Zum Inhalt springen

EXPRESS ¡ M1

Endokrines Pankreas und gastroenteropankreatisches System

Schematische Darstellung einer Langerhans-Insel des Pankreas mit ihren endokrinen Zelltypen: Alpha-Zellen (Glukagon), Beta-Zellen (Insulin), Delta-Zellen (Somatostatin), Gamma-/PP-Zellen (pankreatisches Polypeptid) und Epsilon-Zellen (Ghrelin).
Carroll, J.; Chen, J.; Mittal, R.; Lemos, J.R.N.; Mittal, M.; Juneja, S.; Assayed, A.; Hirani, K. ¡ A schematic representation of various cell types within the pancreatic islet ¡ CC BY 4.0 ¡ via Wikimedia Commons

Das endokrine Pankreas besteht aus den Langerhans-Inseln, eingebettet im exokrinen Drßsengewebe, mit vier hormonproduzierenden Zelltypen. Ergänzend bilden diffus verteilte enteroendokrine Zellen des Magen-Darm-Trakts das gastroenteropankreatische (GEP) System.

  • ❗ B-Zellen (β-Zellen, ca. 70 %, zentral in der Insel): Insulin
  • ❗ A-Zellen (Îą-Zellen, ca. 20 %, peripher): Glukagon
  • D-Zellen (δ-Zellen, ca. 5–10 %): Somatostatin (hemmt Insulin- und Glukagonsekretion); PP-Zellen: pankreatisches Polypeptid
  • GEP-System: diffus verteilte enteroendokrine Zellen im Epithel von Magen und Darm, z. B. G-Zellen (Gastrin, Magenantrum), S-Zellen (Sekretin, Duodenum), I-Zellen (Cholecystokinin, Duodenum/Jejunum)
  • Langerhans-Inseln machen nur ca. 1–2 % der Pankreasmasse aus, sind aber gefäßreich stark durchblutet fĂźr die rasche Hormonabgabe ins Blut

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie“ (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)

tief ¡ M1

Endokrines Pankreas und gastroenteropankreatisches System

Schematische Darstellung einer Langerhans-Insel des Pankreas mit ihren endokrinen Zelltypen: Alpha-Zellen (Glukagon), Beta-Zellen (Insulin), Delta-Zellen (Somatostatin), Gamma-/PP-Zellen (pankreatisches Polypeptid) und Epsilon-Zellen (Ghrelin).
Carroll, J.; Chen, J.; Mittal, R.; Lemos, J.R.N.; Mittal, M.; Juneja, S.; Assayed, A.; Hirani, K. ¡ A schematic representation of various cell types within the pancreatic islet ¡ CC BY 4.0 ¡ via Wikimedia Commons

Das endokrine Pankreas ist in Form der Langerhans-Inseln über das gesamte exokrine Organ verteilt, wobei die Inseln im Pankreasschwanz etwas zahlreicher sind. Jede Insel zeigt eine charakteristische Architektur mit zentral gelegenen B-Zellen und peripher angeordneten A-, D- und PP-Zellen, was funktionell eine parakrine Feinregulation der Hormonsekretion untereinander ermöglicht. Über das endokrine Pankreas hinaus gehört zum gastroenteropankreatischen (GEP) System eine diffuse Population enteroendokriner Zellen im gesamten Magen-Darm-Epithel, die entwicklungsgeschichtlich und funktionell eng verwandt sind und gemeinsam die neurohumorale Steuerung der Verdauung übernehmen.

Zelltypen der Langerhans-Inseln

  • B-Zellen (β-Zellen): häufigster Zelltyp, zentral gelegen, produzieren Insulin – gespeichert in charakteristischen kristallinen Sekretgranula
  • A-Zellen (Îą-Zellen): peripher angeordnet, produzieren Glukagon als Gegenspieler des Insulins
  • D-Zellen (δ-Zellen): produzieren Somatostatin, das parakrin sowohl die Insulin- als auch die Glukagonsekretion hemmt
  • PP-Zellen (F-Zellen): produzieren pankreatisches Polypeptid, das die exokrine Pankreassekretion sowie die Magenentleerung hemmt

Gastroenteropankreatisches (GEP) System

Enteroendokrine Zellen liegen einzeln oder in kleinen Gruppen im Epithel von Magen, Dünn- und Dickdarm und schütten ihre Hormone basal in Richtung Lamina propria und Blutgefäße aus (im Gegensatz zu exokrinen Drüsenzellen).

Wichtige Vertreter: G-Zellen (Gastrin, v. a. Magenantrum – stimuliert Magensäuresekretion), S-Zellen (Sekretin, Duodenum – stimuliert Bicarbonatsekretion des Pankreas), I-Zellen (Cholecystokinin, Duodenum/Jejunum – stimuliert Gallenblasenkontraktion und enzymreiche Pankreassekretion), sowie K-Zellen (GIP) und L-Zellen (GLP-1, Ileum/Kolon).

  • ❗ B-Zellen (Insulin, zentral) und A-Zellen (Glukagon, peripher) machen zusammen Ăźber 90 % der Inselzellmasse aus
  • ❗ Somatostatin (D-Zellen) wirkt parakrin hemmend auf beide Hauptzelltypen der Insel – zentrales Feinregulationsprinzip
  • GEP-Zellen gehĂśren entwicklungsgeschichtlich zum diffusen neuroendokrinen System und produzieren teils dieselben Botenstoffe wie Nervenzellen (z. B. Serotonin in enterochromaffinen Zellen)
  • ⚠️ PrĂźfungsfalle: Somatostatin kommt sowohl in D-Zellen des Pankreas als auch als Hormon des Hypothalamus vor (dort die Sekretion von Wachstumshormon/GH und TSH aus der Adenohypophyse hemmend) – beide Quellen nicht verwechseln, sie haben unterschiedliche anatomische Lokalisation
  • ⚠️ Verwechslung: Gastrin wird von G-Zellen im Magenantrum gebildet, obwohl es die Säuresekretion der Belegzellen im Corpus/Fundus stimuliert – Bildungsort und Wirkort liegen in unterschiedlichen Magenabschnitten
  • Insulinome (Tumoren der B-Zellen) und Gastrinome (meist im Pankreas, Zollinger-Ellison-Syndrom) sind klassische klinische Korrelate dieser Zellpopulationen

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie“ (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“ (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
EXPRESS Videos Widget
🏃‍♂️