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Ableitende Harnwege – Nierenbecken, Ureter, Harnblase

Schematische Darstellung der ableitenden Harnwege mit Nierenbecken, Harnleiterverlauf und den drei physiologischen Engstellen (nummeriert 1-3) von der Niere über die Kreuzung der Iliakalgefäße bis zur Einmündung in die Harnblase.
Enterpriese E · Ureter Engstellen · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Der Urin fließt von den Nierenkelchen über das Nierenbecken (Pelvis renalis) und den Ureter in die Harnblase. Der Ureter besitzt drei physiologische Engstellen, an denen sich Harnsteine bevorzugt festsetzen. Die Harnblase speichert den Urin dank ihres dehnbaren Übergangsepithels und wird über einen funktionellen Verschlussmechanismus kontinent gehalten.

  • Aufbau des Nierenbeckens: Calices renales minoresCalices renales majoresPelvis renalis.
  • Drei physiologische Ureterengen: Abgang aus dem Nierenbecken, Kreuzung der Vasa iliaca, Durchtritt durch die Blasenwand.
  • Der Ureter verläuft retroperitoneal und überkreuzt die Vasa iliaca an der Aufteilungsstelle der A. iliaca communis (Grenze großes/kleines Becken, Linea terminalis).
  • Der Harn wird nicht schwerkraftgetrieben, sondern durch peristaltische Kontraktionen der glatten Ureter-Muskulatur (Tunica muscularis) aktiv weitertransportiert.
  • Schleimhautrelief der Harnblase: glatte Trigonum vesicae zwischen den Ureterostien und der Urethraöffnung, sonst gefaltete Schleimhaut.
  • Kontinenz durch den intramuralen, schräg verlaufenden Ureterverlauf in der Blasenwand (Ventilmechanismus) plus M. sphincter urethrae internus/externus.

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Innere Organe“, 6. Aufl. (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“, 5. Aufl. (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)

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Ableitende Harnwege – Nierenbecken, Ureter, Harnblase

Schematische Darstellung der ableitenden Harnwege mit Nierenbecken, Harnleiterverlauf und den drei physiologischen Engstellen (nummeriert 1-3) von der Niere über die Kreuzung der Iliakalgefäße bis zur Einmündung in die Harnblase.
Enterpriese E · Ureter Engstellen · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Die ableitenden Harnwege bilden ein kontinuierliches, mit Urothel (Übergangsepithel) ausgekleidetes Rohrsystem, das sich funktionell an die intermittierende Speicherung und Entleerung von Urin anpasst. Die Nierenkelche (Calices renales minores) umgreifen die Papillen der Markpyramiden und leiten den Urin über Calices majores zum trichterförmigen Nierenbecken. Der Ureter setzt das Nierenbecken retroperitoneal fort, verläuft der Wirbelsäule entlang auf dem M. psoas major und tritt an der Linea terminalis in das kleine Becken ein und überkreuzt dabei die Vasa iliaca an der Aufteilungsstelle der A. iliaca communis. Drei physiologische Engstellen – am Übergang Pelvis-Ureter, an der Gefäßkreuzung und beim schrägen intramuralen Durchtritt durch die Blasenwand – sind bevorzugte Steinabsetzstellen. In der Harnblase ist die Schleimhaut mit Ausnahme des glatten Trigonum vesicae (zwischen den beiden Ureterostien und dem Ostium urethrae internum) in Falten gelegt, was die enorme Dehnbarkeit des Organs ermöglicht.

Kontinenzmechanismus

Der Ureter durchzieht die Blasenwand schräg über mehrere Zentimeter (intramuraler Verlauf); bei Füllung der Blase presst der steigende Innendruck die Ureterwand gegen die Blasenmuskulatur und verschließt so den Ureter passiv gegen Reflux (Ventilmechanismus) – ein gestörter Mechanismus (z. B. bei zu kurzem intramuralem Verlauf) verursacht den vesikoureteralen Reflux. Die eigentliche Harnkontinenz wird durch den glattmuskulären, unwillkürlichen M. sphincter urethrae internus am Blasenhals und den quergestreiften, willkürlichen M. sphincter urethrae externus im Beckenboden gewährleistet.

  • Harnwegsverlauf: Calices minores → Calices majores → Pelvis renalisUreter → Harnblase.
  • Drei physiologische Ureterengen: Abgang am Nierenbecken, Überkreuzung der Vasa iliaca, intramuraler Durchtritt durch die Blasenwand – häufigste Steinlokalisationen.
  • Der Ureter liegt retroperitoneal, verläuft auf dem M. psoas major und überkreuzt beim Eintritt ins kleine Becken die Vasa iliaca an der Aufteilungsstelle der A. iliaca communis (Höhe Linea terminalis).
  • Wandschichtung von Ureter und Harnblase: Tunica mucosa (Urothel), Tunica muscularis (glatte Muskulatur; in der Blase der M. detrusor vesicae) und Tunica adventitia – der Harn wird durch peristaltische Kontraktionen der Tunica muscularis aktiv befördert, nicht schwerkraftgetrieben.
  • Trigonum vesicae: glattes Schleimhautdreieck zwischen beiden Ureterostien und dem Ostium urethrae internum, einzige Region ohne Faltenrelief.
  • Kontinenz: passiver Ventilmechanismus des intramuralen Ureters + M. sphincter urethrae internus (glatt, unwillkürlich) + externus (quergestreift, willkürlich).
  • ⚠️ Prüfungsfalle: Der intramurale Ureterverlauf ist kein aktiver Sphinkter, sondern ein rein passiver Ventilmechanismus durch Druckübertragung – bei zu kurzem intramuralem Verlauf (angeboren) entsteht der vesikoureterale Reflux; dies wird oft mit einer echten Sphinkterschwäche verwechselt.

Quellen

  1. Schünke/Schulte/Schumacher „Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Innere Organe“, 6. Aufl. (Thieme)
  2. Aumüller et al. „Duale Reihe Anatomie“, 5. Aufl. (Thieme)
  3. IMPP Gegenstandskatalog GK1 (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
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