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Allgemeine Anatomie des Herz-Kreislaufsystems
Das Kreislaufsystem gliedert sich in den großen (Körper-)Kreislauf und den kleinen (Lungen-)Kreislauf, die hintereinandergeschaltet sind und vom linken bzw. rechten Herzen angetrieben werden. Funktionell werden Gefäße nach ihrer hämodynamischen Rolle unterschieden, nicht nur nach Kaliber.
- ❗ Großer Kreislauf: linke Kammer → Aorta → Organe/Gewebe → V. cava → rechter Vorhof
- ❗ Kleiner Kreislauf: rechte Kammer → A. pulmonalis → Lunge (Gasaustausch) → Vv. pulmonales → linker Vorhof
- Windkesselgefäße (herznahe elastische Arterien wie Aorta): puffern den systolischen Druckstoß und wandeln ihn in kontinuierlichen Fluss um
- Widerstandsgefäße (Arteriolen): bestimmen durch ihren Tonus den peripheren Gesamtwiderstand und regulieren die Organdurchblutung
- Kapillaren sind die Austauschstrecke, Venen dienen als Kapazitätsgefäße (Blutspeicher)
Quellen
- Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie“ (Thieme)
- Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
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Allgemeine Anatomie des Herz-Kreislaufsystems
Das Herz-Kreislaufsystem ist funktionell in zwei in Serie geschaltete Kreisläufe gegliedert, die trotz gleichem Herzzeitvolumen unter sehr unterschiedlichen Druckniveaus arbeiten: der Körperkreislauf mit hohem Widerstand und Druck, der Lungenkreislauf als Niederdrucksystem. Die funktionelle Einteilung der Gefäße nach Windkessel- und Widerstandsfunktion ergänzt die rein anatomische Schichteinteilung und erklärt, wie aus der pulsatilen Herzauswurfleistung ein weitgehend kontinuierlicher Kapillarfluss wird. Diese Systematik ist die Grundlage für das Verständnis von Blutdruckregulation und Kreislaufpathologien.
Funktionelle Gefäßtypen
Windkesselgefäße (Aorta, herznahe elastische Arterien) besitzen einen hohen Anteil elastischer Fasern in der Media. Sie dehnen sich in der Systole, speichern einen Teil der Auswurfenergie und geben diese in der Diastole wieder ab (Windkesseleffekt) – dadurch entsteht trotz intermittierender Auswurfphase ein relativ kontinuierlicher peripherer Fluss. Widerstandsgefäße (kleine Arterien, v. a. Arteriolen) besitzen eine kräftige glatte Muskulatur und stellen den Hauptort der Widerstandsregulation dar; ihre Tonusänderung ist der wichtigste Stellhebel für Organdurchblutung und arteriellen Blutdruck.
- ❗ Körperkreislauf = Hochdrucksystem (~100 mmHg Mitteldruck), Lungenkreislauf = Niederdrucksystem (~15 mmHg)
- ❗ Windkesselfunktion beruht auf Elastizität der Media (Aorta, herznahe Arterien), Widerstandsfunktion auf glatter Muskulatur der Arteriolen
- Kapazitätsgefäße (Venen) enthalten ca. 60–70 % des gesamten Blutvolumens im Ruhezustand
- Beide Kreisläufe sind in Serie geschaltet – das Herzzeitvolumen von rechtem und linkem Herzen ist im Gleichgewicht identisch
- ⚠️ Prüfungsfalle: „Arteriell“ bedeutet nicht automatisch sauerstoffreich – die A. pulmonalis führt sauerstoffarmes Blut, die Vv. pulmonales sauerstoffreiches Blut (Definition über Flussrichtung vom Herzen weg/zum Herzen hin, nicht über Sauerstoffgehalt)
- ⚠️ Verwechslung: Windkesselgefäße und Widerstandsgefäße unterscheiden sich funktionell, nicht rein nach Gefäßtyp – kleine muskuläre Arterien zählen bereits funktionell zu den Widerstandsgefäßen
Quellen
- Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie“ (Thieme)
- Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)