läuft über N. glossopharyngeus/Ganglion oticum) – parasympathische Innervation der Parotis ist NICHT der N. facialis
  • Zahnformel permanentes Gebiss: 2 Incisivi – 1 Caninus – 2 Prämolaren – 3 Molaren pro Quadrant (32 Zähne gesamt)
  • Papillae vallatae liegen vor dem Sulcus terminalis und markieren die Grenze zum Zungengrund (Ursprung der Innervationswechsel)

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Kopf, Hals und Neuroanatomie“ (Thieme)
  2. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
  3. Anatomy, Head and Neck, Salivary Glands (StatPearls, NCBI Bookshelf)
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