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AminosÀureabbau: Transaminierung und Desaminierung

Schema des Glutamat-Stoffwechsels beim AminosĂ€ureabbau: (1) oxidative Desaminierung durch Glutamatdehydrogenase (GDH) unter Freisetzung von NH4+ und Reduktion von NAD(P)+, (2) Transaminierung durch GOT zwischen Glutamat/α-Ketoglutarat und Oxalacetat/Aspartat, (3) Bildung von Glutamin. Alle Strukturen als Strukturformeln mit COO-, NH3+ und EnzymabkĂŒrzungen.
Sponk · Glutamate desamination transamination · Public domain · via Wikimedia Commons

Beim Abbau von AminosĂ€uren wird die α-Aminogruppe zunĂ€chst durch Transaminierung auf α-Ketoglutarat ĂŒbertragen, wodurch Glutamat entsteht. Glutamat wird anschließend durch oxidative Desaminierung unter NAD+-Verbrauch zu α-Ketoglutarat zurĂŒckverwandelt, wobei freies Ammoniak (NH3/NH4+) entsteht.

  • ❗ Transaminasen (Aminotransferasen, z. B. ALT/GPT, AST/GOT) ĂŒbertragen die Aminogruppe reversibel auf α-Ketoglutarat → Glutamat + KetosĂ€ure; Coenzym: Pyridoxalphosphat (PLP, Vitamin-B6-Derivat)
  • ❗ Glutamatdehydrogenase (GLDH) katalysiert die oxidative Desaminierung von Glutamat zu α-Ketoglutarat und NH4+ in der Mitochondrienmatrix, Coenzym NAD+/NADP+
  • Das entstehende Ammoniak ist zytotoxisch und muss ĂŒber den Harnstoffzyklus in der Leber entgiftet werden
  • ALT ist leberspezifischer als AST; beide dienen klinisch als Transaminasen-Marker fĂŒr HepatozytenschĂ€digung
  • Der Kohlenstoffskelett-Rest der AminosĂ€ure (die KetosĂ€ure) wird je nach AminosĂ€ure glucogen oder ketogen weiterverstoffwechselt

Quellen

  1. Löffler/Petrides „Biochemie und Pathobiochemie“ (Springer)
  2. Rassow et al. „Duale Reihe Biochemie“ (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen PrĂŒfung)

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AminosÀureabbau: Transaminierung und Desaminierung

Schema des Glutamat-Stoffwechsels beim AminosĂ€ureabbau: (1) oxidative Desaminierung durch Glutamatdehydrogenase (GDH) unter Freisetzung von NH4+ und Reduktion von NAD(P)+, (2) Transaminierung durch GOT zwischen Glutamat/α-Ketoglutarat und Oxalacetat/Aspartat, (3) Bildung von Glutamin. Alle Strukturen als Strukturformeln mit COO-, NH3+ und EnzymabkĂŒrzungen.
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Der Abbau von AminosĂ€uren beginnt fast immer mit der Abtrennung der α-Aminogruppe vom KohlenstoffgerĂŒst, da Letzteres in den zentralen Stoffwechsel (Citratzyklus, Glykolyse/Gluconeogenese) eingespeist werden kann, wĂ€hrend die Aminogruppe gesondert entgiftet werden muss. Dieser Prozess lĂ€uft zweistufig ab: Transaminierung sammelt die Aminogruppen verschiedener AminosĂ€uren auf einem gemeinsamen Akzeptor (Glutamat), die anschließende oxidative Desaminierung setzt daraus freies Ammoniak frei. Diese Kopplung erklĂ€rt, warum Glutamat und α-Ketoglutarat eine zentrale Drehscheibe im AminosĂ€urestoffwechsel bilden.

Mechanismus der Transaminierung

Transaminasen nutzen Pyridoxalphosphat (PLP) als prosthetische Gruppe, die ĂŒber eine Schiff-Base (Aldimin) reversibel an die α-Aminogruppe des Substrats bindet. Über einen Ping-Pong-Mechanismus wird die Aminogruppe zunĂ€chst auf PLP ĂŒbertragen (Bildung von Pyridoxaminphosphat, PMP), die entstandene KetosĂ€ure freigesetzt, und anschließend die Aminogruppe von PMP auf α-Ketoglutarat ĂŒbertragen, wodurch Glutamat entsteht und PLP regeneriert wird. Diese Reaktion ist frei reversibel und lĂ€uft im Zytosol und in Mitochondrien ab.

Oxidative Desaminierung und Ammoniakfreisetzung

Die Glutamatdehydrogenase (GLDH) ist eines der wenigen Enzyme, die sowohl NAD+ als auch NADP+ als Coenzym nutzen können, und liegt in der mitochondrialen Matrix v. a. der Leber vor. Sie katalysiert eine oxidative Desaminierung: Glutamat wird zu einem IminosÀure-Zwischenprodukt oxidiert, das spontan zu α-Ketoglutarat und NH4+ hydrolysiert wird. ADP und GDP wirken allosterisch aktivierend (energiearmer Zustand fördert AminosÀureabbau zur Energiegewinnung), ATP und GTP hemmen die Reaktion.

  • ❗ Transaminierung ist reversibel und transferneutral bezĂŒglich Stickstoff, oxidative Desaminierung ist der eigentliche Schritt, der freies NH4+ erzeugt
  • ❗ Glutamat ist der zentrale Sammelpunkt: fast alle Aminogruppen laufen ĂŒber Transaminierung auf α-Ketoglutarat/Glutamat zusammen, bevor NH4+ freigesetzt wird
  • PLP-abhĂ€ngige Enzyme (Transaminasen, Decarboxylasen) benötigen Vitamin B6; ein B6-Mangel kann Transaminierungsreaktionen beeintrĂ€chtigen
  • GLDH ist allosterisch reguliert: ADP/GDP aktivieren, ATP/GTP hemmen – koppelt AminosĂ€ureabbau an den Energiestatus der Zelle
  • ⚠ PrĂŒfungsfalle: Transaminierung selbst produziert kein freies Ammoniak – das wird oft mit der oxidativen Desaminierung verwechselt
  • ⚠ Verwechslung: ALT (GPT) und AST (GOT) sind Transaminasen mit unterschiedlicher OrganspezifitĂ€t (ALT leberspezifischer), keine Desaminasen

Quellen

  1. Löffler/Petrides „Biochemie und Pathobiochemie“ (Springer)
  2. Rassow et al. „Duale Reihe Biochemie“ (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen PrĂŒfung)
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