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Entwicklung und Sozialisation im weiteren Lebenslauf

Klassifikationstabelle der acht psychosozialen Entwicklungsstufen nach Erik Erikson mit Stufe, Lebensabschnitt, zentraler Entwicklungskrise und Altersspanne von der frĂźhen Kindheit bis ins hohe Alter.
Robert.G Sacco ¡ Eriksons-re-envisaged-eight-stages-of-psychosocial-development ¡ CC BY-SA 4.0 ¡ via Wikimedia Commons

Entwicklung ist ein lebenslanger Prozess mit alterstypischen Entwicklungsaufgaben in Adoleszenz, mittlerem Erwachsenenalter und Senium. Die sekundäre Sozialisation umfasst Rollenßbernahme in Ausbildung, Beruf und Partnerschaft nach der Kindheit. Soziodemografische Faktoren (Bildung, sozioÜkonomischer Status, Geschlecht) beeinflussen Entwicklungsverläufe und Gesundheitschancen.

  • ❗ Adoleszenz: Identitätsfindung, AblĂśsung vom Elternhaus, Aufbau von Peer-Beziehungen
  • ❗ Mittleres Erwachsenenalter: Generativität (Erikson), Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Umgang mit kĂśrperlichem Wandel
  • Senium: Auseinandersetzung mit Verlusten, Ruhestand, Krankheitsbewältigung, Ich-Integrität vs. Verzweiflung (Erikson)
  • Sekundäre Sozialisation: Übernahme neuer sozialer Rollen (Beruf, Partnerschaft, Elternschaft) außerhalb der Familie
  • Soziale Ungleichheit (Bildung, Einkommen) wirkt sich Ăźber den gesamten Lebenslauf auf Gesundheit aus (soziale Gradient)

Quellen

  1. Faller/Lang „Medizinische Psychologie und Soziologie“ (Springer)
  2. Buser/Schneller/Wildgrube „Medizinische Psychologie – Medizinische Soziologie“ (Elsevier)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)

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Entwicklung und Sozialisation im weiteren Lebenslauf

Klassifikationstabelle der acht psychosozialen Entwicklungsstufen nach Erik Erikson mit Stufe, Lebensabschnitt, zentraler Entwicklungskrise und Altersspanne von der frĂźhen Kindheit bis ins hohe Alter.
Robert.G Sacco ¡ Eriksons-re-envisaged-eight-stages-of-psychosocial-development ¡ CC BY-SA 4.0 ¡ via Wikimedia Commons

Entwicklungspsychologisch wird der Lebenslauf über die Kindheit hinaus in Phasen mit jeweils spezifischen Entwicklungsaufgaben gegliedert, die erfolgreich bewältigt werden müssen, um in der nächsten Phase handlungsfähig zu sein (Konzept der Entwicklungsaufgaben, u. a. nach Havighurst und Erikson). Parallel dazu findet sekundäre Sozialisation statt: das Erlernen und Übernehmen neuer sozialer Rollen außerhalb des Elternhauses, etwa im Bildungssystem, im Beruf und in Partnerschaften. Soziodemografische Merkmale wie sozioökonomischer Status und Bildung beeinflussen diesen Prozess durchgängig und erklären einen erheblichen Teil gesundheitlicher Ungleichheit im Lebenslauf.

Entwicklungsaufgaben nach Lebensphase

Adoleszenz: Identitätsbildung (Erikson: Identität vs. Rollenkonfusion), AblÜsung von den Eltern, Aufbau tragfähiger Peer- und Partnerbeziehungen, berufliche Orientierung.

Mittleres Erwachsenenalter: Generativität vs. Stagnation (Erikson) – produktive Gestaltung von Beruf, Familie und Gesellschaft; Bewältigung körperlicher Veränderungen (z. B. Klimakterium) und der „Sandwich-Position“ zwischen eigenen Kindern und alternden Eltern.

Senium: Ich-Integrität vs. Verzweiflung (Erikson) – Rückblick auf das gelebte Leben, Anpassung an Verlust sozialer Rollen (Ruhestand), körperliche Einschränkungen und den Tod nahestehender Personen.

Soziodemografische EinflĂźsse

Der soziale Gradient der Gesundheit beschreibt den durchgängigen Zusammenhang zwischen sozioÜkonomischem Status und Gesundheitsoutcomes ßber alle Lebensphasen hinweg, nicht nur in Armutslagen.

Bildung wirkt sowohl direkt (Gesundheitskompetenz, Zugang zu Informationen) als auch indirekt (Berufschancen, Einkommen, Wohnbedingungen) auf Entwicklungsverläufe und Krankheitsrisiken.

  • ❗ Eriksons Stufenmodell: Adoleszenz = Identität vs. Rollenkonfusion, mittleres Erwachsenenalter = Generativität vs. Stagnation, Senium = Ich-Integrität vs. Verzweiflung
  • ❗ Sekundäre Sozialisation erfolgt außerhalb der Familie (Ausbildung, Beruf, Partnerschaft), im Unterschied zur primären Sozialisation der Kindheit
  • Sozialer Gradient: gesundheitliche Ungleichheit zieht sich kontinuierlich Ăźber den gesamten sozioĂśkonomischen Status, nicht nur bei extremer Armut
  • Entwicklungsaufgaben sind alterstypisch, aber kulturell und historisch variabel
  • ⚠️ PrĂźfungsfalle: Eriksons Stadien nicht verwechseln – Generativität betrifft das mittlere Erwachsenenalter, Ich-Integrität das Senium
  • ⚠️ Verwechslung: primäre Sozialisation (Kindheit, Familie) und sekundäre Sozialisation (späteres Leben, außerfamiliäre Institutionen) sind klar zu trennen

Quellen

  1. Faller/Lang „Medizinische Psychologie und Soziologie“ (Springer)
  2. Buser/Schneller/Wildgrube „Medizinische Psychologie – Medizinische Soziologie“ (Elsevier)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
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