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AminosÀureabbau: Transaminierung und Desaminierung
Beim Abbau von AminosĂ€uren wird die α-Aminogruppe zunĂ€chst durch Transaminierung auf α-Ketoglutarat ĂŒbertragen, wodurch Glutamat entsteht. Glutamat wird anschlieĂend durch oxidative Desaminierung unter NAD+-Verbrauch zu α-Ketoglutarat zurĂŒckverwandelt, wobei freies Ammoniak (NH3/NH4+) entsteht.
- â Transaminasen (Aminotransferasen, z. B. ALT/GPT, AST/GOT) ĂŒbertragen die Aminogruppe reversibel auf α-Ketoglutarat â Glutamat + KetosĂ€ure; Coenzym: Pyridoxalphosphat (PLP, Vitamin-B6-Derivat)
- â Glutamatdehydrogenase (GLDH) katalysiert die oxidative Desaminierung von Glutamat zu α-Ketoglutarat und NH4+ in der Mitochondrienmatrix, Coenzym NAD+/NADP+
- Das entstehende Ammoniak ist zytotoxisch und muss ĂŒber den Harnstoffzyklus in der Leber entgiftet werden
- ALT ist leberspezifischer als AST; beide dienen klinisch als Transaminasen-Marker fĂŒr HepatozytenschĂ€digung
- Der Kohlenstoffskelett-Rest der AminosÀure (die KetosÀure) wird je nach AminosÀure glucogen oder ketogen weiterverstoffwechselt
Quellen
- Löffler/Petrides âBiochemie und Pathobiochemieâ (Springer)
- Rassow et al. âDuale Reihe Biochemieâ (Thieme)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ărztlichen PrĂŒfung)
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AminosÀureabbau: Transaminierung und Desaminierung
Der Abbau von AminosĂ€uren beginnt fast immer mit der Abtrennung der α-Aminogruppe vom KohlenstoffgerĂŒst, da Letzteres in den zentralen Stoffwechsel (Citratzyklus, Glykolyse/Gluconeogenese) eingespeist werden kann, wĂ€hrend die Aminogruppe gesondert entgiftet werden muss. Dieser Prozess lĂ€uft zweistufig ab: Transaminierung sammelt die Aminogruppen verschiedener AminosĂ€uren auf einem gemeinsamen Akzeptor (Glutamat), die anschlieĂende oxidative Desaminierung setzt daraus freies Ammoniak frei. Diese Kopplung erklĂ€rt, warum Glutamat und α-Ketoglutarat eine zentrale Drehscheibe im AminosĂ€urestoffwechsel bilden.
Mechanismus der Transaminierung
Transaminasen nutzen Pyridoxalphosphat (PLP) als prosthetische Gruppe, die ĂŒber eine Schiff-Base (Aldimin) reversibel an die α-Aminogruppe des Substrats bindet. Ăber einen Ping-Pong-Mechanismus wird die Aminogruppe zunĂ€chst auf PLP ĂŒbertragen (Bildung von Pyridoxaminphosphat, PMP), die entstandene KetosĂ€ure freigesetzt, und anschlieĂend die Aminogruppe von PMP auf α-Ketoglutarat ĂŒbertragen, wodurch Glutamat entsteht und PLP regeneriert wird. Diese Reaktion ist frei reversibel und lĂ€uft im Zytosol und in Mitochondrien ab.
Oxidative Desaminierung und Ammoniakfreisetzung
Die Glutamatdehydrogenase (GLDH) ist eines der wenigen Enzyme, die sowohl NAD+ als auch NADP+ als Coenzym nutzen können, und liegt in der mitochondrialen Matrix v. a. der Leber vor. Sie katalysiert eine oxidative Desaminierung: Glutamat wird zu einem IminosÀure-Zwischenprodukt oxidiert, das spontan zu α-Ketoglutarat und NH4+ hydrolysiert wird. ADP und GDP wirken allosterisch aktivierend (energiearmer Zustand fördert AminosÀureabbau zur Energiegewinnung), ATP und GTP hemmen die Reaktion.
- â Transaminierung ist reversibel und transferneutral bezĂŒglich Stickstoff, oxidative Desaminierung ist der eigentliche Schritt, der freies NH4+ erzeugt
- â Glutamat ist der zentrale Sammelpunkt: fast alle Aminogruppen laufen ĂŒber Transaminierung auf α-Ketoglutarat/Glutamat zusammen, bevor NH4+ freigesetzt wird
- PLP-abhÀngige Enzyme (Transaminasen, Decarboxylasen) benötigen Vitamin B6; ein B6-Mangel kann Transaminierungsreaktionen beeintrÀchtigen
- GLDH ist allosterisch reguliert: ADP/GDP aktivieren, ATP/GTP hemmen â koppelt AminosĂ€ureabbau an den Energiestatus der Zelle
- â ïž PrĂŒfungsfalle: Transaminierung selbst produziert kein freies Ammoniak â das wird oft mit der oxidativen Desaminierung verwechselt
- â ïž Verwechslung: ALT (GPT) und AST (GOT) sind Transaminasen mit unterschiedlicher OrganspezifitĂ€t (ALT leberspezifischer), keine Desaminasen
Quellen
- Löffler/Petrides âBiochemie und Pathobiochemieâ (Springer)
- Rassow et al. âDuale Reihe Biochemieâ (Thieme)
- IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ărztlichen PrĂŒfung)