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Androgene und männliche Reproduktionsphysiologie
Testosteron wird in den Leydig-Zellen des Hodens unter LH-Kontrolle gebildet und steuert zusammen mit FSH Ăźber die Sertoli-Zellen die Spermatogenese. Die Regulation erfolgt Ăźber die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse mit negativer RĂźckkopplung.
- â GnRH (pulsatil, Hypothalamus) stimuliert LH und FSH aus dem Hypophysenvorderlappen.
- LH stimuliert die Leydig-Zellen zur Testosteronproduktion; FSH stimuliert die Sertoli-Zellen (UnterstĂźtzung der Spermatogenese, Bildung von Inhibin B).
- Testosteron hemmt ßber negative Rßckkopplung LH (und schwächer FSH), Inhibin B hemmt selektiv FSH.
- Testosteron wird peripher durch 5Îą-Reduktase zu Dihydrotestosteron (DHT) (stärker wirksam, u. a. äuĂere Genitalentwicklung, Prostata) und durch Aromatase zu Ăstradiol umgewandelt.
- Testosteron ist essenziell fßr Spermatogenese, sekundäre Geschlechtsmerkmale, Libido und anabole Effekte.
Quellen
- Schmidt/Lang/Heckmann âPhysiologie des Menschenâ (Springer)
- Pape/Kurtz/Silbernagl âPhysiologieâ (Thieme)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ărztlichen PrĂźfung)
- Nassar/Leslie âPhysiology, Testosteroneâ (StatPearls, NCBI Bookshelf)
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Androgene und männliche Reproduktionsphysiologie
Die männliche Reproduktionsphysiologie basiert auf dem Zusammenspiel von Hypothalamus, Hypophyse und Hoden (HHG-Achse), wobei zwei funktionell getrennte Zellsysteme des Hodens â Leydig- und Sertoli-Zellen â durch LH bzw. FSH gesteuert werden. Testosteron wirkt sowohl endokrin (systemisch) als auch stark parakrin (hohe lokale Konzentration im Tubulus seminiferus), was fĂźr eine normale Spermatogenese notwendig ist. Periphere Umwandlungen von Testosteron in aktivere oder andersartige Metaboliten erklären gewebespezifische Wirkungen.
HHG-Achse und Zellkooperation im Hoden
GnRH wird pulsatil sezerniert; die Pulsfrequenz beeinflusst das LH/FSH-Verhältnis. LH bindet an LH-Rezeptoren der Leydig-Zellen (Interstitium) und stimuliert Ăźber cAMP die Cholesterin-basierte Testosteronsynthese. FSH bindet an Rezeptoren der Sertoli-Zellen (im Tubulus seminiferus) und fĂśrdert deren StĂźtzfunktion fĂźr die Keimzellen sowie die Sekretion von Androgen-bindendem Protein (ABP), das die lokale Testosteronkonzentration im Tubulus erhĂśht â notwendig, da die Spermatogenese sehr hohe lokale Androgenspiegel benĂśtigt, weit Ăźber dem systemischen Spiegel.
Negative RĂźckkopplung
Testosteron hemmt hypophysär und hypothalamisch vor allem die LH-Sekretion. Die Sertoli-Zellen sezernieren zusätzlich Inhibin B, das selektiv die FSH-Sekretion hemmt (ohne wesentliche Wirkung auf LH) â ein diagnostisch nutzbarer Marker der Sertoli-Zell- bzw. Spermatogenesefunktion.
Periphere Metabolisierung
5Îą-Reduktase wandelt Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) um, das eine deutlich hĂśhere Rezeptoraffinität besitzt und fĂźr die Virilisierung der äuĂeren Genitalien in der Embryonalentwicklung sowie Prostatawachstum und Haarfollikel-Effekte verantwortlich ist. Aromatase wandelt Testosteron in Ăstradiol um, u. a. relevant fĂźr Epiphysenschluss und Knochenstoffwechsel auch beim Mann.
- â LH â Leydig-Zellen â Testosteron; FSH â Sertoli-Zellen â Spermatogenese-UnterstĂźtzung + Inhibin B.
- Inhibin B hemmt selektiv FSH â dient klinisch als Marker intakter Spermatogenese.
- DHT (via 5Îą-Reduktase) ist potenter als Testosteron am Androgenrezeptor und fĂźr äuĂere Genitaldifferenzierung/Prostata entscheidend.
- 5Îą-Reduktase-Mangel fĂźhrt zu männlichem Genotyp mit unzureichender Virilisierung der äuĂeren Genitalien bei normaler Wolffscher-Gang-Entwicklung (testosteronabhängig, DHT-unabhängig).
- â ď¸ PrĂźfungsfalle: Testosteron wirkt an den Wolff-Gängen (Nebenhoden, Samenleiter, BläschendrĂźsen), DHT an den äuĂeren Genitalien und der Prostata â eine klassische Verwechslungsquelle.
- â ď¸ Verwechslung: Die Spermatogenese benĂśtigt eine sehr hohe intratubuläre Testosteronkonzentration (via ABP), nicht primär den systemischen Serumspiegel.
Quellen
- Schmidt/Lang/Heckmann âPhysiologie des Menschenâ (Springer)
- Pape/Kurtz/Silbernagl âPhysiologieâ (Thieme)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ărztlichen PrĂźfung)
- Nassar/Leslie âPhysiology, Testosteroneâ (StatPearls, NCBI Bookshelf)