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EXPRESS · M1

Lunge – Lappengliederung und mikroskopischer Aufbau

Schematische Darstellung der Blut-Luft-Schranke (alveolo-kapilläre Membran) mit nummerierter Legende: Alveole, Pneumozyt Typ I und Typ II, Surfaktant, Basalmembranen, Kapillare mit Endothelzelle, Makrophage und Monozyt.
Origianl skech by MUDr. Kamila Vlčková vectorized by HynekJanac · Alveolar capillary membrane · CC BY 4.0 · via Wikimedia Commons

Die rechte Lunge besitzt drei Lappen (Ober-, Mittel-, Unterlappen), die linke Lunge nur zwei Lappen (Ober- und Unterlappen) mit der Lingula als Pendant zum Mittellappen. Am Hilum treten Bronchus, A. pulmonalis, Vv. pulmonales, Bronchialgefäße, Nerven und Lymphgefäße ein bzw. aus.

  • Rechte Lunge: 3 Lappen, 10 Bronchopulmonalsegmente; linke Lunge: 2 Lappen, meist 8–10 Segmente (Fusion einzelner Segmente)
  • Hilum pulmonis: Eintrittspforte für Bronchus, Pulmonalarterie, Pulmonalvenen, Bronchialarterien, N. vagus/Sympathikusfasern, Lymphgefäße
  • Bronchialbaum: Hauptbronchus → Lappenbronchus → Segmentbronchus → Bronchiolus → Bronchiolus terminalis → Bronchiolus respiratorius → Ductus alveolaris → Alveole
  • Blut-Luft-Schranke: Alveolarepithel (Pneumozyt Typ I), gemeinsame Basalmembran, Kapillarendothel – Gesamtdicke ca. 0,2–0,6 µm für optimalen Gasaustausch
  • Pneumozyt Typ II produziert Surfactant (Phospholipide, v. a. Dipalmitoylphosphatidylcholin) zur Reduktion der Oberflächenspannung

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie“ (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)

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Lunge – Lappengliederung und mikroskopischer Aufbau

Schematische Darstellung der Blut-Luft-Schranke (alveolo-kapilläre Membran) mit nummerierter Legende: Alveole, Pneumozyt Typ I und Typ II, Surfaktant, Basalmembranen, Kapillare mit Endothelzelle, Makrophage und Monozyt.
Origianl skech by MUDr. Kamila Vlčková vectorized by HynekJanac · Alveolar capillary membrane · CC BY 4.0 · via Wikimedia Commons

Die Lungenlappen werden durch Fissuren (Fissura obliqua beidseits, Fissura horizontalis nur rechts) getrennt und untergliedern sich weiter in bronchopulmonale Segmente, die jeweils von einem eigenen Segmentbronchus und einer eigenen Segmentarterie versorgt werden und damit chirurgisch resezierbare Einheiten darstellen. Der Bronchialbaum verändert sich mit zunehmender Aufzweigung strukturell: Knorpelspangen nehmen ab, glatte Muskulatur relativ zu, bis ab den Bronchioli respiratorii erstmals Alveolen dem Gasaustausch dienen. Die Blut-Luft-Schranke ist so dünn wie physiologisch möglich, um die Diffusionsstrecke für O2/CO2 zu minimieren, ohne die mechanische Stabilität zu verlieren.

Vom Bronchus zur Alveole

Hauptbronchien tragen – wie die Trachea – noch hufeisenförmige (dorsal offene) Knorpelspangen und sind von mehrreihigem Flimmerepithel ausgekleidet. Mit fortschreitender Aufzweigung (Lappen-, Segment-, Subsegmentbronchien) werden die Knorpelspangen zunehmend durch unregelmäßige Knorpelplatten ersetzt und schließlich verlieren die Bronchioli (Durchmesser < 1 mm) jeglichen Knorpel; das Epithel wird einreihig kubisch. Den Bronchioli fehlen zudem Drüsen und Becherzellen; charakteristisch sind hier die kinozilienlosen Clara-/Club-Zellen (bronchioläre Exokrinzellen, sezernieren Surfactant-Bestandteile, Detoxifikation). Bronchioli terminales sind die letzten rein leitenden (nicht am Gasaustausch beteiligten) Atemwege. Bronchioli respiratorii tragen bereits vereinzelte Alveolen in ihrer Wand und leiten zum eigentlichen Gasaustauschbereich (Ductus alveolares, Sacculi alveolares, Alveolen) über.

  • Fissuren: rechts Fissura obliqua + Fissura horizontalis (3 Lappen), links nur Fissura obliqua (2 Lappen); Hilum enthält Bronchus, A. pulmonalis (kranial-ventral rechts, dorsal-kranial links unterschiedlich positioniert), Vv. pulmonales (meist kaudal-ventral)
  • Bronchopulmonalsegmente = eigenständig versorgte, chirurgisch resezierbare Einheiten (Segmentbronchus + Segmentarterie gemeinsam, Segmentvenen liegen intersegmental)
  • Zellen des Alveolarraums: Pneumozyt Typ I (~95 % der Fläche, extrem abgeflacht, reiner Gasaustausch), Pneumozyt Typ II (~5 %, kuboidal, Surfactant-Produktion, Stammzellfunktion zur Regeneration von Typ I), Alveolarmakrophagen (Staub-/Körnchenzellen, aus Monozyten – phagozytieren Partikel und Zelldebris)
  • Surfactant senkt die Oberflächenspannung nach dem Laplace-Gesetz und verhindert den Kollaps kleiner Alveolen bei Exspiration – Mangel (z. B. Frühgeborene) führt zum Infant Respiratory Distress Syndrome
  • ⚠️ Prüfungsfalle: A. pulmonalis führt sauerstoffarmes Blut vom rechten Ventrikel zur Lunge, Vv. pulmonales führen sauerstoffreiches Blut zurück zum linken Vorhof – „Arterie/Vene“ bezieht sich auf die Fließrichtung vom Herzen weg/zum Herzen hin, nicht auf den Sauerstoffgehalt
  • ⚠️ Verwechslung: Bronchioli terminales (rein leitend, kein Gasaustausch) vs. Bronchioli respiratorii (bereits vereinzelte Alveolen, Beginn des Gasaustauschs) werden in Klausuren häufig vertauscht abgefragt

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie“ (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
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