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Erbgänge: autosomal und X-chromosomal

Schematische Vererbungsdiagramme: mitochondrialer Stammbaum sowie X-chromosomal-rezessive, X-chromosomal-dominante, autosomal-dominante und autosomal-rezessive Erbgänge mit Eltern-, Kind- und Chromosomendarstellung sowie Markierung betroffener, gesunder und Konduktor-Personen.
Rollcloud · Mitochondrial, X-linked recessive and dominant, Autosomal dominant and recessive inheritance · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons

Klassische Erbgänge werden nach Chromosomenlage (autosomal vs. X-chromosomal) und Dominanzverhältnis (dominant vs. rezessiv) unterschieden. Jeder Erbgang zeigt ein charakteristisches Stammbaummuster, das die Erkennung im Examen ermöglicht.

  • Autosomal-dominant: jede Generation betroffen, Betroffene haben meist einen betroffenen Elternteil, z. B. Chorea Huntington, Marfan-Syndrom
  • Autosomal-rezessiv: Betroffene meist bei gesunden, heterozygoten Eltern (Konsanguinität erhöht Risiko), z. B. Mukoviszidose, Phenylketonurie
  • X-chromosomal-rezessiv: v. a. Männer betroffen, Übertragung durch klinisch gesunde Konduktorinnen (Mütter), z. B. Hämophilie A, Duchenne-Muskeldystrophie
  • X-chromosomal-dominant: seltener, betrifft Männer und Frauen, z. B. Vitamin-D-resistente Rachitis (X-linked Hypophosphatämie)
  • Kein Vater-Sohn-Transfer bei X-chromosomalen Erkrankungen, da Väter das Y-Chromosom an Söhne weitergeben

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Erbgänge: autosomal und X-chromosomal

Schematische Vererbungsdiagramme: mitochondrialer Stammbaum sowie X-chromosomal-rezessive, X-chromosomal-dominante, autosomal-dominante und autosomal-rezessive Erbgänge mit Eltern-, Kind- und Chromosomendarstellung sowie Markierung betroffener, gesunder und Konduktor-Personen.
Rollcloud · Mitochondrial, X-linked recessive and dominant, Autosomal dominant and recessive inheritance · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons

Die klassischen Mendelschen Erbgänge lassen sich anhand der Chromosomenlokalisation und des Dominanzverhältnisses systematisch klassifizieren und über typische Stammbaummuster identifizieren. Entscheidend für die Prüfungssicherheit ist das Erkennen des fehlenden Vater-Sohn-Transfers bei X-chromosomalen Erkrankungen sowie das Verständnis von Penetranz, Expressivität und Neumutationen, die klassische Muster durchbrechen können.

Autosomale Erbgänge im Detail

Beim autosomal-dominanten Erbgang genügt ein mutiertes Allel zur Manifestation; Risiko für Nachkommen eines heterozygot Betroffenen beträgt 50 %. Unvollständige Penetranz und variable Expressivität können die klassische vertikale Übertragung verschleiern; Neumutationen erklären sporadische Fälle ohne Familienanamnese (z. B. Achondroplasie häufig durch De-novo-Mutation). Beim autosomal-rezessiven Erbgang sind beide Allele defekt; heterozygote Anlageträger sind meist klinisch unauffällig. Bei Verwandtenehen steigt das Risiko homozygoter Nachkommen deutlich, da gemeinsame Vorfahren dasselbe rezessive Allel tragen können.

X-chromosomale Erbgänge im Detail

X-chromosomal-rezessiv: Männer (hemizygot, nur ein X-Chromosom) sind bei einem mutierten Allel bereits betroffen, während heterozygote Frauen aufgrund des zweiten, meist intakten X-Allels klinisch gesunde Konduktorinnen sind (X-Inaktivierung kann bei ungünstigem Muster milde Symptome verursachen). Söhne einer Konduktorin haben ein 50-%-Risiko, betroffen zu sein; Töchter haben ein 50-%-Risiko, Konduktorin zu werden. X-chromosomal-dominant: Sowohl heterozygote Frauen als auch hemizygote Männer sind betroffen; bei einigen X-dominanten Erkrankungen können Männer schwerer erkranken oder das Merkmal ist für sie sogar letal (z. B. Incontinentia pigmenti); ein betroffener Vater vererbt die Erkrankung an alle Töchter, aber an keinen Sohn (kein Vater-Sohn-Transfer, da der Sohn das Y-Chromosom des Vaters erhält).

  • ❗ Kein Vater-Sohn-Transfer bei X-chromosomalen Erkrankungen – zentrales Unterscheidungsmerkmal zu autosomalen Erbgängen im Stammbaum
  • ❗ Bei X-chromosomal-rezessiven Erkrankungen sind fast ausschließlich Männer betroffen, Frauen meist Konduktorinnen
  • Konsanguinität erhöht spezifisch das Risiko autosomal-rezessiver, nicht dominanter Erkrankungen
  • Neumutationen können ein autosomal-dominantes Muster ohne positive Familienanamnese erzeugen (v. a. bei schweren, fertilitätsmindernden Erkrankungen)
  • ⚠️ Prüfungsfalle: Ein betroffener Vater mit X-chromosomal-dominanter Erkrankung vererbt sie an ALLE Töchter, aber an KEINEN Sohn – wird oft mit autosomaler Vererbung verwechselt
  • ⚠️ Verwechslung: Unvollständige Penetranz (Anlageträger ohne Symptome) und Non-Penetranz werden oft mit rezessiver Vererbung verwechselt, betreffen aber auch dominante Erbgänge
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