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EXPRESS · M1

Leber – Aufbau und Segmente

Anatomisches Diagramm der Leber mit farbig markierter Segmentgliederung nach Couinaud (Segmente I bis VIII) und Darstellung der Lebergefäße.
Database Center for Life Science (DBCLS) · Liver 04 Couinaud classification · CC BY-SA 2.1 jp · via Wikimedia Commons

Die Leber wird makroskopisch in Lobus hepatis dexter und sinister unterteilt (Cantlie-Linie), funktionell nach Couinaud in 8 Lebersegmente mit jeweils eigener Gefäß- und Gallengangversorgung. An der Leberpforte (Porta hepatis) treten V. portae, A. hepatica propria und Ductus hepaticus als Trias ein/aus. Der mikroskopische Läppchenaufbau folgt dem klassischen Leberläppchen mit Zentralvene und Portalfeldern.

  • Leberpforte (Porta hepatis): V. portae, A. hepatica propria, Ductus hepaticus communis (Portal-Trias)
  • ❗ 8 Lebersegmente nach Couinaud, jeweils eigenständig versorgt (chirurgisch resezierbare Einheiten)
  • Makroskopisch 4 Lappen: Lobus dexter, sinister, quadratus (zwischen Gallenblase und Lig. teres) und caudatus (dorsal = Couinaud-Segment I)
  • Bänder: Lig. falciforme hepatis (mit Lig. teres hepatis = obliterierte V. umbilicalis), Lig. venosum (obliterierter Ductus venosus)
  • Läppchenaufbau: Zentralvene im Zentrum, Portalfelder (Glisson-Trias) an der Peripherie, dazwischen Sinusoide mit Kupffer-Zellen (ortsständige Makrophagen)
  • Blutfluss im Läppchen: von Portalfeld zu Zentralvene (zentripetal), Galle fließt entgegengesetzt zu den Gallengängen

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Innere Organe“ (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
  4. Kalra et al. „Physiology, Liver“ – StatPearls, NCBI Bookshelf (Leberläppchen, Portal-Trias, Zonen)

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Leber – Aufbau und Segmente

Anatomisches Diagramm der Leber mit farbig markierter Segmentgliederung nach Couinaud (Segmente I bis VIII) und Darstellung der Lebergefäße.
Database Center for Life Science (DBCLS) · Liver 04 Couinaud classification · CC BY-SA 2.1 jp · via Wikimedia Commons

Die Leber liegt intraperitoneal (bis auf die Area nuda) im rechten Oberbauch und wird makroskopisch traditionell durch das Lig. falciforme hepatis in einen größeren rechten und kleineren linken Lappen unterteilt – funktionell-chirurgisch relevanter ist jedoch die Gliederung nach der Cantlie-Linie und dem Couinaud-Segmentmodell mit 8 eigenständig versorgten Segmenten. An der Leberpforte treten die drei Elemente der Portal-Trias ein bzw. aus. Mikroskopisch ist die Leber aus klassischen Leberläppchen aufgebaut, deren radiäre Anordnung von Hepatozytenbalken um die Zentralvene das Grundprinzip des hepatischen Stoffaustauschs abbildet.

Segmentgliederung und Leberpforte

Makroskopisch werden an der Facies visceralis vier Lappen unterschieden: der große Lobus dexter, der Lobus sinister sowie – zwischen den beiden sagittalen Furchen – der Lobus quadratus (ventral, zwischen Gallenblase und Lig. teres hepatis) und der Lobus caudatus (dorsal, zwischen V. cava inferior und Lig. venosum). Der Lobus caudatus entspricht dem Couinaud-Segment I und nimmt eine funktionelle Sonderstellung ein (eigener venöser Abfluss direkt in die V. cava inferior).

Die Cantlie-Linie verläuft von der Gallenblasengrube zur V. cava inferior und trennt funktionell den rechten vom linken Leberlappen – unabhängig von der äußeren Lappengrenze durch das Lig. falciforme. Nach Couinaud gliedert sich die Leber in 8 Segmente (I–VIII), jedes mit eigenem Ast der V. portae, A. hepatica und einem eigenen Gallengang sowie eigenständigem venösen Abfluss über die Lebervenen – Grundlage für anatomiegerechte Leberteilresektionen.

