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Estrogene und Progesteron
Estrogene (v. a. Estradiol) werden in den Granulosazellen des Ovars unter FSH-Einfluss aus Theca-Androgenen synthetisiert, Progesteron wird nach dem Eisprung vom Corpus luteum unter LH-Einfluss gebildet. Beide Hormone steuern gemeinsam den Menstruationszyklus und bereiten den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor.
- ❗ Das Zwei-Zell-Zwei-Gonadotropin-Modell: Theca-Zellen (LH-gesteuert) bilden Androgene, Granulosazellen (FSH-gesteuert) wandeln diese über Aromatase zu Estradiol um.
- Estradiol fördert das Endometriumwachstum (Proliferationsphase) und die zervikale Schleimbildung (spinnbar, sperma-durchlässig).
- Vor dem Eisprung löst hohes Estradiol über positive Rückkopplung den LH-Peak aus (präovulatorisch).
- Progesteron (aus dem Corpus luteum) transformiert das Endometrium in die sekretorische Phase und erhöht die Basaltemperatur.
- Bei Ausbleiben einer Befruchtung degeneriert das Corpus luteum, Progesteron/Estradiol fallen ab → Menstruation.
Quellen
- Schmidt/Lang/Heckmann „Physiologie des Menschen“ (Springer)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
- PubChem: Estradiol (CID 5757) – Stoffdaten
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Estrogene und Progesteron
Estrogene und Progesteron sind die zentralen Steroidhormone des weiblichen Zyklus und wirken über nukleäre Rezeptoren auf Endometrium, Zervixschleim, Hypothalamus-Hypophyse und zahlreiche periphere Gewebe. Ihre Synthese ist eng an das follikuläre bzw. luteale Stadium des Ovarialzyklus gekoppelt, und ihr wechselndes Zusammenspiel mit negativer und positiver Rückkopplung auf die Hypophyse erklärt den charakteristischen Verlauf von Ovarial- und Endometriumzyklus.
Estradiolsynthese: Zwei-Zell-Zwei-Gonadotropin-Modell
LH stimuliert die Theca-interna-Zellen zur Umwandlung von Cholesterin in Androstendion/Testosteron. Diese Androgene diffundieren zu den Granulosazellen, wo FSH die Aromatase induziert, die Androgene zu Estron/Estradiol umwandelt. Mit steigender Follikelreife nimmt die Estradiolproduktion stark zu, insbesondere im dominanten Follikel.
Positive versus negative Rückkopplung
Niedrige bis moderate Estradiolspiegel wirken negativ auf LH/FSH (frühe/mittlere Follikelphase). Überschreitet Estradiol einen kritischen Schwellenwert über eine ausreichende Dauer (später dominanter Follikel), kehrt sich die Wirkung auf die Hypophyse um: Es kommt zur positiven Rückkopplung, die den präovulatorischen LH-Peak auslöst – der eigentliche Ovulationstrigger. Der LH-Anstieg beginnt ca. 36 Stunden vor dem Eisprung, die Ovulation erfolgt etwa 24 Stunden nach dem LH-Peak.
Corpus luteum und Progesteronwirkung
Nach der Ovulation transformiert sich der Follikelrest unter LH-Einfluss zum Corpus luteum, das Progesteron und in geringerem Maß Estradiol produziert. Progesteron transformiert das proliferierte Endometrium in die sekretorische Phase (Drüsenschlängelung, Glykogeneinlagerung), macht den Zervixschleim visköser (spermafeindlich) und erhöht über zentrale Effekte die Basaltemperatur. Ohne Implantation (kein hCG) bildet sich das Corpus luteum nach ca. 14 Tagen zurück (Corpus albicans), Progesteron/Estradiol fallen ab, und die Menstruation wird ausgelöst.
- ❗ Theca-Zellen (LH) bilden Androgene, Granulosazellen (FSH, Aromatase) wandeln sie in Estradiol um – Zwei-Zell-Modell.
- Hoher, anhaltender Estradiolspiegel kehrt die Rückkopplung um (negativ → positiv) und löst den LH-Peak/Ovulation aus.
- Progesteron wirkt thermogen (Anstieg Basaltemperatur postovulatorisch) – klinisch zur Ovulationsdiagnostik genutzt.
- hCG aus der Trophoblastenzelle rettet bei Implantation das Corpus luteum (Corpus luteum graviditatis) und hält die Progesteronproduktion aufrecht, bis die Plazenta übernimmt.
- ⚠️ Prüfungsfalle: Estradiol wirkt bei niedriger Konzentration negativ, bei hoher, anhaltender Konzentration positiv rückkoppelnd – eine häufige Verwechslungsquelle in Prüfungsfragen zum LH-Peak.
- ⚠️ Verwechslung: Progesteron wird nicht in der Follikelphase, sondern erst postovulatorisch aus dem Corpus luteum in relevanten Mengen gebildet.
Quellen
- Schmidt/Lang/Heckmann „Physiologie des Menschen“ (Springer)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
- PubChem: Estradiol (CID 5757) – Stoffdaten