EXPRESS · M1
Koronararterien und Herzvenen
Die A. coronaria dextra (RCA) und A. coronaria sinistra (LCA) entspringen aus den Sinus aortae direkt oberhalb der Aortenklappe und versorgen das Herz während der Diastole. Der venöse Abfluss erfolgt größtenteils über den Sinus coronarius in den rechten Vorhof.
- ❗ RCA: versorgt rechten Vorhof, rechte Kammer, meist den AV-Knoten und Teile der Hinterwand; Ast: R. interventricularis posterior (bei Rechtsversorgertyp)
- ❗ LCA: teilt sich in R. interventricularis anterior (RIVA/LAD) und R. circumflexus (RCX); versorgt linken Vorhof, linke Kammer, Vorderwand und Kammerseptum
- Die Koronardurchblutung erfolgt überwiegend in der Diastole, da in der Systole das kontrahierende Myokard des linken Ventrikels die intramuralen (v. a. subendokardialen) Gefäße komprimiert und den Blutfluss drosselt – nicht durch ein Verlegen der Ostien durch die Klappentaschen
- Der Sinus coronarius verläuft im Sulcus coronarius an der Herzhinterwand und mündet in den rechten Vorhof
- Zuflüsse des Sinus coronarius: V. cordis magna, V. cordis media, V. cordis parva
Quellen
- Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Innere Organe“ (Thieme)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
- Kosaraju/Goyal et al.: „Anatomy, Thorax, Heart Coronary Arteries“ (StatPearls, NCBI Bookshelf)
tief · M1
Koronararterien und Herzvenen
Die Koronarversorgung folgt einem charakteristischen Muster mit zwei Hauptstämmen aus den vorderen und linken Sinus aortae, während der dritte (nicht-koronare) Sinus keinen Gefäßabgang trägt. Die arterielle Versorgung ist variabel im sogenannten Versorgungstyp organisiert, was klinisch für die Infarktlokalisation entscheidend ist. Der venöse Abfluss verläuft größtenteils parallel zu den Arterien im Sulcus coronarius und interventricularis und sammelt sich im Sinus coronarius, ein kleinerer Teil drainiert über Vv. cordis minimae direkt in die Herzhöhlen.
Versorgungstypen
Man unterscheidet Rechtsversorgertyp (häufigster Typ, RCA gibt den R. interventricularis posterior ab), Linksversorgertyp (RCX übernimmt diese Aufgabe) und ausgeglichenen Typ. Dies bestimmt, welches Gefäß bei Verschluss die Hinterwand und den AV-Knoten betrifft.
Klinisch relevante Äste
Der RIVA (LAD) versorgt einen Großteil des Kammerseptums und der Vorderwand des linken Ventrikels und ist der am häufigsten von einem Myokardinfarkt betroffene Ast („Witwenmacher“ bei proximalem Verschluss). Der Sinusknoten wird meist von der RCA versorgt (seltener von der RCX).
- ❗ LCA teilt sich in RIVA (Vorderwand/Septum) und RCX (Seitenwand links) – Hauptstamm sehr kurz
- ❗ RCA versorgt meist Sinusknoten UND AV-Knoten sowie die Hinterwand über den R. interventricularis posterior (Rechtsversorgertyp)
- Die Koronarperfusion ist diastolisch dominant – Tachykardie verkürzt die Diastolendauer und kann die Koronardurchblutung kritisch mindern
- Sinus coronarius sammelt V. cordis magna (begleitet RIVA), V. cordis media (begleitet R. interventricularis posterior), V. cordis parva
- Vv. cordis minimae (Thebesii-Venen) münden direkt in die Herzhöhlen, ohne den Sinus coronarius zu passieren
- ⚠️ Prüfungsfalle: Die Koronararterien entspringen aus den Sinus aortae oberhalb der Klappentaschen, nicht aus dem linksventrikulären Ausflusstrakt – Verwechslung mit dem Klappenring ist ein häufiger Fehler
Quellen
- Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Innere Organe“ (Thieme)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
- Kosaraju/Goyal et al.: „Anatomy, Thorax, Heart Coronary Arteries“ (StatPearls, NCBI Bookshelf)