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Entwicklung und Sozialisation im weiteren Lebenslauf

Entwicklung ist ein lebenslanger Prozess mit alterstypischen Entwicklungsaufgaben in Adoleszenz, mittlerem Erwachsenenalter und Senium. Die sekundäre Sozialisation umfasst Rollenßbernahme in Ausbildung, Beruf und Partnerschaft nach der Kindheit. Soziodemografische Faktoren (Bildung, sozioÜkonomischer Status, Geschlecht) beeinflussen Entwicklungsverläufe und Gesundheitschancen.
- â Adoleszenz: Identitätsfindung, AblĂśsung vom Elternhaus, Aufbau von Peer-Beziehungen
- â Mittleres Erwachsenenalter: Generativität (Erikson), Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Umgang mit kĂśrperlichem Wandel
- Senium: Auseinandersetzung mit Verlusten, Ruhestand, Krankheitsbewältigung, Ich-Integrität vs. Verzweiflung (Erikson)
- Sekundäre Sozialisation: Ăbernahme neuer sozialer Rollen (Beruf, Partnerschaft, Elternschaft) auĂerhalb der Familie
- Soziale Ungleichheit (Bildung, Einkommen) wirkt sich Ăźber den gesamten Lebenslauf auf Gesundheit aus (soziale Gradient)
Quellen
- Faller/Lang âMedizinische Psychologie und Soziologieâ (Springer)
- Buser/Schneller/Wildgrube âMedizinische Psychologie â Medizinische Soziologieâ (Elsevier)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ărztlichen PrĂźfung)
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Entwicklung und Sozialisation im weiteren Lebenslauf

Entwicklungspsychologisch wird der Lebenslauf Ăźber die Kindheit hinaus in Phasen mit jeweils spezifischen Entwicklungsaufgaben gegliedert, die erfolgreich bewältigt werden mĂźssen, um in der nächsten Phase handlungsfähig zu sein (Konzept der Entwicklungsaufgaben, u. a. nach Havighurst und Erikson). Parallel dazu findet sekundäre Sozialisation statt: das Erlernen und Ăbernehmen neuer sozialer Rollen auĂerhalb des Elternhauses, etwa im Bildungssystem, im Beruf und in Partnerschaften. Soziodemografische Merkmale wie sozioĂśkonomischer Status und Bildung beeinflussen diesen Prozess durchgängig und erklären einen erheblichen Teil gesundheitlicher Ungleichheit im Lebenslauf.
Entwicklungsaufgaben nach Lebensphase
Adoleszenz: Identitätsbildung (Erikson: Identität vs. Rollenkonfusion), AblÜsung von den Eltern, Aufbau tragfähiger Peer- und Partnerbeziehungen, berufliche Orientierung.
Mittleres Erwachsenenalter: Generativität vs. Stagnation (Erikson) â produktive Gestaltung von Beruf, Familie und Gesellschaft; Bewältigung kĂśrperlicher Veränderungen (z. B. Klimakterium) und der âSandwich-Positionâ zwischen eigenen Kindern und alternden Eltern.
Senium: Ich-Integrität vs. Verzweiflung (Erikson) â RĂźckblick auf das gelebte Leben, Anpassung an Verlust sozialer Rollen (Ruhestand), kĂśrperliche Einschränkungen und den Tod nahestehender Personen.
Soziodemografische EinflĂźsse
Der soziale Gradient der Gesundheit beschreibt den durchgängigen Zusammenhang zwischen sozioÜkonomischem Status und Gesundheitsoutcomes ßber alle Lebensphasen hinweg, nicht nur in Armutslagen.
Bildung wirkt sowohl direkt (Gesundheitskompetenz, Zugang zu Informationen) als auch indirekt (Berufschancen, Einkommen, Wohnbedingungen) auf Entwicklungsverläufe und Krankheitsrisiken.
- â Eriksons Stufenmodell: Adoleszenz = Identität vs. Rollenkonfusion, mittleres Erwachsenenalter = Generativität vs. Stagnation, Senium = Ich-Integrität vs. Verzweiflung
- â Sekundäre Sozialisation erfolgt auĂerhalb der Familie (Ausbildung, Beruf, Partnerschaft), im Unterschied zur primären Sozialisation der Kindheit
- Sozialer Gradient: gesundheitliche Ungleichheit zieht sich kontinuierlich Ăźber den gesamten sozioĂśkonomischen Status, nicht nur bei extremer Armut
- Entwicklungsaufgaben sind alterstypisch, aber kulturell und historisch variabel
- â ď¸ PrĂźfungsfalle: Eriksons Stadien nicht verwechseln â Generativität betrifft das mittlere Erwachsenenalter, Ich-Integrität das Senium
- â ď¸ Verwechslung: primäre Sozialisation (Kindheit, Familie) und sekundäre Sozialisation (späteres Leben, auĂerfamiliäre Institutionen) sind klar zu trennen
Quellen
- Faller/Lang âMedizinische Psychologie und Soziologieâ (Springer)
- Buser/Schneller/Wildgrube âMedizinische Psychologie â Medizinische Soziologieâ (Elsevier)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ărztlichen PrĂźfung)