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Ausbildung der Körperform (Abfaltung, Somitenbildung)

Durch kraniokaudale und laterale Abfaltung wandelt sich die flache dreiblättrige Keimscheibe in einen dreidimensionalen zylindrischen Embryo um. Parallel entstehen aus dem paraxialen Mesoderm segmental die Somiten, die sich in Dermatom, Myotom und Sklerotom gliedern.
- ❗ Kraniokaudale Abfaltung schafft Kopf- und Schwanzfalte, laterale Abfaltung schließt die Rumpfwand ventral (Nabelring bleibt offen)
- Durch die Abfaltung wird der Entodermanteil zum Darmrohr eingeschlossen (Vorderdarm, Mitteldarm, Hinterdarm)
- ❗ Somiten entstehen paarig-segmental aus dem paraxialen Mesoderm beidseits der Chorda dorsalis (ca. 42–44 Paare)
- Somitengliederung: Dermatom → Dermis, Myotom → Skelettmuskulatur, Sklerotom → Wirbelsäule und Rippen
- Segmentale Anordnung der Somiten erklärt die spätere segmentale Innervation (Dermatome, Myotome) beim Erwachsenen
Quellen
- Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie“ (Thieme)
- Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
- Gilbert, Developmental Biology: „Paraxial Mesoderm – The Somites and Their Derivatives“ (NCBI Bookshelf)
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Ausbildung der Körperform (Abfaltung, Somitenbildung)

Die anfangs flache, scheibenförmige Keimanlage wird durch ein differenzielles Wachstum von Neuralrohr und angrenzenden Geweben in eine dreidimensionale Körperform überführt. Dabei unterscheidet man die kraniokaudale Abfaltung (Kopf- und Schwanzfalte) von der lateralen Abfaltung (paarige Seitenfalten), die gemeinsam Amnionhöhle und Dottersack neu anordnen und das intraembryonale Zölom sowie das Darmrohr formen. Parallel dazu segmentiert sich das paraxiale Mesoderm beidseits der Chorda dorsalis in Somiten, die sich weiter in Dermatom, Myotom und Sklerotom differenzieren und damit die Grundlage für die segmentale Bauplan-Organisation von Haut, Muskulatur und Achsenskelett legen.
Abfaltung des Embryos
Die kraniokaudale Abfaltung entsteht durch das rasche Wachstum der Neuralplatte/des Neuralrohrs, wodurch sich Kopf- und Schwanzfalte bilden; der Amnionanteil wird nach ventral verlagert, während Teile des Entoderms als Vorder- und Hinterdarm eingeschlossen werden.
Die laterale Abfaltung entsteht durch das Wachstum der Somiten und führt dazu, dass sich die seitlichen Ränder der Keimscheibe ventral zusammenlegen. Dadurch entsteht das Mitteldarmrohr, das über den Dottersackstiel (späterer Nabelstrang) noch mit dem Dottersack verbunden bleibt.
Bleibt der ventrale Verschluss unvollständig, resultieren klassische Bauchwanddefekte wie Omphalozele oder Gastroschisis – ein direkter klinischer Bezug zur gestörten lateralen Abfaltung.
Somitendifferenzierung
Ab der 3. Woche gliedert sich das paraxiale Mesoderm zunächst in Somitomere und anschließend, kraniokaudal fortschreitend, in echte Somiten (letztlich ca. 42–44 Paare, wovon einige okzipital/kokzygeal wieder zurückgebildet werden).
Jeder Somit differenziert sich in drei Kompartimente: das Sklerotom (ventromedial, wandert zur Chorda/Neuralrohr und bildet Wirbelkörper und Rippen), das Myotom (bildet die autochthone und später auch die Extremitätenmuskulatur) und das Dermatom (bildet die Dermis des Rückens und ist Ursprung der segmentalen Hautinnervation).
- ❗ Kraniokaudale Abfaltung formt Kopf-/Schwanzfalte und schließt das Darmrohr, laterale Abfaltung schließt die ventrale Rumpfwand
- ❗ Somiten gliedern sich in Sklerotom (Achsenskelett), Myotom (Muskulatur) und Dermatom (Dermis) – Grundlage der segmentalen Innervation
- Gestörte laterale Abfaltung führt zu ventralen Bauchwanddefekten (z. B. Omphalozele, Gastroschisis)
- ⚠️ Prüfungsfalle: Sklerotomzellen wandern zur Chorda dorsalis und bilden dabei Wirbelkörper aus jeweils zwei benachbarten Sklerotomhälften (Intersegmentalprinzip) – deshalb liegen Spinalnerven zwischen den Wirbeln, nicht auf Höhe der ursprünglichen Somitengrenze
- ⚠️ Verwechslung: Myotom (Muskulatur) und Dermatom (Haut) klingen ähnlich, versorgen aber unterschiedliche Gewebe – beide werden dennoch vom selben Spinalnerv-Segment innerviert
- Segmentale Organisation der Somiten erklärt klinisch die dermatombezogene Schmerzausstrahlung (z. B. Herpes zoster, Bandscheibenvorfall)
Quellen
- Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie“ (Thieme)
- Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
- Gilbert, Developmental Biology: „Paraxial Mesoderm – The Somites and Their Derivatives“ (NCBI Bookshelf)