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Blutgruppen und Transfusionsphysiologie

Schematische Übersicht des AB0-Blutgruppensystems mit den Erythrozyten-Antigenen (A, B, A+B, keine) und den zugehörigen Serumantikörpern (Anti-A, Anti-B, keine, Anti-A+B) für die Blutgruppen A, B, AB und 0.
Original image: Schneider00 vectorization: Own work · Blutgruppen AB0-System · Public domain · via Wikimedia Commons

Das AB0-System basiert auf Antigenen (A, B) auf der Erythrozytenoberfläche und den korrespondierenden, natürlich vorkommenden Antikörpern (Anti-A, Anti-B) im Plasma. Das Rhesussystem (v. a. Rhesusfaktor D) ist für die Rhesus-Unverträglichkeit bei Schwangerschaft und Transfusion relevant. Vor jeder Transfusion sichert die Kreuzprobe die Verträglichkeit von Spender- und Empfängerblut.

  • ❗ AB0-System: Blutgruppe A (Antigen A, Anti-B-AK), B (Antigen B, Anti-A-AK), AB (beide Antigene, keine AK), 0 (kein Antigen, beide AK)
  • Blutgruppe 0 = Universalspender (Erythrozyten), AB = Universalempfänger
  • Anti-A/Anti-B-Antikörper sind natürlich vorkommend (IgM, ohne vorherigen Kontakt)
  • Rhesusfaktor D: Rh-positiv (Antigen vorhanden) vs. Rh-negativ; Anti-D-Antikörper entstehen erst nach Sensibilisierung (IgG)
  • Kreuzprobe: Major-Test (Empfängerserum + Spendererythrozyten) entscheidend zur Vermeidung hämolytischer Transfusionsreaktionen

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Blutgruppen und Transfusionsphysiologie

Schematische Übersicht des AB0-Blutgruppensystems mit den Erythrozyten-Antigenen (A, B, A+B, keine) und den zugehörigen Serumantikörpern (Anti-A, Anti-B, keine, Anti-A+B) für die Blutgruppen A, B, AB und 0.
Original image: Schneider00 vectorization: Own work · Blutgruppen AB0-System · Public domain · via Wikimedia Commons

Blutgruppenantigene sind genetisch determinierte Glykoproteine/Glykolipide auf der Erythrozytenmembran. Im AB0-System exprimieren Erythrozyten Antigen A, B, beide (AB) oder keines (0); im Plasma finden sich komplementär die jeweils nicht vorhandenen Antikörper als natürlich vorkommende IgM-Antikörper, die vermutlich durch Kreuzreaktion mit Darmbakterien-Antigenen entstehen. Das Rhesussystem umfasst mehrere Antigene (D, C, c, E, e), von denen D die höchste Immunogenität besitzt; Anti-D-Antikörper entstehen nicht natürlich, sondern erst nach Sensibilisierung durch Kontakt mit Rh-positivem Blut (Transfusion, Schwangerschaft) und sind vom IgG-Typ, wodurch sie plazentagängig sind.

Klinische Relevanz: Transfusionsreaktion und Morbus haemolyticus neonatorum

Bei AB0-Inkompatibilität führt die Transfusion von Erythrozyten mit falschem Antigen zu sofortiger intravasaler Hämolyse durch die vorbestehenden IgM-Antikörper und Komplementaktivierung – eine akute, potenziell letale Transfusionsreaktion.

Bei Rhesus-Inkompatibilität (Rh-negative Mutter, Rh-positives Kind) kann es bei einer ersten Schwangerschaft zur Sensibilisierung der Mutter kommen (fetomaternale Transfusion, meist bei Geburt); IgG-Anti-D-Antikörper können bei einer Folgeschwangerschaft die Plazenta passieren und zur hämolytischen Erkrankung des Feten/Neugeborenen führen. Prophylaxe durch Anti-D-Immunglobulingabe an die Mutter.

Die Kreuzprobe testet direkt die Verträglichkeit zwischen individuellem Spender- und Empfängerblut und deckt auch irreguläre Antikörper außerhalb des AB0-/Rh-Systems auf, die die reine Blutgruppenbestimmung nicht erfasst.

  • ❗ AB0-Antikörper sind IgM (natürlich, nicht plazentagängig) – Rh-Antikörper sind IgG (erworben, plazentagängig)
  • Universalspender 0 gilt nur für Erythrozytenkonzentrate, nicht für Plasma (hier ist AB der Universalspender)
  • Major-Kreuzprobe prüft Empfängerserum gegen Spendererythrozyten – klinisch entscheidend gegen Hämolyse
  • Anti-D-Prophylaxe wird Rh-negativen Schwangeren in der Schwangerschaft und post partum verabreicht
  • ⚠️ Prüfungsfalle: Universalspender/-empfänger gilt nur für AB0, nicht automatisch für Rhesusfaktor – Rh-negatives Blut ist trotzdem bevorzugter Spender bei Unklarheit
  • ⚠️ Verwechslung: Erstschwangerschaft mit Rh-Inkompatibilität verläuft meist unauffällig (Sensibilisierung erfolgt erst bei der Geburt), das Risiko besteht v. a. bei Folgeschwangerschaften
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