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Magen – Aufbau und Schleimhaut

Beschriftete anatomische Zeichnung des Magens mit den Abschnitten Cardia, Fundus, Korpus, Pars pylorica mit Antrum pyloricum und Pylorus sowie Incisura angularis, dem Übergang zur Speiseröhre und zum Zwölffingerdarm.
Henry Vandyke Carter (1831–1897) · Aufbau Magen · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Der Magen gliedert sich makroskopisch in Cardia, Fundus, Corpus, Antrum pyloricum und Pylorus mit dem M. sphincter pyloricus. Er liegt intraperitoneal, aufgehängt am Omentum minus (Curvatura minor) und Omentum majus (Curvatura major). Histologisch enthält die Magenschleimhaut region-spezifische Drßsen mit hochspezialisierten Zelltypen.

  • ❗ Abschnitte: Cardia → Fundus → Corpus → Antrum pyloricum → Pylorus (mit M. sphincter pyloricus)
  • ❗ Belegzellen (Parietalzellen): HCl und Intrinsic Factor, v. a. in Corpus/FundusdrĂźsen
  • ❗ Hauptzellen: Pepsinogen, in Corpus/FundusdrĂźsen
  • Nebenzellen (Mukuszellen): schĂźtzender Schleim, in allen Abschnitten
  • G-Zellen (Gastrin) v. a. im Antrum, Belegzellen fehlen dort weitgehend

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie“ (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
  4. Histology, Parietal Cells (StatPearls, NCBI Bookshelf)

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Magen – Aufbau und Schleimhaut

Beschriftete anatomische Zeichnung des Magens mit den Abschnitten Cardia, Fundus, Korpus, Pars pylorica mit Antrum pyloricum und Pylorus sowie Incisura angularis, dem Übergang zur Speiseröhre und zum Zwölffingerdarm.
Henry Vandyke Carter (1831–1897) · Aufbau Magen · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Der Magen liegt intraperitoneal im linken Oberbauch und wird über kleine und große Kurvatur vom Omentum minus (Lig. hepatogastricum, Lig. hepatoduodenale) bzw. Omentum majus aufgehängt. Die Magenschleimhaut zeigt eine ausgeprägte Regionalisierung: Cardia-, Fundus/Corpus- und Pylorusdrüsen unterscheiden sich in Zelltyp-Zusammensetzung und Funktion deutlich, was für das Verständnis von Säureproduktion, Gastrin-Regulation und Erkrankungen wie Gastritis-Typen essenziell ist. Der Pylorus mit dem kräftigen M. sphincter pyloricus reguliert die Magenentleerung in das Duodenum.

Peritoneale Verhältnisse und Bänder

Der Magen ist vollständig intraperitoneal gelegen. An der Curvatura minor setzt das Omentum minus (bestehend aus Lig. hepatogastricum und Lig. hepatoduodenale, Letzteres enthält die Leberpforten-Trias) an, an der Curvatura major das Omentum majus, das kaudal als Schßrze ßber die Darmschlingen zieht und den Bezug zur Milz (Lig. gastrosplenicum) und zum Colon transversum (Lig. gastrocolicum) herstellt.

DrĂźsenzelltypen der Magenschleimhaut

In den Fundus-/Corpusdrüsen finden sich Belegzellen (Parietalzellen) mit charakteristischem intrazellulärem Kanalikulisystem, die HCl über eine H+/K+-ATPase (Protonenpumpe) sowie Intrinsic Factor sezernieren – essenziell für die Vitamin-B12-Resorption im terminalen Ileum. Hauptzellen (chief cells) liegen basal in denselben Drüsen und sezernieren Pepsinogen, das durch Magensäure zu Pepsin aktiviert wird. Nebenzellen (Mukuszellen) produzieren den protektiven Schleimfilm, der die Magenwand vor Selbstverdauung schützt.

Im Antrum pyloricum dominieren Pylorusdrüsen mit vorwiegend mukösen Zellen und den endokrinen G-Zellen, die Gastrin freisetzen und darüber die Säuresekretion der Corpus-Belegzellen stimulieren. Belegzellen sind im Antrum kaum vorhanden. Die Cardiadrüsen sind ein schmaler Übergangsbereich mit überwiegend mukösen Zellen.

  • ❗ Belegzellen: HCl (Protonenpumpe H+/K+-ATPase) + Intrinsic Factor → beides fällt bei Autoimmungastritis (Typ A) aus, Folge perniziĂśse Anämie
  • ❗ Hauptzellen sezernieren Pepsinogen, NICHT aktives Pepsin – Aktivierung erst durch Säure im Lumen
  • ❗ G-Zellen im Antrum sezernieren Gastrin → stimuliert Belegzellen im Corpus (endokrine Fernwirkung)
  • ⚠️ PrĂźfungsfalle: Belegzellen liegen in Corpus/Fundus, NICHT im Antrum – ein Zollinger-Ellison-Gastrinom wirkt trotzdem systemisch auf die Belegzellen der Corpusregion
  • ⚠️ Verwechslung: Nebenzellen (Mukuszellen, Schleim) nicht mit Hauptzellen (Pepsinogen) verwechseln – ähnlicher Name, andere Funktion
  • M. sphincter pyloricus ist eine Verdickung der Ringmuskulatur, kein eigenständiger Muskel mit separatem Ursprung

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie“ (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
  4. Histology, Parietal Cells (StatPearls, NCBI Bookshelf)
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