An der Porta hepatis (Leberpforte) liegt die V. portae (größtes Element, führt nährstoffreiches, aber sauerstoffarmes Blut aus Darm und Milz) dorsal, während A. hepatica propria (sauerstoffreiches Blut, letztlich aus dem Truncus coeliacus) und Ductus hepaticus communis (Galleabfluss) ventral nebeneinander verlaufen – der Ductus rechts-ventral, die Arterie links-ventral. Alle drei bilden die Trias im Lig. hepatoduodenale.

Bandapparat

Das Lig. falciforme hepatis verbindet die Leber mit der vorderen Bauchwand und enthält in seinem freien Rand das Lig. teres hepatis, den obliterierten Rest der fetalen V. umbilicalis. Das Lig. venosum ist der obliterierte Ductus venosus Arantii, der pränatal Blut von der V. umbilicalis an der Leber vorbei direkt in die V. cava inferior leitete.

Mikroskopischer Läppchenaufbau

Das klassische Leberläppchen ist hexagonal mit einer Zentralvene im Zentrum und Portalfeldern (Glisson-Trias: Ast der V. portae, A. hepatica, Gallengang) an den Ecken. Hepatozyten sind in radiären Balken angeordnet, dazwischen liegen diskontinuierliche Sinusoide mit fenestriertem Endothel, die den Stoffaustausch zwischen Blut und Hepatozyten ermöglichen. Das Blut fließt zentripetal vom Portalfeld zur Zentralvene, während die von den Hepatozyten gebildete Galle in Canaliculi biliferi entgegengesetzt (zentrifugal) zu den Gallengängen der Portalfelder abfließt.

In der Sinusoidwand liegen Kupffer-Zellen, ortsständige Makrophagen des mononukleär-phagozytären Systems, die Alterserythrozyten und Fremdstoffe abbauen. Zwischen dem Sinusoidendothel und den Hepatozyten liegt der Disse-Raum (Spatium perisinusoidale), in dem der eigentliche Stoffaustausch abläuft und in dem die Ito-Zellen (hepatische Sternzellen) Vitamin A speichern und bei Aktivierung zur Leberfibrose beitragen.

Neben dem klassischen (Zentralvenen-)Läppchen beschreiben zwei weitere Modelle dieselbe Struktur aus anderer Perspektive: Das Portalläppchen stellt das Portalfeld ins Zentrum (exokrine, gallesezernierende Funktion), der Leberazinus nach Rappaport ist rautenförmig um die Achse zweier Portalfelder organisiert und gliedert sich in die funktionellen Zonen 1–3 – von periportal (Zone 1, sauerstoff- und nährstoffreich) bis perizentral (Zone 3, sauerstoffärmer, besonders empfindlich für hypoxische und toxische Schäden).

  • ❗ Portal-Trias an der Leberpforte: V. portae + A. hepatica propria + Ductus hepaticus communis, verlaufen im Lig. hepatoduodenale
  • ❗ Couinaud-Segmente = funktionelle chirurgische Einheiten, unabhängig von der äußeren Lappenanatomie
  • ❗ Blutfluss im Läppchen zentripetal (Portalfeld → Zentralvene), Gallefluss zentrifugal (Hepatozyt → Portalfeld)
  • ⚠️ Prüfungsfalle: Die äußere Lappengrenze (Lig. falciforme) entspricht NICHT der funktionellen Grenze zwischen rechtem und linkem Leberlappen (Cantlie-Linie) – ein häufiger Fehler in Bildfragen
  • ⚠️ Verwechslung: Lig. teres hepatis (obliterierte V. umbilicalis) nicht mit Lig. venosum (obliterierter Ductus venosus) verwechseln – unterschiedliche fetale Gefäße
  • Lobus caudatus = Couinaud-Segment I (eigener venöser Abfluss direkt in die V. cava inferior); Lobus quadratus liegt zwischen Gallenblase und Lig. teres
  • ❗ Histologie: Kupffer-Zellen (Sinusoid-Makrophagen), Disse-Raum mit Ito-/Sternzellen (Vitamin-A-Speicher, Fibrose); Leberazinus mit Zonen 1–3 (periportal → perizentral, Zone 3 hypoxieempfindlich)
  • Ca. 75-80 % des Leberbluts stammt aus der V. portae (nährstoffreich), nur 20-25 % aus der A. hepatica (sauerstoffreich), aber Letztere liefert überproportional viel O2

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Innere Organe“ (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
  4. Kalra et al. „Physiology, Liver“ – StatPearls, NCBI Bookshelf (Leberläppchen, Portal-Trias, Zonen)
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